Abschreckende Anerkennungsbürokratie.
Auch so wirkt die »nationale Logik«

In einem Community-Beitrag beschreibt der grüne Landtagskandidat Pascal Vullo auf Salto unter anderem die Schwierigkeiten mit der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen in Italien. Obschon mehr als die Hälfte der Südtiroler Studentinnen in Österreich und in Deutschland studierten, wo

gute, renommierte Unis ohne Studiengebühren und gute Arbeitsperspektiven

lockten, sei die anschließende Anerkennung des Abschlusses für den öffentlichen Dienst »oft ein schwer überwindbares Hindernis«. Eine schnelle Anerkennung über die Uni Bozen sei nur in einigen Fachbereichen möglich, für die es Abkommen mit Universitäten in Österreich gibt.

In seinem eigenen Fall (Diplomingenieur der Fachrichtung Umweltschutztechnik an der Universität Stuttgart) müsste er

für eine fachliche Anerkennung eine Uni in Italien finden, die den genau gleichen Lehrplan anbietet und meine Kurse anerkennt. Unmöglich ohne ein halbes Studium nachzuholen inklusive Studiengebühren, Aufnahmelisten etc.

Für die alternative Einzelanerkennung, die für jede Eintragung in Ranglisten oder Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben jedes Mal von neuem beantragt werden müsse, beschreibt Vullo folgenden Weg bei gleich zwei Ministerien in Rom:

  • Eine “Dichiarazione di valore” vom italienischen Konsulat in Deutschland
  • beglaubigte Kopien und eine Menge teurer Stempelmarken und Einschreiben

zusätzlich zu Übersetzungen einer vereidigten Übersetzerin. Dass Deutsch in Südtirol gleichgestellte Amtssprache ist, interessiert in Rom wahrscheinlich niemand.

Mehrere Stellen in der öffentlichen Verwaltung habe er in Südtirol inzwischen ausschlagen müssen, so der Landtagskandidat. Sein wenig erstaunliches Urteil lautet unter anderem, dass man so den Nachwuchsmangel in öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen nicht bekämpfe.

Wenig attraktive Bezüge im öffentliche Sektor, jedenfalls unterhalb der Führungsebenen, helfen da auch nicht weiter.

Sein sizilianischer Vater versuche bereits, ihn zurück nach Deutschland zu locken.

So schrecken wir durch die überbordende italienische Bürokratie und zu niedrige Löhne Einwanderungswillige ab, während Südtirolerinnen problemlos (nicht nur) in den restlichen deutschen Sprachraum abgeworben werden, wo Arbeitskräften oft der rote Teppich ausgerollt wird.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]