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  • Warten auf staatliche Kürzungen.

    Die Unsicherheit besteht in der Frage, wieviel Geld am Ende die 13,5% Prozent sein werden, die das Land insgesamt an die Gemeinden ausschüttet, da die Höhe des Landeshaushaltes heute noch unklar ist. Das Land weiß heute noch nicht, welche Kürzungen der Staat zur Sanierung des Staatshaushaltes vornehmen wird — und davon hängen natürlich auch die Zuwendungen an die Gemeinden ab. Derzeit ist vereinbart, dass die Gemeinden mit den Zahlen von 2013 arbeiten sollen — sowohl für die laufenden Ausgaben als auch für die Investitionen. Bis zur Verabschiedung des Landeshaushaltes im März [!] gibt es also eine unsichere Situation — vor allem eben deshalb, weil heute noch niemand die Gesamtsumme kennt.

    Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer im »Brixner« von Dezember 2013

    Rom muss also erst entscheiden, welche Kürzungen es Südtirol einmal mehr aufbrummen will — und nimmt sich dafür auch noch so viel Zeit, dass der Landeshaushalt erst im März verabschiedet werden kann. Zum Schaden durch den (unfreiwilligen) Verzicht auf Steuermittel gesellt sich also der Zwang zur Improvisation, die ein ganzes Vierteljahr währt, während eigentlich wichtige Impulse vonnöten wären.



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  • 2014.

    Das noch junge Jahr wartet mit einigen zukunftsweisenden Terminen auf, die die Entwicklung der europäischen Staatengemeinschaft nachhaltig prägen könnten.
    Am 18. September 2014 stimmt Schottland darüber ab, ob es beim Vereinigten Königreich bleiben möchte oder ein unabhängiges Land wird. Für den 9. November 2014 hat Katalonien ein Selbstbestimmungsreferendum angekündigt.
    Beide Ereignisse stehen unter unterschiedlichen Vorzeichen. London setzt dadurch demokratiepolitisch Maßstäbe, dass es sich mit Schottland einvernehmlich auf ein Referendum geeinigt hat. Das Resultat wird von London in jedem Falle respektiert. Auch die EU wird sich damit auseinandersetzen müssen und bis dato sakrosankte Dogmen aufbrechen müssen.
    Die Katalanen wiederum haben den Termin trotz Widerständen aus Madrid und Brüssel festgesetzt. Der Artikel aus der spanischen Verfassung über die Unantastbarkeit der Grenzen ist für Katalonien kein juristisches sondern ein politisches Problem. Wenn dem demokratischen Willen der Katalanen Rechnung getragen wird, dann können/müssen (in Madrid) Wege gefunden werden, juristische Paragraphen diesen neuen Entwicklungen anzupassen. Gerade auch deshalb sind die Entwicklungen in Katalonien für Südtirol höchst interessant.
    Für die EU könnten diese Entwicklungen der Schlüssel zu einer wirklich tiefgreifenden politischen Integration sein, die bis dato allzuoft von kurzsichtigen nationalstaatlichen Egoismen behindert wird.

    Burkhard Müller äußert sich am 8.11.2012 in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

    Die Unabhängigkeitsbestrebungen bedrohen laut ihm nicht Europa, sondern sind eine Konsequenz der Integration. Konkret: Nicht nur die Vernetzung, auch die Entmachtung und Entmündigung der Staaten ist durch die krisenhaften Vorgänge der vergangenen Jahre so stark vorangetrieben worden, dass die neuen Regionalstaaten nicht so sehr aus ihrem bisherigen Mutterstaat heraus – als vielmehr in den Schoß Europas mit seinen innig verschlungenen Wirtschaftsbeziehungen hineinfallen würden. […] Solch ein Staatenverfall wäre nicht Ausdruck von Desintegration, sondern im Gegenteil als Folge gesteigerter Integration zu werten.

