Wichtiger Schachzug für die Causa.

In der heutigen Ausgabe des Wochenmagazins ff, die erfreulicherweise ganz dem Thema Eigenstaatlichkeit gewidmet ist, hätte ein Artikel von Gabriele Di Luca erscheinen sollen, mit dem er — ausgehend vom -Projekt — Perspektiven für ein postethnisches Südtirol aufzeigt.

Unangekündigt hat die Redaktion jedoch darauf verzichtet und stattdessen einen (leider mittelmäßig recherchierten) »Kasten« über die Brennerbasisdemokratie veröffentlicht. Darin werden auch einige Punkte des Manifests zitiert.

Den ursprünglich geplanten Artikel von Gabriele Di Luca veröffentliche ich hier mit freundlicher Genehmigung des Autors in vollem Umfang:

Eine Rochade: Die Italiener und die Selbstbestimmung.

Die Überwindung eines starren Modells. Bis vor wenigen Jahren wäre die Verbindung dieser zwei Begriffe — Italiener und Selbstbestimmung — schlicht undenkbar gewesen. Die Italiener hätten den Kopf geschüttelt, weil sie jeglichen Gedanken daran als unangebracht, störend, gefährlich, kurzum verschwendet empfunden hätten. Gleichzeitig hätten ihre deutschen Mitbürger gebetsmühlenartig wiederholt, die Aufrechterhaltung der Selbstbestimmung als ultima ratio sei doch gerade ein Mittel, den Einfluss der Italiener auf die — als eine Zwischenlösung verstandene — Autonomie zu verhindern oder zumindest zu begrenzen. Diese tiefe Skepsis weist unmittelbar auf die Wurzel des Sprachgruppenkonflikts hin, der durch den institutionellen Rahmen lediglich im Zaum gehalten wird. Um es formelhaft zu beschreiben: In Südtirol ist es gelungen, ein Modell des Zusammenlebens zu etablieren und zu perfektionieren, in dem der jeweils »Andere« notwendig ist; als “notwendiges Übel” jedoch, und nicht als “notwendige Bereicherung”.

Brennerbasisdemokratie. Wollte man im Rahmen der öffentlichen Debatte einen Ort ausfindig machen, wo dieses Paradigma eine radikale Verschiebung erfahren hat, wo Südtiroler aller Sprachgruppen gemeinsam über das Zusammenleben diskutieren, müsste man ein Blog aufsuchen, eine kleine Online-Plattform, die unter www.brennerbasisdemokratie.eu Pionierarbeit leistet. Dort hat eine Personengruppe mit dem gemeinsamen Interesse, neue Formen des Dialogs zu suchen, eine offene Diskussionsgemeinschaft gegründet. Die jeweiligen Nationalismen wurden beiseite geschoben, und stattdessen die Entstehung einer ungeteilten Identität erwogen für deren Bestand der Beitrag sämtlicher Sprachgruppen unentbehrlich ist. Das Projekt der Plattform kreist ausdrücklich um die Schaffung eines unabhängigen und “post-ethnischen” Landes zur Überwindung eines doppelten Engpasses. In der Schachsprache spricht man auch von einer Rochade: Mit einem Spielzug könnte es möglich sein, die heutige Marginalisierung der Italiener zu beenden und die Haltung der Deutschen auszuschalten, Südtirol aus Gründen des Minderheitenschutzes als ihre eigene Angelegenheit zu verstehen.

Gegen die Selbstbestimmung von rechts. Der erfrischende Blickwinkel dieser Plattform wird besonders dann klar, wenn man betrachtet, wie und warum deren Vertreter ihr Projekt von jenem der klassischen Selbstbestimmungsbefürworter abgrenzen, deren Ziel die Loslösung von Italien als Selbstzweck zu sein scheint, ohne einen Gedanken an die kulturellen und sozialen Auswirkungen zu verschwenden. In einem Beitrag mit dem Titel Dreh- und Angelpunkt ist etwa zu lesen: »Die Rechtsparteien, die sich für die Unabhängigkeit dieses Landes stark machen, scheinen nicht verstanden zu haben, dass die Forderung nach Unabhängigkeit nicht ein politisches Thema per se sein kann, sondern nach einem gesamtgesellschaftlichen Projekt verlangt. Nicht nur, dass es sich nicht gegen einen Teil der hier ansässigen Bevölkerung richten kann, es darf auch niemanden ausgrenzen. Gerade die Italiener hier im Lande, bzw. die Gesamtgesellschaft, müssen im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt der Angelegenheit, kein Detail, das man beiläufig lösen kann. Die Abspaltung vom Nationalstaat Italien kann nur dann glücken, wenn wir dadurch die innere Befriedung erreichen können. Aus diesem Grund ist das Engagement der Rechten für dieses Ziel (so wie sie agieren) nicht nur aussichtslos, sondern auch noch kontraproduktiv. Jeder Ansatz, der ohne die Einbindung eines gesamtgesellschaftlichen Konzeptes auszukommen glaubt, jedes Projekt, das nicht zuallererst auf die Korrektur der bestehenden Schieflage (ein großer Teil der Gesellschaft fühlt sich ausgeschlossen, ja sogar angegriffen) setzt, entfernt uns weiter von dem Ziel, einst in einem befriedeten Land gemeinsam frei über unsere Zukunft befinden zu dürfen. Nicht die Auslöschung eines Unrechts kann man durch die Unabhängigkeit erreichen, sondern etwas völlig Neues …«

Innere und äußere Grenzen. Selbst dann, wenn er auf diese unkonventionelle Art vonstatten geht, erfordert der Umgang mit der Selbstbestimmung eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Thema “Grenze”. Gerade Überlegungen zu diesem Thema haben sich die Italiener verständlicherweise stets verschlossen. Doch die Idee, die der Brennerbasisdemokratie zugrundeliegt, bietet auch in dieser Hinsicht einen innovativen Denkansatz: Die Beibehaltung der äußeren, national definierten Grenzen hat in unserem Land zu einer Erstarkung der inneren Grenzen — zwischen den Sprachgruppen — geführt. Um letztere zu überwinden, scheint es von Nutzen zu sein, erstere durchlässiger zu gestalten und neu zu definieren. In einem weiteren Beitrag der Plattform heißt es diesbezüglich: »Ein von den Nationalstaaten unabhängiges Südtirol (…) mit neuen Verwaltungsgrenzen, die sich nicht nach ethnischen und nationalen Grundsätzen richten, würde uns die gemeinsame Suche neuer Lösungen für jene Probleme ermöglichen, die wir nur hier, in einem mehrsprachigen Land, kennen und die weder in Rom noch in Wien verstanden, geschweige denn gelöst werden können. Wir brauchen eine schwache Grenze, durchlässig für den Personen- und Ideenfluss. Gleichzeitig brauchen wir eine EU-Außengrenze, die Schutzsuchenden Sicherheit bietet und jene einlässt, die sich in Schwierigkeiten befinden und, vor allem, eine Überlagerung unterschiedlicher Grenztypen: staatliche, sprachliche, kulturelle und Grenzen der Kooperation, die sich nicht überlappen, sondern den jeweils unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Eine elastische, unscharfe Auffassung des Grenzbegriffs. Um dieses Ziel zu erreichen, können wir uns nicht auf den Lorbeeren der Autonomie ausruhen oder gar untätig auf das Verschwinden der Grenzen als solche verlassen, was wohl im Laufe der kommenden Jahrhunderte nicht zu erwarten ist. Es wäre wesentlich sinnvoller, uns aktiv an deren Umdeutung zu beteiligen. Südtirol hat das Zeug, an dieser Aufgabe teilzuhaben, die Emanzipation von den Nationalstaaten kann nichts als der erste Schritt in diese Richtung sein.«

Mutige Worte. Das Thema Selbstbestimmung auch den Italienern schmackhaft zu machen war bisher, wie eingangs betont, ein müßiges Unterfangen, das direkt ins Schachmatt führen musste. Doch ist es gleichwohl eine Tatsache, dass bisher niemand versucht hat, die Italiener ernsthaft und positiv in ein derartiges Projekt einzubinden. Sobald dies jedoch der Fall ist, könnte es durchaus zu Überraschungen kommen. Nachdem er jüngst zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema “Freistaat Südtirol” geladen war, hat der Landtagspräsident a. D., Riccardo Dello Sbarba, allseits für seine zurückhaltende und realistische Haltung bekannt, in seinem Blog versucht, einige Bedingungen zusammenzufassen: ”1. L’idea di una regione europea aperta e plurilingue di diverse culture, esperienze, storie tutte dotate di uguale dignità  e diritti; 2. La promessa dell’abolizione di ogni logica e misura di separazione etnica: un unico sistema scolastico plurilingue, la fine dei partiti etnici, il principio della cittadinanza universale e uguale; 3. Il riconoscimento di un Heimatrecht uguale per tutte le persone che vivono sul territorio di questo ”Stato libero”; 4. Rinuncia alla violenza e alla glorificazione della violenza; 5. Immediata cessazione di ogni provocazione. La strada per l’autodeterminazione, se questa vuol convincere gli italiani, non può passare per le marce e la richiesta di abbattere i monumenti, ma per il rispetto della storia e dell’esperienza di ciascuno, che va contestualizzata, resa testimonianza di un’educazione alla democrazia, ma non rasa al suolo”. Das sind, wie man sieht, sehr mutige Worte, die eine breitere Diskussion verdienen würden. Und vor allem Worte eines “Italieners”, welche schon deshalb die Selbstbestimmung zu einer Gelegenheit machen könnten, alle Sprachgruppen in einen Prozess einzubinden, der nur als Gemeinschaftsprojekt einen Sinn hat.«

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Junge Grüne für die Selbstbestimmung.

Früher als geplant nehme ich den »redaktionellen« Betrieb nach einer Pause wieder auf, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich die Jungen Grünen in einer Mitteilung für die Ausübung der Selbstbestimmung aussprechen. Sie tun dies mit ausdrücklichem Bezug auf die Brennerbasisdemokratie:

Angesichts des immer autoritäreren Gebarens der rechten Regierungsparteien, sähen die Jungen Grünen es für sehr Sinnvoll an, wenn alle in Südtirol lebenden Menschen über die Zukunft des Landes abstimmen dürften.

Die römische Regierung lässt keine Möglichkeit aus um Minderheiten in Italien klar zu machen, wer das Zepter der Macht in den Händen hält und wer sich fügen müsse. Stück um Stück werden z.B.: die Autonomie und die daraus resultierenden Vorrechte infrage gestellt, wenn nicht gar beschnitten. Teils wird auch mit fragwürdigen Methoden gearbeitet um unsere PolitikerInnen mürbe zu machen. Da die Regierung in anderen Bereichen bereits stark autoritäre Züge aufzeigt, fragen sich die Jungen Grünen wie lange es noch dauert bis die ersten, unserer Rechte beschnitten bzw. gänzlich abgeschafft werden. Bevor es gänzlich unmöglich ist, sollten alle in Südtirol lebenden Mitmenschen, die das 16. Lebensjahr bereits vollendet haben, über die Zukunft des Landes und folglich über ihre eigene Zukunft abstimmen. Dies wäre ein starkes Zeichen für eine Basisdemokratie, in der alle mündigen BürgerInnen mitsprechen dürfen und ihr Wille endlich ernst genommen wird.

Michi Hitthaler & Andrea Urthaler
für das SprecherInnenkollektiv der Jungen Grünen

Siehe auch: https://www.brennerbasisdemokratie.eu/

Meine Einschätzung dazu, wie im Blog der JGS veröffentlicht:

Ich finde die Mitteilung einen an sich sehr positiven, eigentlich längst überfälligen Denkanstoß. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Grünen sich einer basisdemokratischen Abstimmung nicht mehr verschließen, was aufgrund ihres politischen Selbstverständnisses stets unkohärent und unverständlich erscheinen musste.

Gleichzeitig kann ich mich Valentin[o] nur anschließen, wenn er sagt, eine Abstimmung allein ohne politische und gesellschaftliche Vorarbeit sei kontraproduktiv. Deshalb würde ich zunächst davon sprechen, sich über die Zukunft dieses Landes GEDANKEN ZU MACHEN — was schlussendlich tatsächlich in eine Befragung münden könnte/sollte.

Ich verstehe freilich, dass das innenpolitische Desaster die Frage stringenter macht. Vielleicht hätten sich aber auch die Grünen schon etwas früher mit dem Thema befassen können, anstatt sich jetzt durch die Ereignisse treiben zu lassen.

Mein Fazit: Besser spät als nie.

Siehe auch:

Politik Selbstbestimmung | | | | | Vërc |

Es reift schön langsam…

Da ist man mal kurz weg — im Urlaub — und schon steht die (Blog-)Welt auf dem Kopf! Im Laufe der letzten Tage hat sich in der Sache viel getan, angefangen beim Leitartikel der aktuellen ff bis hin zur regen Diskussion hier bei uns.

Mit freundlicher Genehmigung Norbert Dall’Òs gebe ich hier seinen Beitrag wieder, erschienen in ff 09 vom 26. Februar:

Ich hatte einen Traum

Die “dynamische Autonomie” ist zum Stillstand gekommen, die Sache mit dem Föderalismus überzeugt nicht. Wennschon – dennschon: Man müsste vielleicht nur etwas Phantasie walten lassen.

