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  • Zum ‘Internationalen Tag der Demokratie’.
    Veranstaltungshinweis

    Vom 12. bis 15. September, dem Internationalen Tag der Demokratie, wird der Omnibus für Direkte Demokratie am Universitätsplatz in Bozen haltmachen und allen Interessierten offenstehen.

    Am Donnerstag, den 13. September wird um 10.30 Uhr ebenda das Buch »Più potere ai cittadini« von Thomas Benedikter (POLITiS, TK) präsentiert.

    Von 11.00 bis 13.00 Uhr findet unter der geodätischen Kuppel am Omnibus das Gespräch »Welche Demokratie?« mit interessierten Bürgerinnen und Journalistinnen Südtiroler Medien statt.

    Um 15.00 Uhr beginnt unter dem Titel »Welche Zukunft für Südtirol in Europa?« eine weitere Diskussion.

    Am Freitag, den 14. September findet von 18.00 bis 21.00 Uhr im Raum C 4.06 der Universität die Tagung »Die Gemeinde sind wir« statt. Vortragsrunde mit René Roca, Thomas Benedikter und Josef Gruber, anschließend Gesprächsrunde mit Francesca Schir (TK) und Renate Prader (PD) mit Beteiligung der Anwesenden.

    Am Samstag, dem Internationalen Tag der Demokratie von 10.00 bis 12.30 Uhr »Wie weiter für mehr Demokratie in Südtirol?« am Omnibus für Direkte Demokratie.

    Es laden European Public Sphere und die ‘Initiative für mehr Demokratie’.



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  • Valtònyc: Kein Terrorismus.

    Kürzlich hatte die belgische Justiz im Fall des mallorquinischen Rappers Valtònyc entschieden, der automatischen Auslieferung nicht zuzustimmen und stattdessen eine inhaltliche Prüfung der Vorwürfe zu veranlassen.

    Der Künstler war vor seiner geplanten Festnahme aus Spanien nach Belgien geflohen, wo ihm im Zusammenhang mit seinen Texten Terrorismus und Schmähung der spanischen Krone vorgeworfen werden.

    Die erste Anhörung (vom 3. September) war für Josep Miquel Arenas, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, ein großer Erfolg, da die belgische Staatsanwaltschaft bereits den Terrorismusvorwurf hat fallen lassen. Nun steht nur noch eine Auslieferung wegen Schmähungen im Raum, die in Spanien mit deutlich geringeren Strafen bedroht ist.

    Bis zu einem endgültigen Entscheid bleibt Valtònyc weiterhin auf freiem Fuß. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die spanische Justiz — nach einer weiteren (Teil-)Niederlage vor einem Gericht des EU-Raums — wie schon im Fall von Carles Puigdemont beschließt, den Auslieferungsantrag ganz zurückzuziehen.

    Ein weiteres Mal zeigt sich jedenfalls, dass die drastischen Methoden und Vorwürfe, die die spanische »Justiz« gegen Aktivistinnen, Politiker- und Künstlerinnen erheben, im europäischen Ausland keinen gerichtlichen Bestand haben.

    Cëla enghe: 01 02



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  • Links- und Rechtsterrorismus.
    Quotation

    [Känguru:] »Ob Links- oder Rechtsterrorismus — da sehe ich keinen Unterschied.«
    »Doch doch, […] die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meins sein können. Ausländer besitze ich keine.«

    Marc-Uwe Kling, Kabarettist

    Cëla enghe: 01 02 || 01 02



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  • Mehrsprachige Wirtschaft?
    Laut nachgedacht

    Ist »die Wirtschaft«, die jetzt mit der SVP dem Land für »mehr Mut zur Mehrsprachigkeit« wirbt (was erfreulich ist!) eigentlich dieselbe Wirtschaft, die laut Landeshauptmann Arno Kompatscher keine Gleichberechtigung der Landessprachen im Konsumentinnenschutz wünscht, weil das ein Wettbewerbsnachteil wäre?