    Ähnliche Ansätze lassen sich aus dem bemerkenswerten Beitrag, »Eine Tragödie von Aufstieg und Untergang« von Robert Cooper in der Neuen Zürcher Zeitung vom 16.09.2013 herauslesen. Er vergleicht die Habsurgermonarchie mit der EU:

    Beide, Habsburgermonarchie und EU ermöglichen den Kleinen das Überleben, indem sie ihnen Grössenvorteile verschaffen, dies aber in unterschiedlichen Bereichen. Während der fünf Jahrhunderte des Bestehens der Habsburgermonarchie war deren zentraler Beitrag die Sicherheit, die sie gegen Bedrohungen von aussen bot, beginnend beim Osmanischen Reich und dann übergehend auf Nationalstaaten, gegenüber deren destruktiver Dynamik sie weniger erfolgreich war. Dank der Existenz der Nato und dem Ende des Kalten Krieges ist Sicherheit in Europa kein zentrales Thema mehr.

    Der sichtbarste «Grössenvorteil» der EU ist stattdessen der Wohlstand, den sie durch ein Europa ohne Grenzen ermöglicht hat; der unsichtbare – und vielleicht noch wichtigere – Vorteil war und ist die Stabilität guter Beziehungen. Diese entstehen durch die gemeinsame Ausarbeitung der Gesetze, die Europa regieren. Die Zusammenarbeit mag in der Praxis ermüdend und zeitraubend sein, doch sie schafft Beziehungen zu den diversen Nachbarn, wie sie kein einzelnes Land jemals zuvor hatte. Die EU war bei der Herstellung eines politischen Ambiente, in dem kleine Staaten bequem leben können, so erfolgreich, dass die Versuchung Flanderns, Schottlands, Kataloniens und anderer, in den Luxus eines eigenen Staates zu kommen, in Zukunft Schule machen dürfte.

    Solches stellt keine Überraschung dar, denn kleine Staaten schlagen sich in vielen Belangen besser als grosse. Sie sind heimeliger, bindungsstärker und näher an den Bedürfnissen der Bürger. Nur zwei Dinge machen grosse Staaten wünschenswert: Sicherheit durch eine grosse Armee und Wohlstand durch einen grossen Markt. Die Habsburgermonarchie garantierte Sicherheit, während sie verschiedenen Nationalitäten ein Aufblühen erlaubte; die EU schuf Wohlstand und ermöglicht kleinen Staaten Prosperität und Mitsprache bei der Festlegung der gemeinsamen Regeln.

    Der Vergleich Robert Coopers zwischen Habsburgermonarchie und EU wirft unseren Blick auf ein weiteres Großereignis des Neuen Jahres. 2014 jährt sich mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges zum hundertsten Male die europäische Urkatastrophe. Mit ihr versank das alte Europa. Die Habsburgermonarchie verschwand von der Bildfläche.

    In einem lesenswerten Interview mit dem Kabarettisten Josef Hader (Süddeutsche Zeitung, 01.01.2014) finden sich zu diesem Thema einige interessante Aussagen:

    SZ: Österreich-Ungarn wirkte auf viele so morsch wie Kaiser Franz Joseph greise war. Sind Sie anderer Meinung?

    Hader: Es gab Pläne, den Vielvölkerstaat zu einer Föderation umzubauen. Einige Politiker, die nach 1919 an der Spitze ihrer Nationalstaaten standen, sprachen sich vor dem Krieg für eine Eigenstaatlichkeit aus – aber unter dem Mantel der Habsburgermonarchie. Weil die Zugehörgkeit zu einem größeren Staatengebilde für sie ja auch Schutz bedeutet hätte. Ich glaube, erst der Weltkrieg hat die Idee der Monarchie erst richtig ruiniert.

    SZ: Die Polen wären immer noch geteilt gewesen zwischen Deutschland, Österreich und Russland. Nach dem Krieg hatten sie endlich wieder ihren Staat.

