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  • Schleierverbot: Vom Regen in die Traufe?

    Burqa.

    Vor wenigen Tagen sprach sich in Frankreich ein parteiübergreifendes Gremium für ein Verbot von Ganzkörperschleiern aus. Gesetz ist dieser Vorschlag zwar noch lange nicht — trotzdem hat er europaweit mehr Nachahmer und Trittbrettfahrer gefunden, als dazumal die Werte der französischen Revolution.

    Dabei ist diese Debatte in Frankreich gerade im Lichte dieser Werte zu bertrachten, die eine wirklich laizistische Republik hervorgebracht haben. In dieser Hinsicht ist das Hexagon — so wird das Land aufgrund seiner geographischen Form auch genannt — kaum mit anderen Nationen vergleichbar. Der ganz große Haken, den Freunde des Verschleierungsverbotes eigennützig unterschlagen, ist nämlich dass in Frankreich deshalb vergleichsweise sachlich über ein solches Gesetz diskutiert werden kann, weil auch andere Religionen, namentlich die christliche, im öffentlichen Raum kaum Vorrechte genießen. So wäre ein Kreuz an französischen Schulen völlig undenkbar.

    Man kann das Verschleierungsverbot in Frankreich als einen verkrampften Versuch verstehen, Gleichberechtigung zu schaffen und den Laizismus zu sichern, und nicht als eine diskriminierende Maßnahme.

    Darüberhinaus muss man sich selbstverständlich fragen, was ein derartiges Verbot bezwecken soll. Selbst Rechtspopulisten schieben da gerne die Menschenrechte und den Feminismus vor — und freilich nicht die Ausländerfeindlichkeit. Nehmen wir an, dem sei so. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand die Nötigung von Frauen, sich einen Ganzkörperschleier überzuziehen, gutheißt. Davon nehme ich mich nicht aus.

    Nötigung ist jedoch schon heute strafbar, nur eben schwer zu kontrollieren. Mit dem Verbot eines — auch umstrittenen — Kleidungsstücks macht man sich die Arbeit aber zu einfach: Das Ziel der Rechtspopulisten, unsere Straßen von Schleiern zu säubern, ist dadurch schnell erreicht. Die Menschenrechte haben es da aber schon schwerer. Denn wir riskieren, dass radikal-islamische Ehemänner ihre Frauen dann erst gar nicht mehr aus dem Haus lassen. Und diese Frage werden sich auch die laizistischen Franzosen stellen müssen.



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  • Meraner und Pustertaler Bahnlinie zum Land!

    Laut ff vom 28.01.2010 plant Landesrat Widmann mit RFI und Trenitalia Verhandlungen um die Meraner Linie von Bozen nach Sigmundskron zweigleisig auszubauen. Dies würde auf der Meraner Linie einen 20-Minuten-Takt möglich machen.

    Rein verkehrstechnisch ein höchst positives Projekt. Es bleibt lediglich die Frage, warum das Land Südtirol autonomiepolitisch im Bahnverkehr keine höheren Ansprüche hat. Das Muster ist immer dasselbe. In zermürbenden und langwierigen Verhandlungen muss das Land mit Rete Ferroviaria Italiana und dem Trenitalia-Macher Moretti Verhandlungen führen, obwohl der größte Teil von infrastrukturellen Neuerungen auf der Meraner und Pustertaler Bahnlinie sowieso vom Land, also vom Südtiroler Steuerzahler bezahlt werden muss.

    Es war noch vor wenigen Jahren geplant, dass die Meraner Linie 2010 vom Land übernommen wird. Davon redet mittlerweile niemand mehr. Der Bahnverkehr wird in Südtirol nie Schweizer Niveau erreichen, wenn wir infrastrukturell von RFI abhängen. Schon heute sind die Bahnlinien in Südtirol unterfinanziert. Ein Großteil der Verspätungen geht darauf zurück, dass wichtige Investitionen nicht getätigt wurden und RFI bei Verspätungen und Betriebsstörungen durch organisatorische Inkompetenz und logistische Missorganisation auffällt.

    Auf der Brennerbahn müssen immer noch anachronistische Wartungsintervalle mitten am Vormittag in Kauf genommen werden. Aus diesem Grund ist hier in den Vormittagsstunden kein durchgehender Taktverkehr möglich. Auf einer Hauptlinie wäre dies in anderen europäischen Ländern völlig undenkbar.

