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  • ß: Hallo, mich gibt es auch noch!

    Seit Umsetzung der Rechtschreibreform hat sich ein für das »scharfe S« mitunter tödliches Gerücht verbreitet, das jeglicher Grundlage entbehrt: Das gute alte Eszett sei abgeschafft worden, heißt es da nicht selten – und diese Fehlinformation ist zum Teil durchgedrungen in Redaktionen und Amtsstuben.

    Fest steht dagegen: Der altehrwürdige Buchstabe hat immer noch seine Daseinsberechtigung und wurde durch die Rechtschreibreform lediglich einer Verjüngungskur unterzogen, die ihm m. E. gar nicht schlecht steht – wenn man eben vom Gerücht absieht, das Gegenstand dieses Eintrags ist.

    All jenen, die die deutsche Orthographie – wie ich – noch unter dem alten Regelwerk erlernt haben, möchte ich hier eine ganz einfache Faustregel nahelegen: Wo das Eszett nach alter Regel gesetzt werden musste, bleibt es auch heute noch, es sei denn es folgt auf einen kurzen Vokal. In diesem Fall wird es durch »ss« ersetzt. Also:

    früher: das Faß > ß folgt auf kurzes a > neu: Fass
    früher: der Fluß > ß folgt auf kurzes u > neu: Fluss
    früher: keß > ß folgt auf kurzes e > neu: kess

    aber:

    früher: das Maß > ß folgt auf langes a > bleibt Maß
    früher: der Fuß > ß folgt auf kurzes u > bleibt Fuß
    früher: fraß > ß folgt auf kurzes a > bleibt fraß



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  • Catalunya-España 5:3.

    Catalunya - España.Trotz teils massiven Widerstands der spanischen Politik ist am vergangenen 11. Juni eine absolute Premiere über die Bühne gegangen: Zum ersten Mal standen sich zwei international voll anerkannte Nationalteams aus Katalonien und Spanien in einem offiziellen Spiel gegenüber, und zwar bei der Hallenfußball-Weltmeisterschaft, die derzeit in Russland abgehalten wird. Beide Teams traten mit ihren eigenen Nationalfarben und jeweiliger Hymne an. Die Katalanen konnten das Spiel mit fünf Treffern zu drei für sich entscheiden.


    Katalonien führt bereits in mehreren als sekundär betrachteten Sportarten eigene Mannschaften mit voller internationaler Anerkennung. So zum Beispiel im Rollerhockey, Eisstockschießen oder Karate. Vom 8. bis 10. Juni wurden in Reus die zweiten »Tage der katalanischen Nationalteams« unter großer Publikumsbeteiligung gefeiert. Als Gegner für Vorzeige-Freundschaftsspiele waren u. a. italienische Nationalmannschaften dabei – die sich einer ähnlichen Veranstaltung in Südtirol wahrscheinlich widersetzen würden.



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  • Wer das Detail nicht ehrt…
    »Associazione culturale«

    Solche Eintrittskarten bekommt man in der Bozner Carambolage beim Besuch eines Theaterstücks in deutscher Sprache:

    Carambolage.

    Wenn das die Achtung ist, die ein Kulturverein der »eigenen« Sprache zukommen lässt…

    Cëla enghe: 01



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  • Bhf. Franzensfeste.

    Bilder zum Vergrößern anklicken

    Ja, wir sind ein mehrsprachiges Land… und ja, wir sind eine beneidete Modellautonomie. Oder nicht.

    Cëla enghe: 01 || 01 02



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  • Call for team (II) – die Offenbarung.

    Vor etwa einem Monat, am 6. Mai 2007, bin ich in Sachen »call for team« aktiv geworden, um endlich eine kleine Diskussion loszutreten, die mit den direkten Betroffenen geführt werden sollte. Hierzu habe ich rund einem Dutzend Südtiroler Spitzensportler (v.a. Wintersportler, auch i. R.) eine möglichst neutral gehaltene Mail nach folgendem Muster zukommen lassen:

    Sehr geehrte/r Frau/Herr […],

    die »Brennerbasisdemokratie«, eine neuartige (weil offene, politisch völlig unabhängige und sprachübergreifende!) Plattform für mehr Eigenständigkeit hat unter dem Titel »call for team« ein Vorkonzept für eine inklusivistische Südtiroler Sportmannschaft erarbeitet, welche die Jahrzehnte währenden (ethnischen, politischen…) Spannungen im Südtiroler Sport, die u.a. den Athleten selbst schaden, möglicherweise entschärfen könnte. Es handelt sich dabei bewusst nicht um ein fertig verpacktes Modell, sondern um eine erste Diskussionsbasis, die eine öffentliche Debatte zu diesem Thema anregen soll.

    Jetzt wo der Medienrummel um den Wintersport etwas abgeebbt ist, möchte ich Sie aus diesem Grund um eine (auch kurze) Stellungnahme zu unserem ersten Papier bitten, dessen Inhalt Sie unter folgender Internetadresse finden:

    http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=587

    Über einen unvoreingenommenen – gerne kritischen – Beitrag würden wir uns sehr freuen. Was halten Sie von unserer Grundsatzidee? Könnten Sie sich vorstellen, selbst am Aufbau einer solchen Mannschaft mitzuwirken bzw. in sie einzutreten, und unter welchen Voraussetzungen? Wo sehen Sie Probleme, was wären die Vorzüge? Was würden Sie anders machen als von uns vorgeschlagen?

    Wir bitten Sie, sich vorab unseren Vorschlag genau durchzulesen, da er sich in wesentlichen Punkten von bisherigen Projekten unterscheidet .

    Eine anonyme Behandlung Ihrer Stellungnahme ist möglich, falls Sie dies wünschen, da uns vor allem die Meinung der Betroffenen interessiert, und nicht so sehr eine namentliche Zuordnung.

    Besten Dank im Voraus und auch weiterhin viel sportlichen Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen

    […]
    Brennerbasisdemokratie

    Zwänge und Abhängigkeiten

    Trotz milden Tons habe ich auf all meine Mails nur eine Antwort erhalten, die noch dazu eine profunde Angst und Einschüchterung offenbart, die unseren Athleten innewohnt:

    Sehr geehrter […],

    Ich bedanke mich für Ihre Einladung zu einer Stellungnahme zu diesem heiklem Thema, aber leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir keinerlei Stellungnahme zur politischen Debatte nehmen dürfen und können. Einerseits sind Manfred und Manuela Mölgg durch zahlreiche nationale Verträge gebunden und andererseits gehören sie seit mehreren Jahren der Sportgruppe der Finanzwache an.

    Ich hoffe auf Ihr Verständnis und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen

    L.C.*

    Neun Sportler (Lucia Recchia, Denise Karbon, Andreas Seppi, Patrick Staudacher, Kurt Sulzenbacher, Armin Zöggeler, Isolde Kostner, Gustav Thöni, Peter Fill) haben nach beinahe einem Monat noch gar nicht geantwortet, was ebenfalls ein Zeichen dafür sein dürfte, dass offene Diskussionen nicht erwünscht oder gestattet sind.

    Was ist das für ein Rechtsstaat, wenn seine Sportler (anders als etwa in Spanien, Deutschland…) keine politische Meinung haben dürfen und demnach praktisch völlig von ihm vereinnahmt werden? Was sagen die politischen Verantwortlichen in Südtirol zu dieser indirekten, aber dennoch klaren, erschreckenden Offenbarung?

    *) Name ist mir bekannt.



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  • Grün ≠ Grün.

    Südtirols Parteienspektrum ist weit und breit ein Sonderfall. Nun wird es uns erneut bestätigt – indirekt und eindrücklich, durch eine neue schottische Regierungsmehrheit. Alex Salmond, Spitzenkandidat der independentistischen, sozialdemokratischen Scottish National Party, bildet zusammen mit den Grünen ein Kabinett, das sich unter anderem dazu verpflichtet, innerhalb 2010 ein Referendum über die Loslösung Schottlands vom Vereinigten Königsreich durchzuführen.

    Europaweit setzen sich die Grünen für das Selbstbestimmungsrecht als Basis einer gerechten, sozialen und freien Entwicklung ein. Nicht zufällig haben sie in Straßburg zusammen mit der Europäischen Freien Allianz (EFA), deren erstes Ziel die Realisierung von Selbstbestimmung durch Überwindung der Nationalstaaten ist, eine gemeinsame Parlamentsfraktion gebildet – in der, man höre und staune, auch unser Sepp Kusstatscher sitzt.

    Der schreibt in seinem Blog zum Thema Selbstbestimmung halbherzig:

    […]
    Die Frage ist nicht einfach zu beantworten! Sie ist wirklich schwierig, ja sehr schwierig.
    Die so genannte “Selbstbestimmung”
    – von einigen Familien, um einer anderen Gemeinde angeschlossen zu werden,
    – von einer Bevölkerungsmehrheit in Gemeinden, um Provinz oder Region zu wechseln,
    – bzw. von bestimmten Mehrheiten in einer Region, um Nationalstaat wechseln zu können…, diese kann nicht mit Ja oder Nein befürwortet bzw. abgelehnt werden.
    Bei der Frage des Selbstbestimmungsrechtes haben sich schon viele Politologen und Juristen Gedanken gemacht. Eines ist das Prinzip und ganz was anderes ist die konkrete Umsetzung, ohne neues und teilweise noch größeres Unrecht zu bewirken.
    Einfacher ist es bei der EU. Solange diese ein Zusammenschluss von Staaten ist und nicht ein Staatenbund bzw. nicht die “Vereinigten Staaten von Europa”, tu ich mich mit der Frage des Beitrittes bzw. Austrittes von Staaten relativ leicht.
    […]

    Welches Kindheitstrauma haben Südtirols Grüne erlebt, dass sie es nicht schaffen, es ihren europäischen Partnern gleichzutun? Ist es wirklich so schwierig, sich von der Position der Rechten abzugrenzen und endlich im Sinne Südtirols zu handeln – nicht nur im ökologischen, sondern auch im eigentlich politischen Sinne? »Unsere« Grünen bleiben für die Beibehaltung der sklerotischen, von der Geschichte längst überholten Nationalstaaten. Und mir, mir bleibt es ein Rätsel.