Die Sache mag eine Bagatelle sein – ist aber bezeichnend für die verfahrene Situation in Sachen dynamische Autonomie: An den Grenzen Südtirols wachen acht sogenannte Grenzveterinäre, dass bei den Lebensmittelimporten alles mit rechten Dingen zugeht. Die Veterinäre sind sicherlich tüchtig und professionell. Aber es handelt sich um Beamte des italienischen Staates. Sie sind organisiert, wie die Beamtenschaft in Italien halt organisiert ist. Der Dienst funktioniert schlecht. Die betroffenen Unternehmen müssen sich alles Erdenkliche einfallen lassen, um ihre Produkte in vernünftigen Zeiten über die Grenze zu bringen. Warum sind die Grenzveterinäre nicht Landesbeamte? Warum übernimmt das Land Südtirol nicht den Dienst? Der Übergang vom Staat aufs Land hätte schon längst vonstattengehen sollen – aber Rom bockt. Seit Berlusconi und seine Mander am Ruder sind, geht nichts mehr in Sachen Kompetenzabtretung. Ob ein Dienst funktioniert oder nicht, interessiert die Herren in Rom nicht. Wichtiger ist offensichtlich, uns Crucchi zu zeigen, wo der Bartl den Most holt. Um die dynamische Autonomie ist es still geworden. Der Grund: Mit der – ausgerechnet von der Wirtschaft torpedierten – Mitte-links-Regierung war gut Kirschen essen. In Bozen und in Rom hatte man ein gemeinsames Interesse: den öffenlichen Dienst effizienter gestalten. Warum sollten die Straßen beim Staat bleiben, wenn das Land Südtirol viel besser dafür sorgen kann? Rom sparte – und Südtirol konnte seine Effizienz unter Beweis stellen. Nicht, dass hier alles bestens läuft. Aber die Regel: Südtirol macht es besser als Rom – diese Regel ist unbestreitbar. Wenn die dynamische Autonomie zum Stillstand gekommen ist, heißt das, dass Südtirol keine zusätzlichen Kompetenzen übertragen bekommt. Das heißt weiters: Die angestrebte Vollautonomie ist eine Illusion. Mit dieser Situation könnte ich durchaus leben, würde sich der Staat Italien, dessen Politik und stolzes kulturelles Erbe sich in eine Richtung entwickeln, die ich irgendwie mittragen kann. Aber genau das tut es nicht. Als einst glühender Fan der italienischen Art zu leben, leben zu lassen und zu überleben, stelle ich Tag für Tag mit Grausen fest, dass es bald nichts mehr gibt, mit dem ich mich identifizieren kann. Vielleicht inspiriert vom Schützenaufmarsch am Sonntag in Meran hatte ich einen sonderbaren Traum: Barbara Repetto, die Landesrätin, stand an der Bozner Talferbrücke und sammelte Unterschriften. Auf einem Plakat stand geschrieben: “Per l’autodeterminazione. Für die Selbstbestimmung.” Hunderte Menschen standen Schlange, warteten darauf, ihre Unterschrift auf das Dokument setzen zu können. Alle sprachen italienisch. Tags drauf hatte ich den Traum längst vergessen, da traf ich einen Freund, der wild über die Zustände in der Post schimpfte – und dann meinte: “Wenn ich ein deutschsprachiger Südtiroler wäre, wäre ich für die Selbstbestimmung.” Hoppla! Und was, wenn man der Selbstbestimmung die ethnische Sprengkraft nehmen würde? Was, wenn man die Rückkehr zu Österreich mal ausschließen und stattdessen andere Varianten durchdenken würde: Südtirol als autonome, selbstständige Pufferregion, eingebettet und geschützt von Europa, mit gewissen Bereichen (zum Beispiel Außenpolitik), die entweder an Rom oder Wien delegiert werden? Wer sollte was dagegen haben, wenn das Ziel eine bessere, möglichst bürgernahe Verwaltung ist? Wer sollte was dagegen haben, wenn die Gesetze, die unser Leben bestimmen, in Bozen und nicht mehr in Rom geschrieben werden? Hand aufs Herz: Können Sie sich am Föderalismus, so wie ihn sich Berlusconi oder Bossi vorstellen, erwärmen? Ich nicht. Aber ich habe auch keine Lust, weiterhin zwischen der Nicht-Alternative Italien oder Österreich entscheiden zu müssen. Vielleicht sollten wir doch unsere Phantasie walten lassen – und alle gemeinsam, Deutsche, Italiener, Ladiner, mal darüber nachdenken, ob es denn nicht einen machbaren Weg gibt, um diesem Staat auf eleganter Weise “Ciao” zu sagen. Und wenn es nur ein Traum ist.

Föderal+Regional Kohäsion+Inklusion Medien Selbstbestimmung Vorzeigeautonomie Zentralismus Zuständigkeiten | Zitać | Norbert Dall'Ò | ff | Italy Südtirol/o | EU | Deutsch

Erfreulicher Neuzugang.

Mit »Laurin’s Garden« verzeichnet die Südtiroler Blogszene einen wichtigen Neuzugang aus den Reihen der ehemaligen ff-Forumsteilnehmer (zu denen man auch Segnavia, Sammelsurium, Blaun und zählen kann). Ich freue mich schon auf reichlich frischen Diskussionsstoff. Bereits der Anfang ist vielversprechend, ich wünsche Alexander viel Erfolg!

Der Link befindet sich ab sofort in der -Seitenleiste unter Blogs+Fora.

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Cusanus-Akademie: Termine.

Von Sentieri Interrotti/Holzwege übernehme ich auf Gabrieles Vorschlag folgende Terminhinweise für Brixen:


Hans Karl Peterlini, Journalist, Bozen
Cusanus-Akademie, Brixen
Dienstag 03.03.2009, 20:00 Uhr

Die Politik geht mit vielem auf Stimmenfang. Mit Geschenkartikeln, mit Versprechungen, aber vor allem mit einem: mit Sprache.
“Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer”, so sah es der Literat George Bernard Shaw. Auch wer es nicht ganz so zynisch und negativ ausdrücken möchte, muss eines zugeben: Ob in einer Wahlrede, bei einem Fernsehauftritt oder bei der Wahlwerbung, PolitikerInnen möchten mit dem, was sie sagen, positive Gefühle auslösen, Eindruck machen, überzeugen. Schließlich befinden sich PolitikerInnen – vor allem, aber nicht nur in Wahlkampfzeiten – in einem ständigen “Bewerbungsgespräch” mit ihren potentiellen WählerInnen.
Welche sprachlichen Strategien wenden PolitikerInnen an, um ihre Ziele zu erreichen? Das Ohr nah am Volk, der Mund ebenso? Oder vielleicht doch lieber Worte, die gut klingen, aber wenig sagen? Und welche Muster und Denktraditionen verbergen sich hinter den Worten?
Hans Karl Peterlini hat sich die Sprache der Politik in Südtirol genauer angeschaut, insbesondere den Wahlkampf der letzten Landtagswahl und wird über seine Eindrücke auch aus tiefenpsychologischer Sicht berichten.


Anatomie des “disagio”/ Anatomia del “disagio”
Cusanus-Akademie, Brixen
Donnerstag, 05.03.2009, 20:00 Uhr

Referate und Diskussion / Relazioni e discussione:
Lucio Giudiceandrea + Mauro Minniti
Einführung und Moderation / Introduzione e moderazione:
Gabriele Di Luca

Feuilleton Kunst+Cultura Politik Termin | | Hans Karl Peterlini Lucio Giudiceandrea Mauro Minniti | | | | Deutsch

Caccia agli zingari: Presa Diretta.

http://www.youtube.com/watch?v=2H07Oy4-zuw

Continua:

  • ② Roma | Alemanno | Odissea | Forza Nuova
  • ③ Roma | Ponticelli | PD
  • ④ Ponticelli | Romania | Mestre
  • ⑤ Mestre | Lega
  • ⑥ Cacciari | Mantova | Gentilini | Learning from Catalonia
  • ⑦ Spagna | Veltroni | Decima Malafede
  • ⑧ Decima Malafede | Criminalità  | Comunità  Sant’Egidio
  • ⑨ Conclusione | Lampedusa

19.06.2018: Il video è stato cancellato da Youtube ma è ancora disponibile sul sito della Rai.

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Freistaat und Panzer.

Per gentile concessione di Riccardo Dello Sbarba, pubblico qui la versione integrale del suo resoconto, apparso anche sul Corriere dell’A. Adige di ieri:

“Ma se facciamo la Selbstbestimmung, poi Berlusconi ci manda i panzer?”. A quel punto ho cercato di buttarla in battuta: “beh, bisogna vedere se ha la benzina…”. Molti hanno sorriso, ma la domanda era seria.

Eravamo alla Cusanus Akademie di Bressanone, il convegno si intitolava “Die Vision Freistaat” e io ero l’unico italiano sul podio.

Il professor Günther Pallaver, introducendo, aveva invitato tutti alla prudenza. Se autodeterminazione significa secessione, aveva avvertito, allora sappiate che un diritto alla secessione dalle norme internazionali non è riconosciuto. A meno che non ci sia consenso di tutte le parti in gioco e allora si può fare quel che si vuole (vedi Cechia e Slovacchia).
Poi aveva invitato a distinguere: tra autodeterminazione esterna (cioè la secessione) e autodeterminazione interna (cioè autonomia e autogoverno, tipo Freistaat Bayern). E tra visione nazionalistica della Selbstbestimmung (ristabilire una omogeneità etnico-nazionale dove non c’è, che equivale a un nazionalismo in piccolo che nel mondo centuplicherebbe gli stati esistenti) e una visione democratica della Selbstbestimmung (fondata sull’idea che ogni persona deve essere libera di decidere di se stessa, ma che presuppone la rinuncia alla violenza, l’accettazione delle diversità di lingua, cultura e religione e il riconoscimento di pari diritti a chiunque). Distinzione che a diverse persone (tutti maschi i numerosi intervenuti) non è piaciuta gran che.
La discussione infatti si è svolta partendo dal: “Facciamo finta che la Selbstbestimmung la facciamo davvero”, che succede dopo? Berlusconi manda i panzer? E degli italiani che ne facciamo? E qui tutti guardavano me.

