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  • Il tedesco di Lillo.

    Chi cerca il conflitto etnico lo trova sempre, anche a costo di doverlo generare, magari con la propria ignoranza. Era già accaduto, in termini diversi, dopo l’elezione di un sudtirolese di lingua italiana a sindaco di Toblach, si sta ripetendo in questi giorni a Bolzano, dove è stata imbrattata la vetrina di una lavanderia.

    Il consigliere comunale Enrico Lillo (PDL) insinua la matrice antiitaliana adducendo un’argomentazione davvero avventurosa, frutto evidentemente di conoscenze linguistiche che giudico inquietanti e imbarazzanti per un personaggio pubblico. Sulla vetrina del locale infatti è stata scritta la parola «LOS», che il nostro, conoscendo forse solo qualche frase di tedesco, associa al conosciuto motto «LOS VON ROM», giungendo ad affermare che «LOS» significherebbe «VIA». E visto che la clientela della lavanderia sarebbero imprimis soldati delle vicine caserme, ecco spuntare la pista etnica.

    Poco importa — al nostro e ai media che lo assecondano — che si tratti di un’interpretazione folle (chiunque padroneggi minimamente la lingua avrebbe potuto spiegare a Lillo che in questo contesto si userebbe «WEG» oppure «RAUS»): il danno è fatto e un’altra bella storia di antiitalianismo ha trovato la strada verso la pancia.

    Finché affidiamo compiti politici a gente di questa levatura abbiamo ben poche speranze di migliorare la coesione sociale in questa terra.

    Se il Lillo invece di interpretare lingue che non padroneggia si mettesse a studiarle, capirebbe presto che la pista del litigio personale o dell’antimilitarismo sono almeno altrettanto plausibili.



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  • Alfons Benedikter.

    Heute hat uns ein Mann verlassen, der in seinem Leben ganz Großes geleistet und Südtirol in unzähligen Bereichen entscheidend geprägt hat. Alfons Benedikter und seiner Beharrlichkeit verdanken wir vieles von dem, was für uns heute selbstverständlich ist. Ohne ihn hätten wir die Autonomie, wie wir sie kennen, wohl nicht erhalten — und wären vermutlich nicht hier, um uns über ihre Fortentwicklung und über neue Visionen für Südtirol Gedanken zu machen.

    Den Angehörigen, insbesondere Thomas Benedikter, der mehrere Artikel für dieses Blog verfasst hat, möchte ich mein Beileid ausdrücken und viel, sehr viel Kraft wünschen.


    Politik/ · · · · · SVP/ ·

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  • Guck’ mal wer da spricht.

    Bei der Bozner Gemeinderatssitzung vom 21. Oktober hat sich zur Sicherheit von Busfahrern auch Herr Forest (Mitglied einer von mehreren PDL-Fraktionen) zu Wort gemeldet. Er machte sich für Sicherheitszellen stark, die Busfahrer vor prügelnden Jugendlichen schützen sollten.
    Man sollte ihm zuhören, denn da spricht kein einfacher Gemeinderat, sondern ein ausgewiesener Experte. Er selbst hat schon mal — probeweise, versteht sich — einen autofahrenden Parteikollegen verprügelt, der zu seinem Pech nicht in einer Sicherheitszelle saß, sondern das Fenster geöffnet hatte.

    Der Vorschlag wurde vom Stadtparlament dann trotzdem abgewiesen.



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  • Gesundheitsreform und Kleinkrankenhäuser.

    Im heutigen Morgentelefon des Rai Sender Bozen lieferte Joachim Koppenberg, Direktor des Krankenhauses Scuol (Graubünden/Schweiz), interessante und schlüssige Argumente für die Beibehaltung kleiner Krankenhäuser, die im Falle Südtirols sogar wesentlich größer sind, als so manches Spital in der effizienten Eidgenossenschaft:

    Im Originalton: Morgentelefon 29.10.2010

    Die Zentralisierungsansprüche größerer Spitäler (wie in unserem Fall jenes in Bozen) »entlarvt« er als eigennützigen Reflex, der weniger von qualitativen und wirtschaftlichen, als von opportunistischen Überlegungen geleitet ist.


    Derweil regt sich in Teilen der Südtiroler Ärztinnenschaft offener Widerstand gegen die eigene Gewerkschaft Anaao, welche in PDL-Nähe anzusiedeln ist und offen für eine drastische Beschneidung der kleineren Bezirkskrankenhäuser bis hin zur Schließung eintritt. Die Anaao ist bislang auch in Südtirol die führende Fachgewerkschaft. Vor allem Ärztinnen der Kleinspitäler fühlen sich von der Gewerkschaft jetzt nicht mehr vertreten und rufen die Kolleginnenschaft zum Austritt auf. Vielleicht ist das der Startschuss zu einer eigenen Südtiroler Fachgewerkschaft, die das Wohl des einheimischen Gesundheitswesens und nicht die Eigeninteressen der Zentralisten im Auge hat.

    Cëla enghe: 01 02



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  • Wir (ver)brauchen Zuwanderung!
    Von der kolonialen Ausbeutung zum Brain-Drain

    Nachdem ich einmal mehr über den Namen Warren Buffett im Zusammenhang mit Philanthropie gestolpert bin, Jean Ziegler unlängst in Südtirol weilte und pérvasion mich mit seinem Radikalvorschlag binnen 50 Jahren die Freizügigkeit des Personenverkehrs weltweit umzusetzen um die Ungerechtigkeit zu beseitigen begeisterte, möchte ich einen Widerspruch aufgreifen, der in der momentanen Migrations- und Integrationsdebatte anscheinend überhaupt nicht beleuchtet wird und dessen Präsenz so gut wie niemandem aufzufallen geschweige denn jemanden zu stören scheint.

    Es sei mir erlaubt, zuvor jedoch ein wenig auszuholen:
    Warren Buffett ist Investor. Durch das Verschieben von Geld und Aktienpaketen hat er 45 Milliarden Dollar angehäuft und gilt als drittreichster Mann der Welt. Buffett hat nichts Großartiges erfunden oder produziert. Er hatte einfach nur – wie man so schön sagt – ein gutes Näschen. Durch die ungeheuren Summen, die da verschoben wurden und immer noch werden, hatte sein Tun jedoch unweigerlich Einfluss auf die Lebenswirklichkeit zehntausender Menschen auf der ganzen Welt. Einige wenige wurden mit und durch Buffett unermesslich reich, während viele andere durch sein Handeln ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Heute wird der 80-Jährige als Philanthrop gefeiert, weil er angekündigt hat, 99 Prozent seines Vermögens wohltätigen Zwecken zukommen lassen zu wollen.

    Irgendwie erinnert mich dieser Warren Buffett immer an – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – “den Westen”, die Industrienationen, an uns sozusagen, wenn es um die Bekämpfung der Armut und der Ungerechtigkeit in der Welt geht. In diesem Zusammenhang hat der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, folgenden mittlerweile berühmten Satz geprägt: “Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen”. Genau das denke ich mir wieder und wieder, wenn ich vom Gefeilsche um BIP-Abgabequoten auf so genannten Konferenzen zur Entwicklungsfinanzierung höre. Und genau das habe ich mir auch gedacht, als ich mehr hilflos als arrogant, den zig bettelnden Kindern in Kambodscha, Indien oder Vietnam einen Dollar Almosen verweigerte.

    Solange die EU die hiesige Agrarwirtschaft mit hunderten Milliarden subventioniert und dadurch die vom Primärsektor geprägte Wirtschaft in den südlicher gelegenen Ländern ruiniert, solange durch unser Konsumverhalten die aufgrund der Beliebtheit der Hühnerbrüste überflüssigen Hühnerflügel und -schenkel zu Ramschpreisen auf afrikanischen Märkten landen und dadurch die dortigen Bauern mit ihrer frischen Ware gegenüber den verdorbenen Abfällen aus Europa das Nachsehen haben, solange im Namen US-amerikanischer Saatgutfirmen ganze Landstriche in Südamerika mit Monokulturen wie Soja, Futtermais und Ölpalmen ausgelaugt werden, während daneben Menschen verhungern, … (diese Liste ließe sich endlos weiterführen), solange ist die scheinbare Philanthropie des Westens, sind die Schuldenerlässe und die Entwicklungshilfe reiner Zynismus.

    Dass man den Zynismus und schlussendlich die Menschenverachtung allerdings noch weiter treiben kann, zeigt die derzeit laufende und durch oben genannte Umstände begünstige massive Wanderbewegung, die auf sämtlichen Kanälen, in sämtlichen europäischen Staaten, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit allabendlich diskutiert wird und wo sich Politiker wie Experten – einer um den anderen – mit fadenscheinigen Weisheiten hervortun. Und es dauert auch meist nicht lange, dann kommt jener Satz, auf den ich jedes Mal wieder gespannt warte und der mich ob seiner Unverfrorenheit jedes Mal wieder aufs Neue verblüfft: “Wir brauchen Zuwanderung”. Diesbezüglich sind sich ja zwischenzeitlich beinahe alle einig. Bis auf ein paar rechtsextremistische Wirrköpfe, die Zuwanderung prinzipiell aus niedrigsten – weil rassistischen und nationalistischen – Gründen ablehnen, tönt es von der Sozialdemokratie, über die Konservativen bis hin zu den Grünen: “Wir brauchen Zuwanderung”. Die einen wollen damit das Pensionssystem retten, die anderen sehen einen Fachkräftemangel der Wirtschaft bei den Höherqualifizierten und wieder andere stehen einfach nach wie vor auf “Mulitkulti”. Kaum einen scheint es zu stören, ja niemand will es bemerken, dass dieser Satz in bester europäischer Ausbeutertradition steht. Egoismus pur. Rücksichtslosigkeit par excellence. “Wir brauchen” – also holen wir es uns. Ob das dem Geholten auch zum Vorteil gereicht ist dabei einerlei.

    Erinnern wir uns zurück, was Europa und später die USA bereits alles gebraucht haben. Im Selbstbedienungsladen Afrika holte man sich zugleich mit den billigen Arbeitskräften, weil Sklaven, auch gleich dessen Rohstoffe. Auch brauchten wir Siedlungsland, welches wir in Nord- und Südamerika sowie in Australien fanden und uns zu Eigen machten, obwohl eigentlich schon jemand anderer dort war. Nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckten wir dann Asien als schier endloses Reservoir an Humankapital. Erst machten die lieben Türken und Pakistaner die Drecksarbeit bei uns, dann brachten wir – weil’s einfacher ist und weniger Probleme bringt – die Drecksarbeit zu ihnen. Somit sparten wir uns die lästigen Umweltauflagen, die noch lästigere Integration und die stinkenden Abgase der Fabriken und hässlichen grauen Produktionshallen verschandelten fortan auch nicht mehr unser idyllisches Landschaftsbild. Nicht wenige brauchten eine Frau und holten sie sich in Thailand. Schließlich wird “unser Öl” im Nahen Osten noch mit Kriegsgewalt verteidigt und der Farmer in Brasilien gezwungen den Regenwald zu roden um unser Futtermittel und unseren Biotreibstoff anzubauen. Überspitzt ausgedrückt: Land, Arbeitskraft und Rohstoffe haben wir uns bereits genommen, jetzt holen wir uns auch noch das Hirn und die Gebärmutter.

    Und ich höre schon, wie es mir entgegenschallt: “Aber das kann man nicht vergleichen. Zuwanderung ist doch ein Austausch, das ist Symbiose!” Auf individueller Ebene mag das stimmen. Der amerikanische Computerkonzern profitiert vom indischen Softwareentwickler und dieser freut sich über den höheren Lohn, den er erhält und die tolle Lebensqualität, die er genießt. Aber auf gesellschaftlicher Ebene sieht die Bilanz ganz anders aus. Die führenden, ohnehin schon reichen Gesellschaften gewinnen, die Gesellschaft im Herkunftsland der Zuwanderer verliert. Das ist nicht symbiotisch sondern parasitär. Denn einmal abgesehen von zehntausenden bewaffneten “Friedens- und Freiheitsbringern” ist mir nicht bekannt, dass Scharen aus Europa und den USA in die Gegenrichtung nach Afghanistan, Pakistan oder den Irak ziehen. Europa und die Vereinigten Staaten sind für einen Brain-Drain verantwortlich, der die Entwicklung der betroffenen Länder bereits jetzt nachhaltig schädigt. Und den Aussagen der Politiker zufolge soll dieser Hirnschmalzabfluss nun auch noch gezielt gefördert werden.

    Die “qualifizierte Zuwanderung” von Facharbeitern ist schlichtweg unlauterer Wettbewerb. Die Industrienationen gleichen die Defizite ihrer Bildungssysteme, welche nicht nach dem notwendigen Bedarf Absolventen ausspucken, dadurch aus, indem sie ihre “Strahlkraft” in Form ihres erstohlenen Wettbewerbsvorteils insofern ausnützen, als dass sie die Entwicklungsländer genau dort treffen, wo es wirklich weh tut. An Arbeitskräften für die Produktion, Land und Rohstoffen mangelt es diesen ja meist nicht, sehr wohl aber am Know-how. Und das wenige wird ihnen durch den Brain-Drain der “qualifizierten Zu- bzw. Abwanderung” genommen.

    Das systemimmanente Versagen unseres Pensionssystems durch Zuwanderung abfedern zu wollen, ist hingegen nicht nur dumm, sondern im höchsten Maße unmoralisch. Eine Gesellschaft, die sich durch die natürliche Geburtenrate nicht mehr selbst reproduziert und trotz höherer Lebenserwartung das Pensionsantrittsalter nicht der selbigen anpasst, hat ein gesellschaftliches und systemisches Problem, für dessen Lösung Maßnahmen getroffen und nicht bloß Symptome bekämpft werden müssen. Da sich die Geburtenrate bei Zuwanderern, wenn sie in der zweiten Generation bei uns sind und ein dem durchschnittlichen Einheimischen ähnliches Bildungsniveau aufweisen, immer mehr jener der “westlichen” Bevölkerung anpasst, ergibt sich ein Teufelskreis und die immer wieder benötigten “frischen” Zuwanderer werden de facto zu Gebärmaschinen degradiert. Sobald die Integration nämlich einigermaßen glückt und die von allen geforderte Bildung auch bei den Zuwanderern greift (was sich ja alle wünschen), sinkt auch deren Geburtenrate und deren Motivation, die Drecksarbeit zu erledigen und das Spiel beginnt von vorne, mit einer neuen ungebildeten, unterprivilegierten Zuwandererschicht.



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  • Durchstich am Gotthard.

    Wenn am 15. Oktober 2010 der Durchstich am Gotthard-Basistunnel erfolgt, entsteht mit 57 km der längste Tunnel der Erde und ein Bauwerk, das von der Größenordnung laut Spiegel Online mit dem Suezkanal oder dem Panamakanal vergleichbar ist. Der alpenquerende Eisenbahnverkehr wird dann voraussichtlich ab 2017 in eine neue Dimension eintauchen. Schon heute scheint sich die inneralpine Teilung der Verkehrsströme so zu entwickeln, dass die Schweiz vor allem funktionierende Infrastrukturen für den Bahnverkehr schafft und über den Brenner und die restlichen Transitrouten vorwiegend LKW-Verkehr abgewickelt wird.

    Dabei hatte die Brennerachse im Eisenbahnverkehr schon mal die Nase vorne. Der erste Zug rollte 1867 durch das damals noch vollständig österreichische Tirol über den Brenner. Erst 15 Jahre später, im Jahre 1882 folgte die Schweiz mit der Gotthard-Bahnlinie. Nun setzen die Schweizer die Maßstäbe, die auf der Brennerachse, wenn überhaupt, frühestens in 20 Jahren erreicht werden.

    Wird die Region des alten Tirol, zwischen Kufstein und Ala, aufgrund ungünstigerer politischer Rahmenbedingungen abgehängt?
    Werner Bätzing, eine der Koryphäen der Alpenforschung, beschreibt in seinem höchst lesenswerten Buch “Die Alpen” (C.H. Beck Verlag) die Herausbildung von überregionalen Freiheitsstrukturen, nämlich den sogenannten Pass-Staaten ab dem hohen Mittelalter. Solche Pass-Staaten entwickelten sich um einen wichtigen Pass herum und umfassen zudem als Kerngebiet jeweils die beiden Pass-Fußorte (Märkte oder Städte an der Stelle, wo die Waren umgeladen wurden, z.B. Innsbruck und Bozen).

    Beispiele für Pass-Staaten:

    • Brenner: Grafschaft Tirol
    • Bündner Alpenpässe: Graubünden (Alt Fry Rätien)
    • Gotthard: Schweizer Eidgenossenschaft

    Die Entwicklungen am Gotthardpass sind eng mit der Entstehung der Schweiz verbunden. Seit 1516 dominieren die Schweizer die Region des Gotthardpasses und somit auch das Tessin, seit 1803 ist dieses als gleichberechtigter Kanton Mitglied der Eidgenossenschaft. Während die Schweiz ihre politische Unabhängigkeit wahren konnte, hat das alte Tirol seine Unabhängigkeit vollständig eingebüßt — die Region des Brennerpasses, wurde durch die Zerreißung des alten “Pass-Staates” Tirol sogar auf zwei Staaten aufgeteilt.

    Während die Schweiz schon seit geraumer Zeit effiziente Maßnahmen gegen den ausufernden LKW-Transitverkehr setzt und eine “alpenverträgliche” Verkehrspolitik verfolgt, scheint man im alten Pass-Staat Tirol von einer einheitlichen Transitpolitik weit entfernt zu sein.
    Nordtirol hat ein LKW Nachtfahrverbot, effiziente Geschwindigkeitsbegrenzungen, LKW-Kontrollstellen und erhöhte Mautgebühren. Südtirol konnte sich nicht einmal zu diesen im Vergleich zur Schweiz bescheidenen Maßnahmen konsequent durchringen. Vielfach hat es hierfür nicht mal die entsprechenden Kompetenzen und müsste in Rom betteln gehen.

    Während die Schweiz über den Gotthard-Basistunnel selbst entscheiden kann — die definitive Zustimmung basiert auf einer Volksbefragung — und die Planungen und Bauausführungen nach gewohnten Schweizer Qualitätskriterien erfolgen, verzahnen sich auf der Brennerachse verschiedenste Entscheidungsebenen:
    Einmal die EU, für die der freie Waren- und Personenverkehr eine der vier Grundfreiheiten darstellt und wo die Verlagerung von der Straße auf die Schiene vor allem in Konzeptpapieren, aber nicht in der Realität erfolgt.
    Am Brenner treffen sich neben dem Bundesland (Nord-)Tirol und der autonomen Region Südtirol weiters die Alpenrepublik Österreich und Italien.
    Österreich betreibt als klassischer Alpenstaat zwar eine alpenfreundliche Politik, hat sich aber im Gegensatz zur Schweiz nie zu einer konsequenten Bevorzugung der Bahn durchringen können.
    Für Italien sind die Alpen eine Randregion, der nie Sensibilität entgegengebracht wurde.
    Abgesehen von den autonomen Regionen Südtirol und Trentino, die aufgrund einer in Teilbereichen funktionierenden Autonomie eine alpenfreundliche Entwicklung forcieren konnten, ist in den meisten restlichen italienischen Alpenregionen die wirtschaftliche, soziale und vor allem demografische Entwicklung als katastrophal zu bezeichnen. Keine Alpenregion hat einen derartigen demografischen Niedergang erfahren wie die piemontesischen Alpentäler oder das alpine Hinterland von Udine. “Viele Entwicklungen, wie etwa die touristische Entwicklung der italienischen Alpen, wurde von Kapital aus den großen italienischen Städten getragen, also exogen bestimmt. Die großen Touristenzentren sind ökonomische und kulturelle Fremdkörper im Alpenraum, die die Abwanderung der Einheimischen nicht verhindern können bzw. wollen.” (Bätzing, Werner: Die Alpen: C.H. Beck Verlag, München 2003, S 154). Im Zweifelsfalle werden die Interessen der großen, alpenfernen Zentren durchgedrückt. Dieser Gegensatz manifestiert sich sogar in Südtirol, wenn bestimmte Kreise in Bozen abseits jeglicher wissenschaftlicher Grundlagen, Bozen als modern hinstellen und die ländlichen Gebiete Südtirols als rückständig und hinterwäldlerisch.

    In diesem politischen Kontext ist es schwer vorstellbar, dass auf der Brennerachse eine der Gotthard-Route vergleichbare Transit- und Verkehrspolitik umgesetzt wird. Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass der Brennerbasistunnel in einer dem Gotthard-Tunnel vergleichbaren professionellen Art und Weise, rasch gebaut wird und die regionalen Interessen zentral berücksichtigt.



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  • Staat autoritär und einseitig.

    Aufgrund eines Plakates der Süd-Tiroler Freiheit, auf dem die italienische Trikolore mit einem Besen traktiert wird, wurde die Maschinerie des autoritären Staates in Gang gesetzt, der mit großem Aufwand nur seine eigenen Symbole — auch gegen Grundrechte wie die Meinungsfreiheit — verteidigt. Der Slogan der Kampagne, nämlich dass wir auf diesen Staat verzichten können, wird damit in meinen Augen erst wahr.

    Die politische Polizei (DIGOS) hat der Staatsanwaltschaft ein Dossier vorgelegt, StA. Guido Rispoli hat — im Geiste des noch immer gültigen faschistischen Codice Rocco — die Plakate beschlagnahmen lassen und Ermittlungen wegen Verunglimpfung der italienischen Flagge eingeleitet.

    Wie ideologisch die Staatsgewalt handelt, wird eindeutig, wenn man sich fragt, was DIGOS und Staatsanwaltschaft unternommen haben, als CasaPound öffentlich dem Duce zum Geburtstag gratuliert hat. Als Unitalia den Ratssaal der Gemeinde Bozen verlassen hat, weil ein Widerstandskämpfer geehrt wurde. Als ein Minister der Republik angekündigt hat, er werde sich mit der Trikolore den Allerwertesten putzen. Als in Bozen ein neofaschistisches Konzert stattgefunden hat. Oder als die neofaschistische CasaItalia vom Wobi öffentlich geförderte Räume für ihren Nazibuchladen erhalten hat.

    Auf einen Staat, der die Meinungsfreiheit einer Partei — deren Rhetorik ich nicht teile — angreift (indem er mit Kanonen auf Spatzen schießt), während gleichzeitig der Revisionismus der Rechtsextremisten unbehelligt bleibt, kann wohl jeder Demokrat verzichten.

    Hier eine Serie von Plakaten, die in Italien selbstverständlich kein rechtliches Problem darstellen.

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • La liberazione dall’etnicità.
    Stefano Fait e Mauro Fattor all’attacco dei miti etnici


    «Un’analisi corrosiva e spietata degli idoli e dei miti etnici che frenano la società sudtirolese e non solo», promettono i due autori Stefano Fait e Mauro Fattor con la loro opera «Contro i miti etnici» (uscita nel settembre scorso presso l’editore Raetia), con cui si mettono «alla ricerca di un Alto Adige diverso.» Partono dall’ipotesi che questa provincia sia afflitta da «orpelli etnici istituzionalizzati», quindi da una specie di fumogeno — oppure oppio per il popolo come la religione per Karl Marx — creato «dalle persone che campano grazie alla separazione, perché laddove non esiste un problema non c’è bisogno di pagare qualcuno per gestirlo e contenerlo (senza risolverlo).» Quindi il tema dei due autori non è la difficile organizzazione della convivenza quotidiana di due-tre gruppi etnolinguistici che chiedono pari diritti, e le sue implicazioni, ma la dimensione fittizia dell’etnicità stessa, strumento escogitato da qualche politico per dividere e dominare i cittadini, e la proiezione di un’alternativa trans-etnica. Per liberarsi da questo fumo negli occhi i miti etnici vanno smontati e non solo. Con grande impeto e ricco bagaglio scientifico i due autori si accingono a distruggere l’etnicità come categoria esistenziale utile per una società libera e moderna. Una volta liberati dai paraocchi etnici, cioè dalla «benevola segregazione etnica altoatesina», ogni vittimismo e patriottismo sarà roba di altri tempi e potremo finalmente goderci la nuova società non solo multiculturale, ma transculturale.

    Per sollevare i sudtirolesi, sudditi dei miti etnici, dalla «ipnosi delle radici e della patria», Fait e Fattor partono da una critica di fondo dei concetti di «Volk», «Heimat» e delle politiche nazionaliste che «bovinizzano» le masse. Con un argomentario filosofico che spazia da Socrate fino Chomsky gli autori mettono in questione non solo l’etnicità, ma postulano di andare «oltre il culturalismo», affermando che non esistono lingue minacciate, ma solo politici che fanno crede alla gente che qualcuno voglia sottrarre loro la propria lingua. Sorprendentemente, anziché passare da questo teorema forte a una critica generale del nazionalismo delle 190 nazioni-stato in cui è suddiviso il mondo odierno, gli autori sono dell’avviso che questi presunti mali storici si concentrino nel gruppo etnico tedesco del Sudtirolo. Avrei meno problemi ad accettare il loro approccio se domani tutti i governi nazionali si mettessero ad un tavolo per decidere l’abolizione ufficiale delle lingue nazionali, l’abbandono immediato del principio dell’integrità nazionale degli stati membri (che il Trattato di Lisbona dell’UE riconosce come principio supremo), se scegliessero una lingua mondiale di comunicazione lasciando ogni altra attività culturale alla libera scelta dei privati post-etnici e atomizzati. Certo, sarebbe un mondo più tetro e noioso, ma sicuramente libero di proporzionali etniche e patentini di bilinguismo, eroi nazionali e lotte sui toponimi bilingui. Ingenuamente mi vien da chiedere: ma perché con quest’opera di de-costruzione etnica e culturale dovremmo iniziare proprio nel piccolo Sudtirolo, lo 0,1% della popolazione dell’UE? Perché dovrebbero essere le minoranze nazionali a liberarsi del bagaglio etnico lasciando fuori considerazione chi esercita dominio culturale in forma statale?

    Una tesi centrale del lavoro di Fait e Fattor è la «superstimolazione etnica», che in Sudtirolo vedono concretizzarsi in una serie di sintomi partendo da manifestazioni dello Heimatbund, passando alle posizioni di qualche esponente della SVP e le rivendicazioni politiche della destra patriottica per arrivare a qualche spericolata affermazione di giovani Schützen. A parte l’analisi fin troppo unilaterale della società locale che da per scontato che la parte italiana non mostri nessun sintomo di «superstimolazione» o di attaccamento a simboli etnico-culturali, questo concetto non mi pare possa riflettere il carattere della società sudtirolese e delle forze che animano la sua dinamica interna. Non dubito che in Sudtirolo l’identità etnico-culturale — l’atteggiamento di «essere la mia lingua, essere la mia cultura», direbbero Fait e Fattor — sia particolarmente sentita. Anche chi ha solo sfiorato la storia di questa terra dell’ultimo secolo può facilmente spiegarsene le ragioni. È un fenomeno risaputa da chiunque si occupi di minoranze etniche. Il sudtirolese medio non è più legato alla presunta ideologia del «Bergbauer», è molto più «moderno» di quanto i due autori dalla loro scrivania a Bolzano immaginino. Ma nella vita quotidiana del Sudtirolo non credo si possa vivere più «stimolazioni identitarie» che in altre regioni alpine simili. Piuttosto si tratta di gente che vuole vivere e organizzare la sua comunità secondo i propri valori e parametri culturali, come pure i vicini al sud e al nord. Invece di estenuare il lettore con tante pagine di approcci filosofici post-etnici, gli autori avrebbero fatto meglio a calarsi di più nella realtà quotidiana della vita dei sudtirolesi.

    Gli autori riscoprono l’acqua calda quando affermano che l’etnicità sia una costruzione sociale, basata su processi di ricerca e trasmissione di identità individuali e collettivi. Un concetto primordiale di etnicità basato su «Blut und Boden», su caratteristiche etniche di gruppi endogami o omogenei è superato pure dalle nostre parti. E chi dubita che l’etnonazionalismo possa sfociare in gravi conflitti come quelli vissuti in Bosnia, in Irlanda del Nord e in Palestina. Paragoni fin troppo sviati per il tranquillo Sudtirolo. Dopotutto, del nazionalismo non sono attori principali gli stati nazionali con i rispettivi popoli titolari? Le minoranze etniche lo sono semmai di riflesso, dovendo organizzare la loro identità culturale in un contesto dominato dalla cultura dominante dello stato. Oppure Fait e Fattor considerano l’Italia un paradiso multiculturale, il migliore dei mondi per le minoranze etniche?

    Nell’ottica di Fait e Fattor il cittadino globale post-etnico percepisce «l’etnicità» come puro fardello, come retaggio pesante del passato. È un soggetto multilingue libero da costumi tradizionali, che gira il mondo senza «culturalismi», si diverte negli spettacoli folcloristici (che vanno bene per i popoli indigeni), assaggia le ricette etniche, ammira l’architettura etnica e si stupisce della cultura religiosa. Un bel supermercato, in cui l’etnicità diverte e non da fastidio. Guai se «l’etnico» si fa anche politico. Tornato a casa, il cittadino post-etnico non è interessato a confrontarsi con tali relitti del passato. Un atteggiamento che mi ricorda le autorità cinesi, che dall’alto della loro civiltà coccolano le minoranze etniche finché si limitano a coltivare i loro costumi. Appena affiorano le rivendicazioni politiche di autogoverno l’etnicità si fa sospetta, la tolleranza inizia a sgretolarsi. Presentata in questi termini, la visione di Fait e Fattor di una società post-etnica del Sudtirolo finisce ad essere una proiezione di un nuovo mito, sganciato sia da un’elaborazione della storia della minoranza sudtirolese, sia da un’analisi empirica della realtà quotidiana dei sudtirolesi. «Il presupposto per una buona convivenza — così­ una delle conclusioni degli autori — è andare oltre il culturalismo». Di culturalismo probabilmente pochi sudtirolesi s’intendono, ma difficilmente immaginano un futuro senza la loro lingua e cultura, senza uno stretto legame alla loro territorio, senza collegamento al mondo linguistico tedesco, cioè le condizioni culturali «normali» di ogni cittadino nei paesi confinanti. Tutto questo non è insolito per le microsocietà regionali europee non dico le più «moderne», ma quelle normali, tipiche, riscontrabili dovunque. Fait e Fattor nel loro lavoro stimolante (poteva sicuramente essere più conciso) propongono una visione idealista, normativa sull’etnicità, ma troppo lontana dalla realtà che le persone vivono, e dalle preferenze che concretamente ogni giorno esprimono. Inoltre, a parte le schermaglie sui vari simboli, il Sudtirolo oggi non sembra essere zona di un conflitto etnico acceso. Nella democrazia, con tutti i suoi limiti, la popolazione sceglie secondo le sue preferenze e conoscenze, che piaccia o meno agli scienziati post-etnici. Senza soccombere al potere dei fatti, voler insegnare cosa in fondo dovrebbero volere è un atteggiamento non poco arrogante. L’uomo post-etnico, che «contiene la moltitudine culturale» ovviamente non fa per i sudtirolesi. Forse sono semplicemente come i trentini e i nordtirolesi, interessati a vivere nella propria cultura, organizzando una buona convivenza con gli altri gruppi presenti sullo stesso territorio, aprendosi e modernizzandosi secondo i propri canoni e bisogni. Forse occorre una certa dose di modestia per rispettare delle scelte culturali di gruppi che poi si riflettono sul livello politico, senza stigmatizzarli come «bovinizzati dai manipolatori etnici».

    Bibliografia:

    Stefano Fait/Mauro Fattor
    Contro i miti etnici

    Alla ricerca di un Alto Adige diverso
    RAETIA, Bolzano 2010, 222 pp., 18.- Euro

    Cëla enghe: 01


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