    Aus diesen Gründen muss vonseiten des Landes schnellstmöglich die materielle und verwaltungstechnische Übernahme der Meraner und Pustertaler Bahnlinie samt Bahnhofsgebäuden gefordert werden. Mittelfristig ist dies auch für die Brennerbahn einschließlich aller Bahnhöfe zu fordern.



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  • Dunkle Haut ist illegal.

    Diese Woche habe ich dank unserer geliebten Staatsbahnen gleich mehrere Stunden an Südtiroler Bahnhöfen verbringen dürfen: Zunächst wegen einer Verspätung von einer dreviertel Stunde, dann durch die Auswirkungen eines Streiks, der Verspätungen über den eigentlichen Streikzeitraum hinaus zur Folge hatte. Vorgestern war eine Panne an der Reihe, die zu einem mehrstündigen Ausfall der gesamten Brennerstrecke in Richtung Norden (einschließlich Informations-GAU) geführt hat. Gestern war dann endlich wieder die Normalität von zweimal 20 Minuten Fastpünktlichkeit eingekehrt. Dies wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch wenn es darum nur indirekt geht.

    Während meiner unfreiwilligen Aufenthalte auf Südtirols einladenden Bahnhöfen habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Die Bahnpolizei kontolliert gezielt und systematisch wartende Fahrgäste nichtweißer Hautfarbe. Sie müssen den Beamten oft zudem genaue Auskunft erteilen, welchen Zug sie zu nehmen gedenken — und mit welchem Ziel. Neugierig geworden, bin ich mit Hasan1Name geändert, einem jungen Südtiroler pakistanischer Herkunft ins Gespräch gekommen. Er arbeitet seit acht Jahren in der Landeshauptstadt und ist genauso wie ich Pendler im ÖPNV. Sein Deutsch ist vorzüglich, obwohl er angab, besser Italienisch zu sprechen.

    Hasan bestätigte mir, dass er von der Polizei »sehr häufig« nach seinen Papieren gefragt wird. Die Prozedur samt telefonischem Datenabgleich kann (meiner Beobachtung zufolge) mehrere Minuten dauern und durchaus dazu führen, dass man den Zug verpasst. Trotzdem gab Hasan an, die dauernden Kontrollen störten ihn nicht weiter; schließlich sei er ja »sauber«.

    Dennoch halte ich diese Praxis (racial profiling) für eine subtile Art dauerhafter Diskriminierung. Es geht nicht an, dass Menschen bloß aufgrund ihrer Hautfarbe dem Generalverdacht unterliegen, sich womöglich »illegal« im Lande aufzuhalten. Ich könnte mich in einem Land niemals willkommen oder heimisch fühlen, wenn mir die Staatsmacht noch nach mehreren Jahren durch regelmäßige Kontrollen — ob ich sie nun als Schikane empfinde oder nicht — zeigen würde, dass ich allein aufgrund meines unveränderlichen Aussehens fremd, »anders« und noch dazu suspekt bin. Gleichzeitig zeugt es von oberflächlicher, unprofessioneller Polizeiarbeit, wenn man sich auf Äußerlichkeiten verlässt, um bei Kontrollen einigermaßen zielgenau zu agieren. Solange es in Südtirol noch relativ wenige Bürgerinnen anderer Hautfarbe gibt, wird diese Vorgangsweise in Ermangelung professionellerer Kriterien durchaus eine gewisse Treffsicherheit garantieren. Doch schon jetzt ist das ein viel zu grobes Raster, das »Illegale« weißer Hautfarbe durchfallen lässt, während Südtirolerinnen mit schwarzer oder gelber Haut grundlos an ihm hängen bleiben.

    Will Südtirol den fürs Zusammenleben aller Menschen nötigen gesellschaftlichen Zusammenhalt ausbauen, müssen solche Vorgangsweisen dringend überprüft und unterbunden werden. Auch die Landespolitik ist in dieser Hinsicht gefordert.

    Als ich aus Studiengründen in der Schweiz lebte und des Öfteren nach Südtirol pendelte, war mir übrigens auch bei den Grenzkontrollen in Chiasso aufgefallen, dass die italienischen Fahnder immer wieder gezielt farbige Fahrgäste kontrollierten — ihre Schweizer Kollegen jedoch nur selten. Dabei ist die Schweiz ja nicht für eine lasche Zuwanderungspolitik bekannt.

