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  • Griechenland stimmt Nordmazedonien zu.

    Heute hat das griechische Parlament nach einer 40stündigen Rekordsitzung mit 153 zu 146 Stimmen dem neuen Namen der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien zugestimmt, die fortan Nordmazedonien heißen soll. Damit dürfte ein jahrelang schwelender Namensstreit beigelegt sein, der auf der Tatsache beruht, dass sich die geografische Region Mazedonien bzw. Makedonien — außer auf die frühere jugoslawische Teilrepublik — auch auf Griechenland, Bulgarien, Albanien und Serbien erstreckt.

    Vor allem Griechenland wollte verhindern, dass das nunmehrige Nordmazedonien die Bezeichnung Mazedonien für sich allein beansprucht.

    Mit der jetzt erfolgten Einigung, die dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras (Syriza) vonseiten der Opposition unter anderem den Vorwurf des Verräters eingebracht hat, dürfte Nordmazedonien der Erfüllung seines Wunsches deutlich nähergekommen sein, sowohl der EU, als auch der NATO beizutreten.

    Cëla enghe: 01



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  • Weil der Nationalstaat funktioniert ja nicht.
    Quotation

    Ich glaube, das, was wir [in der EU] bräuchten, ist kein anderes Narrativ, sondern sind gemeinsame Institutionen, die diesen Kontinent weiter demokratisieren, und die soziale Institution verstärken, auch gewerkschaftliche Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus. Weil der Nationalstaat funktioniert ja nicht. Und der Grund, warum die Nationalisten stärker werden, ist ja eben jener, dass der Nationalstaat nicht funktioniert.

    Aber dann müsste ja der Nationalstaat die Kompetenzen auf die EU-Ebene abgeben. 

    Ja.

    Machen sie aber nicht. 

    Stimmt und das stärkt die Nationalisten, weil nämlich der Mangel im Nationalstaat gespürt wird. Die Leute sehen, dass ihre Lebenswelt von der Politik nicht beantwortet wird, nicht kontrolliert wird, dass wirtschaftliche Interessen, die größer sind als der Nationalstaat, ungehemmt weiter arbeiten können. […]

    aus dem Interview mit dem Schriftsteller Doron Rabinovici im ‘iu-magazin’

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Einwanderung: Gut oder schlecht?

    Zwischen dem 4. und dem 17. Jänner 2019 wurde für das World Economic Forum in 29 größeren Staaten (fast) aller Weltregionen eine Umfrage zum Thema der Globalisierung durchgeführt.

    Ich will hier die Frage zur Einwanderung unter die Lupe nehmen. Diesbezüglich sticht nämlich Europa (aufgeteilt in »West« und »Ost mit Zentralasien«) als die einzige Weltregion heraus, in der eine negative Einstellung vorherrscht.

    Weltweit stimmen durchschnittlich 57 Prozent aller Befragten der Aussage zu, dass Immigrantinnen für das eigene Land eher gut sind.

    Unter diesem Durchschnitt befinden sich nur Lateinamerika und Karibik (55 Prozent), Westeuropa (46 Prozent) sowie Osteuropa und Zentralasien (40 Prozent). Im asiatischen Süden haben hingegen fast drei Viertel der Menschen eine positive Einstellung zur Immigration.

    Sieht man sich die nach einzelnen Staaten aufgeschlüsselten Ergebnisse an, herrscht in Saudi Arabien bei fast 80 Prozent der Menschen die Auffassung vor, dass Immigrantinnen für das eigene Land positiv seien. Es folgen Ägypten und Indien (beide 78 Prozent), Kanada (72 Prozent) und China (70 Prozent).

    Von den fünf westeuropäischen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, sind die Menschen nur im Vereinigten Königreich (60 Prozent) und Spanien (58 Prozent) mehrheitlich der Meinung, dass Immigration für ihr Land gut sei. Damit liegen sie auch über dem weltweiten Durchschnitt von 57 Prozent.

    Was Osteuropa und Mittelasien betrifft, halten sich positive und negative Einstellungen in Rumänien und in der Ukraine (beide 49 Prozent) die Waage, während in Polen (33 Prozent) und Russland (32 Prozent) nur ein Drittel der Menschen überzeugt sind, dass sich Immigration eher positiv auswirkt.

    Schlusslicht ist Italien (30 Prozent), wo die Auffassung vorherrscht, dass die Zugewanderten für das Land eher schlecht seien.

    Es gilt zwar zu berücksichtigen, dass es sich hier um eine ziemliche utilitaristische Betrachtung von Zuwanderung handelt. Doch die Werte dürften auch ein guter Indikator für die grundsätzliche Einstellung zur Migration sein.

