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  • Kategorie “Geschmacklos”.
    Quotation

    Sollte in Wien ein grüner Bundespräsident sitzen, macht der Grenzzaun am Brenner doch wieder irgendwie Sinn.

    — Andreas Pöder in der TAZ vom 22. April 2016

    Alexander van der Bellen, dessen Eltern russische Flüchtlinge waren, ist über die Parteigrenzen hinweg eine der angesehensten politischen Persönlichkeiten Österreichs. Jahrelang lag er in Sachen Beliebtheitswerten von Politikern stets im Vorderfeld. Die Zustimmung zu seiner Person überstieg den Wähleranteil der Grünen mitunter um das Doppelte. Die seriöse und besonnene Art des Tiroler Universitätsprofessors, der auch einmal einen Fehler eingesteht oder eine andere Meinung honoriert, wird gemeinhin als wohltuender Kontrast zum oft schmutzigen Politalltag gesehen.

    Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass “Sascha” am Sonntag bzw. in der zu erwartenden Stichwahl das nahezu Unmögliche schafft und als grün-naher Kandidat zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt wird. Ein Amt, das wie kein anderes Seriösität und Besonnenheit verlangt.

    Einen Bundespräsidentschaftskandidaten, der in Österreich seit Jahrzehnten großen Respekt genießt, – wenn auch mit Augenzwinkern – zur abschottenswerten Bedrohung hochzustilisieren, ist nicht zuletzt auch angesichts der drastischen Lage, in der wir uns befinden, geschmacklos.

    Ebenfalls laut TAZ sprach sich übrigens Sven Knoll für einen Bundespräsidenten Norbert Hofer (FPÖ) aus. Er konsolidiert somit den Kuschelkurs, den die Süd-Tiroler Freiheit in jüngster Zeit mit dem Rechtspopulismus pflegt.



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  • Pressefreiheit 2016, kleine Staaten weiterhin vorne.

    Gestern stellte die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ihre jährliche Rangliste der weltweiten Pressefreiheit vor, wobei sich auch diesmal wieder besonders viele kleine Staaten mit bis zu 10 Millionen EinwohnerInnen im Spitzenfeld befinden. Unter den ersten zehn befindet sich mit den Niederlanden nur ein etwas größerer Staat.

    Pressefreiheit 2016.

    Österreich schafft Rang elf und Deutschland Rang 16, während sich Italien an weltweit 77. Stelle positioniert. Alle drei Staaten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze verschlechtert.

    Am Ende der Ära Berlusconi befand sich Italien punkto Pressefreiheit mit 19,67 (Minus-)Punkten noch auf Platz 61, während seitdem ein Absturz in Punkten (+9,26 auf nunmehr 28,93) und Rängen (-16) stattgefunden hat.

    Von den europäischen Kleinststaaten (bis 1 Million EinwohnerInnen) schneidet Luxemburg (15.) am besten und Malta (46.) am schlechtesten ab.

    Die weltweite Gesamtlage hat sich laut Reporter ohne Grenzen im Vergleich zu 2015 verschlechtert.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02



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  • WKO würdigt dynamisches Katalonien.
    Politische Entwicklung steht Wirtschaft nicht im Weg

    Nationale und internationale Beobachter und Widersacher des Unabhängigkeitsprozesses haben sich während der letzten Jahre mit Negativprognosen für die katalanische Wirtschaft die Finger wundgeschrieben — Negativprognosen, die sie häufig auf die Ungewissheit und Instabilität zurückführten, welche durch den Selbstbestimmungswunsch hervorgerufen würden. Solchen Vorhersagen kann man bei nüchterner Betrachtung durchaus einiges abgewinnen.

    Trotzdem berichtet die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in einer aktuellen Mitteilung über Katalonien nun von 3,4% Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 — womit das Land schneller gewachsen sei, als Spanien (3,2%) oder die Eurozone (1,9%). Nur vier Staaten des EU-Raums (Irland, Malta, Luxemburg und die Slowakei) hätten ein höheres Wachstum vorzuweisen, wobei bemerkenswert ist, dass Katalonien hier nicht mit anderen Regionen, sondern mit souveränen Staaten verglichen wird.

    Ein wunder Punkt bleibt laut WKO mit 17,7 Prozent die hohe Arbeitslosigkeit des Landes.

    Auf die Separationsbestrebungen wird ausdrücklich hingewiesen:

    Darüber hinaus behält Katalonien auch im Zuge der Unabhängigkeitsdebatte seinen Status als wirtschaftsstarke Region und zieht weiterhin ausländische Abnehmer an. Die Aufschlüsselung des BIPs pro Region zeigt, dass Katalonien weiterhin die Nase vorne hat. Auch die Exporte sind im Jahr 2015 um 6,1% gestiegen und erreichen 64 Mio. EUR, was für die katalanischen Exporte das fünfte Rekordjahr in Folge bedeutet. […] Was die ausländischen Investitionen betrifft, wurde im letzten Jahr ein Wert von 4,8 Mrd. EUR erzielt, der gleichzeitig als bester Wert seit 2010 gilt.