    Hader: Die Polen haben ihren Staat bekommen, und in zwei Kriegen unendlich dafür bezahlt. Und auch alle anderen Staaten auf dem Gebiet der Habsburgermonarchie haben ihre heutige Erscheinungsform mit vielen Millionen Toten bezahlt. Es wäre zynisch zu sagen, dass sich das 20. Jahrhundert für sie so richtig gelohnt hat.

    SZ: Inwiefern?

    Hader: Wenn wir einmal nicht von Nationalstaaten ausgehen, sondern von der Bevölkerung, hat der Ausgang des Krieges die Zündschnur für Kriege und blutige Konflikte gelegt, die teilweise bis heute andauern. Es gab so viele gemischtsprachige Regionen wie Galizien, Bosnien, Friaul. In solchen Gegenden waren Nationalstaaaten damals schlichtweg nicht sinnvoll. Aus sprachlicher und kultureller Sicht machten die Ländergrenzen nach dem Ersten Weltkrieg gar keinen Sinn. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dann die Bevölkerung in Osteuropa so furchtbar effizient ausgerottet und ausgewechselt. Seitdem ist festgelegt, wo welche Sprache wohnen darf. Und jetzt sind wir alle wieder miteinander in Europa – da darf man schon fragen: Wofür war das Ganze?

    Fatalerweise ist auch unser Europa ein fragiles Gebilde. Nicht umsonst vergleicht Robert Cooper die EU mit der Habsburgermonarchie. Die EU hat es während ihrer Geschichte immer geschafft Wohlstand zu schaffen. Dies scheint mittlerweile keine Selbstverständlichkeit zu sein. Dazu Cooper:

    Wir leben heute in einer Welt unkontrollierter globaler Finanzmärkte, deren Mechanismen wenige begreifen. Und die Krise betrifft das Herz der EU: Wenn die EU aufhört, Wohlstand zu schaffen und gar zu Verarmung führt, wird auch sie zusammenbrechen. Da sie im Gegensatz zur Habsburgermonarchie kein Staat, sondern eine Gemeinschaft von Staaten ist, wird ihr Zusammenbruch nicht im Zentrum beginnen, sondern an den Rändern.

    Was Robert Cooper nicht anspricht, aber von Robert Menasse thematisiert wird, ist die mangelnde Fähigkeit der EU-Politik »europäisch« zu handeln. Auf dem Weg von Brüssel in die nationalen Hauptstädte verwandeln sich die Vertreter des EU-Ministerrates in nationale Politiker, die in ihren nationalen Hauptstädten das jeweils für ihr Land erreichte Verhandlungsergebnis hervorheben.

    Für Menasse muss etwas Neues entstehen, keine Übernation, sondern ein Kontinent ohne Nationen, eine freie Assoziation von souveränen Regionen.

    Dieses neue Europa kann dort seinen Anfang nehmen, wo die vielfach willkürlich und gegen den Willen der Bevölkerungen festgelegten nationalstaatlichen Grenzen nie Sinn machten. Mit europaregionalen Sonntagsreden ist es allerdings nicht getan. Gerade deshalb kommt Regionen, wie Katalonien und Schottland in der europäischen Integration von unabhängigen, freien Regionen eine Schlüsselrolle zu.

    Und wie schafft es diese Entwicklung, den für Robert Cooper so wichtigen Wohlstand zu garantieren? Resilienz heißt das Zauberwort. Darunter versteht man die Toleranz eines Systems auf Störungen. Der entfesselte Turbokapitalismus reagiert nicht tolerant auf Störungen. Während der Brixner Nachhaltigkeitstage im Mai 2013 bricht Niko Paech, ein Postwachstumsökonom, eine Lanze für die Regionalisierung Europas. Kleine, überschaubare politische Einheiten lassen sich nicht nur bürgernah und transparent verwalten, in ihnen lassen sich auch volkswirtschaftliche Kreisläufe etablieren, die auf Störungen tolerant reagieren. Das Schuldenproblem einer europäischen Region bringt (anders als jenes großer Nationalstaaten) nicht den gesamten Kontinent an den Rand des Abgrunds.

