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  • Gesundheit: Zweisprachigkeit weiter aufgeweicht.
    Freiwillige Abwicklung eines Grundpfeilers der Autonomie

    Schritt für Schritt werden im öffentlichen Gesundheitswesen die Zweisprachigkeitspflicht aufgeweicht und das Recht auf Gebrauch der Muttersprache außer Kraft gesetzt.

    Zuerst wurde Ärztinnen eine Dreijahresfrist eingeräumt, um berufsbegleitend die zweite Sprache zu erlernen. Letzte Woche nun wurde dieser Zeitraum wie befürchtet um 67% erhöht — auf fünf Jahre. Sage und schreibe 26 Landtagsabgeordnete stimmten dieser Regelung zu, fünf enthielten sich und nur eine stimmte dagegen.

    Eine von den Grünen vorgeschlagene (Übergangs-)Lösung mit einem Dolmetschdienst, die die Lage zumindest aus Sicht der Patientinnen hätte vorläufig entspannen können, wurde dagegen vor wenigen Wochen versenkt.

    Franz Ploner (TK) schlug im Rahmen der Debatte sogar vor, die Frist im Bedarfsfall noch einmal auf zehn Jahre zu verdoppeln, de facto eine Abschaffung der Zweisprachigkeitspflicht und des Rechts auf Sprachwahl im Gesundheitswesen. Landesrat Widmann (SVP) bedauerte — ja: bedauerte! —, dass dies rechtlich nicht möglich sei.

    Schon die Dreijahresfrist ließ befürchten, dass betroffene Ärztinnen bei Ablauf — mangels Pönalen — einfach den Dienst quittieren, statt sich im eingeräumten Zeitraum ernsthaft um den Erwerb der zweiten Sprache zu bemühen.

    Höchst erstaunlich ist aber auch die Begründung von Sabes-Generaldirektor Florian Zerzer für seine Genugtuung über die Fristverlängerung auf fünf Jahre: Es habe sich abgezeichnet, dass einige Fachkräfte die Zweisprachigkeitsprüfung am Ende der drei Jahre nicht geschafft hätten. Der Gesundheitsbetrieb müsse zudem bei der Organisation der Sprachkurse noch besser werden.

    Es wird also einer der Grundpfeiler der Autonomie — vorläufig — außer Kraft gesetzt. Doch anstatt auf die Rechte der Bürgerinnen, wird das Hauptaugenmerk auch weiterhin nur auf die Schonung des Personals gelegt. Nicht einmal ordentliche Sprachkurse wurden organisiert, wie schon mehrmals bemängelt wurde und wie Zerzer nun einzuräumen scheint.

    Wenn Ärztinnen am Spracherwerb scheitern könnten, wird einfach die Frist verlängert. Was kommt als nächstes? Wird das Niveau der Zweisprachigkeitsprüfung gesenkt?

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 || 01 02 03 04 05



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  • Ce lo ha insegnato… lui.
    Quotation · Emilio Comici

    Noi viviamo di sensazioni, intese nel senso più nobile della parola. Ognuno ha le proprie, altrimenti la vita sarebbe inutile e vuota. Ma per vivere compiutamente bisogna pure arrischiare qualcosa. Il Duce ha insegnato così.

    Emilio Comici (*1901 †1940), fascista convinto, alpinista, commissario prefettizio di Sëlva dal 1938 sino alla morte.

    Nella sua città natale, Trieste, gli è stata intitolata una via. In Sudtirolo, ben due rifugi alpini. Solo nel 2010, inoltre, gli è stato dedicato un monumento a Sëlva. Forse sarebbe ora di cambiare registro.

    Cëla enghe: 01 02 || 01 02



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  • PSOE überträgt ›Ducado de Primo de Rivera‹.

    Die geschäftsführende spanische Regierung von Pedro Sánchez (PSOE) hat den Übergang des Titels als »Duque de Primo de Rivera con grandeza de España« vom 2018 verstorbenen Neffen auf den Großneffen von José Antonio Primo de Rivera im staatlichen Amtsblatt angekündigt. Dreißig Tage haben nun etwaige andere Anwärterinnen Zeit, den Herzogstitel für sich zu reklamieren.

    Dieser war 1948 von Diktator Francisco Franco erschaffen worden, der ihn posthum dem Gründer der faschistischen Partei Falange Española, José Antonio Primo de Rivera y Sáenz de Heredia (*1903 †1936), verlieh. Da dieser keine Nachkommen hatte, wurde der Titel gleichzeitig an seinen jüngeren Bruder, den früheren Landwirtschaftsminister (1941-1945) von Francisco Franco, Miguel Primo de Rivera y Sáenz de Heredia (*1904 †1964), vererbt. Miguel trug den gleichen Vornamen wie sein und José Antonios Vater Miguel Primo de Rivera y Orbaneja (*1870 †1930), der Spanien von 1923 bis 1930 diktatorisch regiert hatte.

    Die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez war unter anderem angetreten, die franquistischen Adelstitel auszudünnen. Nachdem sie dies verabsäumt hat, ist sie nun »gezwungen«, bei der Vererbung des Ducado nicht nur tatenlos zuzusehen, sondern auch noch aktiv mitzuwirken. Europa, 2019.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01



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  • Die ›einsprachige‹ Zsigmondy.

    Neulich waren wir bei der Zsigmondyhütte in den Sextner Dolomiten, die 1999 mit anderen im Faschismus vom Staat geraubten Schutzhütten in den Besitz des Landes Südtirol übergegangen war. Sie wurde noch bis 2010 vom CAI geführt, seit 2015 steht sie unter der Verwaltung einer paritätischen Kommission aus Land, AVS und CAI.

    Nach wie vor prangt das Wappen des CAI (Sektion Padua) auf der Fassade. Was ich jedoch erstaunlicher finde, ist die einsprachige Beschriftung als »Rifugio«. Während für »Hütte« offenbar kein Platz war, musste unbedingt der Name des Bergsteigers und faschistischen Amtsbürgermeisters von Sëlva, Emilio Comici, dazugepappt werden.

    Ich frage mich auch, auf welche Zeit die Beschriftung zurückgeht. Auf die Führung durch den CAI vielleicht? Das kann eigentlich nicht sein, so sensibel und… ähm… vorbildlich der Verein doch beim Thema Zweisprachigkeit (und Zweinamigkeit) ist. Oder wurde die Hüttenbezeichnung nach 2010 neu aufgemalt, als sie längst in Landesbesitz war und auch der AVS schon mit im Boot saß? Wohl eher nicht.

    Wie dem auch sei: Im Notfall müssen Deutschsprachige mit Italienisch oder Englisch Vorlieb nehmen. Obwohl laut CAI im Gegenzug ein deutsch klingender Ortsname nicht zumutbar wäre. Zweierlei Maß, wie gehabt.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03 04 05 06 ||



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  • Sanità: Estensione del monolinguismo?

    Il rappresentante 5S nella Dieta sudtirolese, Diego Nicolini, con mozione 146/19 aveva proposto di estendere da tre a ben sei anni la deroga all’obbligo di bilinguismo nel sistema sanitario pubblico del Sudtirolo. Nel giustificare il rifiuto di tale proposta, oggi, l’assessore competente Thomas Widmann (SVP) ha annunciato che con legge omnibus da approvare in settimana la deroga sarà già portata a cinque anni.

    Il governo sudtirolese intende dunque adeguarsi alla richiesta fatta dall’Anaao — lo stesso sindacato che sta portando avanti una battaglia senza quartiere contro la formazione medica secondo il modello austriaco.

    Commentando su questo blog, il rappresentante dei Verdi e avvocato Felix von Wohlgemuth qualche mese fa aveva scritto che le pressioni di Anaao non sarebbero servite a nulla, in quanto per le assunzioni fisse nel settore pubblico il bilinguismo sarebbe un requisito inderogabile e i contratti a termine oltre i tre anni non sarebbero ammessi.

    Vedremo chi ha ragione, ma solitamente al peggio non c’è mai limite.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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  • Landtag: Deutsch vermutlich nicht nötig.
    Datenschutzfortbildung einsprachig

    In Beantwortung einer Anfrage (274/19) der Freiheitlichen, die wissen wollten, warum eine Fortbildung für Mitarbeiterinnen des Landtags zum Thema Datenschutz nur in italienischer Sprache angeboten wurde, bringt Landtagspräsident Josef Noggler (SVP) skurrile Begründungen ins Spiel.

    Zwar wäre der Referent in der Lage gewesen, den Kurs auch auf Deutsch und »sogar in Ladinisch« (sic) zu halten, von einem Kurs in deutscher Sprache habe man jedoch abgesehen, »nicht zuletzt auch um Steuergelder einzusparen«.

    Ein ehemaliger Landeshauptmann wollte jeder Südtirolerin — sprichwörtlich — einen Hubschrauber zur Verfügung stellen, wenn dies nötig gewesen wäre, um den Fortbestand der deutschen (und der ladinischen?) Sprache zu sichern. Der heutige Landtagspräsident derselben Partei spart hingegen lieber ein paar hundert Euro auf Kosten der Zweisprachigkeit.

    Noch absurder ist aber die tieferliegende Argumentation: Es stimme, dass in der öffentlichen Verwaltung die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht vorgesehen ist, deshalb müssten auch alle öffentlichen Bediensteten einen Zweisprachigkeitsnachweis erbringen.

    Man nahm an, dass sämtliche Mitarbeiter des Landtages beider Sprachen mächtig sind bzw. beide Sprachen verstehen.

    — Landtagspräsident Noggler (SVP)

    Irgendwie scheint Herr Noggler das Prinzip der mehrsprachigen Verwaltung und des Rechts auf Gebrauch der eigenen Sprache nicht verinnerlicht zu haben. Es ist nämlich für Inhaberinnen eines Zweisprachigkeitsnachweises keineswegs aufgehoben — das wäre hanebüchen und widersinnig.

    Da man vermutete, dass diesbezüglich keine Notwendigkeit besteht, wurde auch kein entsprechendes Angebot eingeholt. Künftige Kurse werden –nicht zuletzt auch auf Grund dieser Anfrage –allesamt zweisprachig angeboten, unabhängig von möglichen Kosteneinsparungen.

    — Landtagspräsident Noggler (SVP)

    Die Mehrsprachigkeit bzw. den Verzicht darauf — umso mehr in dieser Weinerlichkeit — mit Einsparungen in Verbindung zu bringen, steht einer Minderheitspartei wie der SVP nicht gut zu Gesicht.

    Sprachliche Minderheiten haben es so an sich, dass sie meist auch die Mehrheitssprache beherrschen. Sich also darauf zu berufen, um die Minderheitensprache zu vernachlässigen, ebnet den Weg in die »nationale« Einsprachigkeit und führt die Idee von Minderheitenschutz als solche ad absurdum.

    Es sei gesagt, dass ich nicht der Meinung bin, dass jeder Kurs unbedingt in zwei oder drei Sprachen angeboten werden muss, wenn einigermaßen auf ein Gleichgewicht zwischen den Sprachen geachtet wird.

    Eine Argumentation, wie sie der Landtagspräsident hier ins Feld führt, geht aber gar nicht.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02



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  • Katalonien ehrt Camps und Rackete.

    Das katalanische Parlament hat gestern Òscar Camps (in Vertretung der NRO Proactiva Open Arms) und die Kapitänin Carola Rackete (in Vertretung der NRO Sea Watch e. V.) für ihre Rolle bei der Rettung von Menschenleben im Mittelmeer mit der Ehrenmedaille des Parlaments in Gold ausgezeichnet.

    Foto © Parlament de Catalunya.

    Roger Torrent (ERC, links im Bild), aus dessen Händen die Geehrten die Medaillen erhielten, bedankte sich im Namen des Parlaments — dem er als Präsident vorsteht — für die wichtige Arbeit, die die beiden NROs leisten. Die Anerkennung solle zeigen, dass die katalanische Bevölkerung sich durch ihr Parlament an die Seite derjenigen stelle, die im Mittelmeer Leben retten. Camps und Rackete seien »das Gesicht [und] die Stimme eines humanen, solidarischen Europa«, das das Mittelmeer von einem Friedhof wieder in eine Brücke zwischen Kulturen, in einen Begegnungsort verwandeln wolle. Die Menschenrechte stünden über allem, niemals dürfe auf ihre Verteidigung verzichtet werden, so Torrent.

    Foto © Parlament de Catalunya.

    Die Laudatio auf die beiden Geehrten hielt Pep Guardiola, der seit 2011 ebenfalls Träger der Auszeichnung ist.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02



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