    — WKO

    Von einer abschreckenden Wirkung der Unabhängigkeitsbestrebungen und des Konflikts zwischen Generalitat de Catalunya und spanischem Staat auf in- und ausländische Investoren kann also kaum die Rede sein.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • «Neo fascisti mai. È una parola da fighetti.»

    Ieri sera grande dibattito pubblico dei candidati sindaco di Bolzano, organizzato dal quotidiano Dolomiten, con la presenza del fascista dichiarato Maurizio Puglisi Ghizzi. Oggi invece tre quarti di pagina dedicati dal quotidiano A. Adige alla candidatura di CasaPound e a un’intervista con lo stesso candidato, con tanto di richiamo in prima pagina e introduzione all’acqua di rose:

    Come nel resto d’Italia, CasaPound adotta una strategia di presenza capillare nei quartieri, con iniziative sociali [sic]. Trovano terreno fertile, perché i partiti tradizionali generalmente si sono ritirati dal territorio. Più diventano forti, più diventano aggressive parole ed azioni, una strategia che CasaPound rivendica.

    – A. Adige

    Ma almeno, al contrario del dibattito di ieri sera — dove apparentemente Puglisi Ghizzi non è stato confrontato con i lati più preoccupanti del suo partito — in questo caso l’intervistatrice (Francesca Gonzato) ha accennato, seppure in maniera poco incisiva

    • alle indagini in corso nei confronti di Davide Brancaglion per un violento pestaggio;
    • alla strategia delle minacce portata avanti da CasaPound e
    • alla classificazione del partito come espressione del neofascismo.

    Un’accusa, quest’ultima, a cui Puglisi Ghizzi ha la faccia tosta di rispondere

    Neo fascisti mai. È una parola da fighetti. Piuttosto chiamateci fascisti del terzo millennio.

    prima di snocciolare liberamente il suo programma razzista, pardon… sociale [!] all’insegna del «prima i nostri» e del «fuori gli altri». Sdoganamento perfettamente riuscito, direi.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Zwölf Kandidatinnen. Und einer zuviel.

    Am heutigen Abend ist in der Sparkassen-Academy der Landeshauptstadt eine öffentliche Diskussion mit zwölf von sage und schreibe 13 Bozner Bürgermeisterkandidatinnen über die Bühne gegangen. Durch den von den Dolomiten organisierten Abend führten Chefredakteur Toni Ebner und Redakteur Michael Fink. Auf Südtirol Online konnte man die Debatte im Liveticker verfolgen.

    Zwölf von 13 Kandidatinnen — weil Angelo Gennaccaro nicht dabei sein konnte. Damit ist auch schon die ganze Misere dieses Abends benannt: Das heißt nämlich, dass Maurizio Puglisi Ghizzi dabei war, der Bürgermeisterkandidat von CasaPound. Ein Faschist neben den anderen, den demokratischen Kandidaten (wobei diesbezüglich auch bei Tagnin und Holzmann Zweifel angebracht wären).

    Maurizio Puglisi Ghizzi (Casapound) sagte, dass man ihn zum Bürgermeister von Bozen wählen sollte, da er ein Programm hat, das alle Themenbereiche – von der Einwanderung, über die Sicherheit und den Sport – abdecke. “Wir bieten zudem eine sozialere Politik, als das bisher der Fall gewesen ist.”

    — Südtirol Online

    Davon, dass CasaPound eine faschistische Partei ist, steht kein Wort im Protokoll von Südtirol Online. Auch nicht, dass er von Toni Ebner auf die squadristischen Methoden seiner Parteifreunde angesprochen worden wäre. Oder, dass eine/r der anderen Kandidatinnen sich geweigert hätte, mit einem erklärten Faschisten und Feind der demokratischen Grundordnung auf demselben Podium zu sitzen.

    In Deutschland wäre eine derartige Legitimierung und Verharmlosung von Rechtsextremistinnen wohl kaum möglich. Wenn wir nicht eine weitere Expansion der Faschisten in unseren Institutionen wollen, wäre es wohl an der Zeit, uns auch in Südtirol über den Begriff der »wehrhaften Demokratie« Gedanken zu machen.

    Kürzlich organisierte übrigens das Demokratische Forum [sic] im Bozner Kolpinghaus eine ähnliche Veranstaltung. Auch dort war Puglisi Ghizzi selbstverständlich dabei.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02 03



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  • 19th century responses.
    Quotation

    People are talking to their governments on 21st century technology. The governments hear them on 20th century technology and are providing 19th century responses.