    Die EU bildet die Klammer und garantiert gemeinsame Spielregeln. Die Regionen verwalten im Rahmen der in Brüssel verhandelten Spielregeln, ohne nationalstaatliche Bevormundung, ihr Allgemeinwesen. 2014, 100 Jahre nach der europäischen Urkatastrophe, ausgelöst von nationalstaatlicher Hybris, besteht die Chance die Folgen der beiden europäischen Bürgerkriege nachhaltig zu überwinden.



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  • Rechte Tiroler?
    Quotation

    Die Tiroler weigern sich zum Beispiel, bei Straßenschildern, die den Weg nach Süden weisen, auch den italienischen Namen für “Bozen” anzugeben — nicht unähnlich den rechten Kärntnern bei ihrem Ortstafelstreit.

    Prof. Max Haller, Soziologe, ff Nr. 1/2014

    Ein wahrlich sonderbares Beispiel, das hier angeführt wird, um zu belegen, dass den Südtiroler Italienern im Falle einer Angliederung unseres Landes an Österreich »keine guten Aussichten« beschieden wären:

    • Aus welchem Grund sollte gemäß Territorialprinzip in einer einsprachig deutschsprachigen Region wie Nordtirol ein anderer als der amtliche deutsche Ortsname angegeben werden? Der Vergleich mit Kärnten ist unbrauchbar, da dort einer slowenischen Minderheit ihre Ortsnamen in ihrem eigenen Siedlungsgebiet verweigert wurden (und teils noch immer verweigert werden).
    • Wurde Nordtirol bzw. Österreich jemals von jemandem dazu aufgefordert, »auch den italienischen Namen für “Bozen” anzugeben«? Andernfalls kann man wohl schlecht von einer »Weigerung« sprechen.
    • Hätte das von Prof. Haller angeführte Beispiel Aussagekraft, könnte man es umgekehrt auch anführen, um die »schlechten Aussichten für deutschsprachige Südtiroler in Italien« zu untermauern — denn schließlich wird schon im Trentino der deutsche Name unserer Landeshauptstadt nicht auf Straßenschildern angeführt, obschon das Autonomiestatut, das dies ausdrücklich vorsähe, in der gesamten Region gültig ist.

    Autobahnschilder Vergleich.

    Auch aus -Sicht wäre die Angliederung Südtirols an Österreich keine erstrebenswerte Lösung. Das von Prof. Haller in seinem Beitrag angeführte Argument ist jedoch völlig sinnfrei.

    Cëla enghe: 01 02



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  • Europawahl ohne Europa.

    Ende Mai finden Europawahlen statt und die Piraten haben sich, wie andere Parteien, ein EU-weites Programm gegeben. Auch die Südtiroler Pirać erwägen, sich erstmals einer Wahl zu stellen, wiewohl die Chancen, eine eigene Mandatarin nach Straßburg zu entsenden, eher gering sind.

    Wie man meinen möchte, wäre eine Europawahl die ideale Gelegenheit, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu suchen und Synergieeffekte zu nutzen. Doch weit gefehlt, denn auch Europawahlen werden im Rahmen etablierter Staatsgrenzen geschlagen — eine gemeinsame Kandidatur im euroregionalen Kontext ist nicht vorgesehen. Für die Piraten, die im deutschsprachigen Raum stärker vertreten sind, als etwa in Italien (wo ihnen Platzhirsch Grillo das Leben erschwert), kann diese Tatsache entscheidende Auswirkungen haben. Im Falle einer Kandidatur bleibt den Südtiroler »Seeräuberinnen« keine andere Wahl, als die Zusammenarbeit mit der italienischen Schwesterpartei zu suchen, die bislang ein Dornröschendasein fristet.



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  • Katalanische Diplomatie-Offensive.