    Cëla enghe: 01 02 03

    • 1
      Name geändert


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  • Qualitätszeichen — bedingt.

    Qualitätsprodukte.

    Ich habe mich schon mehrmals mit dem Vorschlag an die Landesregierung gewandt, ein umfassendes Konsumentenschutzgesetz nach katalanischem Vorbild zu erlassen, das die beiden drei Landessprachen auch in diesem immer wichtigeren Sektor endlich gleichsetzt. Leider habe ich von offizieller Stelle noch nie eine befriedigende Antwort erhalten — vermutlich auch deshalb, weil die sogenannte Vorzeigeautonomie gar nicht über die Zuständigkeit verfügt, eigenständig in den Markt einzugreifen.

    Qualitätsmarke.

    Es gäbe da jedoch einen Weg, schon jetzt konkret für mehr Verbraucherschutz zu sorgen: Das Land vergibt vielen Betrieben im Lande ein Qualitätszeichen, dessen Benützung an präzise Voraussetzungen gebunden ist. Obwohl sie sich gerne mit der Landesbezeichnung schmücken, halten es zahlreiche Firmen für überflüssig, in der Etikettierung auch die Mehrsprachigkeit unseres Territoriums zu berücksichtigen. Es wäre hier jedoch ein Leichtes, über die Vergabebedingungen der Qualitätsmarke festzuschreiben, dass sämtliche für den Konsumenten relevante Informationen gleichwertig auf Deutsch, Italienisch und Ladinisch anzubringen sind. Andernfalls wird das Siegel, welches immerhin mit öffentlichen Geldern finanziert und beworben wird, einfach wieder aberkannt.

    Das wäre ein erster Schritt in Richtung Mehrsprachigkeit im Konsumentenschutz — mit deutlicher Signalwirkung: Südtiroler Qualitätsbetriebe müssen auch auf diesem Gebiet vorbildlich sein. Erst dann können wir auch von anderen erwarten, dass sie unsere Diversität berücksichtigen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01



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  • La memoria «rotta» di Bolzano.

    Valentino, tramite Blaun, segnala un articolo apparso sul numero odierno de «l’Unità», a firma di Massimiliano Boschi. Ho deciso di riproporlo senza commenti anche su Brennerbasisdemokratie come riflessione per la Giornata della Memoria:

