Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer, Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.
– Elie Wiesel
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Stillschweigen.
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Oltre 2.500 proposte per la lingua.
A fine settembre si è conclusa la fase partecipativa del Pacte Nacional per la Llengua, processo nato su specifica richiesta del Parlamento catalano per individuare, discutere e implementare soluzioni per la tutela e il sostegno alla lingua catalana.
Come si evince da una prima analisi già pubblicata dal Departament de Cultura (v. sotto), nei mesi scorsi sono stati raccolti 333 contributi, presentati da singoli cittadini o entità, contenenti in tutto ben 2.597 proposte concrete su come rafforzare la lingua.
Sono state organizzate 12 sessioni deliberative tematiche online, 19 sessioni di prossimità autogestite da parte di diverse organizzazioni, 16 sessioni territoriali in presenza del Segretario di politica linguistica o di un rappresentante istituzionale, oltre a due giornate «centrali» (Il catalano, sfide e proposte e la IX Giornata della Lingua e della Società nei territori di lingua catalana).
Quali idee
Sempre secondo l’analisi preliminare, il maggior numero di proposte pervenute riguarda i seguenti ambiti:
- Educazione e ricerca (22,4%);
- Amministrazioni pubbliche (14,2%);
- Audiovisuale e mezzi di comunicazione (14,0%);
- Coesione sociale e accoglienza (10,7%);
- Ambito socioeconomico e lavorativo (10,1%);
- Cultura (7,9%);
e incide sulle seguenti dimensioni linguistiche:
- Usi e ambienti linguistici (47,7%);
- Comportamenti linguistici (26,5%);
- Conoscenze linguistiche (23,5%);
- Corpus (2,3%).
Quali azioni
Quasi un terzo delle 2.597 proposte (30,5%) prevedrebbe azioni di sensibilizzazione linguistica, mentre il 18,2% punta a un incremento e miglioramento della formazione. Un ulteriore 14,1% delle proposte richiede azioni di dinamizzazione linguistica, l’11,5% renderebbe necessari interventi normativi e poco meno (10,3%) un miglior finanziamento e maggiori sovvenzioni. Il 9,1% propone che vengano fatte rispettare meglio le leggi vigenti in materia linguistica.
Una gran parte delle proposte pervenute (53,5%) richiederebbe l’uso di denaro pubblico, pochissime l’impiego di soldi privati con supporto pubblico (3,4%) o solo finanziamenti privati (1,2%). Per il restante 41,9% delle soluzioni suggerite non è immediatamente deducibile a chi spetterebbe il finanziamento.
Chi ha partecipato
Chi ha fatto proposte ha partecipato alle iniziative a titolo individuale per il 40,4% e in forma collettiva per il 59,7%, di cui
- come associazione costituita legalmente (6,2% entità linguistiche e 20,5% altre per un totale di 26,7%);
- come associazione non costituita legalmente (22,4%) e
- istituzioni e organismi pubblici (10,6%).
Gli obiettivi del Pacte Nacional per la Llengua sono l’incremento del livello collettivo di conoscenza della lingua; facilitare al massimo il suo utilizzo in tutti i settori, con particolare attenzione agli ambiti più rilevanti in cui è meno presente, e potenziare l’adozione del catalano tra le persone per le quali non rappresenta la lingua di partenza.
— dalla pubblicazione
traduzione mia
Sul sito dedicato al processo partecipativo attualmente è possibile visionare, filtrandole, tutti i contributi originali e le singole proposte in essi contenute, che ora verranno discusse nell’ambito di un apposito tavolo prima di confluire in un accordo politico.
Bildung/ Cultura/ Kohäsion+Inklusion/ Migraziun/ Minderheitenschutz/ Mitbestimmung/ Politik/ Recht/ Service Public/ Sprachpolitik/ Statistik/ · Good News/ Good Practices/ Zitać/ · · · Catalunya/ · GENCAT/ · Italiano/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo. -
Verdevale: Interreg-Projekt nur auf Italienisch.