    Während sich unser designierter Landeshauptmann darauf beschränkt, Vorgaben von einem Botschafter entgegenzunehmen und wiederzugeben, leitet der katalanische Präsident Artur Mas die nächste Phase des Selbstbestimmungsprozesses ein: Mit einem Brief und einem vom Außenamt seiner Regierung ausgearbeiteten Kurz-Memorandum wendet er sich an alle 27 Regierungschefs der EU (mit Ausnahme Spaniens, wo gesondert verhandelt wird) und an weitere 45 Regierungen weltweit.

    Er nutzt diese Diplomatie-Offensive, um das Ausland darauf vorzubereiten, was aus katalanischer Sicht unausweichlich ist — eine Abstimmung über die Zukunft des Landes — und verurteilt die Panikmache, die mit der Drohung des EU-Ausschlusses einhergeht. Rechtliche Schranken, wie sie auch in Südtirol seit Jahrzehnten wie ein Riegel vorgeschoben werden, bezeichnet Mas indirekt als das was sie sind: Vorwände, die lediglich die politische Weigerung maskieren, einen demokratischen Prozess zuzulassen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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  • Coalizione etnicizzante.

    La proporzionale etnica nell’assegnazione di cariche nel pubblico impiego è un male a fin di bene, in quanto previene possibili storture derivanti dalla nostra appartenenza a uno stato (mono-)nazionale. In varie occasioni si è proposto di abolirla o perlomeno di flessibilizzarla, magari rafforzando le garanzie di bilinguismo. Nella politica però sin dall’inizio la proporzionale fu molto blanda per non distorcere inutilmente la democrazia. Inutilmente? Sì, perché se nel pubblico impiego la proporzionale impedisce che la dirigenza possa avantaggiare un candidato secondo criteri etnici, in democrazia la dirigenza è rappresentata dal popolo sovrano che deve avere libertà di scelta. Ovvero, se tutti gli elettori ritengono importante votare in base all’appartenenza etnica, ne conseguirà un Landtag che rispecchia la proporzionale, ma se nessuno votasse secondo quel precetto, la distribuzione dei seggi risulterebbe giustamente modificata. Insomma la proporzionale etnica non ha senso quando c’è proporzione democratica.

    In questo senso le ultime elezioni ci hanno consegnato una dieta sudtirolese palesemente sbilanciata etnicamente, col gruppo linguistico italiano fortemente sottorappresentato. Ma non è stato il gruppo linguistico dominante a imporre questo risultato, bensì gli stessi italiani, votando partiti «tedeschi» o non recandosi alle urne. I partiti italiani, dunque, non sono riusciti a mobilizzare il proprio elettorato, perché divisi e incapaci di formulare una proposta politica sufficientemente attraente. Ora come sappiamo il PD non ha voluto accettare la sconfitta, chiedendo ad alta voce di ignorare la proporzionale che, nella composizione dell’esecutivo, si riferisce alla composizione etnica del Landtag e non già all’esito del censimento.

    Una richiesta rimasta inascoltata, ma non del tutto: infatti il programma di governo della presente legislatura prevede che lo statuto di autonomia sia modificato per adeguare la proporzionale e assicurare al PD un secondo Landesrat, che potrebbe venirgli consegnato già nel corso del quinquennio. Una decisione che potrebbe risultare fatale, oltre a significare un’ulteriore etnicizzazione, ad uso e consumo di un partito che si autodefinisce interetnico (salvo ritrattare all’occorrenza) e che vorrebbe contribuire (a parole) alla mitigazione delle divisioni etniche.

