Stetes Abdriften.

Im Rummel um die Erscheinung des neuen Scherzartikels der italienischen Politik (Popolo oder doch Partito delle Libertà?) ist die abermalige Wiedergründung der faschistischen Partei durch einen ehemaligen Minister mediatisch etwas untergegangen. Wohl auch im Ausland.

Besorgniserregend ist dabei gar nicht die abermalige rechte Abspaltung (nach Pino Rauti, Alessandra Mussolini oder hierzulande Donato Seppi) von Alleanza Nazionale — die sich immer wieder, immer noch als Brutstätte dunklen Gedankenguts entpuppt. Wesentlich schlimmer wiegt die Tatsache, dass Berlusconi als anerkannter Oppositionsführer bei der Taufe dieser neuen Partei anwesend war, und auch sonst kaum kritische Worte zu sehr beunruhigenden Aussagen ihrer neuen Führungsspitze gemacht wurden. Nach wie vor entrinnt Italien wohl aufgrund der Lächerlichkeit seiner politischen Klasse der öffentlichen Entrüstung ob der Gefährlichkeit mancher politischer Ausartung. Es gilt jedoch zu unterstreichen: Diese faschistische Partei ist kein isolierter Akteur des italienischen Polittheaters, sondern bereits Teil einer Mitterechtsallianz, die bald schon die Geschicke des Landes in die Hand nehmen könnte.
Destra 2.

Destra 1.Aus dem Blickwinkel des Unabhängigkeitsbefürworters frage ich mich nun nicht, ob diese Partei der erlangten Eigenregierung und dem Gleichgewicht in Südtirol gefährlich werden könnte – das glaube ich nämlich nicht. Eine viel stringentere Frage ist, was unser Interesse sein kann, weiterhin an einem derartigen politischen System teilzuhaben. Welchen Vorteil, welchen Fortschritt kann es uns bringen, wenn nicht den Fortschritt in den gesellschaftlichen, politischen, institutionellen Abgrund? Lasst uns die Anker lichten.

Rückkehr des Bewährten.

Nach einer längeren Phase der »gemeinsamen Führung« des Blogs, die – leider, augenscheinlich – nicht als solche funktioniert hat, habe ich [in Eigenregie] beschlossen, zum früheren System der Rubriken zurückzukehren. Inhalte wurden nicht gelöscht, sondern in die jeweiligen »Sparten« verschoben, die in der rechten Seitenleiste verlinkt sind.

Ich bin mir der potenziellen Sprengkraft dieser nicht gerade basisdemokratischen Entscheidung bewusst, ich nehme sie jedoch in Kauf, um als leitender »Redakteur« wieder die Zügel von BBD in die Hand zu nehmen und eine gewisse Balance herzustellen. Manche Exzesse der letzten Wochen sollen sich nicht wiederholen.

Nachtrag: Nach der von ihm als Rausschmiss empfundenen Wiederherstellung des Rubriken-Systems hat Étranger — wie von mir angeregt — bereits ein eigenes Blog gegründet. Ich verstehe Segnavia als Partnerblog von BBD, ohne gegen die Intention des Autors verstoßen zu wollen.

Nachtrag II: Valentin[o] hat auch Blaun ein neues Kleid gegeben.

Vierter November.

Am Anfang der Era Fascista stand […] einerseits ein Nichtereignis, andererseits eine jener eitlen Possen, die Mussolini einzunehmen pflegte, wenn er’s mit Frauen, zumal mit großen, zu tun bekam. Bis 1924 hatte – wie ich mich später unterrichten ließ – kein Mensch in der Partei oder im Land daran gedacht, eine faschistische Zeitrechnung zu inaugurieren. In jenem zweiten Jahr nach der faschistischen Machtergreifung aber schenkte Mussolini der Schauspielerin Emma Gramatica eine Photographie mit eigenhändiger Widmung und markanter Unterschrift: Benito Mussolini, Roma, am Soundsovielten, Jahr II. Era Fascista (E. F.). Die Idee war ihm offensichtlich plötzlich durch den Kopf geschossen wie so viele vor- und nachher, doch da er sich in sie verliebt hatte, wurde aus der momentanen Eitelkeit eine Mode und aus der Mode ein Gebot: und damit galt die Era Fascista als neue, zunächst noch der christlichen nebengeordnete Zeitrechnung, später als allein gültige und erlaubte, bis sie eines Tages, im Jahre XXI., verschwand, ebenso unvermittelt, wie sie in Lauf gesetzt worden war – eine falsche Münze, von der Geschichte eingezogen…
Wie dem auch sei. Der 28. Oktober wurde gefeiert wie ein echter Neujahrstag: wir hatten schulfrei, die Geschäfte hielten geschlossen, in den Zeitungen standen Artikel über Rückblick und Ausblick. Wir Kinder hatten gegen dieses herbstliche Vizeneujahr absolut nichts einzuwenden. Der 28. Oktober war der Beginn einer ersten, leider nicht ganz geschlossenen Ferienwoche nach dem bitteren Schulanfang am 1. Oktober. Auf den 28. folgten am 1. und 2. November Allerheiligen und Allerseelen und dann der 4. November, der Tag des Sieges, an dem wiederum Nationalfeiertag und folglich schulfrei war. Gelegentlich rutschte auch ein Sonntag so geschickt in diese Feiertagsreihe hinein, daß wir gleich drei oder vier Tage nacheinander von der Schule befreit waren.
In der Erinnerung empfinde ich diese Tage zwischen dem 28. Oktober und dem 4. November als eine Art Karwoche im Herbst – wenn der Rauch von Erdäpfelkraut beißend über die Stoppeläcker kroch und das Vieh träge auf den kahlen Feldern graste. Der Morgentau schmeckte nach Reif und der Regen nach Schnee. Und auch den Feiertagen, den kirchlichen wie den staatlichen, fehlte die Heiterkeit.
Drei Tage vor diesen Festen stiller Einkehr wurde nun der 28. Oktober als Neujahrstag eines Zeitalters gefeiert, das, außer für seine neumächtigen, neuadeligen und neureichen Protagonisten, niemals eine »gute alte Zeit«, wie unsere Eltern sie besaßen, werden würde: ein protzig lärmender Tag mit Balilla-Aufmarsch, flatternden Trikoloren um den Postplatz, Behördengeschäftigkeit, Gesang und Musik.
Und nur zwei Tage nach den stets ein wenig beklemmenden Totenfeiern auf den Kriegsfriedhöfen oberhalb des Bades und in unserm Wald unterm Gsell (die wenigen Frauen weinten; die Männer lasen die fremdartigen Namen auf den Grabkreuzen – Milos, Bogdan, Milan, Janos, Vasili, Ivan – und tasteten sich daran ins »Früher« zurück; von den Fichten fielen schwere Tropfen ins Gebetbuch des Pfarrers, und von den Lärchen rieselten blaßgoldene Nadeln), nur zwei Tage also nach diesen Feiern, in denen wir jener Toten gedachten, die zur Verteidigung unserer Berge, unseres Dorfes, unserer Häuser und Felder gefallen waren, feierten »wir« am 4. November den Sieg über eben diese Toten, den Sieg über unsere Väter, die Vergeblichkeit des Opfers der einen und der Leiden der anderen. Wieder flatterten die Trikoloren. Die Alpini rückten von den Baracken aus und marschierten zum Postplatz, wo die Militärkapelle die triumphalen Märsche schmetterte, hastig, als fürchtete der Herr Major an der Spitze des Bataillons, die Töne könnten den Sieg versäumen.

aus: Gatterer, Claus, »Schöne Welt, böse Leut – Kindheit in Südtirol«, Europaverlag Wien-Zürich, 1982

Landes[un]rat.

Welch einen bemitleidenswerten und unfähigen Landesrat sich der LH mit Florian Mussner ins Boot geholt hat, musste er im Laufe der letzten Wochen auf der eigenen Haut miterleben. Ein A…kriecher ist eben nicht immer die beste Wahl für ein wichtiges Amt.

Was macht das für ein Bild, wenn sich der Regierungschef mit viel Mut für die Wiedervereinigung der kleinsten und ältesten Sprachgruppe im Lande stark macht, sein dafür zuständiger Landesrat dabei jedoch aus dem Ruder läuft und sich beharrlich dagegenstemmt!? Selbst nach dem positiven Ausgang des Referendums in Cortina, Col und Fodom spricht Herr Mussner noch gebetsmühlenartig von der Notwendigkeit, »andere Formen der Zusammenarbeit« zu suchen. Ein wahres Trauerspiel.

Ich schließe mich hiermit den im Laufe der letzten Tage immer lauter gewordenen Rücktrittsforderungen an Florian Mussner an. Als Ladiner-Landesrat ist er untragbar geworden – und für die mögliche Rückkehr der drei ladinischen Gemeinden nach Südtirol brauchen wir einen besonders beherzten und engagierten »Minister«.

L contest politich ti deura na porta nueva ai ladins.

aus: noeles.info

N no a la reunificazion dla Ladinia fossa n dejaster – la storia ne pitarà nia plu tant atira na tel ocajion – Plures per coche la Usc y la RAI ladina trata la chestion

Pro n referendum sàn normalmenter ciun che é l resultat, sce an dij de “scí” o de “no” y sce l “scí” la davagna o la perd. L referendum à n valour legal. Pro l referendum teritorial da souramont sàn endere demé che al se trata de na desmostrazion de “volei”, ajache l iter che vegn do, sce l referendum resulteia positif, é bendebot raidous y ne depen nia plu demé da la volonté dla popolazion locala. La lege de destach messarà passé tl parlament talian (Ciamena y Senat) y al se prejentarà problematiches nueves, desche ence l parlamentar dla SVP Karl Zeller à anunzié enier (10.10) te na intervista al Alto Adige. Ma redont chest “volei” dla popolazion di trei comuns ladins da souramont é sen dassen emportant y pont da pié via.

Tla intervista de Karl Zeller de enier tl Alto Adige àl lascé adentene clermenter che la Svp todescia litarà per i ladins da souramont, sce la provinzia de Bulsan – do n referendum positif – vegnirà cherdeda a dé ju sie arat. I capo-partis dles mendres frazions todesces (Union, Freiheitliche y Sudtiroler Freiheit), Pöder, Hanspeter Leiter y Eva Klotz, à tamben lascé adentene sia adejion. N sostegn ciamò plulere tiebe, méssen dé pro, che podessa endere deventé majer do n resultat referendar positif. Na situazion analoga àn tla region Friul-Venezia-Giulia oláche l president dla jonta, Riccardo Illy, se à tamben declaré a una de ti dì de scì a duc i comuns confinars furlans tl Venet che vuel passé via tl Friul.

Da la pert de Bulsan él tamben l “volei” – almanco en prinzip – de ti dé lum verda a la agregazion di trei comuns y de ti sté eventualmenter permez tl parlament. L parlamentar Karl Zeller é sté perauter chisc dis firmatar de na mozion al govern talian sun les “percuisizions” di Carabiniers, piedes via da Belun, pro la senta dla Union di Ladins de Anpezo, da olàche al fova vegnù mané demez de messel material informatif. Duc, enfinamai l president dla region Venet, Giancarlo Galan, les ova raté fora de schedra y nia giustifichedes.
Duc i segns lascia speré sun n bon resultat y n cert sostegn politich doprò: i comités pro-referendum ne essa nia ciafié da fé n laour de informazion cis miour. Ai à metù a desposizion dutes les informazions de uega partides su te 9 schedes. Samben, economicamenter, vegnissa i trei comuns a se sté miec tla region autonoma Trentin-Sudtirol y respetivamenter tla provinzia de Bulsan. Bendebot da volei creve la osservazion dl ombolt de La Val, Franz Complojer, te sia intervista enier al Alto Adige, olàche dij che al ne veid nia les “motivazions economiches” sciche na gauja da podei azeté. Se lascé dí valch de tel da ladins che à demé per sia fortuna geografica fat pert – zenza sie merit – da empruma encà dla provinzia autonoma de Bulsan o de chela de Trent, depierpul che chi da souramont – con les medemes rejons storiches – à trat la curta per les gaujes che duc conesc (tripartizion fascista) y nia per sia colpa, ne é nia da azeté. Piec, al é na ofenuda a la memoria storica. Scemai messéssel slomené sie partì, la Svp, che ne à enlaouta (1947) nia armuet valch deplù, o dl 1964 nience, per mantegnì Ampez y Fodom almanco de gliejia pro la diozeja de Bulsan-Persenon pro chela che Fodom ova audì da tres y Ampez da feter 150 agn.

