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  • Anfechtungen: Neue Regierung, altes Glück.

    Vier Tage, nachdem der Regierung von Retter Mario Draghi — auch von der SVP — das Vertrauen ausgesprochen worden war, beschloss sie am 22. Februar schon die Anfechtung des Südtiroler Landeshaushalts und des Stabilitätsgesetzes. Davon betroffen wären insbesondere die Corona-Hilfen, die das Land demnächst auszahlen möchte.

    Am darauffolgenden Tag soll sich die neue Regionenministerin Mariastella Gelmini (FI) in einem Treffen mit LH Arno Kompatscher (SVP) schon wieder gesprächsbereit gezeigt haben.

    Die Frage stellt sich quasi von selbst: Warum wird eine Anfechtung beschlossen, bevor es zu politischen Verhandlungen kommt?

    In weniger zentralistischen Ländern wäre eine derart aggressive Vorgehensweise wohl kaum vorstellbar. Bleibt nur zu hoffen, dass Draghi unsere Autonomie jetzt nich genauso rupft wie damals Monti.

    Cëla enghe: 01



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  • Zweisprachig von 8.15 bis 16.00 Uhr.
    Sparkasse

    Eine kurze Geschichte über die zunehmende Marginalisierung der deutschen Sprache in Südtirol:

    »[…] Sehr geehrter Kunde, nach 16.00 Uhr können wir die Dienstleistung nur in italienischer Sprache anbieten. Wir bitten um Ihr Verständnis. Für den Dienst in deutscher Sprache stehen Ihnen unsere Mitarbeiter von Montag bis Freitag von 8.15 bis 16.00 Uhr zur Verfügung. Um das Gespräch in italienischer Sprache fortzusetzen, wählen Sie 1.« (Transkription von mir.)

    Entweder es gibt bald Vorschriften, die so etwas untersagen — oder die Richtung ist vorgegeben. Selbst Regionalbanken wie Sparkasse und Volksbank, für die die Verwurzelung im Land einer der größten Wettbewerbsvorteile ist, scheren sich immer weniger um die (noch) mehrheitlich gesprochene Sprache.

    Dass sich an dieser verhängnisvollen Entwicklung von selbst noch einmal etwas ändert, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 | 07 || 01



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  • Wer impft wie viel?

    Nachdem es in letzter Zeit um die Impfstatistik wieder ruhiger geworden ist, habe ich mir heute die aktuellsten Daten rausgesucht. Verglichen habe ich die Euregio Tirol mit Deutschland und Italien. Und dies ist das Ergebnis:

    Die Daten beziehen sich auf die Gesamtzahl der Verabreichungen, wobei nicht zwischen erster und zweiter Dosis unterschieden wird. Vorsicht ist auch deshalb geboten, weil die Werte für Südtirol und das Trentino den heutigen Stand wiedergeben, während die aktuellsten Daten für Nord-/Osttirol vom 18. Februar sind. Auch zwischen Italien (22. Februar) und Deutschland (21. Februar) gibt es Unterschiede. Trotzdem lassen sich die Größenordnungen meiner Ansicht nach vergleichen.

    In Südtirol wurden zwar im Verhältnis zur Bevölkerungszahl am meisten Dosen verimpft, das heißt aber nicht unbedingt, dass wir es »besser« machen. Um ihn verabreichen zu können, muss der Impfstoff auch vorhanden sein — diese Voraussetzung ist aber nicht überall in vergleichbarem Umfang gegeben.

    In jedem Fall aber sind in allen berücksichtigten Gebieten noch sehr wenige Menschen geimpft. Da ist auch der Südtiroler Vorsprung noch lange kein Grund zur Freude.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07



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  • Olympia und die Vielfalt.

    Der rührige Hotelier Michil Costa zeigt sich in einem Communitybeitrag auf Salto entsetzt: Wenn die Eröffnungszeremonie der Ski-WM in Anpezo (Cortina) ein Vorgeschmack auf die Winterspiele 2026 ist

    dann bestätigt das leider unsere Zweifel an dieser olympischen Veranstaltung[.]

    – Michil Costa

    Als Ladiner (ähm) habe er sich betrogen gefühlt: alle Ansprachen nur auf Italienisch, die Dolomiten nicht wahrnehmbar.

    Enttäuschend, banal, deprimierend und beleidigend habe er ferner gefunden

    wie wenig Raum unserer ladinischen Kultur eingeräumt wurde, mit Tänzen und einer Musik, die nichts mit uns und unserer Heimat zu tun haben[.]