Lugano-BozenIm Rahmen von Interreg Italien-Schweiz wurde mit Verdevale (2019-2022) in Lugano und Bozen ein Projekt zum öffentlichen Grün und dessen Aufwertung durchgeführt.
Lugano im Kanton Tessin ist die wichtigste Stadt des italienischen Sprachgebiets in der Schweiz, Bozen die wichtigste Stadt des deutschen Sprachgebiets in Italien.
Millionenfrage: In welcher Sprache wird ein derartiges Projekt dann ausschließlich durchgeführt?
Im Tessin wäre schwer vorstellbar, die eigene Landessprache Italienisch zu vernachlässigen. In Bozen ist es anders herum, dort geht es ohne die staatsweite Mehrheitssprache nicht. Und da in der Landeshauptstadt die Minderheitensprache Deutsch ohnehin immer dreister marginalisiert wird (vgl.
0102), gibt es Verdevale eben nur auf Italienisch.So kennt die eigens erstellte Webseite nur eine Sprachversion:

Das zieht sich von A bis Z durch:

Selbst die Unterlagen, die sich spezifisch auf Bozen beziehen, sind durchwegs einsprachig:

Und die zum Download bereitgestellten Unterlagen, die ausdrücklich für kleine und mittelständische Unternehmen und öffentliche Verwaltungen gedacht sind?

Nun ja, auch die gibt es leider nur auf Italienisch. In der mittelinks-grün-interethnisch regierten Südtiroler Landeshauptstadt scheint das niemandem aufgefallen zu sein. Oder zumindest hat es niemanden gestört — einschließlich der SVP.
In der Schweiz ist sprachliche Vielfalt möglich, denn jede Region darf die eigene(n) Sprache(n) auch unabhängig von der staatsweiten Mehrheitssprache leben. Hierzulande gilt das augenscheinlich nicht. Wenn auf eine Sprache verzichtet wird, und das ist ziemlich oft der Fall, dann gerade auf die Minderheitensprache. Zugunsten einer immer stärkeren nationalen Homogenisierung.
Cëla enghe:
0102030405|06Ecologia/ Minderheitenschutz/ Minorisaziun/ Plurilinguism/ Service Public/ Tech&Com/ · Bilinguismo negato/ Italianizzazione/ · · · Italy/ Südtirol-o/ Svizra/ Ticino/ · SVP/ Vërc/ · Deutsch/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo. -
MSPI: EuG deckt Untätigkeit der Kommission.
Dass sich das Gericht der Europäischen Union (EuG) in einem Urteil kürzlich hinter die EU-Kommission von Ursula von der Leyen und ihre Vernachlässigung von Minderheitenschutzmaßnahmen stellte, ist für das angeblich in Vielfalt geeinte Europa wahrlich keine gute Nachricht.
Über eine Million Unterschriften waren vor wenigen Jahren für die Minority-Safepack-Initiative (MSPI) gesammelt worden, eine Leistung, die umso höher zu bewerten ist, als sie in erheblichem Maße von den Minderheiten selbst erbracht wurde. Dennoch verharrte die Kommission daraufhin weitgehend in Untätigkeit, weshalb die FUEN den Rechtsweg beschritt.
Das Urteil
Erstaunlich ist nicht nur, dass der bestehende Minderheitenschutz in der EU laut Einschätzung des EuG bereits ausreicht, um die Ziele der Initiative zu erreichen, sondern insbesondere auch, dass das Gericht sich zur Begründung maßgeblich auf die Europäische Charta der Minderheiten- oder Regionalsprachen stützte. Die jedoch wurde nicht von der EU, sondern vom Europarat beschlossen und kommt in mehreren wichtigen EU-Mitgliedsstaaten gar nicht zur Anwendung. So große und an Minderheiten reiche Länder wie Frankreich und Italien etwa haben die Charta zwar unterzeichnet, aber niemals ratifiziert und in staatliches Recht übertragen, womit sie dort keine Rechtswirksamkeit entfaltet.