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Ipes, il disagio è salvo.
    Quotation

    Quasi la metà delle 13mila abitazioni Ipes sono occupate da famiglie italiane e concentrate soprattutto nelle grandi città, Bolzano, Laives e Merano. Dunque quella della casa è sempre stata considerata più una necessità degli italiani, una popolazione di recente migrazione che possiede oggettivamente meno case di proprietà rispetto ai concittadini di lingua tedesca, e non ha masi da ereditare. Per anni quindi la competenza sull’edilizia abitativa era in mano a un assessore italiano, così come italiani erano molti funzionari dell’Ipes, tutto questo assetto ora verrà smantellato, con una conseguente marginalizzazione del mondo di lingua italiana.

    Questo dice il verde Riccardo dello Sbarba, citato da Salto (e non Alessandro Urzì, AAnC/FdI). Come dire: un vero peccato che questa competenza sociale non sia andata alla Lega. Prima gli italiani e poi le priorità sociali?

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Kommt die Bezirkspolizei?

    Wie Rai Südtirol berichtet, gibt es Pläne, aus Südtirols Gemeindepolizeien Bezirkspolizeien zu machen.

    Schon heute übernehmen oft die Polizeien größerer Ortschaften den Dienst auch für umliegende, kleinere Kommunen. Doch offenbar gibt es nun konkrete Pläne für eine umfassende Reform mit einheitlicher Regelung von Uniformen, Ausrüstung und Aufgaben. Die Rai beruft sich auf eine Auskunft von Landesrat Arnold Schuler (SVP).

    Die neuen Synergien hätten unter anderem die gemeinsame Abwicklung von bürokratischen Aufgaben auf Bezirksebene zur Folge, sodass mehr Zeit für die eigentliche Polizeiarbeit übrig bleiben würde.

    In Südtirol gibt es bis heute zahlreiche Gemeinden, die keinen Ortspolizeidienst eingerichtet haben — weder einen eigenen, noch in Kooperation mit anderen Kommunen. Dadurch sind gerade in ländlichen Gegenden Staatspolizei und vor allem Carabinieri oft die einzigen Ansprechpartnerinnen in diesem sensiblen Bereich. Doch diese Staatsorgane sind erfahrungsgemäß außerstande, flächendeckend einen zweisprachigen Dienst zu gewährleisten.

    Deshalb ist eine weitere Ausbreitung und Professionalisierung der Ortspolizeien auf Bezirksebene zu begrüßen. Zwar haben wir damit noch keine Landespolizei, die die staatlichen Ordnungskräfte ersetzt, doch es wäre ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung.

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Gesundheit: Zusammenarbeit in der Euregio.

    Vor wenigen Tagen trafen sich die Spitze des Südtiroler Gesundheitsbetriebes (Sabes) und die Geschäftsleitung der Tirol Kliniken zu einem Gedankenaustausch. Ziel der Zusammenkunft war es, die Festigung und den Ausbau der Zusammenarbeit zu besprechen.

    Beteiligt waren unter anderem

    • der neue Sabes-Generaldirektor Florian Zerzer;
    • der aus Südtirol stammende kaufmännische Direktor der Tirol Kliniken Stefan Deflorian;
    • der ehemalige Bozner Primar und nunmehrige medizinische Leiter der Tirol Kliniken Christian J. Wiedermann;
    • die Südtiroler Pflegedirektorin Marianne Siller und
    • Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler.

    Bei gemeinsamen Herausforderungen wie Ärztinnen- und Pflegekräftemangel, Informatisierung oder Qualitätsentwicklung wolle man sich gegenseitig mehr unterstützen. Bei der elektronischen Fakturierung gebe es seit kurzem bereits einen engen Austausch. Und in anderen Bereichen wie der Telemedizin, an der in beiden Landesteilen intensiv gearbeitet werde, könnte man laut Stefan Deflorian weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden.

    Christian J. Wiedermann hob hingegen hervor, wie »grundverschieden« die Gesundheitssysteme in Österreich und Italien seien. Man könne aber voneinander lernen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08



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  • Neue Schubladisierung.
    Work in progress

    ist — auch — ein Archiv. Es gehört mit zu unseren größten Vorlieben, in der Vergangenheit zu stöbern und somit Entwicklungen aufzuzeigen oder auf Widersprüche aufmerksam zu machen.

    Bislang wurden alle Blogbeiträge in sogenannte Kategorien eingeordnet, manche zusätzlich mit Schlagwörtern (Tags) versehen. Mit der Zeit wurde das System aber immer undurchsichtiger. Ein Beispiel: In einem Blogartikel genannte Parteien führten zu Kategorisierung1Kategorien »SVP«, »Vërc« oder »PD&Co.«, erwähnte Medien hingegen zu Verschlagwortung2Schlagwörter »Stol«, »Dolo« oder »Salto«. Warum? Nur weil es sich so entwickelt hatte.