    Nachtrag/Vertiefung:

    Aussendung der schottischen Grünen vom 30.11.2005:

    At the launch of the Independence Convention in Edinburgh this evening Robin Harper MSP, Green Co-convener will set out the Scottish Green Party’s reasons for supporting the Convention. Greens support independence, if or when the people support it, and see the Convention as a way to promote debate across Scotland.

    Greens stress that they are not a ‘nationalist’ party driven by patriotism or national identity, but as a party with deep-rooted commitment to local democracy that independence could bring. They see devolution and independence as a process and not an ‘event’. Greens also support the idea of a referendum to gauge public support for greater democracy and independence.

    Robin Harper MSP said: “For us, it’s not about patriotism or national identity. Neither is it about a rejection of our neighbours, nor of the history we share. It’s about trying to achieve a better society tomorrow – fairer, happier, more democratic, more sustainable. We believe that bringing power down to the closest practical level within our communities is a necessary part of that. Scotland is of a size that presents a distinctive opportunity to fast-track a sustainable society through greater independence. In working towards more independence we strongly support the idea of devolution as a process, and we don’t see it ending here at Holyrood. It certainly can’t end with the Scotland Act as it stands.

    “Interdependence is a crucial part of our outlook as a party in an increasingly globalised world. Our practical approach to improving Scotland’s contribution is to get democracy going more locally – this is the nub of our ‘independence’ politics. If our society is to carry on this process, and to represent itself effectively on the global stage to advocate the values we share – for fair trade, for peace, for global justice – greater independence is a positive step.”

    Auszug aus dem Programm der katalanischen Grünen (Iniciativa per Catalunya Verds):

    Catalunya i l’autodeterminació

    Per a l’esquerra verda i nacional el dret a l’autodeterminació significa que un poble, i en el nostre cas Catalunya, pot decidir a partir de la seva sobirania com a nació si vol tenir un estat propi i independent, si vol estar integrat en un altre i, en aquest cas, de quina manera es materialitza aquesta integració. Si bé és cert que avui, en el procés de construcció de la UE, no té sentit plantejar-se els poders de l’Estat en els termes que es feia en el segle passat no podem negar que els estats tenen encara a Europa molt de poder i, per tant, no es pot rebutjar el dret a l’autodeterminació com una cosa ja superada.

    Aus dem Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen:

    Menschenrechte. Unser Grundwert der Selbstbestimmung prägt sich aus in der Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte. Die von den Vereinten Nationen verbrieften Menschenrechte sind für uns nicht verhandelbar – weder gegenüber machtpolitischen oder wirtschaftlichen Interessen noch gegenüber einem falschen kulturellen Relativismus. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Dies zu gewährleisten ist Selbstverpflichtung nationaler und internationaler grüner Politik. Individuelle Freiheitsrechte, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, das Recht auf Entwicklung und ökologische Rechte gehören für uns zusammen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Bekenntnis. (für Ralph)

    Da es Neuankömmlingen und sporadischen/oberflächlichen Lesern erfahrungsgemäß immer noch sehr schwer zu fallen scheint, die Ideen der Plattform von jenen anderer, »klassischer« Südtiroler Selbstbestimmungsbefürworter zu unterscheiden, möchte ich hier ein zusammenfassendes persönliches Bekenntnis abgeben. Sozusagen eine kurze Einstiegsbegleitung, auf die im Zweifelsfall verwiesen werden kann.

    Ich bin…

    • für die Loslösung Südtirols von Italien ohne Anschluss an einen anderen Nationalstaat;
    • für Mehrsprachigkeit – und ein mehrsprachiges Südtirol;
    • für eine, nicht drei oder mehr Südtiroler (Parallel-)Gesellschaften;
    • überzeugter Sozialdemokrat;
    • proeuropäisch eingestellt;
    • für die Stärkung persönlicher Freiheiten wie: eheähnliche Partnerschaft, Homoehe, Abtreibungs- und Scheidungsrecht etc.;
    • für die Aufnahme und Gleichbehandlung von Zuwanderern;
    • für die Gleichbehandlung aller Religionen und einen laizistischen Staat;
    • gegen Rechtsextremismus;
    • pragmatischer Antimilitarist und Pazifist;

    Die allgemeinen Grundsätze der befinden sich in unserem Manifest. Desweiteren empfehle ich die FAQs sowie das »call for paper«.



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