Vorgestern Abend ist der Gemeinderat von Trient daran gescheitert, dem faschistischen Diktator Benito Mussolini die Ehrenbürgerschaft der Stadt zu entziehen. Dies hat auch die STF auf den Plan gerufen, die den Vorfall in einer Pressemitteilung als »demokratiepolitische Bankrotterklärung« bezeichnet.
Man stelle sich vor, welch Aufschrei der Entrüstung durch ganz Europa gehen würde, wenn der Gemeinderat einer Stadt in Deutschland oder Österreich mehrheitlich für die Beibehaltung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler stimmen würde. In Italien hingegen ist so etwas völlig normal.
– Sven Knoll (laut Pressemitteilung der STF)
Ganz richtig. Mir ist auch kein Fall aus Deutschland oder Österreich bekannt, wo ein derartiges Ansinnen mehrheitlich abgelehnt worden wäre. Wer allerdings in in mehreren Fällen nicht zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler beitragen wollte und sich mehrfach — mit ähnlichen Argumenten wie jenen der italienischen Rechten in Trient — enthalten hat, war in Österreich wenig überraschend die FPÖ, mit der die weit nach rechts abgedriftete STF eine immer engere Zusammenarbeit pflegt.
So enthielten sich die österreichischen Freiheitlichen zum Beispiel im Mai 2011 im Gemeinderat von Amstetten in Niederösterreich, als Hitler dort die Ehrenbürgerschaft aberkannt wurde.
Wenn Knoll also zur sofortigen Beendigung der Koalition zwischen SVP und FdI in Südtirol aufruft und fordert, dass sich die Landesregierung eindeutig von jeglichen faschistischen Kräften abgrenzen müsse, kann ich mich dem zwar anschließen, doch leider hat die STF selbst keinerlei Glaubwürdigkeit, wenn es um derartige Abgrenzung geht.
Cëla enghe: 01 | 02 03 04 05 06 07 08 09 10

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