Rie y burt da se imaginé che l referendum jissa fora negativamenter. N eventual no significassa che la souc anter i ladins tla provinzia de Belun y chi tla region Trentin-Sudtirol vegnissa ciamò plu lergia a dann de duc i ladins. Chest condujessa a na folclorisazion ciamò plu sterscia de chela i on encuei. N scì deura depierpul trois y scenars nuefs, independentamenter da n destach teritorial, temporif o tardif che al sie, da la provinzia de Belun, che an se aoda samben che al suzede plu aslum che al é meso. N rai positif: l problem ne é daldut nia limité ai comuns da souramont, ma reverda na schira de comuns de confin te deplù regions tla Talia, unis da n valgugn agn tla “unione italiana dei comuni per cambio regione”. L prum che à fat da deurapista é sté l comun furlan de S. Micjel al Tiliment/San Michele al Tagliamento tla planura aunejiana dl mandament de Puart/Portogruaro che á fat tomé dl 2004 a colps de sentenzes la lege che vedova dantfora n iter de mudazion da region a region tant che imposcibel.

Tremolé endere messaràn enfin a enultima. Trueps se recorda ciamò con n cert glai l pre-referendum da Fodom dl 1992, envié via – an mess dé pro – con na certa prescia y con na prospetiva de suzes tant che nia realistica. La situazion é encuei miec, sibe per l cheder giuridich y politich che tres la campagna de informazion y de sensibilisazion. Tres l sit de adejion www.amiscdlaladinia.info él ence vegnù trat su cenc de firmes de adejion ta Fodom y via en Ampez. Les does unions di ladins a Fodom y Ampez ti sta do con gran convinzion y festide y ales à viadò l spinel les aministrazions comunales. Da la Val Badia él vegnù truep sostegn, adejions, dantaldut ence da pert di ombolc che se à dé ca, zenza n pez pesimé sun envit dl Comit “Amisc dla Ladinia Unida”. La popolazion enstessa à sen veramenter la poscibelté de tó na dezijion do n grum de encontedes publiches y sfueis informatifs che é ruvés te vigni ciasa. La informazion ne à dessegur nia mancé, enceben che “da la Usc di Ladins y da la RAI ladina éssen podù se aspeté valch sforz en plu per promueve la chestion storica dl referendum”, desche valch plura dassen.

Erschienen bei Noeles am 11.10.07.

Call for team (III).

Anfang Juni (09.06.07) hatte ich mich mit einem Schreiben an mehrere Südtiroler PolitikerInnen gewandt, um sie auf unser Projekt – nebst unglaublicher »Offenbarung« – aufmerksam zu machen und sie um eine Stellungnahme zu bitten. Die Briefe waren – mit jeweils leichten Änderungen – in etwa nach diesem Muster verfasst:

Sehr geehrte/r Herr/Frau…,

kürzlich habe ich im Internet unter dem Titel »call for team« die Schaffung einer Südtiroler Sportmannschaft erwogen und thematisiert. Dabei geht es mir um die Entschärfung des ewigen Identitätsproblems, sowie der damit zusammenhängenden Spannungen, wie sie von Jahr zu Jahr erneut in die Schlagzeilen geraten – und zwar durch die Schaffung eines sprachübergreifenden Teams, mit dem sich möglichst viele Südtiroler Sportler und Unterstützer identifizieren können.