    Un provvedimento che assoggettase (o che avvicinasse) la composizione del Landtag o anche solo dell’esecutivo alla proporzionale etnica ‘assoluta’ e non più a quella ‘elettorale’, riorganizzerebbe la politica sudtirolese per comparti stagni iper-etnici, penalizzando i partiti interetnici (come i Verdi) e rendendo vano il voto trans-etnico (gli italiani che votano partiti «tedeschi» e viceversa). Insomma, anche se votati — ipoteticamente — solo dal 5% degli elettori i rappresentanti italiani si assicurerebbero il 25% degli scranni, i rappresentanti tedeschi il 70% e quelli ladini il 4%, cancellando così le conseguenze dell’astensionismo — ma, probabilmente, aumentandone ulteriormente le dimensioni per la frustrazione che un tale provvedimento provocherebbe nell’elettorato.

    Il PD, incapace di accettare il responso delle urne, sarebbe dunque pronto a stravolgere il sistema democratico, aumentandone ulteriormente l’impronta etnica per non rinunciare a una poltrona: una vera e propria follia.

    Cëla enghe: 01



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  • Whisky aus Glorenza.

    Puni Alba.

    Ist es Dummheit, Strategie oder ein Minderwertigkeitskomplex? In jedem Fall ist mir unerklärlich, wie es immer wieder zu derartigen Entwicklungen kommen kann: Südtiroler Firmen die in Südtirol Südtiroler Kunden vor den Kopf stoßen, ganz zu schweigen von der Abkehr von Regionalität und Authentizität, die im bewusster werdenden Kaufverhalten vieler Menschen eine wachsende Rolle einnehmen.

    Puni Alba Etiketten.

    Der erste Südtiroler Whisky, der — aus rechtlichen Gründen — nicht so heißen darf, wird in Glurns hergestellt. Die Etiketten sind auf Englisch und Italienisch gehalten, darauf ist viel von Italy, Italian Alps und sogar von Sizilien die Rede, woher die Fässer kommen. Südtirol wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, selbst die Adresse ist nur mit Glorenza angegeben. Für solch mangelnde Sensibilität müsste man glatt einen Preis erfinden.

    Auf der Website von Puni, dem Hersteller, kann man lesen:

    ALBA ist das italienische Wort für Sonnenaufgang und zugleich die gaelische Bezeichnung für Schottland.

    Gaelisch also. Kein Schotte würde aber einen »british Whisky« anbieten.

    Übrigens: Vor etlichen Monaten hatte die Landesregierung vom Landtag den Auftrag erhalten, sich bei Südtiroler Unternehmen für mehrsprachige Etikettierung einzusetzen. Was ist seitdem geschehen? Meines Wissens gar nichts.

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  • Mas’ Neujahrsansprache.

    Auszug aus der Neujahrsansprache des katalanischen Präsidenten:

    Das nun beginnende Jahr 2014 wird ein Jahr voller Symbolgehalt sein. Es wird das 300. Jubiläum des Erbfolgekriegs von 1714 sein, als Katalonien seine Privilegien, seine Verfassung, seine Institutionen und seine Freiheiten verlor. Drei Jahrhunderte später stehen wir beinahe vor einem Wunder: Ein Volk, das in dieser Zeit ebenso gut hätte verschwinden können, setzt nicht nur seine Existenz fort, sondern plant — stärker denn je — eine große demokratische und vollkommen freidliche Herausforderung zu meistern, indem es über seine Zukunft als Land, als Staat, als Volk entscheidet.

    Katalonien ist ein vielfältiges und multikulturelles Land, wegen der Herkunft der Menschen, die hier leben, wegen der Sprachen, die hier gesprochen werden, wegen der unterschiedlichen Denkungsarten und aufgrund der Vielfalt der politischen und ideologischen Optionen.

    Ein vielfältiges und multikulturelles Land, welches gleichzeitig fähig ist, großen Konsens aufzubauen, wie er vor wenigen Wochen sichtbar wurde, als das Abkommen für ein Referendum unterzeichnet wurde, welches am 9. November dieses neuen Jahres stattfinden soll.

    Ich weiß, dass es zu dieser großen Herausforderung keine Einstimmigkeit gibt. Manche Parteien widersetzen sich ihr, manche Mitbürger begegnen dem Prozess mit Sorge, Angst und sogar Ablehnung.

