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  • Sprache im Gesundheitswesen: Antrag abgelehnt.
    Bedauerliche Oberflächlichkeit

    Der Beschlussantrag der Grünen (Nr. 49/19) mit dem Titel »Recht auf Muttersprache im Gesundheitswesen« wurde am 3. Juli vom Landtag versenkt. Seine Annahme hätte die Landesregierung dazu verpflichtet:

    • Krankenpflegerinnen im Rahmen ihrer Ausbildung fakultativ Dolmetsch- und Übersetzungskurse anzubieten, um bei Bedarf die Verständigung zwischen Ärztinnen und Patientinnen zu gewährleisten;
    • entsprechende Kurse ins Weiter- und Fortbildungsprogramm für ärztliches und pflegerisches Personal aufzunehmen;
    • ein eigenes Bonussystem für diejenigen einzuführen, die die entsprechenden Kurse besuchen;
    • in der Übergangszeit hauptberufliiche Dolmetscherinnen einzusetzen;
    • eine ausdrückliche Sprachwahloption für Patientinnen einzuführen.

    Diese — teilweise nicht unproblematischen — Maßnahmen hätten meiner Ansicht nach eine gute, pragmatische Antwort auf den Mangel an zwei- und dreisprachigen Ärztinnen darstellen können.

    Abgelehnt wurde der Antrag, dem Inhalt der einschlägigen Pressemitteilung des Landtags zufolge, mit teils haarsträubenden Argumenten. Zum Beispiel jene des zuständigen Landesrats Thomas Widmann (SVP):

    Die meisten Ärzte ohne Zweisprachigkeitsnachweis schafften es allerdings, irgendwie mit den Patienten zu kommunizieren.

    — Pressemitteilung des Landtags

    Sind wir also wirklich schon so weit, dass wir »irgendwie kommunizieren« als Maßstab für die Notwendigkeit von Übersetzungen definieren? Die Medizin ist eine sprechende Wissenschaft (Franz Ploner, TK), die Wichtigkeit von Kommunikation ist kaum zu überschätzen. Allein die Möglichkeit von Sprachbarrieren kann dazu führen, dass Menschen ärztlichen Beistand erst verspätet oder gar nicht in Anspruch nehmen.

    Die Sprache sei ein Grundpfeiler der Autonomie, aber im Zweifelsfall gehe die Gesundheitsversorgung vor.

    — Pressemitteilung des Landtags

    Hier gibt es aber keinen »Zweifelsfall«, man kann das eine nicht gegen das andere ausspielen: Die Grünen fordern nirgends, die Gesundheitsversorgung der Sprache unterzuordnen und/oder kein einsprachiges Personal mehr einzustellen, sondern regen an, diese (hoffentlich vorübergehende) Notwendigkeit durch die Ergreifung paralleler Maßnahmen abzufedern.

    Ein [von Ulli Mair (F) angeregter] Übersetzungsdienst für Befunde würde den Patienten nichts bringen, es bleibe Fachsprache.

    — Pressemitteilung des Landtags

    Also können wir uns von der informierten und mündigen Patientin auch gleich verabschieden.

    Es ist zum Haare Raufen, mit welcher Hemdsärmeligkeit auch dieses Problem angegangen wird. Hier scheint selbst beim zuständigen Landesrat nicht nur kein Wille zur Problemlösung im Sinne der Patientinnen, sondern auch gar kein wirkliches Problembewusstsein vorhanden zu sein. »Irgendwie« kann ich mich vermutlich auch mit einer Ärztin in Bangladesh verständigen, die ausschließlich Bengali spricht.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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  • Pugnon su ra Olinpiades.


    de Elsa Zardini, Union de i Ladis de Anpezo

    L é de iusto che se conosce anche cheroutra fazada de Anpezo, chera che i no m à mostrà par televijion e su ra gazetes, chera del gran cruzio par trope anpezane par ra asegnazion de ra Olinpiades del 2026. Parceche ra nostra śente r é beleche pasada su chel troi del 1956. Na trista inposizion politica de ra rejon del Veneto, portada inaante senza aé sentù ra pugnon del paes, de chi che à da vive duto l àn cà e da se defende chel poco che l é vanzà, e chel che l é ancora inze ra mas de ra nostra śente che no vo s’in śi da ra so tèra natia, de chi che no n à fato vita da sciore, ma che à senrpe lourà e fato sacrifizie par se mantegnì ra so ciaśes. Parce no n’ elo sta fato un referendum par saé ce che i pensaa cà in Anpezo? Negun à vorù sentì rejos e i é śude inaante a mariaorba. Del resto se sa, Anpezo l é senpre sta una bona sceiba da dorà par se fei biei, par se bete al mostron ogni ota che l é biśoin e dapò… dute se descmentea de sto paradis che el Signor m à donà. I é śude adora infinamai a strapazà ra toponomastica chera vera da CORTINA d’AMPEZZO a CORTINA, i disc par favorì el marketing. Ma nos in on fin sora i ciaei de jeste, seguiton a portà inaante ra cultura ladina par ra noa jenerazios. A ra fin de i conte se sa ben che CULTURA E IDENTITÀ no n è sode e speculazios, con i sode se seporisce duto. Aeo sentù calchedun parlà de cultura ste dis? NO, negun. Festes, ciacoles e bon coscì, gnanche par i 10 ane de l UNESCO negun à spendù na parola par defende ra nostra tèra. Dinultima chi che à da perde in ogni cajo son nos zitadis d’Anpezo. I à beleche fato un studio a ra Università la Sapienza de Roma par vede quanta steores che portarà al stato chesta Olinpiades e…. nos aron da pagà! No parlon de i debite che vanzarà al Comun, el nosc referendum par ra riunificazion del popol ladin anche chel seporì e tanto outro che me tociarà padì che no ouso gnanche pensà. Ra cianpanes d’Anpezo ś à sonà da canpanoto, da festa granda in chera sera, speron che ‘es no n ebe sonà ra angonia d’Anpezo.


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  • UNO fordert erneut Ende der willkürlichen Haft.
    Junqueras musste Eröffnungssitzung des EU-Parlaments fernbleiben

    Die Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen der UNO fordert die unverzügliche Freilassung der katalanischen Politikerinnen Dolors Bassa, Josep Rull, Jordi Turull und Raül Romeva. Der spanische Staat soll ihnen außerdem eine Entschädigung zahlen. Dass dies geschieht, ist unwahrscheinlich: Ende Mai hatte die Arbeitsgruppe schon ein ähnliches Gutachten zur Situation von Oriol Junqueras, Jordi Cuixart und Jordi Sànchez veröffentlicht, ohne dass dies das spanische Höchstgericht (Tribunal Supremo) beeindruckt hätte. Im Gegenteil — in einem Schreiben bezeichnete es die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe als »unlogisch«, Spanien verlangte darüberhinaus personelle Veränderungen in dem unabhängigen Gremium.

    Indes konnte Oriol Junqueras, ähnlich wie der ehemalige katalanische Präsident Carles Puigdemont und Toni Comín, am 2. Juli nicht an der Eröffnungssitzung des EU-Parlaments teilnehmen, obschon er bei der Europawahl als Spitzenkandidat der EFA einen Sitz errungen hatte.

    Die Sprecherin der gemeinsamen Fraktion von EFA und Grünen, Ska Keller, verlangte in ihrer Rede im Plenum die Unterstützung des Parlamentspräsidiums, um diese untragbare Situation zu beenden. Gleichzeitig wurde die Eröffnungssitzung von einer massiven Kundgebung katalanischer Wählerinnen begleitet, die vor dem Straßburger Parlamentssitz für ihre Repräsentation protestierten. Junqueras, Puigdemont und Comín vertreten gemeinsam über zwei Millionen Bürgerinnen.

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Merkel für Demokratisierung der EU.
    Quotation

    Tobias Becker (Der Spiegel): Frau Bundeskanzlerin, Sie sagten gerade, dass es kein Spitzenkandidat wurde [d.h., dass kein Spitzenkandidat zum EU-Kommissionspräsidenten auserkoren wurde, Anm.] , lag an der Konstellation. Vielleicht können Sie genauer sagen, welche Konstellation Sie damit meinen. Und zweite Frage, wenn ich darf: Halten Sie das Spitzenkandidatenmodell jetzt für tot oder — falls nicht — wie könnte man es wiederbeleben?

    Angela Merkel: Also wir haben schon darauf geachtet, dass jeder der Spitzenkandidaten auch in Zukunft eine Rolle spielen kann und wird. Zweitens ist einfach, wie ich es ja gestern in der Pressekonferenz auch dargestellt habe, die Frage »wer ist jetzt eigentlich in der europäischen Konstellation der Spitzenkandidat für diesen Posten des Kommissionspräsidenten?« nicht so eindeutig beschrieben. Ist das die stärkste Kraft, die stärkste politische Kraft, oder ist es derjenige oder diejenige, die die meisten Stimmen potenziell auf sich vereinigen kann im Europäischen Parlament — was ja noch lange nicht bedeutet, dass in den gleichen Parteikonstellationen das im Europäischen Rat genauso gesehen wird. Und darin liegt einfach die Schwierigkeit dieses Modells und deshalb haben wir jetzt seitens des Europäischen Rates die Bereitschaft bekundet oder auch den Willen, dass wir für die Zukunft bessere Regelungen finden über dieses Thema. Wir wollen dieses Konzept ausdrücklich nicht einfach verabschieden — ich jedenfalls nicht —, aber wir müssen uns über solche Konstellationen einfach Gedanken machen. Und dafür gabe es keine vorbereitete Verhaltensweise, sozusagen, wie man das jetzt genau macht. Und dass das zwischen Europäischem Rat und Parlament natürlich dann eine nicht ganz einfache Konstellation ist, das hat sich bei diesem Mal sozusagen im Praxistest gezeigt. Und deshalb brauchen wir mehr Demokratie, für mich sind auch transnationale Listen da eine Möglichkeit, dann könnte man zum Beispiel in Richtung Direktwahlen gehen, wo man dann fragt, wieviel Stimmen vereinigt ein Spitzenkandidat auf sich, dann hat man sozusagen eine Unabhängigkeit von der Parteienfamilie, eine stärkere Konzentration auf ein Personenwahlrecht. Das wäre zum Beispiel ein möglicher Ausweg, aber genau das soll jetzt diskutiert werden. Ich will dieses Prinzip ausdrücklich nicht zu Grabe tragen, ich glaube nur, es war auch nicht besonders hilfreich, wenn man der stärksten politischen Kraft gleich als erstes mal sagt, dass ihr Spitzenkandidat [Manfred Weber von der CSU-EVP, Anm.] nun aber definitiv nicht geeignet ist, um für die Wahl des Kommissionspräsidenten in Frage zu kommen.

    aus der Pressekonferenz vom 2. Juli, Transkription von mir.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06



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  • A22: Die Maut ist lächerlich gering.
    Gescheiterte Umweltpolitik

    In Südtirol leben wir an einer vielbefahrenen alpenquerenden Verkehrsroute, die sowohl für Gesundheit und Lebensqualität der Menschen als auch für die Umwelt verheerende Folgen hat. Es besteht weitgehende Einigkeit, dass einerseits die dringend nötige Verlagerung des Verkehrs — insbesondere des Transitverkehrs — von der Straße auf die Schiene angegangen werden, andererseits aber auch der Umwegverkehr eingeschränkt werden muss. Die Brennerroute gilt derzeit nämlich als die günstigste Möglichkeit der Alpenquerung.

    Wir hören hierzulande immer wieder von der Schweiz, die die LKW-Maut drastisch erhöht hat, um den Transitverkehr auf der Autonahn einzuschränken. Demgegenüber ist die Maut auf der Brennerroute, und zwar insbesondere südlich des Brenners, geradezu lächerlich gering.

    Was mich jedoch erstaunt hat, ist, dass die Mautgebühren hierzulande nicht nur im Vergleich mit der Schweiz, sondern auch gegenüber anderen Routen in Italien äußerst günstig sind. Das habe ich in dieser Tabelle (jeweils als Streckenmaut und als Maut pro Kilometer) exemplarisch zusammengefasst:

    StreckekmAuto2 Achsen3 Achsen4 Achsen5+ Achsen
    Courmayeur→Aoste31,48,90€11,80€15,80€25,10€29,10€
    0,28€0,38€0,50€0,80€0,93€
    Courmayeur→Pont-St-Martin88,020,90€24,20€32,60€51,40€59,70€
    0,24€0,28€0,37€0,58€0,68€
    Bardonecchia→Turin95,414,10€16,30€25,70€33,80€39,20€
    0,15€0,17€0,27€0,35€0,41€
    Brenner→Bozen Nord77,05,80€6,00€7,90€12,00€14,10€
    0,08€0,08€0,10€0,16€0,18€
    Brenner→S. Michele121,09,40€9,70€12,80€19,40€22,90€
    0,08€0,08€0,11€0,16€0,19€

    Quellen: Mautrechner von autostrade.it und Brennerautobahn

    Die gewählten Vergleichsstrecken befinden sich auf der A5 im Aostatal (vom Mont-Blanc-Tunnel kommend) und auf der A32 im Piemont (vom Fréjus-Tunnel kommend) und sind — wie man deutlich sehen kann — um ein Vielfaches teurer als hierzulande. Dabei müsste dort für die Alpenquerung erst noch die Tunnelmaut dazugerechnet werden.

    Ein Fünfachser (die teuerste Mautklasse) bezahlt auf der Brennerautobahn demnach pro Kilometer sogar weniger als ein gewöhnliches Auto auf der Strecke zwischen Courmayeur und Pont-Saint-Martin. Dort bezahlt ein Fünfachser (mit 0,68€ bis 0,93€) pro zurückgelegtem Kilometer etwa dreieinhalb- bis knapp fünfmal so viel wie hierzulande. Auf der Strecke von Bardonecchia nach Turin ist die Maut immerhin noch mehr als doppelt so hoch wie zwischen Brenner und S. Michele.

    Preise für die anderen Mautklassen lassen sich in der Tabelle mit einem Klick auf das Pluszeichen (+) ausklappen.

    All das finde ich sehr erstaunlich, wird uns doch hierzulande vorgegaukelt, dass alles Menschenmögliche getan wurde und wird, um die LKW-Maut anzuheben, damit die Attraktivität der Brennerroute verringert wird. Die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache.

    Auch die sogenannte Umweltmaut, die auf Grundlage der neuen Autobahnkonzession eingeführt werden könnte, wird mindestens eine Verdoppelung der Mautgebühren für Lastwagen zur Folge haben müssen, um von den Speditionsunternehmen nicht nur wie ein Kitzeln am Auspuff wahrgenommen zu werden.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03 04



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