→→ Archif di cuntribuć esterns →→

  • Jährlich grüßt das Murmeltier.
    Großer Moment für die Autonomie

    Im Februar letzten Jahres hatte Autonomiebaumeister Zeller (SVP) — wie auch von uns mit der nötigen Emphase wiedergegeben — Wesentliches für Südtirol erreicht: Dank einer neuen Durchführungsbestimmung (DFB) wurde unser Land, das primäre Zuständigkeit im Jagdwesen hat, in die beneidenswerte Lage versetzt, die jagdbaren Arten selbst festzulegen. Lediglich die Zustimmung von Ispra, Landwirtschafts- und Umweltministerium sollte fortan noch nötig sein.

    Nur anderthalb Jahre später werden jetzt auch die letzten Zweifler und Kritiker eines besseren belehrt: Wie die Dolomiten in ihrer heutigen Ausgabe berichten, hat Rom (also Ispra, Landwirtschafts- und Umweltministerium) einem völlig autonomen Bejagungskonzept fürs Murmeltier zugestimmt! Landesrat Arnold Schuler (SVP) spricht nicht ohne Grund von einem »großen Moment für unsere Autonomie«. In zahlreichen autonomen Regionen weltweit, aber auch in souveränen Staaten wie Island oder Luxemburg reibt man sich bereits die Augen: Wie war es schon wieder möglich, dass das kleine Südtirol so viel erreicht und (fast ohne fremdes Zutun) Jagdgeschichte schreibt?

    Ein ganzes Jahr lang und für bis zu 1.400 Murmeltiere gilt das Bejagungskonzept nun, erst dann will Rom verständlicherweise wieder ein kleines Wörtchen mitreden. In einem Anflug von Größenwahn hatte das Land gar versucht, das Konzept auf fünf Jahre auszulegen — so viel Autonomie wäre dann aber selbst für uns ein paar Nummern zu groß gewesen.

    Die neidischen Katalaninnen, Schottinnen und Färingerinnen können wir mit Stolz und einem berechtigten Überlegenheitsgefühl auf Zeller und Co. verweisen. Während man sich andernorts auf völlig unrealistische Unabhängigkeitsreferenda konzentriert, werden hier nämlich schon Murmeltiere gejagt.



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Südtiroler Vergraulungskultur.


    Leserinnenbeitrag

    Mein Name ist Maria*, ich stamme aus Polen und lebe seit über 15 Jahren in einer deutschen Großstadt, wo ich ein Doppelstudium absolviert und anschließend in größeren Unternehmen der IT-Branche gearbeitet habe. Mein Mann ist Südtiroler und ich habe inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Nun haben wir aus privaten Gründen beschlossen, künftig unseren Lebensmittelpunkt nach Südtirol zu verlegen, weshalb ich begonnen habe, mich vor Ort nach einer Arbeitsstelle umzusehen. Neben Polnisch spreche ich Deutsch, Englisch und Russisch auf nahezu muttersprachlichem Niveau; meine Italienischkenntnisse sind sehr bescheiden, doch ich habe mich in Deutschland und in Südtirol bereits nach Intensivkursen umgesehen.

    Unter anderem habe ich mich an eine private Südtiroler Agentur gewandt, die sich auf die Vermittlung von hochqualifiziertem Personal spezialisiert hat. Obwohl ich klar gemacht habe, dass ich im Augenblick keinem Zeitdruck unterliege (ich kann eine neue Stelle sofort oder erst in einigen Monaten antreten) und dass ich bereit bin, während oder vor Antritt des neuen Jobs gut Italienisch zu lernen, hat man mir bereits beim zweiten Telefongespräch zu verstehen gegeben, dass meine derzeit mangelnden Italienischkenntnisse ein nicht zu überwindendes Hindernis sein könnten und dass es umgekehrt (wenn ich also muttersprachlich Italienisch, aber — noch? — kein Deutsch sprechen würde) zumindest in Bozen kein Problem wäre, eine Stelle zu finden. Das erstaunt mich nicht nur, weil Deutsch in Südtirol eine gleichberechtigte Sprache sein sollte, sondern hauptsächlich, weil in der IT-Branche primär gute Englischkenntnisse (und nicht die Beherrschung der jeweilgen Nationalsprachen) ausschlaggebend sind.

    Noch bemerkenswerter als die angeblichen sprachlichen Barrieren, fand ich jedoch, dass mir ebenfalls bereits beim zweiten Telefongespräch ausdrücklich empfohlen wurde, meinen Mann nach Deutschland zu holen, statt selbst nach Südtirol zu ziehen, da das vermutlich einfacher wäre. Ich halte eine solche Aussage, wie (wenig) ernsthaft sie gemeint sein mag, für eine Katastrophe für einen Wirtschaftsstandort. Dies hat mich (und meinen Mann) nun auch dazu bewogen, den Vorfall öffentlich zu machen, um im besten Fall eine Debatte anzuregen. Auch mein Mann ist übrigens Akademiker; wenn wir also beide nach Deutschland ziehen (bzw. dort bleiben) würden, kämen Südtirol zwei hoch qualifizierte, mehrsprachige Kräfte abhanden.

    Um Missverständnissen vorzubeugen möchte ich betonen, dass:

    • ich auf meine Absicht, einen oder mehrere Intensivsprachkurse zu besuchen, aufmerksam gemacht habe;
    • ich hoch qualifiziert bin und mir in Deutschland regelmäßig von so genannten „Headhuntern“ neue Stellen angeboten werden (ich bin also alles andere als schwer vermittelbar);
    • ich darauf hingewiesen habe, dass ich bereit bin, in Südtirol auch weniger qualifizierte Stellen anzunehmen (und die Empfehlung, in Deutschland zu bleiben, sich nicht auf meine fachliche Qualifikation bezog);
    • meine Gehaltsvorstellungen noch kein Thema waren (dafür war es noch zu früh).

    *) geändert, richtiger Name ist bekannt


    I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Neue DFB zur Auftragsvergabe.

    In der Sitzung vom 28. Juli verabschiedete der römische Ministerrat eine neue Durchführungsbestimmung (DFB) zum Autonomiestatut der Region Südtirol-Trentino, mit der den beiden Ländern neue Zuständigkeiten im Bereich der Vergabe öffentlicher Aufträge übertragen werden. So sollen Südtirol und Trentino fortan eigenständig einschlägiges EU-Recht umsetzen dürfen — sind aber wie immer ausdrücklich an die grundlegenden Bestimmungen der wirtschaftlich-sozialen Reformen der Republik gebunden.

    Während die Provinz Trient die Verabschiedung der neuen DFB entsprechend publik gemacht hat und die Meldung von den örtlichen Medien wiedergegeben wurde, sucht man das Thema auf den Seiten des Südtiroler Landespresseamts merkwürdigerweise vergeblich.

    Cëla enghe: 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Right to privacy.
    Quotation

    Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

    — Edward Snowden

    See also: 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Ab in die… ›Sebstständigkeit‹.

    Der selbsternannte Mehrsprachigkeitslandesrat Christian Tommasini (PD), zuständig für italienische Kultur, Wohnbau, Hochbau und Vermögen, hat in Zusammenarbeit mit dem Wobi ein Cohousing-Projekt für junge Menschen auf den Weg gebracht. Worum es geht, findet man schnell heraus, wenn man die Unterlagen in Augenschein nimmt: »Sebstständigkeit«. Zunächst mag man verwirrt sein oder gar von einem Tippfehler ausgehen, doch je tiefer man sich einliest, desto klarer wird, dass tatsächlich »Sebstständigkeit« gemeint ist und nicht »Selbstständigkeit« oder gar: »Selbständigkeit«.

    Spätestens wenn Interessentinnen auf Fragen wie

    • Wie hast du diesem Projekt Cohousing Rosenbach kennen gelernt?
    • Welche sind die Gründe die dich drücken am diesen Projekt teilzunehmen?
    • Was erwartest du dich über das Projekt Cohousing Rosenbach?
    • Was ist deine Beschäftigung im diesen Moment?
    • Welche Hobbys/Interessen hast du? Wie oft verbringst du für diese?
    • Hast du an Schulungskurse teilgenommen? An welche?
    • Hast du mal Freiwillige Erfahrungen gemacht? Wie oft und mit welche Organisation?

    stoßen, werden auch sie einsehen, dass sie kurz vor der »Sebstständigkeit« stehen. Schließlich handelt es sich hier um einen »Personalbogen«, sprich:

    (ein integraler Bestandteil des Antragsformulars für die Auswahl von n. 32 Jugendliche im Projekt Cohousing Rosenbach beteiligt sein)

    Damit eröffnet sich auch eine weitere Gewissheit: Man hat es hier mit einer Landesregierung zu tun, bei der die Südtiroler Mehrsprachigkeit in guten Händen ist.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Konsequenz im Handeln.
    Wie umgehen mit leichtfertigen Forderungen in Netzdiskussionen?


    Die Gutmenschen werden bei Internetdiskussionen um Flüchtlingsaufnahme oder -unterbringung sehr häufig mit der aggressiven Frage konfrontiert: »Und, wieviel Flüchtlinge hat der Herr K. / die Frau L. schon bei sich zuhause aufgenommen?«

    Es wird also eine ultimative Konsequenz im Handeln eingefordert: Was Du sagst und forderst, musst Du auch selbst tun!

    Nachdem die meisten der Forenschreiber, die diese »Heimaufnahme« verlangen, selbst stets für rigorose Abschiebung eintreten, frage ich jetzt immer zurück: »Und, wieviele Flüchtlinge haben Sie schon selbst abgeschoben?«

    Oder jene, die auch schon bei Bagatelldelikten laut rufen »De kheren olle ingschperrt« , die frage ich: »Wieviele von denen haben Sie denn schon bei sich zuhause eingesperrt?«

    Ich denke, es gibt gesellschaftliche Aufgaben, die der Staat regeln muss und nicht das Individuum.

    Cëla enghe: 01


    I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Des-Integration.
    Quotation

    Wie läuft die Integration der Flüchtlinge?
    Die von uns angebotenen Italienischkurse werden jeden Tag fleißig besucht. Anfangs wollten wir die Teilnehmerzahl begrenzen. Es kamen aber jeden Tag neue Anfragen und dann haben wir entschieden, dass jeder kommen kann. Mittlerweile nehmen zwischen 35 und 40 Migranten das Angebot an, die sehr fleißig sind. Ob wir Deutschkurse auch anbieten, müssen wir noch schauen. Zuerst sollen die Italienischkurse funktionieren.

    Karin Cirimbelli (SOS Bozen) im Interview von Michael Keitsch.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL