→→ Archif di cuntribuć esterns →→

  • Auch in Südtirol: Staatstrauer für Berlusconi.

    Wegen des Todes von FI-Gründer Silvio Berlusconi kommt Italien zum Erliegen. Dem Medienzar steht als ehemaliger Regierungschef ein Staatsbegräbnis zu, das natürlich von den Steuerzahlenden finanziert wird, so sich die Angehörigen nicht ausdrücklich dagegen entscheiden. Und das für einen Multimilliardär. Dafür haben sein Freund Bettino Craxi und er selbst die rechtliche Grundlage geschaffen.

    Zusätzlich hat die rechtsrechte Regierung von Giorgia Meloni (FdI), deren Mehrheitsbeschaffer und vor allem geistiger Wegbereiter Berlusconi war, für morgen einen Tag der Staatstrauer ausgerufen. Für einen Ministerpräsidenten a. D. soll dies einzigartig sein.

    Erst 2019 hatte der, den Politologe Günther Pallaver heute treffend als »Vorreiter der illiberalen Demokratie« bezeichnet hat, sich sogar öffentlich gerühmt, die Faschistinnen legitimiert und an die Macht geholt zu haben.

    Dass für diesen verurteilten Kriminellen morgen auch in Südtirol, an den Fassaden unserer demokratischen Institutionen, die Flaggen auf Halbmast gestellt werden sollen, halte ich für beschämend, entwürdigend und — grundfalsch.

    Berlusconi ist tot. Doch sein Vermächtnis ist lebendig wie eh und je. Mir graust.

    Cëla enghe: 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Katalonien enteignet Leerstand.

    Die katalanische Regierung von Pere Aragonès (ERC) hat mit den vorbereitenden Maßnahmen zur Enteignung leerstehenden Wohnraums begonnen. In einem ersten Schritt wurden die Eigentümerinnen aufgefordert, den Nachweis zu erbringen, dass die Immobilien bewohnt sind. Das Vorgehen beruht auf dem »Verzeichnis leerstehenden oder ohne Genehmigung genutzten Wohnraums«, das im Zeitraum 2020-2022 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden erstellt wurde.

    Die Enteignungen betreffen nur große Immobilieneigentümerinnen in Gemeinden mit erheblichem Wohnraumbedarf: Cornellà de Llobregat, Figueres, Lloret de Mar, Mataró, Mollet del Vallès, Reus, Roda de Berà, Rubí, Salt, Tarragona, Valls, Vic, Viladecans und Vilanova i la Geltrú.

    Die enteigneten Liegenschaften werden ins öffentliche Eigentum übergehen und dem sozialen Wohnbau zur Verfügung gestellt. Die Hauptstadt Barcelona ist an dem Projekt vorerst nicht beteiligt, da Bürgermeisterin Ada Colau (BenC) bereits ihr eigenes Modell von Enteignungen umgesetzt hat, die sich allerdings durch eine zeitliche Befristung auszeichnen.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Die undemokratische Fassade des 2. Juni.

    Für Jugendliche ist es auch wichtig zu lernen, welcher Ton und welche Botschaften in welchem Rahmen angebracht sind.

    – Sigrun Falkensteiner

    Grundsätzlich könnte man mit dieser Aussage der Landesschuldirektorin sogar einverstanden sein. Doch im Kontext der absolut adäquaten Rede des 16 Jahre alten Schülers Nathan Previdi, die er bei den Feierlichkeiten zum 2. Juni nicht halten durfte, kann man sie nur als Plädoyer für vorauseilendes Duckmäusertum und Heuchelei verstehen. Eine Republik, die die Gedanken von Previdi zum Thema Demokratie nicht aushält, ist am Ende.

    Dass die Rede ohne Rücksprache entstellt und nach der Weigerung des Schülers, sie in dieser Form vorzutragen, von jemand anderem gehalten wurde, straft die Aussage der Schuldirektorin Lügen. Nicht um einen Lernprozess ging es da, sondern um die Wahrung der Fassade.

    Mehr Mut macht glücklicherweise die selbstkritische Aussage der Direktorin der Pädagogischen Landesabteilung, Gertrud Verdorfer: Dass der Text »offenbar in seinem Mittelteil massiv verändert und umgeschrieben wurde und dieser neue Text ohne Rücksprache an das Regierungskommissariat übermittelt wurde« bezeichnete sie als »absolut nicht zu rechtfertigen – auch wenn es sicher in guter Absicht erfolgt ist«. Und:

    Ich habe mir den Text Ihrer Rede angehört und kann absolut nichts Anstößiges daran finden.

    – Gertrud Verdorfer



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Kann Österreich Staat?
    Von Zündlern, Hetzern und Hürdenspringern

    Immer wieder kommen sie aus ihren Löchern hervor: die Hetzer und Zündler, die behaupten, dass Österreich kein richtiger Staat sei, eine ideologische Missgeburt, ein Unfall der Geschichte, dass die Alpenrepublik Staat gar nicht könne und überhaupt. Besser wäre es gewesen, sich nach dem Zweiten Weltkrieg Südtirol – oder gar gleich Italien anzuschließen. Aber als hätte es eines weiteren Beweises bedurft, um all die Ketzer Lügen zu strafen, hat die SPÖ – die Sozialdemokratische Partei Österreichs – nun einen Parteitag abgehalten und mit Bravour einen neuen Vorsitzenden gewählt. Bereits im zweiten Anlauf konnte jene staatstragende Partei, die acht der 16 Bundeskanzler der Zweiten Republik gestellt hat, mit großer Eleganz die Hürde überspringen und Andreas Babler als Vorsitzenden benennen, nachdem die Excel-Tabelle zuvor fälschlicherweise Hans Peter Doskozil als Gewinner ausgespuckt hatte. Wie jeder weiß, ist die Abhaltung eines Parteitages inkl. Wahl des Vorsitzenden eine unvergleichlich komplexere Aufgabe als ein Land zu regieren. Somit kann die Frage “Kann Österreich Staat?” ein für allemal mit einem überzeugten “Ja” beantwortet werden.