    Das sind legitime und respektable Positionen, genauso legitim und respektabel, wie die, die in diesem Prozess den besten Weg zum Aufbau eines neuen Staates sehen: wegen seiner Modernität, dem Wohlstand, dem Sinn für soziale Gerechtigkeit, der gesellschaftlichen Verantwortung und der demokratischen Qualität.

    Jede einzelne Position muss mit Respekt und im Geiste des gemeinsamen Fortschritts verteidigt werden. Und soweit das von mir abhängt, wird es so sein.

    Über die individuelle Ansicht eines jeden einzelnen von uns hinaus werden es die Stimmen in den Urnen sein, die über Proportion und Außmaß der [politischen] Mehr- und Minderheiten in diesem Land entscheiden.

    Es gibt nichts Demokratischeres als diesen Weg. Katalonien ist ein Land mit einer langjährigen und tiefen demokratischen Überzeugung, weshalb wir diesen Weg beschreiten. Wichtige Themen demokratisch zu lösen sollte weder Bestürzung noch Angst hervorrufen, und es ist selbstverständlich, dass unsere Zukunft und das Verhältnis zu Spanien und Europa zu den wichtigsten unserer Herausforderungen gehören.

    Ich möchte diese Neujahrsansprache nutzen, um den spanischen Staat dazu aufzufordern, uns abstimmen zu lassen. Möge er die Stimme des katalanischen Volkes hören und keine Mauern errichten, um uns verstummen zu lassen. Diejenigen, die das Bedürfnis dazu verspüren, sollen entscheiden dürfen.

    Jedes Land hat implizit das Recht, über seine Zukunft zu entscheiden. Doch jenen, die sogar diese Selbstverständlichkeit ablehnen, werde ich sagen, dass sich Katalonien sein Recht auf Selbstbestmmung verdient hat. Die Katalanen in Vergangenheit und Gegenwart haben das Recht auf Selbstbestimmung erworben, weil sie es verstanden haben, ihre Identität, ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Rechte am Leben zu erhalten, häufig gegen unrechte Gesetze und Normen; sie haben das Recht auf Selbstbestimmung erworben, weil sie Millionen von Menschen aus spanischen Regionen und fernen Ländern willkommen geheißen und integriert haben, wobei sie bewiesen haben, dass in Katalonien das gemeinsame Ziel wichtiger ist, als die Herkunft; und, vor allem, haben die Katalanen das Recht auf Selbstbestimmung erworben, da sie es verstanden und darauf bestanden haben, ihren Willen auf Eigenregierung aufrecht zu erhalten, unabhängig von historischen Widrigkeiten, die diese Eigenregierung aufhalten wollten und die sie jetzt einschränken und mindern möchten.

    Mit einem Wort ziehen es die Katalanen vor, sich selbst zu regieren, statt regiert zu werden. Und sie wollen dies in einem stärkeren, geeinteren, föderaleren Europa tun.

    Deshalb erheben wir den Anspruch, abstimmen zu dürfen und von der spanischen Regierung nicht als Gegner, geschweige denn als Feinde, angesehen zu werden. Wir waren und wir wollen jetzt und in Zukunft Partner sein, gute Partner. Aber von einer Position der Freiheit, unseres eigenen freien Willens aus — indem wir die Frage beantworten, für die wir eine Formulierung und ein Datum vereinbart haben.

    2014 wird also ein Jahr sein, während dessen wir uns an die Geschichte, Menschen und Wurzeln erinnern werden; doch es wird auch ein Jahr, um über die Zukunft zu entscheiden und Horizonte zu erweitern.

    […]

    Wir dürfen nicht vergessen, dass der Staat, den viele für Katalonien fordern, wie jeder andere Staat, nichts mehr als ein Werkzeug im Dienste der Menschen und des Landes ist. Das heißt, seiner Bürger.

    Übersetzung:

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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