    In fondo è facile tracciare una linea di confine, basta avere una riga, una cartina e dotarsi di un esercito per la sua difesa. Più difficile dividere le genti, perché basta poco per ritrovarsi il «nemico» in casa. E se quel nemico diventa amico, poi di nuovo nemico, poi nuovamente amico nell’arco di un secolo, la memoria del passato si avvita, fa salti mortali con esiti a volte tragici e volte ridicoli. Così è la memoria di Bolzano. Dove convivono enormi bassorilievi del Duce a cavallo e monumenti ai deportati del Lager cittadino. Dove, non lontano dalle lapidi sui caduti partigiani vi è quella che ricorda le vittime naziste di Via Rasella. Una memoria tutt’altro che condivisa. L’ufficio turismo di Bolzano distribuisce da qualche tempo una serie di itinerari nei luoghi della memoria della città. Uno di questi, Bolzano: percorso tra architettura e fascismo , ne propone uno tra gli edifici fascisti. Tra questi, oltre al noto monumento alla vittoria, spicca l’odierno Ufficio Finanze della città. L’opuscolo spiega che si tratta dell’ex Casa Littoria il cui «elemento distintivo di maggior pregio è il rilievo monumentale, opera dello scultore Hans Piffrader dedicato all’ascesa del fascismo e alla sua glorificazione». Così, il solito «oggettino delicato» progettato dalle menti fascistoidi per la glorificazione del Duce è diventato una meta turistica. Ma non è tutto, l’opera, come molte altre «glorie» fasciste, non giunse a compimento. Venne completata solo nel 1957 in occasione di un restauro. Se è concesso un confronto, anche a Berlino stanno creando un itinerario tra i palazzi del potere nazista, ma si chiama Topografia del terrore ed ha obiettivi molto diversi. Purtroppo, come ci racconta John Foot in Fratture d’Italia , libro che descrive la «memoria divisa» del nostro Paese: «in Italia ci si attacca alla memoria solo riferendosi al nemico, nel caso di Bolzano, i cittadini di lingua tedesca. Molti monumenti non hanno nulla a che fare con la memoria, ma piuttosto con la volontà di schiacciare l’altra parte politica. Hanno a che fare con questioni strettamente politiche, spesso molto legate al territorio locale. Sono semplici specchi in cui si riflettono differenze e si creano identità, per cui ognuno può avere la sua piccola lapide in piccoli spazi». Insomma, una memoria che si vuole lunga nel tempo ma che è limitata nello spazio. Al cimitero di Bolzano c’è anche una lapide che ricorda i 33 agenti del Polizei regiment Bozen uccisi in via Rasella a Roma. Fu per vendicare questi morti che i tedeschi uccisero 335 persone alle Fosse Ardeatine. L’ufficio cultura di Bolzano non lo inserisce, ovviamente, nell’altro itinerario della memoria, quello che racconta gli anni dal 1943 al 1945. In questo caso sono indicate lapidi in ricordo dei partigiani caduti, monumenti in ricordo dei deportati e soprattutto, il Lager di Bolzano, attivo tra l’estate 44 e la fine della guerra. Uno dei quattro Lager italiani oltre a Fossoli, Borgo San Dalmazzo e la Risiera di San Sabba. Molto di quello che si sa oggi riguardo al Lager di Bolzano è figlio della ricerca iniziata nel 1995 da Carla Giacomozzi, responsabile del Progetto dell’archivio storico cittadino: Storia e Memoria: il Lager di Bolzano . Ha intervistato più di 200 ex deportati, ha raccolto lettere, pezzi di abbigliamento e altri materiali, creato attorno al Lager di Bolzano una bibliografia, una filmografia. Sta lavorando per creare una memoria viva e attiva sul Lager e ha contribuito a preservarne l’unico muro di cinta originale. «Abbiamo lavorato otto anni per salvare quel muro che nessuno sapeva ci fosse ancora e siamo riusciti a fargli ottenere il vincolo di tutela per il suo interesse storico – spiega». Resta il fatto che mentre si restaurava il Duce a cavallo si perdeva la memoria del lager. «Non è così strano, qui la comunità tedesca percepì l’arrivo dei nazisti nel 1943 come una liberazione dalle discriminazioni subite dai fascisti. Qui tutto è visto in chiave etnica e ancora oggi, purtroppo, le due comunità viaggiano su binari paralleli che non si incontrano mai».



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  • Allerhöchste Eisenbahn…

    …dass das Land sich für die Übernahme der Zuständigkeit für das gesamte Südtiroler Schienennetz engagiert. Der derzeitige Netzbetreiber RFI und Trenitalia sind nämlich definitiv außerstande und außerwillens, den Dienst im Sinne des Fahrgastes zu gestalten. RFI hat die Fahrkartenschalter unserer Bahnhöfe dem eigenen Schwesterunternehmen Trenitalia zugeschanzt, womit die Liberalisierung des Bahnverkehrs ad absurdum geführt wird. Obwohl technisch möglich, weigert sich Trenitalia die Fahrausweise der Konkurrenz an den eigenen Schaltern auszugeben — dabei wurde diese Infrastruktur mit Steuergeldern für die Allgemeinheit errichtet, und nicht für den exklusiven Gebrauch eines Privatunternehmens. Wie DB und ÖBB mitteilen, ergibt sich daraus die groteske Situation, dass die Fahrscheine für deren Italien-Garnituren überall in Europa erhältlich sind — außer in Italien. Doch damit nicht genug: Trenitalia bringt auch noch gezielt Falschinformationen an den Fahrgast. So wurde einem Bekannten am Bozner Bahnhofsschalter noch diesen Samstag versichert, dass die Wertkarten des Südtiroler Tarifverbunds nicht für die neuen ECs gültig seien. Obwohl das nicht stimmt — es reicht nämlich, beim Entwerten die Plustaste zu drücken, um den entsprechenden Aufschlag abzubuchen — ist er ohne Fahrschein zugestiegen und musste an Bord des Zuges einen Aufpreis von EUR 7,- berappen. Ein Aufpreis, der übrigens laut DB/ÖBB ab 1. Februar entfällt. Auch darüber wird Trenitalia die Bürger jedoch im Dunkeln lassen.

    In einem liberalisierten Markt ist es von grundlegender Wichtigkeit, dass die Zuständigkeit für die Infrastruktur in öffentlicher Hand liegt. Das Land Südtirol könnte den Fahrkartendienst auch ausschreiben — allerdings mit der Maßgabe, die Dienstleistung für alle Anbieter auszuführen. Es sollte aber trotzdem grundsätzlich vermieden werden, einen derartigen Service einem der Konkurrenten zu vergeben.


