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  • Erbitterter Widerstand gegen deutsche Ärztinnen.

    Autor:a

    ai

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    Rund ein Viertel der im öffentlichen Südtiroler Gesundheitswesen beschäftigten Ärztinnen (257 an der Zahl) sind — laut dem zuständigem Landesrat, Thomas Widmann (SVP) — zum heutigen Tag der deutschen Sprache nicht mächtig. Personal mit dem öffentlichen Gesundheitssystem konventionierter Privatkliniken ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

    Während einsprachig italienische Ärztinnen privat und (aufgrund von Ausnahmeregelungen) auch im öffentlichen Bereich in Südtirol arbeiten dürfen, ist dies umgekehrt — für deutschsprachige Ärztinnen — seit über einem Jahr nicht mehr möglich. Damals wurde die entsprechende Praxis der zuständigen Kammer abrupt beendet, Mitglieder ohne Nachweis von Italienischkenntnissen mussten vor die Tür gestellt werden.

    Sämtliche Versuche, die Gleichstellung der Sprachen wiederherzustellen, sind seitdem gescheitert. Gegen eine entsprechende Abänderung des vor seiner Verabschiedung stehenden Vereinfachungsgesetzes leistet nun eine Gruppe nationalistisch gesinnter Parlamentarierinnen der 5SB um die ehemalige Gesundheitsministerin Giulia Grillo erbitterten Widerstand. Auf ihrer Linie sind aber etwa auch der Verband der Ärztekammern und Luca Crisafulli, der auf Vorschlag der populistischen Bewegung in der Sechserkommission sitzt.

    Seiner fragwürdigen Interpretation, dass einsprachig deutsche (im Unterschied zu einsprachig italienischen) Ärztinnen gar EU-Recht widersprächen, steht jene des EU-Rechtsexperten Walter Obwexer (Uni Innsbruck) diametral entgegen, der schon im Vorjahr konstatiert hatte, dass die Gleichstellung nicht nur mit Unionsrecht konform sei, sondern von diesem geradezu vorgeschrieben werde. Laut einschlägiger Richtlinie (2005/36/EG, Art. 53, Abs. 2) wäre es nämlich im Sinne der Niederlassungsfreiheit und Arbeitsnehmerfreizügigkeit sogar diskriminierend, zur Einschreibung in die Berufskammern die Kenntnis von mehr als einer Amts- oder Verwaltungssprache abzufragen.

    Für die Einstellung im öffentlichen Sektor darf natürlich auch weiterhin der Zweisprachigkeitsnachweis verlangt werden.

    Aufs EU-Recht nimmt auch Senator Meinhard Durnwalder (SVP) in einer Stellungnahme für Salto Bezug. Kollegin Julia Unterberger sieht es ähnlich. Ex-Senator Karl Zeller (SVP) kündigt in einem gestern im Corriere erschienenen Interview gar an, die Ärztekammer verklagen zu wollen, wenn sie Anwärterinnen ohne Italienischkenntnisse auch weiterhin die Aufnahme verweigert.

    Lega-Chef Matteo Salvini (hallo Südtiroler Lega-Fans!) erteilte der Gleichberechtigung bei seinem gestrigen Wahlkampfauftritt in Bozen hingegen eine klare Absage — mit dem sonderbaren Argument, dass das Recht der Patientinnen gewahrt bleiben müsse, sich mit den Ärztinnen verständigen zu können. Offensichtlich gilt seine Sorge aber (prima gli italiani!) nur den italienischsprachigen Patientinnen, denn eine sofortige Entlassung der 257 Einsprachigen forderte er nicht.

    Indes erklärte Senatspräsidentin und — eh — Südtirolfreundin Elisabetta Casellati (FI) die bereits genehmigte (!) Abänderung zum Vereinfachungsgesetz, die die Gleichstellung hätte durchsetzen sollen, einfach für unzulässig und strich sie wieder aus dem Gesetz.