[Den gesamten Vorschlag finden Sie ggf. unter folgender Adresse: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=587]

Zur diesbezüglichen Diskussion habe ich u. a. auch rund ein Dutzend Südtiroler Spitzensportler eingeladen, damit sie aus ihrem Gesichtspunkt berichten, wie sie zu dieser Angelegenheit stehen. Die Aufforderung war sehr zurückhaltend und neutral verfasst, da es mir nicht um Vereinnahmung, sondern um eine möglichst breit angelegte, offene Diskussion geht. Leider habe ich auf all meine Anfragen nur eine Antwort erhalten, deren Inhalt mich jedoch dazu bewogen hat, mich an Sie zu wenden:

Die Geschwister […] und […] lassen entschuldigen – sie dürften jedoch an der Diskussion nicht teilnehmen, da sie durch nationale Verträge gebunden seien und im Übrigen der Sportgruppe der Finanzwache angehörten.

Das Selbstverständnis, mit dem hier ein kausaler Zusammenhang zwischen der Zugehörigkeit zum italienischen Team und dem Verbot, einen eigenen Standpunkt zu vertreten, hergestellt und akzeptiert wird, finde ich erschütternd. Und freilich werde ich den Eindruck nicht los, dass auch das Schweigen der anderen angeschriebenen Sportler (wenigstens teilweise) sehr ähnlichen Motiven zuzuschreiben ist.

Ich möchte Sie […] fragen, wie Sie diese Situation einschätzen und bewerten.

Persönlich finde ich einen derartigen Zustand eines demokratischen Rechtsstaates unwürdig und im Widerspruch zu Menschenrechten und Verfassung. Das sollten wir nicht weiter hinnehmen. Es wäre eine Bestätigung der Mutmaßungen, dass Südtiroler Athleten zum Fahnenschwenk, zum Hymnengesang und anderen Bekenntnissen zur Nation de facto genötigt werden. Kein gutes Zeichen für eine Minderheit.

[Den genauen Inhalt dieses in seiner Form erschreckenden Schreibens können Sie dieser Adresse entnehmen: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=667]

Ihre Meinung zum Vorfall – und auch zum Vorschlag, wie er von mir formuliert wurde – würde mich sehr interessieren.

Besten Dank!

[…]
Brennerbasisdemokratie

Empfänger waren: LH Luis Durnwalder, SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle, Eva Klotz (MdL, Südtiroler Freiheit), Hans Heiss (MdL, Grüne), Andreas Pöder (MdL, UfS), Alessandro Urzì (MdL, AN), Reinhold Perkmann (Chef der Arbeitsnehmer in der SVP). Außerdem habe ich das Schreiben über unseren Freund Alexander den Linksdemokraten zukommen lassen.

Geantwortet haben lediglich Frau Klotz und Herr Pöder, die sich beide trotz territorialer, sprachübergreifender Ausrichtung unseres Vorschlags – das muss unterstrichen werden! – sehr positiv geäußert haben. Die Berührungsängste der anderen Politiker mit dieser Thematik scheinen (wohl eher aus grundsätzlichen, als aus speziell mit diesem Projekt zusammenhängenden Erwägungen) leider immer noch sehr groß.

Antwort von Andreas Pöder (10.06.07):

Ich halte Ihren Vorschlag für sehr gut durchdacht.
Ich glaube, das ist der richtige Weg. Ich bin gerade dabei, eine junge Südtiroler Sportlerin zu betreuen, die man im italienischen Nationalteam trotz wirklich nachvollziehbarer hervorragender Spitzenleistungen nicht weiter fördern will.
In Ermangelung eines eigenen Südtiroler Teams blieb “nur” der Ausweg über das österreichische Nationalteam. Dort hat man die Südtirolerin mit offenen Armen empfangen, weil man von ihren künftigen Spitzenleistungen überzeugt ist. Finanzieren kann man sie jedoch nicht – sie darf mit dem Team trainieren, sie wird vom österr. Team betreut, sie startet für Österreich. Aber für die Finanzierung müsste sie österr. Staatsbürgerin werden und gleichzeitig die ital. abgeben. So einfach ist das für sie und die Eltern nicht, zumal sie ja hier den Wohnsitz hat. Aber sie wird sich irgendwann doch dazu entschließen, zumal das Aufbringen der Mittel nicht so einfach ist und das Land Südtirol nicht hilft, weil sie nicht für das ital. Team startet. Eigentlich traurig.
Diese Problematiken könnte man alle mit Ihrem Vorschlag lösen.
Auch wir (der neue Jugendkoordinator der Union, Helmut Taber, und ich) haben uns über die Südtirol-Team-Angelegenheit Gedanken gemacht. Das wäre wirklich hervorragend.
Möglicherweise wird sich Helmut Taber bei Ihnen diesbezüglich melden.