    Dann geht es ja vielleicht doch nicht sosehr um Mehrsprachigkeit, sondern (eben) vor allem um den Wettbewerbsvorteil — der mal mit Mehrsprachigkeit, mal mit Einsprachigkeit einher geht?

    Wäre ich argwöhnisch, würde ich jetzt vielleicht denken: Und wenn die nur deshalb mehrsprachige Bürgerinnen wünschen, weil sie dann — etwa betriebsintern — ganz bequem eine Sprache wegrationalisieren könnten? Wenn alle beide* Sprachen perfekt beherrschen, ist ja am Ende nur noch eine nötig.

    *) oder glaubt hier wirklich jemand, dass »die Wirtschaft« uns zum Ladinisch-Lernen anregen will?

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Sabes: Wenig schmeichelhafter Einblick.

    Im italienischen Tagblatt der Athesia ist gestern ein langer Brief von Orietta Dalpiaz erschienen, die erst kürzlich als Primarin der Brixner Urologie gekündigt hatte, um an die Grazer Uniklinik zurückzukehren. Die Stelle beim Südtiroler Gesundheitsbetrieb (Sabes) hatte die Boznerin erst im Jänner angetreten.

    In dem Brief räumt die Ärztin nicht nur mit der Behauptung auf, sie sei aus familiären Gründen in die Steiermark zurückgekehrt, sondern benennt eine Reihe von Gründen, die ihr die Weiterarbeit in Brixen verunmöglicht hätten. Salopp gesagt: Da fällt einem die Kinnlade runter, wie angeblich1Dalpiaz schreibt, das Geschilderte sei gut dokumentiert. mit Mitarbeiter- und Patientinnen umgegangen wird, wie Reorganisationen vereitelt und die Einführung neuer Eingriffstechniken verhindert werden.

    Dass — in einer männerdominierten Abteilung wie der Urologie — auch das Geschlecht eine Rolle gespielt haben mag, will ich zumindest nicht ausschließen.

    Wenn auch nur ein Zehntel dessen stimmen sollte, was Frau Dalpiaz schreibt, ist das ein absoluter Skandal.

    In der Bewertung gilt es meiner Meinung nach zwei Ebenen zu unterscheiden:

    1. Betriebsintern: Mobbing2Die Autorin benutzt diesen Ausdruck zwar nicht, doch ich kann es nur so einordnen., Verweigerung von Teamarbeit, salopper Umgang mit dem Patientenwohl sind keinesfalls hinnehmbar. Daher sollte das geschilderte Verhalten Anlass zu größter Sorge geben. Als öffentliche Gesundheitsinstitution sollte Sabes offen und entschieden an die Problematik herangehen und sich auch seiner Vorbildfunktion bewusst sein.
    2. Gesellschaftlich: Das Land investiert bedeutende Summen, um qualifiziertes Personal nach Südtirol zu locken — was selten genug gelingt. Auf Kosten der Versorgungsqualität wurde die Zweisprachigkeitspflicht gelockert, um noch größere Engpässe zu vermeiden. All das ist den Bürgerinnen nicht vermittelbar, wenn fachlich bestens ausgebildetes, mit Land und Leuten vertrautes, zweisprachiges Personal3das trotz geringerer Entlohnung bereit ist, hier zu arbeiten aus Egoismus, Überheblichkeit und Kurzsichtigkeit aktiv vertrieben wird.

    Cëla enghe: 01 02 03

    • 1
      Dalpiaz schreibt, das Geschilderte sei gut dokumentiert. ↩︎
    • 2
      Die Autorin benutzt diesen Ausdruck zwar nicht, doch ich kann es nur so einordnen. ↩︎
    • 3
      das trotz geringerer Entlohnung bereit ist, hier zu arbeiten ↩︎


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  • Zeitumstellung: Die Menschen wollen das.

    Millionen haben geantwortet und sind der Auffassung, dass es so sein sollte, dass die Sommerzeit in Zukunft für alle Zeit gilt. So wird das auch kommen.

    Die Menschen wollen das, wir machen das.

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (Zitat via ZDF-Morgenmagazin)

    Was war? Vom 4. Juli bis 16. August hatten sich 4,6 Millionen Menschen an einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der EU-Kommission zu diesem Thema beteiligt. Davon sprachen sich 84 Prozent für die Abschaffung der halbjährlichen Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit aus. Mit 3,79 Prozent der Einwohnerinnen war die Beteiligung in Deutschland am größten.

    Es macht keinen Sinn, Menschen zu fragen, was sie denken, und dies dann nicht umzusetzen.

    – Juncker

    Scharfe Kritik ist aus Südtirol zu erwarten, wo man sich mit einer Beteiligung von unter 1 Prozent ganz sicher nicht zufrieden gibt.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01



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  • Bei ALDI in Bruneck.

    Wie bekannt hat der deutsche Discounter ALDI letzthin auch im mehrsprachigen Südtirol Filialen eröffnet. Zum Beispiel in Bruneck, wo sich bei der letzten Volkszählung (2011) 82,47 Prozent der Bevölkerung der deutschen Sprachgruppe zugehörig erklärt haben, 15,24 Prozent der italienischen und 2,29 Prozent der ladinischen.

    Heute war ich beruflich im Pustertaler Hauptort und habe mich kurz im neu eröffneten Geschäft umgesehen. Hier ist eine kurze Zusammenfassung aus »sprachpolitischer« Sicht.

    Was einsprachig (Italienisch) ist:

    • Das Banner, das die Neueröffnung ankündigt.
    • Der Claim: ALDI – La tua spesa.1siehe Bild
    • Die allgemeinen Hinweise am Ladeneingang (Rauchverbot, Diebstahl lohnt nicht, kein Alkohol an Minderjährige…).
    • Fast alle im Geschäft fest angebrachten Beschriftungen (Abteilungen etc.).
    • Der Hinweis, Handschuhe zu benützen.2siehe Bild
    • Die Software der Kundenwaagen.
    • Hinweise auf Hydranten, Feuerlöscher und dergleichen (Sicherheit!).
    • Hinweise auf Videoüberwachung.
    • Beschriftung der zahlreichen Wühlkörbe.
    • Kassenbeschriftungen (Kassa 1, 2…) und Beschreibung der Zahlungsmodalitäten.
    • Die Preisliste des geschäftsinternen Cafés.
    • Informationen auf den Großbildschirmen im Kassenbereich und im Café.
    • Die Sprache des Kassenpersonals. Wiewohl ich nicht ausschließen kann, dass Deutschkenntnisse vorhanden sind, wurde ausschließlich Italienisch gesprochen.

    Was zweisprachig ist:

    • Preisschilder3siehe Bild (auf manchen ist Deutsch ganz winzig, auf manchen gleichberechtigt, aber stets zweitgereiht).
    • Die im Innen4siehe Bild– und Außenbereich ausgehängten Plakate mit den aktuellen Sonderangeboten (Deutsch winzig).
    • Einzelne der nicht fest angebrachten Schilder mit nichtssagenden Botschaften (Trinken wir aufs Sparen, Tradition und Qualität – Schluck für Schluck…).
    • Willkommensbotschaft (Deutsch untergeordnet) und Öffnungszeiten (gleichberechtigt, zweitgereiht).
    • Der Fluchtplan (allerdings Italienisch und Englisch!).

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02 03 04 05



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  • Die Erschaffung der Spaltung.

    Seit der Festnahme von Aktivistinnen und Politikerinnen in Zusammenhang mit den katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen haben sich die gelbe Farbe und insbesondere gelbe Schleifen als Symbol für die Forderung ihrer Freilassung durchgesetzt. In vielen katalanischen Ortschaften — auch im zu Frankreich gehörenden Nordkatalonien — befestig(t)en zivilgesellschaftliche Akteure gelbe Schleifen an Brückengeländern, Leitplanken oder Lichtmasten.

    Militante Unionistinnen stoßen sich an diesen Symbolen, die sie an die politischen Häftlinge erinnern, und apellieren daran, dass der öffentliche Raum politisch neutral zu sein habe. Eine diskutable These.

    Zu sagen ist, dass die Forderung nach unverzüglicher Freilassung der (bisher ohne Gerichtsurteil eingesperrten) Häftlinge und nach freier Rückkehr der im Exil befindlichen Katalaninnen nicht an der »Grenze« zum Unionismus haltmacht, sondern auch von vielen Menschen erhoben wird, die die Unabhängigkeit des Landes ablehnen.

    Bezeichnend ist jedenfalls, dass militante Unionistinnen, speziell die Parteien Ciutadans (Cs) und PP eine Art der Spaltung herbeireden, die zumindest in dieser Form nicht zu existieren scheint. Mehrmals kam es während der vergangenen Wochen und Monate zu Gewalt, doch — soweit ich das überblicken kann — stets vonseiten militanter Unabhängigkeitsgegnerinnen, die auch um Zusammenarbeit mit (neo-)franquistischen Kräften nie verlegen sind.

    Vor einigen Tagen griff in Barcelona ein Mann eine Frau an, deren Kinder gelbe Schleifen abgenommen und auf dem Boden verstreut hatten. Politikerinnen von Cs und PP verurteilten die Tat aufs Schärfste und verwiesen auf die angebliche Gewaltbereitschaft von Sezessionistinnen. Obschon sich wenig später bestätigte, dass der Mann kein Unabhängigkeitsbefürworter war, sondern ein Rassist, der die Frau dazu aufgefordert hatte, »in ihr Land zurückzukehren«, da ihre Kinder die Stadt verschmutzten, hielt Cs an einer bereits einberufenen Kundgebung »gegen [sezessionistische] Gewalt« fest.

    Während dieser Kundgebung wurde nun von Teilnehmenden ein Team von Telemadrid attackiert, weil sie ein gelbes Symbol auf der Kamera als gelbe Schleife fehlinterpretiert hatten.

    Unionistinnen griffen also ein Kamerateam aus der spanischen Hauptstadt an, weil sie fälschlicherweise dachten, es handle sich um Unabhängigkeitsbefürworterinnen — bei einer Kundgebung, die einen rassistischen Vorfall als angebliche sezessionistische Gewalt instrumentalisieren (und verurteilen) wollte.

    Die größte »Spaltung« wird künstlich von jenen erschaffen, die eine friedliche demokratische Entscheidung mit allen Mitteln unterbinden wollen.

    Nachtrag: Zwei Fragen an diejenigen, die jetzt vielleicht — erwartbarerweise — denken:

    Es ist doch egal, von wem die Gewalt ausgeht. Dass es zu Gewalt kommen würde, war doch irgendwie absehbar. ‘Schuld’ an der Gesamtsituation sind also trotzdem vor allem die, die die Forderung nach staatlicher Unabhängigkeit (wenn auch friedlich und demokratisch) erhoben haben.

    • Liefern wir unsere Demokratie — im Prinzip jede umstrittene demokratische Forderung, wie zum Beispiel auch die nach einer pestizidfreien Gemeinde — dann nicht den (potentiell) Gewalttätigen aus? Entsprechende Drohungen oder auch nur Vermutungen ließen dann jedes Projekt erlöschen.
    • Müssen wir dann aus Rücksicht vor dem Rassisten, der die Frau in Barcelona angegriffen hat — oder aus Angst vor den Nazis, die derzeit in Chemnitz ihr Unwesen treiben — Grenzen dichtmachen?

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06



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