    In der Vorzeigeautonomie werden die verbrieften Rechte von rund 70% der Bevölkerung im wohl sensibelsten Bereich auch weiterhin systematisch behindert.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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  • CPI, pacche sulle spalle.
    Quotation · Complicità

    Mentre aspettiamo [l’arrivo di Giorgia Meloni (FdI)], compare il volto di Massimo Trigolo, consigliere circoscrizionale di CasaPound, lista ufficialmente “nemica” della coalizione di Zanin a causa della sudditanza – come la definiscono – nei confronti della Svp. Ma la realtà dimostra tutt’altro che un atteggiamento ostile con alcuni dei presenti (tanto da farci scappare qualche selfie). Dopo un’amichevole chiacchierata, con annessa pacca sulla spalla con le forze dell’ordine presenti, il consigliere si allontana ancora prima dell’arrivo della Meloni […]

    Elisa Brunelli su Salto – sottolineatura:

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02



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  • Può. Eventualmente. Affiancarsi.
    Quotation

    Nell’ottica di garantire la tutela della salute pubblica, la parificazione linguistica sancita dall’art. 99 dello Statuto, deve essere intesa nel senso che la conoscenza della lingua tedesca può eventualmente affiancarsi alla conoscenza della lingua italiana, da cui, comunque, non si può prescindere.

    Luca Crisafulli, membro delle Commissioni dei 6 e dei 12, esplicita in questo modo la sua interpretazione suprematistica dei concetti di tutela delle minoranze e di parificazione linguistica.

    Cëla enghe: 01 02 || 01 02 03



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  • Einsprachiges Messgerät im Landtag.

    Am 27. Juli hatte der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì (FdI) eine Anfrage ans Landtagspräsidium gerichtet, mit der er sich erkundigte, wer das Fiebermessgerät am Eingang des Landtags aus welchem Grund nach der Montage umprogrammiert hat, sodass nun die akustischen Mitteilungen nur noch auf Deutsch (und nicht mehr wie bis dahin: nur auf Italienisch) ertönen.

    Die Begründung von Generalsekretär Florian Zelger, der die Umstellung angeordnet und die Anfrage beantwortet hat, lautet: Auf dem Display des Messgeräts werde das Ergebnis der Messung farblich (rot oder grün) angezeigt. Das reiche. Die akustische Information könne nicht in mehreren Sprachen ausgegeben werden, weshalb man sich einerseits an der Erstsprache der Pförtnerinnen (Deutsch) orientiert habe, die das Display von ihrer Loge aus nicht einsehen können und somit akustisch informiert werden, ob die eintretenden Personen Fieber haben. Zudem seien die Mehrzahl der Landtagsabgeordneten und der Besucherinnen deutschsprachig.

    Ich finde sowohl die Anfrage als auch die Antwort suboptimal.

    • Bei Urzì schwingt wieder einmal mit, dass ihm italienische Einsprachigkeit lieber wäre als deutsche Einsprachigkeit. Letzteres ließe sich aber zumindest sprachpolitisch mit dem Prinzip der positiven Diskriminierung (affirmative action) rechtfertigen, zum Beispiel aufgrund der allgemeinen sprachlichen Situation im Lande.
      Wennschon sollte die Frage also lauten, warum sich der Landtag vor Anschaffung eines derartigen Geräts nicht erkundigt hat, ob es fähig ist, die Ergebnisse in mehreren Sprachen parallel auszugeben.
    • Die Antwort von Zelger wiederum geht nicht von sprachpolitischen, sondern nur von quantitativen Überlegungen aus, die hier meiner Meinung nach wenig Sinn ergeben. Eine etwaige positive Diskriminierung müsste nämlich auch (und gerade!) dann gelten, wenn die Minderheitensprache von wenigen Besucherinnen gesprochen wird und die Staatssprache von vielen.
      Zudem blendet die Antwort aus, dass es sehbehinderte Menschen gibt, für die die akustische Information sehr wohl relevant (und nicht nur ein netter Zusatz) ist.

    Ohne dafür einen Beweis zu haben gehe ich aber ohnehin eher davon aus, dass beim Ankauf des Gerätes geschlampt wurde. Anstatt eine wirklich mehrsprachige Messstation zu erwerben wurde eine ausgesucht, die entweder die eine oder die andere Sprache berücksichtigt.

