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  • 4-O: Neukaledonien stimmt wieder ab.
    Kanaky

    In gut drei Monaten wird die zu Frankreich gehörende Insel Neukaledonien bereits zum dritten Mal über die staatliche Unabhängigkeit abstimmen. Weniger als zwei Jahre werden dann seit dem letzten Referendum dieser Art am 4. November 2018 vergangen sein. Damals hatte sich eine überraschend knappe Mehrheit der Abstimmenden für den Verbleib bei Frankreich ausgesprochen. Zum ersten Mal war 1987 über die Eigenstaatlichkeit angestimmt worden, damals jedoch hatte keine Einigkeit über die Anerkennung des Ergebnisses bestanden.

    Die diesjährige Abstimmung war ursprünglich für den 6. September geplant, wurde nun jedoch aufgrund der Corona-Pandemie um rund einen Monat auf den 4. Oktober verschoben. Sollte das Ergebnis wiederum zu Ungunsten der Sezession ausfallen, besteht voraussichtlich 2022 erneut die Chance auf Selbstbestimmung.

    Altkaledonien (aka Schottland) wartet indes seit September 2014 auf eine weitere Gelegenheit, über die Unabhängigkeit befinden zu dürfen.

    Cëla enghe: 01 02 🇳🇨



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  • Der Umgang mit Corona in der OECD.

    Die Economist Intelligence Unit (EIU) hat die von 21 OECD-Mitgliedsländern ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unter die Lupe genommen und sie nach derzeitigem Stand (9. Juni) bewertet. Mit berücksichtigt wurden auch die vorbestehenden Risikofaktoren, einschließlich der demographischen Altersstruktur und der Anzahl internationaler Ankünfte, um nicht Ungleiches gleich zu beurteilen.

    Das Ergebnis ist eindeutig: An erster Stelle liegt Neuseeland (mit 3,67 Punkten), gefolgt von Deutschland und Österreich (je 3,56) sowie Dänemark, Norwegen, Island, Israel und Australien (je 3,44).

    Gut haben Portugal (3,22), Chile, Frankreich, Portugal und die USA (je 3,11) abgeschnitten. Mittelmäßig die Schweiz und Japan (je 2,89), Südkorea (2,78), Schweden (2,56) und die Niederlande (2,44).

    Am schlechtesten wurden die Maßnahmen von Italien, Spanien und Vereinigtem Königreich (je 2,22) sowie jene Belgiens (2,11) bewertet.

    Wirtschaftliche Maßnahmen wurden übrigens nicht berücksichtigt. Die Untersuchung befasst sich ausschließlich mit dem gesundheitlichen Aspekt.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07



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  • Aufarbeitung ist nicht Faschismus unter anderen Vorzeichen.
    Quotation

    All das Streichen, Umstürzen, Umschreiben hat natürlich zur Folge, dass Linken vorgeworfen wird, sie würden Kultur “auslöschen” wollen und “Säuberungen” durchführen, sie seien die eigentlichen Faschisten. Es ist dasselbe wie in den Debatten über Kinderbücher, die rassistische Begriffe enthalten: Jedes Mal wird Linken vorgeworfen, sie wollen diese Bücher am liebsten verbrennen. Nur sagt dieser Vorwurf leider weniger etwas über die Leute, die gegen Rassismus kämpfen, aber sehr viel über die, die sich Änderungen an Kulturgütern immer nur faschistisch vorstellen können.

    aus Gemeinsam runter vom Sockel von Margarete Stokowski, online erschienen im Spiegel am 16. Juni 2020

    Cëla enghe: 01 02 || 01



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  • Wozu schwarze Sternsingerinnen?

    Im Zusammenhang mit den BLM-Protesten nach dem Tod von George Floyd ist etwa auch die Debatte um die Figur des Zwarte Piet in den Niederlanden neu entbrannt. Unter anderem hat der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson die Niederlande aufgerufen, den mit rassistischem Blackfacing in Verbindung stehenden Brauch zu beenden. Er könne nicht von der Geschichte der Niederländisch-reformierten Kirche getrennt werden, die eng in die Apartheid in Südafrika verwickelt gewesen sei. Den konservativen niederländischen Ministerpräsidenten, Mark Rutte, rief Jackson auf, die »verletzende Tradition«, dieses kolonialistische Relikt ein für alle Mal auf die Müllhalde der Geschichte zu verbannen.

    Mehrere Städte kündigten inzwischen bereits an, bei den jeweiligen Feierlichkeiten werde es ab sofort keinen Zwarten Piet mehr geben.

    Foto: Katholische Jungschar Südtirols, Aktion Sternsingen – Unkenntlichmachung:

    Vielleicht wäre es auch in Südtirol an der Zeit, einen nach wie vor verbreiteten Blackfacing-Brauch zu hinterfragen und dementsprechend zu begraben. Vom Zusammenhang her vielleicht harmloser, weil nicht ursprünglich und unmittelbar von einer kolonialistischen und rassistischen Vergangenheit geprägt, aber nichtsdestoweniger verletzend und diskriminierend ist wohl die Gepflogenheit, dass Anfang Jänner Gruppen von Sternsingerinnen durch unsere Ortschaften ziehen — deren Mitglieder ihr Gesicht vereinzelt schwarz anmalen, weil einer der Weisen aus dem Morgenland farbig gewesen sein soll. Die Gesichtsbemalung ist für den Fortbestand der Tradition, Geld für einen guten Zweck zu sammeln, außerdem völlig unerheblich und könnte daher sofort, ohne jeglichen Aufwand oder Verlust, abgeschafft werden.

    Wenn weltweit darüber nachgedacht wird, wie man strukturellen Rassismus und rassistische Symbolik abbauen könnte, sollten wir auch hierzulande diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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  • Statuen stürzen bedeutet nicht Vergessen.
    Quotation

    [W]enn die Denkmäler stehen bleiben, reicht eine Hinweistafel kaum aus. Aber wenn ein Gegen-Denkmal aufgestellt wird, das mit mindestens der gleichen visuellen Kraft an die Opfer erinnert? Die bildliche Gewalt des Verbrecher-Denkmals sollte so gebrochen werden, dass der Ehrerweis nicht mehr funktioniert.

    Es gibt gute, sehr gute Gründe, Denkmale zu vernichten. Hitler haben wir aus der öffentlichen Erinnerung gelöscht. Nicht die kleinste Gasse soll nach diesem Verbrecher genannt werden.

    Gewalt steht gegen Demokratie. Aber Gewalt gegen Dinge ist nicht Gewalt gegen Menschen, und es ist ein Unterschied, ob jemand das Monument eines Menschenschlächters stürzt oder ein frommes Gottesbild zerstört. Es ist alles nicht einfach.
    Wichtig ist auch: Die Auslöschung aus dem öffentlichen Raum bedeutet nicht Vergessen. Die Menschenverächter und ihre Verbrechen müssen immer Platz in den Schulbüchern finden, in den Hörsälen und Fernsehdokus.

    aus Hol den Vorschlaghammer!, Gastbeitrag von Hedwig Richter (Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München), online erschienen im Spiegel am 15. Juni 2020

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 || 01 02



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