    – Michil Costa

    Wer sich aber von nationalistischen Festspielen wie einer WM oder Olympia etwas anderes erwarten würde als die Negierung von Diversität über das Allernötigste hinaus, müsste sich als naiv bezeichnen lassen. Da zählt billige Folklorisierung schon zum höchsten der Gefühle. Um etwas anderes zu erzielen, müsste man schon einen Plan haben — sowie den Willen, die Kraft und die Beharrlichkeit, ihn umzusetzen. Barcelona ’92 ist Legende, doch viel wahrscheinlicher ist, es geht schief.

    Am weitgehenden Verschwinden des Ladinischen aus dem öffentlichen Leben von Anpezo haben die Olympischen Spiele von 1956 ihren gewichtigen Anteil. Warum sollte gerade eine Wiederholung desselben Fehlers, noch dazu im Schlepptau einer italienischen Großstadt, daran etwas ändern?

    Wohl nur eine Erzählung, die das Nationale stark konterkariert (z.B. die Austragung der Spiele als grenzüberschreitende Euregio) könnte dem gleichmacherischen Automatismus substanziell etwas anhaben.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01 02 03 04 05



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  • Corona: Die Lage im Gefängnis.

    Am 27. November hatte sich Ulli Mair (F) mit einer Landtagsanfrage erkundigt, wie die Corona-Lage im Bozner Gefängnis ist. Am 2. Februar antwortete LR Thomas Widmann (SVP) endlich darauf.

    Demnach wurden seit Pandemiebeginn drei Häftlinge positiv auf das Virus getestet — alle im November 2020 und in derselben Zelle. Keiner von ihnen musste außerhalb der Haftanstalt versorgt werden. Sie wurden in einem getrennten Bereich untergebracht.

    Bei der Gefängnispolizei gab es fünf Positive, einen im März und vier im November.

    Todesfälle hat es glücklicherweise weder bei den Häftlingen noch beim Personal gegeben.

    Das Personal verfügt über die nötige persönliche Schutzausrüstung (PSA), die monatlich ins Gefängnis geliefert wird.

    Besuche sind derzeit ausgesetzt. Lediglich via Skype und unter Aufsicht sind Gespräche mit Menschen außerhalb der Anstalt möglich.

    Cëla enghe: 01



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  • Red Land: Doch keine Einsicht?
    Meran

    Die TAZ schrieb am Mittwoch, der revisionistische Film Red Land sei »nach Kritik von mehreren Seiten« von der Homepage der Gemeinde Meran »wieder entfernt« worden. Unserem Screenshot der — nach wie vor abrufbaren — ursprünglichen Presseaussendung ist jedoch zu entnehmen, dass der Film von Anfang an nur vom 8. bis zum 11. Februar hätte verfügbar sein sollen. Also im zeitlichen Umfeld des sogenannten Tages der Erinnerung.

    Dass nicht etwa Einsicht hinter der angeblichen Entfernung des Films steckt, legen auch die Aussagen von Elisabetta Rizzi (Abteilung Bildung und Kultur der Gemeinde Meran) nahe, die von Salto wie folgt zitiert wird:

    Wir verstehen diese unnötigen Polemiken nicht. Wir haben den Film gesehen, der in verschiedenen italienischen Gemeinden vorgeführt wurde. Wir haben die Rezensionen der Seite MyMovies angeschaut, die sagen, dass der Film das Gefühl der Orientierungslosigkeit des 8. September der verschiedenen beteiligten Parteien ausgewogen wiedergibt. Natürlich handelt es sich um einen Film, ein fiktionales Werk und nicht um ein Lexikon, doch wir bezeichnen es nicht als nazifaschistische Propaganda. Wir fühlen uns durch die Schirmherrschaften bestätigt, die von den Institutionen vergeben wurden und von der positiven Kritik, die wir auf der Webseite gelesen haben. Ich anerkenne, dass es ein heikles Thema ist und dass es sich für politische Spekulationen eignet, wenn man möchte.

    Übersetzung von mir (Original anzeigen)

    Non capiamo queste polemiche inutili. Abbiamo visto questo film, che è stato presentato in diversi comuni italiani. Abbiamo guardato le recensioni del sito di MyMovies e dicono che rappresenta con equilibrio la sensazione di smarrimento dell’8 settembre delle varie parti in causa. Ovviamente è un film, un’opera di fantasia non un’enciclopedia, ma non lo definiamo un’opera di propaganda nazifascista. Noi ci siamo sentiti rassicurati dai patrocini elargiti dalle istituzioni e dalle critiche positive che abbiamo letto sul sito. Riconosco che è un tema delicato e che se si vuole fare speculazione politica la si può fare.

    Übrigens ist jetzt auch klar, wer den Beschluss gefasst hat, den Film auf Kosten der Gemeinde anzumieten: Barbara Nesticò, Direktorin der Abteilung Bildung, Kultur und Sozialwesen. Dies ist der entsprechenden Verfügung zu entnehmen.

    Cëla enghe: 01



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