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  • Unsere neue Kurzadresse: bbd.tirol

    Immer wieder wurden wir mit der Beschwerde konfrontiert, wonach unsere Internetadresse www.brennerbasisdemokratie.eu zu lang, zu sperrig und beim neuen Eintippen (zum Beispiel an einem fremden Rechner) tippfehleranfällig sei.

    Die schon seit geraumer Zeit aktive Kurzadresse www.31bbd.eu war auf wenig Gegenliebe gestoßen, sie war nicht leicht zu merken. Die Variante ohne die »Vorwahl« 31 (steht für: 3 Sprachen – 1 Land) war bereits vergeben.

    Ab sofort steht alternativ die Variante www.bbd.tirol zur Verfügung — ganz im Sinne der von uns erwünschten Regionalisierung. Und in Erwartung eines Südtiroler Internetsuffixes. Umgeleitet wird aber auch weiterhin auf unsere Hauptadresse www.brennerbasisdemokratie.eu

    Cëla enghe: 01 02



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  • Nur noch ›Buongiorno‹ oder auch ›Grüß Gott‹?

    Der Südtiroler Handels- und Dienstleistungsverband (hds), auch als Kaufleutevereinigung bekannt, hat vor einigen Tagen in mehreren Zentren des Landes eine Kampagne gestartet, die zum Einkaufen vor Ort anregen und somit den Einzelhandel unterstützen soll.

    hds-Kampagne.

    Foto: hds

    Die Effektivität und — angesichts des sprachlichen Mischmaschs — auch die Verständlichkeit der Werbemaßnahme als solche sei dahingestellt. Vor allem Touristen, die nicht beider größeren Landessprachen mächtig sind, sowie Einheimische, die kein Englisch verstehen, dürften bisweilen etwas ratlos vor den Säulen stehen.

    Was mir jedoch viel wichtiger erscheint: Hier werden mitunter Werte beschworen und »verkauft«, die auf heimische Nahversorger immer seltener zutreffen. Wenn ich eine Botschaft wie »Grüss [sic] Gott statt no name« lese, dann aber — selbst in kleineren Zentren unseres Landes — immer häufiger an einem »Grüß Gott« im Laden scheitere, weil inzwischen nur noch »Buongiorno« lingua franca ist, wundert es mich keineswegs, dass die Menschen auf Einkaufszentren ausweichen.

    Einkaufszentren im Lande punkten zwar häufig auch nicht mit Mehrsprachigkeit, aber persönliche Beratung gehört ohnehin nicht zu den Stärken großer Kaufhäuser. In Innsbruck oder Lienz, wohin viele zum Shoppen ausweichen, werden deutschsprachige SüdtirolerInnen hingegen in der eigenen Muttersprache bedient — und auch Produktbeschriftungen und Handbücher sind i.d.R. auf Deutsch verfügbar.

    Foto: hds.

    Foto: hds

    Wollten die Südtiroler Kaufleute mit Kundennähe punkten, müssten sie der mehrsprachigen Realität dieses Landes engagierter Rechnung tragen, als durch sprachliches Mischmasch in einer Kampagne.

    Da könnte es zum Beispiel sinnvoll sein:

    • Mitgliedsbetriebe kontinuierlich für die Mehrsprachigkeit zu sensibilisieren, möglicherweise auch Sprachkurse und weitere einschlägige Fortbildungsmaßnahmen anzubieten;
    • Zulieferer, aber auch Franchisegeber, verstärkt auf die besondere Situation in diesem Land hinzuweisen, um sie zur Bereitstellung von mehrsprachigem Werbe- und Ausstellungsmaterial sowie deutschen Beschreibungen, Beschriftungen und Anleitungen zu bewegen;
    • politischen Druck zugunsten einer tatsächlichen rechtlichen Gleichstellung der Sprachen im Konsumentenschutz (nach katalanischem Vorbild) auszuüben.

    Imagekampagnen allein können all dies nicht leisten. Im Gegenteil: Ist die Diskrepanz zwischen einer Kampagne und der Realität zu groß — weil man etwa bei einem »Grüß Gott« immer häufiger gefragt wird, ob man nicht Italienisch oder gar Englisch beherrsche — kann der Schuss auch schnell nach hinten losgehen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 || 01 02



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  • ›Faschistischer Gipfel‹ in Albanien.

    CasaPound Italia (CPI) und ihre alpinistische Organisation La Muvra entsandten Mitte März eine Delegation nach Albanien — auf den Spuren der faschistischen Streitkräfte und speziell von Niccolò Giani; der hatte in den 30er Jahren den unbedingten Führerkult um Diktator Benito Mussolini sowie um die menschenverachtende Ideologie seines Regimes mit der Begründung der »faschistischen Mystik« auf die Spitze getrieben.

    Anfang 1941 war Giani als Freiwilliger der italienischen Besatzungsarmee (Alpini!) in den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Griechenland gezogen, in dessen Verlauf er am 14. März in Albanien den Tod fand. Genau 75 Jahre später brachte die rechtsextremistische Delegation, zu der auch der kurzzeitige Bozner CPI-Gemeinderat Andrea Bonazza gehörte, eine Gedenktafel am Todesort im Gebirge von Mali i Shëndëllisë an. Nach Lesart der Faschisten des dritten Jahrtausends (CPI-Eigendefinition) trägt der nur rund 800m hohe Gipfel, auf dem auch eine italienische Trikolore gehisst wurde, nun den Namen von Niccolò Giani. Nach bester, in Südtirol wohlbekannter faschistischer Manier.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Die Solidarität der Anderen.

    Ich bin grundsätzlich dagegen, dass wir uns alle in Stacheldraht einwickeln. Aber angesichts eines kolossalen Scheiterns der Europapolitik auf allen Ebenen und einer himmelschreienden Heuchelei in Südtirol, werde ich langsam zum “Österreichversteher”.

    In einem Bericht auf Südtirolnews über zwei quasi-obdachlose afghanische Asylwerber steht folgender Satz:

    Neben Farid und Amir sind weitere 240 Asylantragsteller [Anm.: in Südtirol] in keiner Struktur untergebracht und sind damit praktisch obdachlos.

    Derzeit befinden sich in Südtirol schätzungsweise 900 bis 1200 Asylwerber in einer Handvoll Gemeinden. Obige Aussage hieße, dass rund ein Viertel (20 bis 25 Prozent) aller Flüchtlinge in Südtirol in keiner adäquaten Einrichtung untergebracht ist.

    Dagegen lebten im Bundesland Tirol laut TT Ende 2015 rund 5100 Asylwerber (mittlerweile sind es ca. 2000 mehr) in eigens organisierten Unterkünften. In 130 von 279 Gemeinden sind mittlerweile Flüchtlinge untergebracht. Trotzdem ist Tirol damit – was die Erfüllung der Quote betrifft – sogar österreichisches Schlusslicht. Von den über 100.000 Ankömmlingen in Österreich lebt dem Vernehmen nach nur noch ein einstelliger Prozentsatz in Notquartieren.

    Ungeachtet dessen wurde Österreich in den vergangenen Wochen ob seiner “neuen Härte” in Sachen Grenzsicherung ausgerechnet von Südtiroler Politikern massiv kritisiert. Hochrangige Vertreter der Grünen protestierten bei einer Demonstration am Brenner für offene Grenzen. Mit patronisierenden Kommentaren à  la “So nicht, Herr Doskozil!” appellierte Landesrat Philipp Achammer in Richtung Wien. Landeshauptmann Arno Kompatscher wiederum zeigte sich im Spiegel-Interview “enttäuscht” von der Rhetorik aus Österreich. Parlamentarier Florian Kronbichler stand mit einem “Flüchtlinge Willkommen”-Schild am Brenner und legte am Grenzschild Hortensien nieder.

    Geht’s noch? Hochkarätige Politiker eines Landes, das eine vergleichsweise winzige Zahl von Asylwerbern zugeteilt bekommen hat und das dennoch 240 Antragsteller auf der Straße leben lässt, erdreisten sich Österreich in Sachen Flüchtlingspolitik zu kritisieren und erwarten auch noch, als ernstzunehmender Partner auf Augenhöhe akzeptiert zu werden.

    Bitte nicht falsch verstehen. Man kann Österreich für gar einige Aspekte seiner Flüchtlingspolitik kritisieren. Aber das, was die Südtiroler da abziehen, ist beschämend und ungefähr so glaubwürdig wie ein Menschenrechtsdossier des saudiarabischen Königs. Vor allem auch, weil mit den Aussagen über die Sorge um die Wirtschaft und den Tourismus (um die Situation der Geflüchteten ging es in den Statements nie) auch immer unterschwellig mitschwingt, dass die Schließung des Brenners eine vermehrte Zahl von Flüchtlingen in Südtirol bedeuten würde.

    Wenn anderswo in Europa auch nur tatenlos Schildchen geschwenkt und mahnende bis drohende Wortspenden in Richtung Österreich abgelassen werden sowie etwas von Symbolik der Brennergrenze und europäischen Werten geschwafelt wird, dann verwundert mich weder die Reaktion der Alpenrepublik, noch dass der längst überfällige Schulterschluss immer noch aussteht.



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  • Kategorie “Geschmacklos”.
    Quotation

    Sollte in Wien ein grüner Bundespräsident sitzen, macht der Grenzzaun am Brenner doch wieder irgendwie Sinn.

    — Andreas Pöder in der TAZ vom 22. April 2016

    Alexander van der Bellen, dessen Eltern russische Flüchtlinge waren, ist über die Parteigrenzen hinweg eine der angesehensten politischen Persönlichkeiten Österreichs. Jahrelang lag er in Sachen Beliebtheitswerten von Politikern stets im Vorderfeld. Die Zustimmung zu seiner Person überstieg den Wähleranteil der Grünen mitunter um das Doppelte. Die seriöse und besonnene Art des Tiroler Universitätsprofessors, der auch einmal einen Fehler eingesteht oder eine andere Meinung honoriert, wird gemeinhin als wohltuender Kontrast zum oft schmutzigen Politalltag gesehen.

    Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass “Sascha” am Sonntag bzw. in der zu erwartenden Stichwahl das nahezu Unmögliche schafft und als grün-naher Kandidat zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt wird. Ein Amt, das wie kein anderes Seriösität und Besonnenheit verlangt.

    Einen Bundespräsidentschaftskandidaten, der in Österreich seit Jahrzehnten großen Respekt genießt, – wenn auch mit Augenzwinkern – zur abschottenswerten Bedrohung hochzustilisieren, ist nicht zuletzt auch angesichts der drastischen Lage, in der wir uns befinden, geschmacklos.

    Ebenfalls laut TAZ sprach sich übrigens Sven Knoll für einen Bundespräsidenten Norbert Hofer (FPÖ) aus. Er konsolidiert somit den Kuschelkurs, den die Süd-Tiroler Freiheit in jüngster Zeit mit dem Rechtspopulismus pflegt.



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  • Pressefreiheit 2016, kleine Staaten weiterhin vorne.

    Gestern stellte die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ihre jährliche Rangliste der weltweiten Pressefreiheit vor, wobei sich auch diesmal wieder besonders viele kleine Staaten mit bis zu 10 Millionen EinwohnerInnen im Spitzenfeld befinden. Unter den ersten zehn befindet sich mit den Niederlanden nur ein etwas größerer Staat.

    Pressefreiheit 2016.

    Österreich schafft Rang elf und Deutschland Rang 16, während sich Italien an weltweit 77. Stelle positioniert. Alle drei Staaten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze verschlechtert.

    Am Ende der Ära Berlusconi befand sich Italien punkto Pressefreiheit mit 19,67 (Minus-)Punkten noch auf Platz 61, während seitdem ein Absturz in Punkten (+9,26 auf nunmehr 28,93) und Rängen (-16) stattgefunden hat.

    Von den europäischen Kleinststaaten (bis 1 Million EinwohnerInnen) schneidet Luxemburg (15.) am besten und Malta (46.) am schlechtesten ab.

    Die weltweite Gesamtlage hat sich laut Reporter ohne Grenzen im Vergleich zu 2015 verschlechtert.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02



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  • WKO würdigt dynamisches Katalonien.
    Politische Entwicklung steht Wirtschaft nicht im Weg

    Nationale und internationale Beobachter und Widersacher des Unabhängigkeitsprozesses haben sich während der letzten Jahre mit Negativprognosen für die katalanische Wirtschaft die Finger wundgeschrieben — Negativprognosen, die sie häufig auf die Ungewissheit und Instabilität zurückführten, welche durch den Selbstbestimmungswunsch hervorgerufen würden. Solchen Vorhersagen kann man bei nüchterner Betrachtung durchaus einiges abgewinnen.

    Trotzdem berichtet die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in einer aktuellen Mitteilung über Katalonien nun von 3,4% Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 — womit das Land schneller gewachsen sei, als Spanien (3,2%) oder die Eurozone (1,9%). Nur vier Staaten des EU-Raums (Irland, Malta, Luxemburg und die Slowakei) hätten ein höheres Wachstum vorzuweisen, wobei bemerkenswert ist, dass Katalonien hier nicht mit anderen Regionen, sondern mit souveränen Staaten verglichen wird.

    Ein wunder Punkt bleibt laut WKO mit 17,7 Prozent die hohe Arbeitslosigkeit des Landes.

    Auf die Separationsbestrebungen wird ausdrücklich hingewiesen:

    Darüber hinaus behält Katalonien auch im Zuge der Unabhängigkeitsdebatte seinen Status als wirtschaftsstarke Region und zieht weiterhin ausländische Abnehmer an. Die Aufschlüsselung des BIPs pro Region zeigt, dass Katalonien weiterhin die Nase vorne hat. Auch die Exporte sind im Jahr 2015 um 6,1% gestiegen und erreichen 64 Mio. EUR, was für die katalanischen Exporte das fünfte Rekordjahr in Folge bedeutet. […] Was die ausländischen Investitionen betrifft, wurde im letzten Jahr ein Wert von 4,8 Mrd. EUR erzielt, der gleichzeitig als bester Wert seit 2010 gilt.

    — WKO

    Von einer abschreckenden Wirkung der Unabhängigkeitsbestrebungen und des Konflikts zwischen Generalitat de Catalunya und spanischem Staat auf in- und ausländische Investoren kann also kaum die Rede sein.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • «Neo fascisti mai. È una parola da fighetti.»

    Ieri sera grande dibattito pubblico dei candidati sindaco di Bolzano, organizzato dal quotidiano Dolomiten, con la presenza del fascista dichiarato Maurizio Puglisi Ghizzi. Oggi invece tre quarti di pagina dedicati dal quotidiano A. Adige alla candidatura di CasaPound e a un’intervista con lo stesso candidato, con tanto di richiamo in prima pagina e introduzione all’acqua di rose:

    Come nel resto d’Italia, CasaPound adotta una strategia di presenza capillare nei quartieri, con iniziative sociali [sic]. Trovano terreno fertile, perché i partiti tradizionali generalmente si sono ritirati dal territorio. Più diventano forti, più diventano aggressive parole ed azioni, una strategia che CasaPound rivendica.

    – A. Adige

    Ma almeno, al contrario del dibattito di ieri sera — dove apparentemente Puglisi Ghizzi non è stato confrontato con i lati più preoccupanti del suo partito — in questo caso l’intervistatrice (Francesca Gonzato) ha accennato, seppure in maniera poco incisiva

    • alle indagini in corso nei confronti di Davide Brancaglion per un violento pestaggio;
    • alla strategia delle minacce portata avanti da CasaPound e
    • alla classificazione del partito come espressione del neofascismo.

    Un’accusa, quest’ultima, a cui Puglisi Ghizzi ha la faccia tosta di rispondere

    Neo fascisti mai. È una parola da fighetti. Piuttosto chiamateci fascisti del terzo millennio.

    prima di snocciolare liberamente il suo programma razzista, pardon… sociale [!] all’insegna del «prima i nostri» e del «fuori gli altri». Sdoganamento perfettamente riuscito, direi.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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