    Ab sofort gibt es — unter jedem Eintrag in der Einzelansicht, die man durch Anklicken des Titels erreicht — mehrere Schubladen: Beiträge können, wo zutreffend und sinnvoll, Themen, Schlagwörter, Personen, Medien, Orte, Organisationen (Entities) und Sprachen zugeordnet werden. Das macht unsere Arbeit etwas aufwändiger (aber auch durchsichtiger), soll dann jedoch das Durchforsten unserer inzwischen über 4.300 Beiträge erleichtern.

    Viele Informationen gibt es bereits: sie wurden einfach in die neuen Schubladen (Taxonomies) verschoben. Andere werden wir erst nach und nach hinzufügen, weshalb bis zum Abschluss dieses Prozesses Wochen, Monate oder Jahre vergehen können. Das Ansinnen ist aber klar: das -Archiv fortschreitend/fortwährend zu optimieren und das Durchstöbern für die Lerserinnen (zu denen wir uns ja auch selbst zählen) angenehmer und intuitiver zu machen.

    Anregungen und sonstige Rückmeldungen jederzeit gerne.

    • 1
      Kategorien »SVP«, »Vërc« oder »PD&Co.«
    • 2
      Schlagwörter »Stol«, »Dolo« oder »Salto«

    Interna/ · · · · · BBD/ · Deutsch/

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  • Überbewertete Abwanderung?

    Im Internet stößt man immer wieder auf die bunten und oft informativen Landkarten, die von Jakub Marian zu verschiedensten Themen angefertigt werden. Eine hat mich in letzter Zeit besonders überrascht, nämlich jene, die den Anteil an Emigrantinnen aus einem bestimmten Land (auf Grundlage von UN-Daten aus dem Jahr 2015) zeigt. Ich habe sie nun in ein fades Balkendiagramm umgewandelt, das allerdings die Vergleichbarkeit erleichtert:

    Was kann man herauslesen? Zum Beispiel, dass die Abwanderung aus einem Land nicht notwendigerweise (allein) mit seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit korreliert. Dass Bosnien-Herzegowina an erster Stelle liegt, erstaunt mich deutlich weniger, als dass Spanien Schlusslicht in Europa ist — nur 2,7% der dort Geborenen1über die Staatsangehörigkeit der Abgewanderten sagt die Statistik nichts aus lebt (im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) im Ausland. Weit unten liegen nicht nur die skandinavischen Länder oder Deutschland, sondern auch die Türkei und Italien.

    Obschon im Stiefelstaat regelmäßig die hohe Abwanderung beklagt wird, findet sich dafür in der Statistik kein Beleg. Selbstverständlich erlauben diese Zahlen keine Aussage über das Alter oder den Bildungsstand der Abgewanderten — und trotzdem scheint die allgemeine Alarmstimmung fehl am Platz.

    Wenn wiederum Südtirol bezüglich Abwanderung staatsweit vorne liegt, sind wir möglicherweise gleichauf mit Österreich oder mit der Schweiz, von wo 6,7% bzw. 8,0% emigriert sind. Dass Südtirol überdurchschnittlich hohe Werte erreicht, erscheint mir nachvollziehbar:

    • erstens, weil ein Umzug innerhalb desselben Sprachraums hier bereits als Abwanderung ins »Ausland« gewertet wird (während etwa eine Sizilianerin, die nach Aosta bzw. eine Kielerin, die nach Garmisch umzieht, immer noch im Inland ist und in der Statistik gar nicht aufscheint) und
    • zweitens weil die Annahme naheliegt, dass Menschen — wenn sie denn emigrieren — eher in wirtschaftlich stärkere Gebiete oder in solche mit höherer Lebensqualität auswandern; nachdem Südtirol in beiden Disziplinen zur staatsweiten Spitze zählt, ist Auswanderung in andere Regionen des Staates zumindest weniger wahrscheinlich.

    Ferner absolvieren viele Südtirolerinnen aus sprachlichen Gründen ihr Studium im deutschsprachigen Ausland. Selbst wenn sie anschließend zurückkommen möchten, wird dies häufig durch die besonders strenge und bürokratische italienische Anerkennungspraxis verhindert.

    In jedem Fall sollten wir uns meines Erachtens weniger auf die Abwanderungszahlen konzentrieren, denn auf die Abwanderungsgründe und vor allem auf die Attraktivität unseres Landes für Zuzug aus dem Ausland und aus dem restlichen deutschen Sprachraum. Ein Minderheitengebiet sollte diesbezüglich auf möglichst große Vielfalt statt nationalstaatlicher Einfalt achten.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02 03 04 05

    • 1
      über die Staatsangehörigkeit der Abgewanderten sagt die Statistik nichts aus


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