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Die »netten« Freunde der SVP.

Immer häufiger geht die Südtiroler Volkspartei seit einigen Jahren Koalitionen oder anderweitige »Partnerschaften« mit Parteien des italienischen Mitterechts- und Rechtsspektrums ein, die nicht selten faschistoides und menschenfeindliches Gedankengut in sich tragen.

Soweit ich mich erinnern kann, war die erste bewusste »Fehlentscheidung« dieser Art die Wahl des ehemaligen MSI-Mitglieds Giorgio Holzmann zum Landtagsvizepräsidenten. Der Herr gehört inzwischen zur rechtsradikalen Fratelli d’Italia, mit deren Freunden SVP und Grüne derzeit in Meran regieren.

Auf Giorgio Holzmann folgte der rechte Haudegen Mauro Minniti, den die Volkspartei ebenfalls in das Amt des Landtagsvizepräsidenten hievte. Aufgrund des ethnischen Rotationsprizips rückte Minniti, der während seiner Amtszeit die Benennung einer Schule nach einem Kämpfer der Mussolini-Republik RSI forderte, im Jahr 2011 sogar zum Landtagspräsidenten auf, bevor er dieses Amt aus freien Stücken zurücklegte.

Soweit zur Geschichte. Während der letzten Tage sind zwei weitere »nette« Partner der Sammelpartei auf den Plan getreten:

  • Der Brunecker Vizebürgermeister Renato Stancher, mit dessen rechtem Polo die SVP schon seit Jahren den Pusterer Hauptort regiert, rief die Militärvereinigung ANA dazu auf, sich stärker für den Erhalt des dortigen Alpinidenkmals einzusetzen, ein faschistisches Überbleibsel, das vielen demokratisch gesinnten Bruneckerinnen seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge ist.
  • Massimo Bessone von der rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Lega Nord machte am Sonntag auf sich aufmerksam, als er einen Skitag für Flüchtlinge, der aus privater Initiative entstanden war, scharf kritisierte und von einer »Diskriminierung der Einheimischen« sprach. Vor wenigen Monaten war Bessone von der SVP — ohne jegliche Notwendigkeit — zum Vizepräsidenten des Brixner Gemeinderats ernannt worden.

Seit der letzten Gemeindewahl regiert die Volkspartei auch in Leifers mit einer Koalition rechter Ungustln.

Siehe auch:

Faschismen Kohäsion+Inklusion Migraziun Militär Nationalismus Politik Racism Solidarieté | Faschistische Relikte | Giorgio Holzmann Massimo Bessone Mauro Minniti | | Südtirol/o | Alpini Lega PDL&Co. Südtiroler Landtag SVP Vërc | Deutsch

14 replies on “Die »netten« Freunde der SVP.”

Wenn man weiß, dass der Kriegsverbrecher Gennaro Sora, der mindestens 1500 äthiopische Zivilisten (das ist dokumentiert, aber wahrscheinlich waren es noch viel mehr) , Frauen, Kinder, Verwundete und Alte mit Giftgas, Flammenwerfern und Massenerschießungen hat umbringen lassen, wenn man weiß, dass dieser Sora mit Billigung der SVP Ehrenbürger von Brixen ist, dann wundert man sich über die Ernennung von Bessone zum Gemeinderatsvizepräsidenten nicht mehr. Mich freut es, wenn diese Flüchtlinge hier bei uns Ski fahren können. Wenn sie es nicht könnten, wäre es zwar schade, aber auch nicht gerade eine Tragödie. Jedoch die Augen davor zu verschließen, dass Kinder mit Giftgas auf qualvolle Weise umgebracht wurden, und den dafür verantwortlichen Verbrecher als Ehrenbürger von Brixen zu dulden, das ist für mich eine echte Tragödie.

Ich verstehe nicht, ob Philipp Fallmerayer meint, dass wir nicht die Selbstbeweihräucherung des Peter Brunner zur Kenntnis nehmen — oder ob er sagen will, dass Salto & Co. die Augen vor der dunklen Seite der Brixner Stadtpolitik (Bessone & Co.) verschließen. Vielleicht könnte er das ja noch klären.

Die Zeichen der Zeit erinnern mich stark an das von George Orwell in seinem epochalen Meisterwerk “1984” vorskizzierten Szenario der Beziehungen zwischen den proles und der outer party, bei welchem letztere die großen Masse mit strukturiert die menschliche Intelligenz hemmendem und an Trivialität kaum zu überbietendem Gedankengut überschwemmt und beschallt, um diese in ihrer eigenen Entwicklung einzubremsen und somit die Gefahr einer gesellschaftlichen Veränderung zu beseitigen. Ich hoffe somit der Fragestellung entsprochen zu haben und verweise in diesem Zusammenhang auf ein Zitat des genialen Schriftstellers:

Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations.

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