    Cëla enghe: 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • ›Das macht doch die Demokratie aus!‹
    Quotation

    Kritik kam bereits von der italienischen Rechten. Birgt das Buch [»Kann Südtirol Staat?«] Konfliktpotenzial?

    Jede größere politische Idee birgt ein bestimmtes Konfliktpotenzial, das betrifft auch Überlegungen zur Weiterentwicklung der Autonomie und ist in einer Demokratie völlig normal.

    Eher sind wir davon beeindruckt und auch dankbar, wie unaufgeregt unser Projekt im Großen und Ganzen aufgenommen wurde. Wir fühlen uns dadurch in unserer Grundannahme bestätigt, dass es möglich ist, das Thema auch in Südtirol der tagespolitischen Polemik zu entziehen, indem man sich ernsthaft damit befasst. Bis jetzt haben wir sehr positive Rückmeldungen erhalten, auch von Leuten, von denen wir sie ursprünglich nicht unbedingt erwartet hätte[n]. Wir vertreten einen inklusiven Ansatz, der alle gleichermaßen ansprechen und mitnehmen will.

    Die italienische Rechte konnte aufgrund ihrer politischen Ausrichtung gar nicht anders, als uns zu kritisieren, das war sozusagen eine Art Pflichtübung. Darüber hinaus steht von unserer Seite aber ein ausdrückliches Angebot, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und über die Sache zu diskutieren, und zwar gerade auch mit Menschen, die sich einen unabhängigen Staat Südtirol ganz und gar nicht vorstellen können. Das macht doch die Demokratie aus!

    Co-Autor und Noiland-Vorstandsmitglied Marco Manfrini im heute erschienenen Zett-Interview

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01 02 03 04 05 06



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Calderoli erneut wegen Rassismus verurteilt.

    Roberto Calderoli (Lega), amtierender Regionenminister der rechtsrechten Regierung von Giorgia Meloni (FdI), wurde von einem Gericht in Bergamo erneut wegen rassistischer Verleumdung verurteilt, weil er 2013 die damalige schwarze Integrationsministerin Cécile Kyenge (PD) mit einem Orang-Utan verglichen hatte.

    Zunächst hatte sich 2015 der Immunitätsausschuss des italienischen Senats (sogar mit Stimmen von PD und 5SB) dagegen ausgesprochen, Calderoli der Justiz zu übergeben — ein Entscheid, den das Verfassungsgericht (erst) 2018 aufhob. Die in der Folge gegen den Rassisten ergangenen Urteile wurden dann noch von der Kassation aus formalen Gründen wieder aufgehoben. Jetzt wurde der Regionenminister zwar erneut verurteilt, doch schon im Dezember wird die Verjährung eintreten, wenn er — wie er bereits angekündigt hat — erneut in Revision gehen wird.

    Trotz mehrerer eindeutiger Urteile wird sich also auch in diesem Fall am Ende langwieriger Prozesse wieder einmal alles in Luft auflösen. Wie so oft erweist sich die dysfunktionale italienische Justiz mit den absurden Verjährungsregeln als unfähig, einen Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, umso mehr, wenn er sich lange Prozesse leisten kann. Und davon, dass es für einen verurteilten Rassisten wenigstens politische Konsequenzen geben wird, darf man im neofaschistisch regierten Italien ohnehin nicht ausgehen.

    Cëla enghe: 01 02 || 01



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Toponomastica gallese: Bannau Brycheiniog.

    Uno dei tre parchi nazionali del Galles, l’ultimo per data di istituzione, ha recentemente deposto il suo nome inglese, Brecon Beacons, e d’ora innanzi sarà conosciuto, ufficialmente, esclusivamente col suo nome in gallese, Bannau Brycheiniog. La versione inglese del nome non era stata un’imposizione, ma si era sviluppata nei secoli a partire proprio dalla denominazione gallese Bannau Brycheiniog1ovvero «le Cime del Reame di Brychan», prima come Brecknock Beacons (nel 18° secolo) e poi, appunto, Brecon Beacons (dal 19°).

    Dal 17 aprile di quest’anno però, in coincidenza col 66° anniversario dell’istituzione, avvenuta nel 1957, il parco nazionale ha assunto il nome unico di Bannau Brycheiniog. Contestualmente l’autorità del parco (www.bannau.cymru) ha presentato anche un nuovo logo ed ha aggiornato il proprio programma di sviluppo della biodiversità.

    Ma la decisione non viene dal nulla: dalla fine del 2022 anche la montagna più alta del Galles, Snowdon (1.085m), porta ufficialmente il solo nome gallese Yr Wyddfa. Si trova nel parco nazionale Eryri, fondato nel 1951, precedentemente (e fino al 2022) conosciuto come Snowdonia National Park. La duplice ridenominazione era avvenuta dopo che una relativa petizione popolare, che citava anche l’esempio dell’Uluru, aveva raccolto 5.000 firme.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 | 05 06 || 01 🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿

    • 1
      ovvero «le Cime del Reame di Brychan» ↩︎


    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL