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  • Die Einsprachigkeit von ALDI & Co.

    Die Neue Südtiroler Tageszeitung (TAZ) berichtet über die Eröffnung eines ALDI-Supermarktes in Bruneck und die damit in Zusammenhang stehende »Polemik« um die fehlende Zweisprachigkeit:

    Der Start ist gleich mit einer kleinen Polemik verbunden, die die Schwächen der ausländischen Ketten aufzeigt: Die Werbung und die Beschriftung waren vor allem in italienischer Sprache gehalten, das hat viele – deutschsprachige – Kunden in Südtirol geärgert.

    Zum einen, weil sie mit Aldi einen deutschen oder österreichischen Discounter in Verbindung bringen. Und zum anderen, weil sie sich zumindest eine zweisprachige Beschriftung erwarten können.

    – Tageszeitung

    Es ist erfreulich, dass potenzielle Kundinnen und Medien die ärgerliche Tatsache nicht einfach stillschweigend hinnehmen, dass Konzerne in Südtirol oft so agieren, als befänden sie sich in einer beliebigen italienischen Region.

    Andererseits handelt es sich dabei weniger um eine Schwäche der ausländischen Ketten, als um ein Versagen der Südtirolautonomie in der Bekämpfung der »nationalen Logik«.

    Ein Blick ins Internet ist sehr aufschlussreich: Während der Webauftritt von ALDI Italien einsprachig Italienisch ist, ist jener von ALDI Suisse und ALDI Belgien drei-, der von ALDI Luxemburg zweisprachig, obschon

    • die italienische Schweiz rund 350.000
    • die deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien knapp 77.000 und
    • Luxemburg als Ganzes nur 583.000

    Einwohnerinnen zählt.

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    Staaten, Grenzen und darin geltende Gesetze haben — ob es uns im Einzelnen gefällt oder nicht — konkrete Auswirkungen auf fast jeden Lebensbereich.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02 03 04 05 06



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  • Facharztbettelei in Wien.

    Die TAZ berichtet heute sowohl online, als auch in der Printausgabe, der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) versprochen, sich für die »Wiederanerkennung« der Facharztausbildung einzusetzen.

    Seit 2013 erkennt Italien die Facharztausbildung in Südtirol nach österreichischem Modell nicht mehr an — was früher ging, geht schon seit einem halben Jahrzehnt nicht mehr und die Südtiroler Schönwetterautonomie kann dagegen nichts ausrichten.

    Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie

    • uns der Zentralismus des Staates schadet;
    • sinnlos Energien für eine Lösung eingesetzt werden müssen, die es schon einmal gab (zurück in die Vergangenheit) und
    • sich dies sehr konkret (negativ) auf die Lebensqualität in diesem Lande auswirkt.

    Und das, obwohl in Rom bis vor kurzem autonomie- und SVP-freundliche Regierungen am Werk waren. Angeblich.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01



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  • Abschreckende Anerkennungsbürokratie.
    Auch so wirkt die »nationale Logik«

    In einem Community-Beitrag beschreibt der grüne Landtagskandidat Pascal Vullo auf Salto unter anderem die Schwierigkeiten mit der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen in Italien. Obschon mehr als die Hälfte der Südtiroler Studentinnen in Österreich und in Deutschland studierten, wo

    gute, renommierte Unis ohne Studiengebühren und gute Arbeitsperspektiven

    lockten, sei die anschließende Anerkennung des Abschlusses für den öffentlichen Dienst »oft ein schwer überwindbares Hindernis«. Eine schnelle Anerkennung über die Uni Bozen sei nur in einigen Fachbereichen möglich, für die es Abkommen mit Universitäten in Österreich gibt.

    In seinem eigenen Fall (Diplomingenieur der Fachrichtung Umweltschutztechnik an der Universität Stuttgart) müsste er

    für eine fachliche Anerkennung eine Uni in Italien finden, die den genau gleichen Lehrplan anbietet und meine Kurse anerkennt. Unmöglich ohne ein halbes Studium nachzuholen inklusive Studiengebühren, Aufnahmelisten etc.

    Für die alternative Einzelanerkennung, die für jede Eintragung in Ranglisten oder Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben jedes Mal von neuem beantragt werden müsse, beschreibt Vullo folgenden Weg bei gleich zwei Ministerien in Rom:

    • Eine “Dichiarazione di valore” vom italienischen Konsulat in Deutschland
    • beglaubigte Kopien und eine Menge teurer Stempelmarken und Einschreiben

    zusätzlich zu Übersetzungen einer vereidigten Übersetzerin. Dass Deutsch in Südtirol gleichgestellte Amtssprache ist, interessiert in Rom wahrscheinlich niemand.

    Mehrere Stellen in der öffentlichen Verwaltung habe er in Südtirol inzwischen ausschlagen müssen, so der Landtagskandidat. Sein wenig erstaunliches Urteil lautet unter anderem, dass man so den Nachwuchsmangel in öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen nicht bekämpfe.

    Wenig attraktive Bezüge im öffentliche Sektor, jedenfalls unterhalb der Führungsebenen, helfen da auch nicht weiter.

    Sein sizilianischer Vater versuche bereits, ihn zurück nach Deutschland zu locken.

    So schrecken wir durch die überbordende italienische Bürokratie und zu niedrige Löhne Einwanderungswillige ab, während Südtirolerinnen problemlos (nicht nur) in den restlichen deutschen Sprachraum abgeworben werden, wo Arbeitskräften oft der rote Teppich ausgerollt wird.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02 03 04 05 06



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  • Migrationsdarwinismus.

    Vor drei Jahren, im Juni 2015, konnte der Gastroenterologe i. R. Giorgio Dobrilla in seiner AA-Rubrik vor den angeblichen Gefahren der Migration für die öffentliche Gesundheit warnen.

    La tragedia umanitaria dell’immigrazione potrebbe […] diventare anche un problema sanitario per tutti e non solo per i migranti. […] La miopia politica così tangibile in particolare negli ultimi tempi spingerebbe al pessimismo, ma a salvarci rimane l’ottimismo della volontà.

    Schon im Titel seines Beitrags (»Quando migranti sono anche… i virus«) hatte er eine grausige Parallele zwischen Menschen und Viren hergestellt.

    Doch nun gibt er Entwarnung. In seinem heutigen Beitrag für dasselbe Blatt schreibt er:

    In realtà, le malattie infettive sono un problema sovradimensionato (sic). Ciò probabilmente si spiega con la giovane età di chi arriva dal Centro Africa dopo un viaggio drammatico che ha certo selezionato i soggetti più sani, mentre le persone malate o più anziane si perdono prima per strada e poi per mare.

    Jetzt wissen wir auch, was wir von der Verweigerung legaler Fluchtmöglichkeiten nach Europa haben: eine erzwungene natürliche Selektion, die uns die Alten und Kranken, einschließlich ihrer Viren, vom Leibe hält.

    Zynischer und menschenverachtender könnte man kaum argumentieren.

    Cëla enghe: 01



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  • Geld statt Autonomie.
    Quotation

    Die Wahl einer regionalistischen Partei (wie die Südtiroler Volkspartei in Italien oder die Christlich Soziale Union in Deutschland) beruht häufig auf Überlegungen, die anders sind als jene, die der Wahl einer sezessionistischen Partei zugrunde liegen. Regionalistische Parteien organisieren sich, um regionale Interessen und Traditionen zu verteidigen, doch diese Verteidigung nimmt oft die Form einer näheren Integration mit dem Zentrum an. Das Ziel vieler regionalistischer Parteien ist es, mehr Ressourcen vom Zentrum abzuschöpfen, statt mehr Autonomie zu erhalten.

    Übersetzung:

    In seinem beachteten* Beitrag The cross-sectional determinants of secessionism in advanced democracies schreibt Politikwissenschafter (Yale) Jason Sorens — der sich schwerpunktmäßig mit Autonomie und Sezession befasst — also mit ausdrücklichem Bezug auf die Südtiroler Volkspartei (SVP), dass regionalistische Parteien schlussendlich eine (systemerhaltende) Integration in den Zentralstaat vorantreiben, die mit viel Geld und wenigen Zuständigkeiten einhergeht.

    Diesbezüglich sind auch die folgenden Links aufschlussreich.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06

    *) Google Scholar verzeichnet 125 Zitate in anderen wissenschaftlichen Arbeiten



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  • Autonomia integrale, ci risiamo. «In Italia».

    Solo pochi giorni fa un mio amico, commerciante brissinese, mi aveva raccontato che, mai come quest’anno, turisti italiani avrebbero ripreso a sfoderare il famoso «siamo in Italia», foss’anche per un semplice ma indigesto «Grüß Gott».

    Ed ecco che la vecchia solfa ricompare anche in politica:

    Sull’edizione sudtirolese del Corriere* è proprio così che viene citato nientemeno che il commissario della Lega in Sudtirolo, Massimo Bessone, in riferimento alla volontà dell’SVP di ampliare l’autonomia.

    Quella stessa Lega** non solo due anni e mezzo fa proponeva al consiglio regionale l’istituzione di una convenzione sull’autodeterminazione, ma ora, dopo le prossime elezioni, ambirebbe anche a governare questa terra proprio assieme al partito di raccolta.

    Va detto che sulla stessa edizione è apparso un fondo di Toni Visentini che — tirando in ballo indistintamente la Catalogna, Trump, Putin, la Convenzione sudtirolese, le destre e l’Unione Europea — critica l’SVP per la sua richiesta di maggiore autonomia.

    Insomma, la Vollautonomie va sempre bene come espediente retorico per disinnescare la voglia di indipendenza, un po’ meno quando si tratterebbe di concretizzarla anche solo in parte. Siamo alle solite.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 || 01

    *) domenica 19 agosto
    **) «amica» di Freiheitliche e BürgerUnion



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  • Einparteiensystem – einzig schmerzfrei.
    Quotation

    Für mich gibt es ein Ziel: Mit einer starken Mehrheit das Land führen zu können. Denn das garantiert Sicherheit, Stabilität und Handlungsfähigkeit. Stellen wir uns vor, wir hätten dieselbe Situation wie im Trentino oder in anderen Regionen: ein Mehrparteiensystem mit einer Mehrfachkoalition, wo nichts mehr weitergeht. Das wäre für mich die Schmerzgrenze.

    Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) im TAZ-Interview

    Cëla enghe: 01 02



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  • Ein Landtagswahlreminder für die Post!

    Angesichts der Tatsache, dass die Landtagswahl bereits mit einem Hoppala gestartet ist, möchte ich hiermit noch einen unerbetenen, aber umso wichtigeren Ratschlag an die Landesregierung loswerden: Wenn ich — sagen wir mal — der Landeshauptmann wäre, würde ich keine Zeit verschwenden und dem neuen Südtiroler Postchef Luca Passero umgehend einen Brief schreiben, um ihn auf die baldigen Wahlen hinzuweisen.

    Wenn ein Computer zur Hand, könnte man noch eine Email nach-, also vorausschicken, denn man weiß ja nie, die Post… Sommer… Personalengpässe… da kann schon mal was schiefgehen.

    Jedenfalls sollte die Bedeutung einer solchen offiziellen Mitteilung nicht unterschätzt werden. Wir erinnern uns: Vor fünf Jahren wurde die Post von der Landtagswahl kalt erwischt! Konnte ja auch niemand ahnen, dass die Legislatur zu Ende war.

    Das Chaos war perfekt. Nicht wahlrelevante Sendungen blieben in der Woche vor dem Urnengang en masse in den Postämtern liegen… und dennoch gelang es schlussendlich nicht, die bereits bezahlte Wahlwerbung fristgerecht zuzustellen. Viele gute Argumente für die eine oder andere Kandidatin trafen erst ein, als die Landtagssitze schon zugeteilt waren.

    Bei der Briefwahl sah es leider nicht viel besser aus: unzählige Stimmen konnten nicht mehr berücksichtigt werden, weil der Post ganz offensichtlich niemand mitgeteilt hatte, dass schon wieder fünf Jahre verstrichen waren. Also fünfmal die Zeit, die ein Kartl von Mals bis Innichen braucht.

    Damit das nicht auch diesmal passiert… eben: Briefl schreiben. Bringt’s nix, schadet’s auch net. Und fast hätte ich es vergessen! Sicherheitshalber unbedingt reinschreiben, dass die Wahl vielleicht auch diesmal mit der Verteilung der Gelben und der Weißen Seiten zusammenfallen könnte, dann kann sich die Post auch darauf einstellen.

    (Wenn nicht, ist diesmal aber immerhin ein dreisprachiger Poststempel drauf.)



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