Wenn also das Ziel der MSPI war, den Minderheitenschutz in der gesamten EU zu verbessern, zu einem Schwerpunkt der gemeinsamen Politik zu machen und verbindliche Mindeststandards festzulegen, wurde es klar verfehlt. Zahlreichen Minderheiten wird der geforderte Schutz weiterhin verweigert, da sie gar nicht in den Genuss der Maßnahmen kommen, die das EuG für sein Urteil herangezogen hat.
Dabei hatte das EU-Parlament 2020 großmehrheitlich die Umsetzung der MSPI gefordert und bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass
die meisten nationalen und sprachlichen Minderheiten mit einer immer schneller werdenden Entwicklung zur Assimilation und zum Verlust ihrer Sprache konfrontiert sind.
Die Vielfalt, die die EU einigermaßen ernstnimmt, ist offenbar jedoch noch immer vor allem die der nationalen Mehrheiten, die sich zur Europäischen Union zusammengeschlossen haben.
Und da die postnationale Verheißung der EU nicht in Erfüllung geht, bleibt die mittelfristige Alternative für viele Minderheiten weiterhin Assimilierung oder Eigenstaatlichkeit.
Minderheitenschutz/ Plurilinguism/ Politik/ Recht/ · Charta der Minderheitensprachen/ Minority Safepack/ Zitać/ · Ursula von der Leyen/ · · Europa/ France/ Italy/ · EU-Kommission/ EU-Parlament/ EuG+EuGH/ Europarat/ FUEN/ · Deutsch/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo. -
Große Gefühle im Kampf um den eigenen Staat.
VeranstaltungshinweisHeute und morgen findet am Sitz der Fakultät für Bildungswissenschaften der FUB in Brixen eine internationale Tagung zum Thema
»Große Gefühle« im Kampf um den »eigenen Staat« – Emotionsgeschichtliche Perspektiven auf regionale Unabhängigkeitsbewegungen
statt. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Kompetenzzentrums für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen (Prof. Oswald Überegger) und des Instituts für Geschichtswissenschaften der Humboldt Universität Berlin (Prof. Birgit Aschmann).
Programm:
Freitag, 11. November 2022
9.00-10.45 Uhr
Grußworte und Eröffnung: Birgit Aschmann (Berlin) und Oswald Überegger (Bozen)
Panel 1:
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- Lina Schröder (Würzburg/Salzburg)
David gegen Goliath?
Wie lassen sich »sieben Länder« zu einem Volk vereinigen? - Tim Buchen (Dresden)
Separatismus und Karneval
Oberschlesiche und tarnobrzeger Autonomiebestrebungen zwischen imperialem Kollaps und polnischem Nationalstaat
- Lina Schröder (Würzburg/Salzburg)
Diskussion
10.45-11.15 Uhr Kaffeepause
11.15-12.45 Uhr
Panel 2:
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- Christoph Jahr (Berlin)
»Los von Berlin« oder »Marsch auf Berlin?«
Überlegungen zur Emotionsgeschichte bayerischen Sonderbewusstseins 1918-1923 - Martin Platt (Bonn)
»Du bes e Jeföhl«?
Emotionale Medialisierung rheinischer Separationsbemühungen in der Berliner Tagespresse 1918/19
- Christoph Jahr (Berlin)
Diskussion
12.45-14.00 Uhr Mittagspause
14.00-15.30 Uhr
Panel 3:
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- Ludger Mees (Bilbao)
Nation, Emotion, Religion: eine baskische Spurensuche - Birgit Aschmann / Viviane Tecklenburg (Berlin)
Krise und Clash of Emotions
Der erste Vorstoß zu einem Autonomiestatut in Katalonien 1918
- Ludger Mees (Bilbao)
Diskussion
15.30-16.00 Uhr Kaffeepause
16.00-17.30 Uhr
Panel 4:
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- Giorgia Bulli (Firenze)
Economic or Cultural Homeland?