Dunque, ho giocato a fare l’italiano. Dando dei consigli su come conquistare il consenso degli italiani del Sudtirolo all’idea di uno stato indipendente. Che potrebbe fare strada, ho detto subito ancora con ironia, tra i tanti italiani che si sentono in esilio in questa Italia berlusconiana.
Il problema, ho spiegato, è di quale Freistaat si parla, come ve lo immaginate e come lo proponete. Inaccettabile è qualsiasi visione di uno stato libero del Tirolo dei tempi andati, dove dominino una memoria, una identità, una cultura a senso unico. Insomma, questo “stato indipendente” non dovrebbe cancellare la storia del Novecento, ma metabolizzarla, contestualizzarla certo, ma in qualche modo farla propria come storia comune (comprese le tracce che ha lasciato), con con-passione per i dolori che ha portato e con-piacimento per i successi ottenuti nel cammino dell’autonomia. Va costruita quella reciproca fiducia che oggi non c’è e che sola può rassicurare il mondo italiano che chi parla di Selbstbestimmung lo fa avendo a cuore tutte le persone di questa terra e non invece perché sta mettendo fuori l’avviso di sfratto per gli ultimi arrivati.

Per questo, ho detto, la “Vision Freistaat” dovrebbe contenere:

  1. L’idea di una regione europea aperta e plurilingue di diverse culture, esperienze, storie tutte dotate di uguale dignità e diritti.
  2. La promessa dell’abolizione di ogni logica e misura di separazione etnica: un unico sistema scolastico plurilingue, la fine dei partiti etnici, il principio della cittadinanza universale e uguale.
  3. Il riconoscimento di un Heimatrecht uguale per tutte le persone che vivono sul territorio di questo “Stato libero”. Ciò vuol dire che la terra non appartiene a nessuno, ma a tutti (a Dio, dicevano i medioevali), che non ci sono primi arrivati e ultimi arrivati, che non ci sono proprietari e ospiti. Ciò vuol dire che ogni decisione politica su questa strada la prendono tutti e tutte, senza sbarramenti dovuti alla anzianità di residenza (Eva Klotz aveva sostenuto che secondo le norme internazionali in un referendum sulla Selbstbestimmung potranno votare le persone che hanno una residenza di 50, oppure ad essere generosi, di 30 anni in Sudtirolo!).
  4. Rinuncia alla violenza e alla glorificazione della violenza.
  5. Immediata cessazione di ogni provocazione. La strada per l’autodeterminazione, se questa vuol convincere gli italiani, non può passare per le marce e la richiesta di abbattere i monumenti, ma per il rispetto della storia e dell’esperienza di ciascuno, che va contestualizzata, resa testimonianza ed educazione alla democrazia, ma non rasa al suolo.

Ho detto insomma che andrebbe messo in moto un processo tutto diverso dall’attuale, un processo che crei calore e confidenza reciproca, tanto che ogni italiano/a possa e voglia dire “Ich bin ein Südtiroler und bin stolz darauf” (sono un sudtirolese e ne sono orgoglioso), ma anche che anche ogni tedesco/a e ladino/a gli voglia e possa dire: “Ja, du bist ein Südtiroler und ich freue mich darüber” (Sì, sei un sudtirolese e io ne sono proprio felice). Cose da cui, tra marce degli Schützen e corone militari, siamo oggi ben lontani.
Quel che domina attualmente, mi sembra, è da un lato la nostalgia di un Tirolo storico com’era prima dell’“ingiusto confine” e dall’altro la difesa a riccio di ogni “attestato di esistenza in vita”, anche se questo ha l’aspetto arcigno dei fasci littori di Piacentini.
Insomma, per ora la discussione è dominata dai panzer. E finché sarà così, l’autonomia resta l’unica forma di “autodeterminazione” in cui tutti vincono e nessuno perde.

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