    Madeleine Albright (geb. Marie Jana Körbelová), ehemalige US-Außenministerin, über die westliche Politik und deren Krisenmanagement angesichts der globalen Herausforderungen.



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  • Viaggio nell’Europa dell’indipendenza.
    Un’inchiesta di »Repubblica TV«

    Io credo che se le regioni […] possono uccidere il nazionalismo, che è il vero grande tumore dell’Europa, che impedisce all’Europa di progredire verso una forma federale, ebbene benvenuto il regionalismo.

    Bernardo Valli — editorialista di Repubblica

    Lunga inchiesta (a tratti superficiale ma comunque sorprendentemente «aperta» a voler comprendere e approfondire il fenomeno) di Repubblica TV sull’indipendentismo in Europa:

    Ringrazio Valentino Liberto per avermi segnalato il video.



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  • Mehrsprachige Schule: Die Zeit ist reif?

    Die Südtiroler Grünen haben einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, um im Südtiroler Bildungssystem ein sogenanntes »Recht auf Mehrsprachigkeit« einzuführen: Immersion, CLIL, mehrsprachige Schule… wie auch immer man es nennen will, »rund die Hälfte« des Unterrichts soll auf Deutsch stattfinden, die andere Hälfte auf Italienisch.

    Die entsprechende Pressemitteilung der Vërc möchte ich hier stellenweise kommentieren:

    Vorstellung des Landesgesetzentwurfs 67/15: Recht auf Mehrsprachlichkeit im Bildungssystem des Landes

    Der Duden kennt die »Mehrsprachigkeit«, aber keine »Mehrsprachlichkeit« — es wäre meiner Meinung nach angemessen, bei einem derart heiklen, sprachbezogenen Thema (in einem Gesetzesvorschlag!) auch die korrekten Begriffe zu verwenden.

    Bei den Open-Space-Veranstaltungen des Südtirol-Konvents war unverkennbar die wichtigste Forderung zum Themenbereich “Zusammenleben der Sprachgruppen in Südtirol”: Ein echtes mehrsprachiges Schulsystem wurde von vielen Konvent-Teilnehmenden als dringendstes Mittel für mehr sprachliches und kulturelles Verständnis angeführt. Die Zeichen der Zeit und des Zeitgeists sprechen hier eine überdeutliche Sprache.

    Bislang war meist davon die Rede, dass die Open Spaces von Schützen & Co. unterwandert wurden, die dementsprechend auch ihre Themen prominent platziert haben — darunter die Beibehaltung des derzeitigen Schulsystems. Nun soll plötzlich ein mehrsprachiges Schulsystem die wichtigste Forderung zum Themenbereich »Zusammenleben der Sprachgruppen« gewesen sein? Irgendwie geht das nicht ganz zusammen. Es sei denn, man definiert nach eigenem Gutdünken, was wichtig war und was nicht.

    Ganz grundsätzlich jedoch: Haben die Grünen nicht erst vor wenigen Tagen die SVP scharf kritisiert, weil sie »am Konvent vorbei« handle? Warum tun sie selbst nun genau dasselbe?

    Die Landesregierung setzt im Bereich Mehrsprachigkeit mit den CLIL-Angeboten in der Oberschule einige zaghafte Schritte. Wir wollen diese würdigen. Es braucht Zwischenschritte und der Widerstand der Konservativen ist groß.

    Tatsächlich, der Widerstand der Konservativen ist groß. Aber reduzieren wir es bitte nicht auf die Konservativen. Es gibt auch Progressive, die den Fortschritt nur unter der Bedingung wagen wollen, dass er nicht zum Rückschritt wird.

    Trotzdem wollen wir als Grüne, die seit Jahrzehnten eine moderne, überzeugt mehrsprachige Gesellschaft anvisieren, ein weiteres Mal einen Schritt voraus gehen.
    Wir haben daher diesen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der parallel zur Anpassung der “Buona scuola” in die öffentliche Debatte auch das ureigenste Anliegen der Südtiroler Progressiven einbringt, eben das mehrsprachliche [sic] Zusatzangebot im gesamten Südtiroler Bildungsangebot.

    Meines Erachtens wird hier eine Gleichung aufgestellt, die uns direkt in den »Katalog« des Südtiroler Oberflächenprogressismus führt. Hiernach können Progressive per Definition keine Bedenken gegen die Immersion haben — weil sie dann automatisch keine Progressiven mehr sind. Genauso wie Progressive nicht für die Selbstbestimmung sein können und dürfen.

    “Unsere gute, mehrsprachliche [sic] Schule”, so könnte man diesen Wunsch zusammenfassen. Es wäre gar nicht schwer und niemand würde irgendein Recht verlieren.

    Heinz von Förster, der konstruktivistische Forscher und “KybernEthiker” sagte: Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird! Er sah darin auch eine Ursache des Glücks. In der Südtiroler Bildungswelt wäre Platz dafür.