The Construction of the Idea of Padania - Jona van Laak (München)
#Scotland is now.
Die Wirkungen medialen Campaignings bei Sezessionsbestrebungen
- Giorgia Bulli (Firenze)
Diskussion
17.45 Uhr
Buchpräsentation:
Christoph Cornelißen (Frankfurt a. M./Trento)
Europa im 20. Jahrhundert
(Neue Fischer Weltgeschichte, Band 7)
Frankfurt a. M. 2020.Samstag, 12. November 2022
9.00-10.30 Uhr
Panel 5:
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- Hans Heiss (Brixen)
»Kontrolle über alles«
Gründe und Strategien emotionaler De-Eskalierung in der Politik Südtirols ab 1945 - Ivan Stecher (Innsbruck)
»Wohl ist die Welt so groß und weit«
Die Rolle des Deutschnationalismus als Emotionalisierungsinstrument der sezessionistischen Bewegungen in Südtirol am Beispiel Karl Felderer
- Hans Heiss (Brixen)
Diskussion
10.30-11.00 Uhr Kaffeepause
10.00-12.30 Uhr
Panel 6:
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- Aniket De (Cambridge, MA)
The Language of Emotion and the Struggle for Bangladesh, 1965-1971 - Martin Müller (Innsbruck)
Der Mythos Alexanders des Großen.
Die Bezugnahme auf das »eigene« antike Erbe als Legitimation historischer Kontinuität am Beispiel der Auseinandersetzung zwischen Griechenland und Mazedonien
- Aniket De (Cambridge, MA)
Diskussion
Schlussworte
Die Tagung findet im Hörsaal A1.50 statt und ist öffentlich.
Geschichte/ Selbstbestimmung/ Termin/ Wissenschaft/ · · Hans Heiss/ · · Bayern/ Catalunya/ Euskadi/ Griechenland/ Mazedonien/ Südtirol-o/ · Freie Universität Bozen/ · Deutsch/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo. -
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Antrag für Autonomie und gegen Faschismus.
Heute stand im Südtiroler Landtag folgender Begehrensantrag (Nr. 49/22) der STF zu Schutz und Ausbau der Autonomie und zur neofaschistischen Regierung in Rom zur Abstimmung:
- Der Südtiroler Landtag verurteilt entschieden (neo)faschistische, nationalsozialistische, extremistische, rassistische und diskriminierenden Haltungen, Äußerungen und Handlungen, insbesondere von politischen Verantwortungsträgern und Regierungsvertretern.
- Der Südtiroler Landtag unterstreicht die Unantastbarkeit der ethnischen Autonomie zum Schutze der österreichischen Minderheit deutscher und ladinischer Muttersprache im italienischen Staatsgebiet.
- Der Südtiroler Landtag bekräftigt die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol und deren politische Bedeutung für Südtirol, die keinesfalls mit der Streitbeilegung 1992 beendet wurde.
- Der Südtiroler Landtag fordert die neue italienische Regierung auf, die Südtirol-Autonomie zu achten, die in der Regierungserklärung zugesicherte Wiederherstellung der Autonomiekompetenzen umzusetzen sowie den weiteren Ausbau der Autonomie – so wie er auch von der Südtiroler Bevölkerung im Rahmen des Autonomie-Konvents gewünscht wurde – aktiv und konstruktiv zu begleiten.
- Der Südtiroler Landtag spricht sich gegen die Einführung eines gesetzlichen Feiertages am 4. November aus und schlägt hinsichtlich einer eventuellen Änderung des Gesetzes Nr. 54 vom 8. März 1977 die Wiedereinführung des 19. März (Josefitag) als Feiertag vor, oder, alternativ, die Einführung eines gesamteuropäischen gesetzlich gebotenen Feiertages, das [sic] für Frieden und die Überwindung von Grenzen in Europa steht.
Während die (hier nicht angeführten) Prämissen abgelehnt wurden, wurden die Punkte 1 bis 5 in gesonderter Abstimmung mehrheitlich1Punkt 1 mit 26 zu 5 Stimmen, Punkt 2 mit 21 zu 4 Stimmen, Punkt 3 mit 26 zu 4 Stimmen, Punkt 4 mit 26 zu 4 Stimmen und Punkt 5 mit 20 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen gutgeheißen. Aus Punkt 4 wurde dabei der Passus zum Konvent und aus Punkt 5 der Passus zum alternativen Feiertag gestrichen.
Interessant ist unter anderem, dass der PD-Vertreter Sandro Repetto laut offizieller Pressemitteilung des Landtags nur der Wiedereinführung des Josefitags zustimmen wollte.
- 1Punkt 1 mit 26 zu 5 Stimmen, Punkt 2 mit 21 zu 4 Stimmen, Punkt 3 mit 26 zu 4 Stimmen, Punkt 4 mit 26 zu 4 Stimmen und Punkt 5 mit 20 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen ↩︎
Faschismen/ Minderheitenschutz/ Politik/ Vorzeigeautonomie/ · Good News/ Schutzmacht/ Südtirolkonvent/ Zitać/ · Sandro Repetto/ · · Italy/ Südtirol-o/ · PD&Co/ STF/ Südtiroler Landtag/ · Deutsch/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo. -
Kennzeichen: Rechtsunsicherheit.
Ein Freund von mir hat in Bayern einen Gebrauchtwagen gekauft und lässt ihn nun in Südtirol zu. Er hat das Fahrzeug selbst beim Autohaus abgeholt und mit einem deutschen Zollkennzeichen (das mit dem roten Rand und Datumsfeld) hierhergebracht.
Da er mir davon erzählt hat, dass er hier mit dem deutschen, auf ihn lautenden Kennzeichen so lange fahren wird, bis das Südtiroler Nummernschild da ist, habe ich ihm empfohlen, sich sicherheitshalber noch einmal bei der Agentur zu informieren, die die Zulassung hierzulande für ihn abwickelt.
Die Auskunft war dabei landestypisch: Genau wisse man es nicht, denn man habe sich sowohl bei der italienischen Straßenpolizei als auch bei den Carabinieri informiert und zwei völlig gegensätzliche Informationen erhalten. Während die Polizei der Agentur gesagt habe, dass mit dem Kennzeichen »problemlos« gefahren werden dürfe, insbesondere wenn nachweisbar ist, dass die sogenannte »Nationalisierung« bereits eingeleitet wurde, hätten die Carabinieri gesagt, das dürfe man auf keinen Fall.
Da seit Salvinis tollem Dekret, das der EuGH bereits als vertragswidrig eingestuft hat, bei Zuwiderhandlung möglicherweise sogar die Beschlagnahme des Fahrzeugs droht, lässt mein Freund sein Auto — auf das er privat und beruflich dringend angewiesen wäre und für das er mit dem Zollkennzeichen auch KfZ-Steuer und Versicherung bezahlt hat — nun lieber stehen. Und zwar drei Wochen lang, denn so lange dauert laut der Autoagentur ungefähr das Zulassungsverfahren.
Hier geht es aber weniger um Autos und um die Mobilität eines Einzelnen als um die miserable Rechtssicherheit in diesem Staat, an die wir uns zwar weitgehend gewöhnt haben, die aber aus Bürgerinnen Untertaninnen und Bittstellerinnen macht.
Bürokratismus/ Mobilität/ Polizei/ Recht/ · · Matteo Salvini/ · · Bayern/ Italy/ Südtirol-o/ · Carabinieri/ EuG+EuGH/ Staat Italien/ Staatspolizei/ · Deutsch/Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

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