    Mit einer sorgfältigen Recherche hätte man unter Umständen vielleicht sogar ein Gerät mit frei programmierbarer Sprachausgabe finden können: dann hätte sogar Ladinisch berücksichtigt werden können — jene Sprache in Südtirol, die eine positive Diskriminierung am dringendsten nötig hätte.

    Cëla enghe: 01 02



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  • FNOMCeO ancora contro il tedesco.

    La Federazione degli Ordini dei Medici (FNOMCeO), per bocca del proprio Presidente, torna ad attaccare la parificazione del tedesco all’italiano in Sudtirolo. In un comunicato — collocato in primissimo piano sul sito della federazione — Filippo Anelli si scaglia contro il progetto che renderebbe la padronanza di una delle due lingue «requisito sufficiente di conoscenza linguistica necessaria per l’esercizio delle professioni sanitarie».

    Non sapevo che la provincia di Bolzano fosse stata annessa all’Austria – ironizza -. La lingua ufficiale del nostro Paese, del nostro Servizio sanitario nazionale, è ancora l’italiano.

    — Filippo Anelli

    Ironia razzista e discriminatoria che denota l’incapacità totale di immaginare (e di accettare) che in una porzione dello stato vi sia una seconda lingua equiparata a quella «nazionale». Questo basta a ritenere che tale territorio debba essere stato annesso da un altro paese.

    Comprendiamo l’importanza del bilinguismo in Alto Adige – ammette Anelli – e, anzi, lo appoggiamo, in ottemperanza all’articolo 20 del nostro Codice deontologico, che considera il tempo della comunicazione quale tempo di cura. La comunicazione è dunque parte essenziale della relazione di cura e deve essere modulata in base alle conoscenze del paziente.

    — Filippo Anelli

    Bene, e allora per quale ragione ci si scaglia contro una misura che concederebbe ai monolingui tedeschi quel che già oggi è concesso ai monolingui italiani? Più precisamente: se davvero la FNOMCeO appoggiasse il bilinguismo (e non si limitasse a combattere il tedesco) per quale ragione non si è mai scagliata contro l’imperante monolinguismo italiano e contro le mille e una deroga all’obbligo di bilinguismo vigente in questa terra?

    Di fatto, però, questa misura attua la separazione normativa della provincia di Bolzano dal Servizio sanitario nazionale, modificando i requisiti e i titoli che la normativa prevede per praticare la professione medica in Italia, tra i quali la conoscenza della lingua italiana, da accertarsi, per i medici stranieri, all’atto dell’iscrizione all’Ordine – argomenta Anelli -. In altre parole, si consente ai medici austriaci di esercitare nella provincia di Bolzano senza che abbiano conoscenza della lingua italiana, creando una sorta di extraterritorialità rispetto al resto del territorio nazionale.

    Ecco la risposta. Il monolinguismo va bene finché è monolinguismo italiano, perché non da luogo alla fantomatica «extraterritorialità» del Sudtirolo, mentre la parificazione del tedesco è da considerarsi «annessione all’Austria» (ironicamente, beninteso). Ovvero: alla FNOMCeO il bilinguismo in quanto tale non interessa un fico secco, basta che non si intacchi l’unità (linguistica) nazionale. Ipocrisia allo stato puro.

    Spero vivamente che anche i più sprovveduti capiscano che l’Italia è e rimane strutturalmente incapace a concepire (e a maggior ragione a valorizzare) una situazione di vero pluralismo linguistico.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 || 01 02 03 04



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  • Sabes: Mit der Zweisprachigkeit haperts.
    Ein konkretes Beispiel

    In letzter Zeit hatte ich leider mehrmals mit dem Gesundheitsbetrieb (und hier speziell mit dem Krankenhaus Meran) zu tun. Wobei sich mein »leider« auf die Selbstverständlichkeit bezieht, dass man lieber gesund ist und (umso mehr im Coronajahr) die Krankenhäuser meidet — denn im Großen und Ganzen war ich mit der Versorgung und der Professionalität sowie der Freundlichkeit des Personals äußerst zufrieden.

    Eine große Ausnahme bildet die Mehrsprachigkeit, die sehr zu wünschen übrig lässt.