    In Südtirol wird die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel aber immer schwieriger statt leichter. Letzter Streich: Fahrscheine der SASA können nur noch in den Fahrzeugen gelöst werden — an Automaten, die keine Scheine akzeptieren. Wer vorhat, mit dem Bus zu fahren, sollte also besser schon mal zum Münzensammler werden.



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  • Himmelsstürmerin.

    auf Hinweis von Thomas Benedikter.

    Nvit: Kadeer.

    Nvit/Einladung/Invito: EUR.AC 26.01.2010

    Rebiya Kadeer, Menschenrechtsaktivistin und Stimme des uigurischen Volkes.

    Programm
    10.00 Uhr Filmvorführung »Chinas Staatsfeindin Nr.1« Ⓓ
    11.00 Uhr Vortrag von Rebiya Kadeer

    20.00 Uhr Vorführung des Films »The 10 conditions of love« [EN] und Diskussion mit Rebiya Kadeer im Filmclub

    Freier Eintritt.

    Rebiya Kadeer, una donna in lotta per il riconoscimento dei diritti civili del popolo uiguro.

    Programma
    ore 10.00 proiezione del film «Chinas Staatsfeindin Nr.1» Ⓓ
    ore 11.00 incontro con Rebiya Kadeer

    ore 20.00 visione del film «The 10 conditions of love» [EN] e discussione con Rebiya Kadeer al Filmclub

    Ingresso gratuito.



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  • Cittadinanza regionale cercasi.


    1

    Senza dubbi una doppia cittadinanza italo-austriaca potrebbe rinsaldare i legami fra le minoranze “austriache” – come si suol dire – con l’Austria. Dall’altra parte anche l’Austria si sentirebbe ancora più responsabile per i suoi nuovi “cittadini all’estero”. I sudtirolesi tedeschi e ladini comunque già oggi godono parità di diritti con i cittadini austriaci in numerosi settori grazie al cosiddetto  “Gleichstellungsgesetz”. Dall’altra parte è l’autonomia della nostra provincia, garantita a livello internazionale, a cui è assegnato il ruolo di colonna portante per la protezione delle minoranze, e che non viene messa in dubbio da nessuno. È l’autonomia che consente a tutti i gruppi che condividono questa terra ad avere pari diritti e poter gestire la politica provinciale e locale di comune accordo, senza dover immaginarsi di essere cittadini di due stati diversi. Al governo di Vienna, infine, non tornerà facile soddisfare nuovi diritti e richieste anche finanziarie di cittadini residenti all’estero, conoscendo bene la situazione da tanti anni privilegiata del Sudtirolo.

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    Nella nostra provincia la doppia cittadinanza italo-austriaca aggiungerebbe un’altra categoria alla stratificazione di cittadini presenti sul territorio, ma diversi per legge: cittadini appartenenti alle “minoranze austriache”, cittadini italiani “normali”, cittadini UE, extracomunitari e lunga residenza e quelli con permesso di soggiorno a breve scadenza. Per i cittadini già protetti si aprirebbe un nuovo schermo protettivo, mentre nullo o negativo sarebbe l’effetto per i cittadini di lingua italiana, talvolta ancora poco radicati nella realtà locale nonché per gli immigrati appena arrivati. Tutto questo in un’era in cui l’UE da tempo cerca di superare la doppia cittadinanza sia perché si vuole invitare gli immigrati ad una scelta definitiva della futura appartenenza statale, sia perché la cittadinanza europea comunque apre un’ampia gamma di diritti e possibilità a tutti i cittadini dei paesi membri UE. Inoltre, l’Europa sta costruendo un quadro di diritti fondamentali garantiti a livello internazionale per tutte le minoranze nazionali a cui hanno già  aderito 37 stati.