    Im Ernst? Dann müssten wir Försters Maxime zufolge konsequenterweise wohl auch Fächer wie »Kreationismus« oder »Scharia« einführen, wenn (siehe unten) die entsprechende Nachfrage besteht.

    Gute Gründe für ein Recht auf Mehrsprachlichkeit [sic] im Südtiroler Bildungssystem

    • Wünsche aus der Elternschaft (Convivia, Genitori per il Bilinguismo / Eltern für die Zweisprachigkeit, MixLing) und Umfrageergebnisse (Landeselternbeirat für die deutsche Schule unter den Eltern- und SchulratspräsidentInnen – 2008 und 2015, KOLIPSI-Studie der Eurac – 2009)

    Wünsche einer Gruppe sind immer auch gegen die Allgemeininteressen der Gesellschaft abzuwägen. Eine Partei sollte das tun. Schließlich sollen — zum Beispiel — auch nicht nur die Hoteliers entscheiden, ob der Flughafen ausgebaut wird.

    Ein Flughafen wäre übrigens auch ein konkreter Beitrag zur Erweiterung von Wahlmöglichkeiten. Dann kann jede Bürgerin ganz selbstbestimmt entscheiden, ob sie lieber mit der Bahn oder dem Flugzeug reist.

    Nicht zuletzt war die Umfrage des Landeselternbeirats möglicherweise suggestiv formuliert und mit Sicherheit nicht repräsentativ.

    • Aussagen im Sprachenbarometer 2014 (Sprachstatistik ASTAT)
    • Oftmals bemängelte schlechte Zweitsprachkenntnisse der Südtiroler OberschülerInnen

    Das Sprachbarometer ist ein zweischneidiges Schwert: Es stimmt zwar, dass daraus ein starker Wunsch hervorgeht, auch mehrsprachige Schulmodelle einzuführen. Allerdings bestätigt das Sprachbarometer gleichzeitig, dass die Zweitsprachkenntnisse der Südtirolerinnen während der letzten Jahre — anders als »oftmals bemängelt« — deutlich zugenommen haben.

    • Gute Annahme aller bisherigen mehrsprachlichen [sic] Angebote, z.B. CLIL-Unterricht, “Zweitsprachjahr”

    Gerade beim Thema CLIL sollte man sich vielleicht auch einmal die Ergebnisse des einschlägigen Evaluationsberichts zu Gemüte führen. Angeblich ist CLIL nämlich wider Erwarten (und anders als offiziell kommuniziert) keine Zauberformel für bessere Sprachkenntnisse.

    […]

    Der Gesetzentwurf ergänzt das bestehende schulische Angebot, falls erwünscht und genügend Anmeldungen vorliegen (für den Kindergarten 14, für die Schule 15 Einschreibungen), um ein mehrsprachliches [sic]. Das freiwillige Zusatzangebot kann im Kindergarten, in der Unter- und Oberstufe gewählt werden. Das übliche Angebot bleibt ausnahmslos unverändert erhalten (das Recht auf mutterspachigen Unterricht nach Art. 19 des Autonomiestatuts wird nicht beschnitten).

    Noch einmal: Legitimiert die Nachfrage automatisch das Angebot? Ist das nicht zu wenig nachhaltig und zu marktwirtschaftlich gedacht? Ich jedenfalls bin nicht der Meinung, dass wir — nicht nur beim Thema Immersion — die Hoheit über das öffentliche Bildungssystem auf dem Altar der individuellen »Wahlmöglichkeiten« opfern sollten.

    Wir alle wissen zudem, dass sich einem mehrsprachigen Angebot über kurz oder lang niemand wird entziehen können, die nicht als konservativ, ewiggestrig, den eigenen Kindern Schaden zufügen wollend gelten will. Wahlfreiheit wird dann im Sinne einer erzwungenen Bilingualisierung nur noch vorgetäuscht.

    Das mehrsprachige Angebot ist eine Bereicherung der Bildungslandschaft Südtirols und kann, ähnlich der ladinischen Schule, als Labor für neue Formen des Lernen [sic] und der kulturellen Annäherung dienen. Von der derzeitigen Schule, die ja derzeit schon mit der Realität der mehrsprachlichen [sic] Zusammensetzung konfrontiert ist, wird Druck genommen – und schließlich bietet das neue Angebot auch einen Schutz für all jene, die sich der mehrsprachigen Orientierung im Sinne der ausdrücklichen Muttersprachlichkeit nicht anschließen möchten.

    Damit wäre eine Situation allgemeinen Gewinnes geschaffen.

    Das mit dem allgemeinen Gewinn wäre — zumindest aus Sicht des Minderheitenschutzes — aus den oben dargelegten Gründen erst zu belegen. Über eine Antwort auf meine Einwände würde ich mich freuen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02



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