    Wenn man als Patient schon immer wieder sprachliche Abstriche hinnehmen muss, weil ein nicht unerheblicher Teil des Personals einsprachig ist, würde man sich doch erwarten dürfen, dass wenigstens drumherum penibelst darauf geachtet wird, dass alles den Vorschriften entspricht. Doch weit gefehlt: Etwa auch bei vorgefertigten Formularen stößt man aus sprachlicher Sicht auf eine Nachlässigkeit, die durch nichts zu rechtfertigen ist.

    Ein Beispiel sind etwa die Ausdrucke, mit denen man zu einem Schalter geschickt wird, um die Ticketgebühr zu begleichen:

    Die Verzerrung des Bildes liegt daran, dass ich das Foto im Gehen — kurz vor Abgabe des Wisches — geschossen und mit einem Bildbearbeitungsprogramm entzerrt verschlimmbessert habe. Schwärzungen von mir.

    • Die Landesbezeichnung »Provincia autonoma di Bolzano« ist einsprachig. Wir alle erinnern uns noch daran, welches Chaos es (auf Staatsebene!) hervorgerufen hat, als »Südtirol« in einem einzigen Landesgesetz nicht mit dem A.-Wort, sondern mit Provincia autonoma di Bolzano übersetzt werden sollte. Eine einsprachig italienische Landesbezeichnung auf tausenden Zetteln beim Gesundheitsbetrieb scheint hingegen gar niemandem aufzufallen.
    • Dass es sich um eine bereits erbrachte Leistung handelt, steht auf dem Ausdruck riesengroß drauf. Ausschließlich auf Italienisch. Neben »erogata« hatte »erbracht« wohl nicht mehr Platz. Pech gehabt.
    • Die abgekürzte Monatsbezeichnung auf dem Datumstempel — ebenfalls nicht zweisprachig.
    • Die einsprachigen Kürzel mögen zwar weniger auf- und ins Gewicht fallen, sie sind aber auch allesamt einsprachig italienisch. »U, B, D, P« steht für urgente, breve, differita und programmata; »S, H« für suggerita und ricovero ospedaliero (H für hospital); »Assist. SSN« für assistito sistema sanitario nazionale; »ctr« für controllo.

    Wenn es das Land und der Gesundheitsbetrieb mit der Zweisprachigkeitspflicht ernst meinen würden, wäre so etwas nicht möglich.

    Übrigens: Mit diesen Zetteln wird man als Kranker von der Abteilung zur Kassa geschickt. Die Quittung muss man dann wieder durch das Labyrinth des Krankenhauses in die Abteilung zurückbringen, bevor man nach Hause darf. Während also die Versorgung zumindest in meinem Fall top war, scheint es bei der Organisation noch sehr viel Luft nach oben zu geben.

    Hinweis an den Gesundheitsbetrieb: Dieser Bericht ist ausdrücklich nicht eine Genehmigung, meine Krankengeschichte publik zu machen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 || 01 02 03 04 05



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  • Belarus ist nicht Katalonien.

    L’Estaca des katalanischen Komponisten und Sängers Lluís Llach hat sich über die letzten Wochen zu einer Hymne der Protestbewegung in Belarus entwickelt. Llach war in den 1960ern und -70ern im antifranquistischen Widerstand tätig, begründete 2012 die Assemblea Nacional Catalana mit und wurde 2015 für das separatistische Bündnis Junts pel Sí (JxS) ins katalanische Parlament gewählt. Seit 2018 arbeitet er mit dem von Carles Puigdemont im belgischen Exil gegründeten Consell per la República zusammen.

    Ich möchte hiermit an die historische Verantwortung des weltoffenen unionistischen Lagers in Südtirol appellieren: Jemand aus dem erlesenen Kreise muss den Belarusinen dringendst erklären, dass die Estaca unmöglich eine Hymne ihrer Protestbewegung sein kann. Katalonien und Belarus kann man nicht vergleichen. Es dennoch zu tun ist höchst provinziell!

    Im Übrigen wäre es naiv zu denken, dass Putin jemals eine Demokratisierung von Belarus erlauben würde.

    Cëla enghe: 01 02 03 | 04



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