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  • Lebensqualität: Südtirol staatsweit vorn.
    Die mehrjährige Entwicklung gleicht einer Achterbahnfahrt

    Die Wirtschaftszeitung ItaliaOggi hat wieder ihr jährliches Ranking zur Lebensqualität in den Provinzen des italienischen Staates veröffentlicht, das sie in Zusammenarbeit mit der römischen Sapienza-Universität ausarbeitet.

    Derselben Untersuchung zufolge war Südtirol 2016 vom zweiten auf den staatsweit achten Platz abgerutscht, um nunmehr wieder — wie zuletzt vor genau zehn Jahren — die Führung zu übernehmen.

    Auf Südtirol folgen in der diesjährigen Wertung Trient und Belluno, die ihre Vorjahresplätze behalten, während Vorjahressieger Mantua mit Südtirol den Platz tauscht und nunmehr an achter Stelle liegt.

    In den einzelnen berücksichtigten Bereichen belegt Südtirol:

    • Handel und Arbeit: Rang 1 von 110 (Vorjahr: 1)
    • Umwelt: Rang 4 (4)
    • Kriminalität: Rang 46 (15)
    • Soziale Not: Rang 14 (93)
    • Demographie: Rang 1 (1)
    • Dienstleistungen (Finanz und Schule): Rang 18 (18)
    • Gesundheitssystem: Rang 27 (25)
    • Freizeit: Rang 11 (8)
    • Lebensstandard: Rang 98 (106)

    Die Wissenschaftlichkeit und Aussagekraft solcher Rankings, wie sie zum Beispiel auch die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore erstellt, ist sehr umstritten.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01



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  • Riesiges Hakenkreuz zerstört.

    Vor wenigen Tagen hatte ein Baggerfahrer im Bereich des Hamburger Hein-Klink-Stadions ein vier mal vier Meter großes Hakenkreuz aus Beton freigelegt, als er dabei war, die Baugrube zur Errichtung neuer Umkleidekabinen auszuheben. Wie inzwischen rekonstruiert werden konnte, soll an ebenjener Stelle früher ein wuchtiges Nazidenkmal gestanden haben, dessen Fundament die Form eines Hakenkreuzes gehabt haben könnte.

    Nur fünf Tage nach dem Fund ließen die hanseatischen Behörden einen Bagger mit Hydraulikhammer anrücken, um die »fürchterliche Nazi-Hinterlassenschaft« (O-Ton David Erkalp, CDU) zu zerstören.

    Wie groß das Unbehagen bei NPD- und AfD-Wählerinnen war, ist unbekannt.

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  • Plodn ist friaulisch.

    Gestern hat das römische Abgeordnetenhaus letztgültig beschlossen, die Gemeinde Plodn von der Region Venetien (Belluno) abzutrennen und der autonomen Region Friaul-Julien (Udine) anzugliedern. Diesen Wunsch hatte die betroffene Bevölkerung 2008 in einer Abstimmung klar (95 Prozent Jastimmen) zum Ausdruck gebracht.

    Plodn ist eine von mehreren deutschen Sprachgemeinschaften in Norditalien, der bairische Dialekt konnte sich bis heute halten.  Obschon das Gemeindegebiet an Kärnten grenzt, sind die Verbindungen zu Süd- und Osttirol — von woher viele der ursprünglichen Siedlerinnen stammen sollen — seit jeher stark. Neben Italienisch, Friaulisch und Slowenisch ist Deutsch schon heute in Friaul-Julien eine anerkannte Sprache.

    Die ladinischen Gemeinden von Souramont (Anpezo, Fodom und Col), deren Bevölkerung sich schon 2007 für eine Angliederung an Südtirol ausgesprochen hatte, warten indes nach wie vor auf die Umsetzung ihres Wunsches.

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  • Katalonien, China führt EU vor.

    Die Folgen der europäischen Politik des Wegsehens und des kurzsichtigen Verzichts auf ihre eigenen Werte droht sich bereits zu rächen. Der katalanischen Nachrichtenagentur ACN zufolge hätte China darauf bestanden, die Lage in Katalonien kurzfristig auf die Tagesordnung eines Treffens mit EU-Abgeordneten zu setzen, das vor einer Woche in Straßburg stattgefunden hat.

    Wang Xiaochu, Vizevorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im Nationalen Volkskongress, habe für das Vorgehen des spanischen Zentralstaats und der EU Verständnis gezeigt und sich gleichzeitig erkundigt, ob die Haltung der EU — dass es sich bei Katalonien um eine interne Angelegenheit handle — fortan auch für Tibet und das uigurische Xinjiang gelte.

    Joe Leinen, sozialdemokratischer Vertreter der europäischen Delegation, habe diese Schlussfolgerung zurückgewiesen, da die jeweiligen Situationen nicht miteinander vergleichbar seien.

    Das mag richtig sein. Dass die politische Glaubwürdigkeit der EU bröckelt, ist jedoch kaum von der Hand zu weisen.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02



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  • Alpini wählen Leitspruch von Mussolini.

    Nach 2012 in Bozen findet das Fest der italienischen Gebirgsjäger im kommenden Jahr schon zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit in der Euregio statt. Diesmal heißt der Schauplatz Trient, wo manche insbesondere das Timing — 100 Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs, das zur Annexion von Tirol bis zum Brenner durch das italienische Königreich führte — als Provokation empfinden.

    Nicht besonders hilfreich war da auch die mehr als unglückliche Aussage, man wolle mit der Veranstaltung auch der vielen Trentiner gedenken, die »als Italiener mit der falschen Uniform« gekämpft hätten, wie die Alpini-Vereinigung ANA vor rund einem Jahr verlautbarte. Gemeint war die Uniform des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs.

    Dieselbe ANA, der seit wenigen Jahren auch die lange Zeit geächteten Alpini der faschistischen Republik von Salò angehören, hat nun mit dem Motto für den Aufmarsch von 2018 noch eins draufgesetzt. Es lautet:

    »Per gli Alpini non esiste l’impossibile«.

    Dieser Leitspruch wurde von italienischen Gebirgsjägern während des zweiten Weltkriegs in die Felswand des Hügels »Doss Trento« gemeißelt, wo er nach wie vor prangt. Dabei handelt es sich um die verkürzte Form von »Per gli Alpini d’Italia non esiste l’impossibile«, einem Motto, das sich Diktator Benito Mussolini persönlich ausgedacht hatte — und das nur deshalb verkürzt werden musste, weil die Felswand zu klein war.

    Warum man sich für Trient 2018 nicht gleich für »Credere – Obbedire – Combattere« entschieden hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01 02 03 04 05



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  • Bedenkliche Allianz in Branzoll.

    Gestern haben sowohl in Branzoll, als auch in S. Martin de Tor Gemeinderatswahlen stattgefunden. In der mehrheitlich italienischsprachigen Gemeinde des Unterlandes heißt die neue Bürgermeisterin Giorgia Mongillo. Sie wurde von der Liste Democratici sul territorio, der SVP und Centrodestra Bronzolo-Branzoll unterstützt, wobei letztere ein Zusammenschluss von A. Adige nel Cuore, Fratelli d’Italia, Lega Nord und Direzione Italia ist

    Damit ist die Volkspartei mitverantwortlich, dass fortan eine weitere Gemeinde von italienischen Rechtsparteien mitregiert wird. Dies ist schon in der benachbarten Stadt Leifers sowie in Bruneck und Meran der Fall.

    Wofür die Rechtsparteien, mit denen die SVP nun koaliert, in unterschiedlichem Ausmaß stehen, sei hier beispielhaft vergegenwärtigt:

    • Rassistische, fremdenfeindliche und homophobe (ja: homophobe) Positionen.
    • Mangelhafte Abgrenzung — respektive fließender Übergang — zu neofaschistischen Organisationen.
    • Ablehnung von Abriss oder Historisierung faschistischer Symbolik in Südtirol.
    • Unverhohlene Gewaltandrohung gegen Südtiroler Unabhängigkeitsbefürworterinnen und Erteilung entsprechender Denkverbote.
    • Vehemente Ablehnung und Bekämpfung jeglicher Lösung der Ortsnamenfrage, die nicht die Beibehaltung aller Namensfälschungen von Ettore Tolomei beinhaltet.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08



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