    3

    In Sudtirolo non c’è un urgente bisogno di procurare una tutela aggiuntiva a chi è già protetto tramite l’appartenenza ad un altro stato, ma il bisogno di creare più legami al proprio territorio per tutti coloro che ci vivono. Infatti, è la “cittadinanza provinciale” che non è ancora abbastanza sentita non solo dagli immigrati degli ultimi vent’anni, ma anche da tanti altoatesini di lingua italiana, immigrati generazioni fa. Tanti italiani non parlano ancora sufficientemente tedesco, non si fidano della popolazione tedesca, come evidenziato dal referendum provinciale del 25 ottobre 2009, si aggrappano a simboli di trionfo e alla completa toponomastica tolomeiana, come se fosse elemento irrinunciabile per poter sentirsi a casa. In Sudtirolo, per i nuovi immigrati costruire legami ad una terra come la nostra è pure difficile. Non solo si vedono accolti con diffidenza ed ostilità da una parte della popolazione, ma devono sforzarsi ad imparare ben due lingue. Nella realtà dell’integrazione in Europa già la rispettiva lingua nazionale pone enormi problemi: tantissimi figli di immigrati in paesi con flussi migratori di periodi più lontani non sono riusciti ad imparare bene né la lingua di origine né la lingua del paese di residenza. Nel sistema di formazione e sul mercato del lavoro regolarmente finiscono sull’ultimo gradino. Dall’altra parte, la nuova immigrazione e le reazioni politiche hanno evidenziato una lacuna nel sistema autonomistico sudtirolese: ci sono pochi strumenti per gestire in modo autonomo i flussi migratori secondo i bisogni della Provincia.

    4

    Una cittadinanza regionale, invece, non è un concetto astratto, nemmeno una pura utopia. Esiste in altre regioni autonome europee, ed è legata alla durata della residenza, alla conoscenza delle lingue regionali e alla cittadinanza. Questo tipo di “cittadinanza di terzo livello”, oltre quella nazionale e comunitaria, perfettamente in regola con la normativa UE, apre la strada non solo all’autorizzazione di praticare libere professioni, e all’acquisto di immobili, ma anche al diritto al voto attivo e passivo. In Sudtirolo difficilmente è pensabile l’introduzione di una formale cittadinanza regionale riferita alla provincia in questo caso. Ma ciò che conta sono le ragioni di fondo: si tratta di rafforzare il legame delle persone quà­ residenti con la loro regione e di creare un senso di comunità regionale condivisa. Si tratta di stabilizzare i movimenti migratori e di creare condizioni migliori per l’integrazione. In Sudtirolo, una cittadinanza regionale dovrebbe essere aperta a tutti: stranieri e cittadini, “vecchi” e nuovi immigrati. Potrebbe essere legata agli stessi criteri ora adottati da vari stati per l’acquisto della cittadinanza, ma anche per l’accesso ad alcuni settori del mercato di lavoro: la residenza, la conoscenza delle lingue ufficiali della provincia, l’interesse di stabilirsi a lungo periodo.

    Una tale cittadinanza regionale non dovrebbe avere solo una funzione simbolica, ma anche effetti giuridici e quindi vantaggi pratici: potrebbe consentire ai nuovi cittadini regionali di accedere a settori del pubblico impiego, a contributi pubblici di diverso tipo (esempio: l’edilizia agevolata) ed il diritto al voto comunale e provinciale. Stabilizzerebbe la migrazione invitando le famiglie degli immigrati a costruirsi una prospettiva di lungo periodo nella nostra provincia. In due parole: non sarebbe decisiva la cittadinanza italiana ufficiale, che può seguire più tardi, ma un documento di appartenenza assegnato secondo criteri di prestazione personale quali la durata di residenza, la conoscenza delle lingue locali. Invece di aprire un nuovo ombrello per chi è già protetto, occorre sostenere l’integrazione di chi non è ancora sufficientemente protetto e legato alla comunità regionale.

    5

    Fra pochi anni in Sudtirolo ci saranno circa 50.000 concittadini stranieri, il 10% della popolazione, che qui ci vivono e vogliono costruirsi un futuro per se e per i loro figli. La nostra provincia non ha bisogno di una massa fluttuante e poco gestibile di migranti che vanno e vengono, ma non riescono ad inserirsi nel tessuto sociale, ma di persone interessate ad essere cittadini nel senso più ampio possibile. La risposta a questo bisogno non è la doppia cittadinanza, ma nuove forme di cittadinanza regionale, aperte a tutti coloro che qui lavorano e intendono restarci. Quindi non urgono nuovi diritti e prestazioni a chi è già protetto, predisposti nello stato vicino, ma più radicamento e diritti a chi la vita ha costretto all’emigrazione e che hanno trovato nel Sudtirolo la loro seconda Heimat.


    Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen.· I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


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