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Ein Schatten über dem neuen Antimafiadenkmal.
Bozen

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Am Samstag jährte sich das Attentat von Capaci bei Palermo, bei dem die Mafia 1992 den Staatsanwalt Giovanni Falcone, seine Ehefrau und drei Begleitbeamte ermordete, zum 34. Mal.

Aus diesem Anlass widmete die Stadt Bozen Falcone und dem wenige Monate später ebenfalls von der Mafia ermordeten Staatsanwalt Paolo Borsellino am Gerichtsplatz ein neues Denkmal.

Der Vorschlag dazu stammt angeblich vom Lega-Stadtviertelrat Maurizio Puglisi Ghizzi, der Mitglied von CasaPound und Vertreter der ebenfalls rechtsextremistischen und rassistischen Gruppierung Remigrazione e Riconquista ist.

Er selbst machte seine Rolle bei der Entstehung des Projekts gestern auf Facebook öffentlich:

Facebook-Eintrag von Maurizio Puglisi Ghizzi (24. Mai 2026) – Querbalken von mir. Auf dem Foto v.l.n.r.: Roberto Selle, Marco Caruso, Claudio Corrarati, Maurizio Puglisi Ghizzi. Die Frau ist mir unbekannt.

Für den rechten Bürgermeister der Landeshauptstadt, Claudio Corrarati, war dies offenbar Grund genug, in offizieller Trikoloreschärpe für ein Gruppenfoto mit Lega-Gemeinderat Roberto Selle (vgl.), dem CPI-nahen Lega-Stadtrat Marco Caruso und Puglisi Ghizzi zu posieren.

Ob die Initiative für das Denkmal selbst ideologisch motiviert war, lässt sich freilich schwer beurteilen. Paolo Borsellino war jedenfalls während seiner Studienzeit Mitglied des MSI-nahen, neofaschistischen Fronte Universitario d’Azione Nazionale (FUAN). Zudem wurde sein Name vom MSI — wohl mit seiner Zustimmung — noch kurz vor der Ermordung für das Amt des Staatspräsidenten ins Spiel gebracht.

In jedem Fall aber hat es einen sonderlichen und ziemlich unappetitlichen Beigeschmack, wenn das Denkmal für zwei Antimafiastaatsanwälte aus einer politischen Richtung kommt, die sich nicht zu den demokratischen Institutionen und Grundwerten bekenntCasaPound fällt selbst immer wieder durch Gewaltbereitschaft, Einschüchterung und ein autoritäres Politikverständnis auf. Ihre Interpretation von »Legalität« passt nicht zu einer demokratischen Gesellschaft.

Auch durfte übrigens bereits Bekanntschaft mit den wenig erfreulichen Methoden der Neofaschisten machen, die in Bozen mit der SVP koalieren.

Dass die Inszenierung am Gerichtsplatz stattfindet, kann einerseits als Selbstverständlichkeit angesehen werden, da es um ermordete Staatsanwälte geht. Doch dass ein CasaPound-Mitglied hier — vor dem monumentalen faschistischen Gerichtsgebäude und unter dem entschärften Piffrader-Relief — eine Duftnote setzt, kann man auch anders bewerten.

Einsprachigkeit am neu errichteten Denkmal (Markierung von mir) – Ausschnitt aus einem Rai-Bericht

Dass dabei die deutsche Sprache in der Landeshauptstadt einmal mehr vernachlässigt wird, ist da schon beinahe nebensächlich — aber vielleicht auch gar kein Zufall.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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Comentârs

One response to “Ein Schatten über dem neuen Antimafiadenkmal.
Bozen

  1. Simon avatar

    Ich frage mich gerade auch, was absurder wäre: Ein von einem bekennenden Mafioso angeregtes antifaschistisches Denkmal oder ein von einem bekennenden Faschisten angeregtes Antimafiadenkmal?

Scrì na resposta

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