Andreas Pöder

Antwort von Eva Klotz (09.07.07):

Ich habe mir Ihren Vorschlag inzwischen genauer angeschaut und halte ihn für sehr positiv. Mein Wunsch wäre natürlich eine Gesamt-Tiroler Mannschaft, der Begriff “Nationalmannschaft” gefällt mir nicht so gut, weil Sport über das Denken in solchen Kategorien hinaus gehen sollte. Andererseits hat es seit der Teilung Tirols immer wieder Bestrebungen, vor allem von der sog. “Linken” (Tiroler Sozialdemokraten) gegeben, den Begriff der “Tiroler Nation” in Europa zu festigen, um sich damit aus dem Strudel der großdeutschen Rücksichten zu lösen, der uns ja so viel Belastung gebracht hat.
Auch unsere Jungen, Sven Knoll u. a., haben mehrfach angeregt, Südtirol solle seine Sportler in den Landesdienst übernehmen, damit sie unabhängig sind von den italienischen Heeresgruppen usw. Durnwalder hat solche Anregungen aber sofort als nicht realistisch verworfen. Ihre Hinweise auf die Möglichkeiten der Schotten, Katalanen… sind sehr wichtig. Ich kann Ihnen nur wünschen, dass Sie damit auf Gehör bei denen stoßen, die so etwas auch finanziell und politisch umsetzen könnten!

Mit herzlichem Gruß und Dank

Eva Klotz

Autonomien der Welt.

Autonomie.Am kommenden Dienstag, den 09.10.07 wird an der Eurac das Buch »Autonomien der Welt – Eine Einführung in die Regionalautonomien der Welt mit vergleichender Analyse« von Thomas Benedikter vorgestellt. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Aus der offiziellen Einladung:

Der Autor begibt sich auf eine „Reise durch die Welt der funktionierenden Autonomiesysteme“, die heute in allen Kontinenten bestehen. Es werden die Grundzüge von Territorialautonomie in ihrer praktischen Anwendung verglichen, typische Elemente herausgearbeitet, Erfolgsfaktoren abgeleitet und Entwicklungsperspektiven aufgezeigt. Eine umfassende Analyse,
nicht nur für Fachleute.

Das Buch:

ISBN: 978-88-8266-479-4
Preis: 24.90 Euro
Verlage: Athesia, Bozen, und ANTHEM Press, London/Kalkutta

Zusammenkunft II.

Ich benötige keine anderen Worte als die von Werner, um unser kommendes Treffen anzukündigen:

[…]

Wie einigen bereits per Mail mitgeteilt, findet am Abend des 5. Oktober ein Treffen in einem Bozner Gasthaus statt, das die Gewähr bietet, dass gerade der kulinarische Aspekt der Zusammenkunft nicht zu kurz kommt.

Wenngleich es nicht das erste BBD-Treffen ist, kommt diesem doch eine besondere Bedeutung zu. Nachdem die erste Zusammenkunft vom November 2006 noch dem zaghaften Abtasten gedient hat, werden bei dieser wohl sämtliche “Regeln der Zurückhaltung” fallen. Und endlich die zentrale Frage beantwortet werden: Wer wird zum Gourmet geadelt, wer muss als Gourmand weiterleben.

Anmeldungen aus organisatorischen Gründen bitte bis Donnerstag, 13.00 Uhr an folgende Adresse: werpram[at]gmx.net.