Ségolène e a Corsica.

Corsica.
Die sozialistische Präsidentschaftsanwärterin in Frankreich, Ségolène Royale, hat neulich dies- und jenseits des Atlantiks grobe Kritik geerntet, weil sie sich mit André Bosclair, Anführer des einflussreichen linken Parti Québécois (sowie starker Verfechter der Unabhängigkeit seiner Provinz) getroffen – und sich dabei eindeutig für die Souveränität Québecs ausgesprochen hatte. Anschließend hat sie ihre Position in einer telefonischen Unterredung mit dem kanadischen Premierminister auch noch bekräftigt und große Kohärenz bewiesen, indem sie feststellte, sie könne sich die Abtrennung Korsikas von Frankreich ebenfalls vorstellen – die Mehrheit der Franzosen habe ohnehin nichts dagegen. Schade nur für sie, dass es sich nicht wirklich um den kanadischen Politiker handelte, sondern: um einen sehr aufschlussreichen Telefonscherz.

Damit sind wohl auch die Zweifel von ERC Catalunya Nord beseitigt, dem französischen Ableger der linken katalanischen Unabhängigkeitspartei, die nach Royales Treffen mit Bosclair provokativ gefragt hatte, ob denn auch die Minderheiten in Frankreich von Ségolènes Ansichten profitieren würden.

Allez Ségolène!

Katalonien in internationalen Organisationen.

Generalitat de Catalunya.Katalonien ist zusammen mit Großbritannien das einzige Land, das bis dato ein mehrjähriges Abkommen mit der »Millenniumskampagne« der UNO unterzeichnet hat, und “konsolidiert damit seine Präsenz in internationalen Organismen auf einem Verantwortungsniveau, das mit jenem der fortgeschrittensten Länder gleichzusetzen ist”, wie gestern Alberto Royo i Mariné, Sekretär des [katalanischen] Außenministeriums, feststellte. Der Sekretär erklärte, dass Katalonien “unter den Gebern der Kampagne den fünften Platz einnimmt, gleich hinter Vereinigtem Königreich, Spanien, Luxemburg und Norwegen”. Royo unterstrich, dass Katalonien “die Anwesenheit der Regierung in multilateralen Systemen wie jenem der Vereinten Nationen normalisieren” wolle und unterstrich die Absicht, sich in der Armutsbekämpfung zu engagieren.

Die Generalitat war im Dezember 2005 als Vorreiter das erste teilstaatliche Gebiet überhaupt, das ein strategisches, mehrjähriges Abkommen mit der Kampagne unterzeichnete. Die UNO hat die Wichtigkeit des katalanischen Vorbilds mehrmals hervorgehoben, und weiß speziell zu schätzen, dass Katalonien zusammen mit Großbritannien das einzige Land ist, das sich für mehr als drei Jahre stabil [zur Zusammenarbeit] verpflichtet hat. Außerdem hat die Kampagnenleitung im letzten Jahr ein permanentes Büro in Barcelona eingerichtet, das eng mit dem New Yorker Sitz zusammenarbeitet, um eine weltweite Strategie zur Einbeziehung nichtstaatlicher, regionaler und lokaler Körperschaften auszuarbeiten.

Die Kampagne hat die [katalanische] Regierung dazu eingeladen, am Gebertisch teilzunehmen, so wie es bereits für die beteiligten Staaten der Fall ist. An der Sitzung, die heute in New York stattfindet, wird Àngel Mesado teilnehmen, im [katalanischen] Außenministerium für Beziehungen zu Internationalen Organismen verantwortlich.

Im vorigen Jahr belief sich die Unterstützung der Generalitat auf eine Million Dollar, in diesem Jahr will sie ihr Engagement wiederholen. Die katalanische Regierung unterstützt auch andere Organismen der Vereinten Nationen, wie den Bevölkerungsfonds, den Frauenfonds, die UNO-Entwicklungshilfe oder die Hilfsagentur der UNO für die Nahost-Flüchtlinge Palestinas.

Die Entwicklungsziele des Millenniumsprogramms sind die Beseitigung der extremen Armut; die Grundausbildung aller Kinder weltweit zu gewährleisten; die Gleichheit der Geschlechter zu fördern; die Kindersterblichkeit zu reduzieren; die Gesundheit der Mütter zu verbessern; die AIDS-, Malaria- und allgemeine Krankheitsbekämpfung; der Einsatz für eine dauerhafte und nachhaltige Entwicklung und – innerhalb 2015 – die Schaffung einer globalen Entwicklungs-Allianz.

Artikel: Racó Català am 25.01.07.

Aktion Google Maps (II).

Wir bitten wieder um zahlreiche Beteiligung!
Google Maps.

Alexander hat, anders als ich, eine Antwort auf sein Schreiben an TeleAtlas (siehe Aktion Google Maps (I)) erhalten. Dies scheint bereits ein mittlerer Erfolg zu sein, denn im Google Forum beklagen sich Teilnehmer darüber, dass TeleAtlas auf Hinweise nicht reagiert – weder mit einer Antwort, noch mit einer Anpassung des Datenbestands, auch bei eindeutigen inhaltlichen Fehlern. Ich bin überzeugt, dass die holländische Firma, die Google Maps einen Teil seiner Daten zur Verfügung stellt – darunter jene für Südtirol – bei den Amerikanern intervenieren wird, weil unsere Mails zahlreich sind und nerven. O-Ton Herr Snauwaert, Öffentlichkeitsarbeit bei TeleAtlas:

Can you please also inform your friends/neighbours in South Tirol with this* information.

*TeleAtlas versichert, Google Maps nur Daten mit den zweisprachigen Ortsnamen geliefert zu haben.

Daher müssen wir unser Engagement nun auf die Firma Google konzentrieren. Brennerbasisdemokratie stellt dafür erneut einen Mustertext zur Verfügung, der diesmal in folgendes Onlineformular zu kopieren ist (Link öffnet sich in einem neuen Fenster):

Hier geht’s zum Formular!

Bitte nehmt wieder zahlreich daran teil, auch und gerade jene, die bereits an der TeleAtlas-Sensibilisierung teilgenommen haben! Vergesst nicht, dass wir es nur alle gemeinsam schaffen können – und ein paar Klicks können für das mögliche Resultat wohl nicht zuviel Aufwand sein. Hier also der Text:

Dear ladies and gentlemen!

I am an inhabitant of South Tyrol (Bozen) and during the use of Google Maps I have noticed there are only italian place names. TeleAtlas, the firm responsible for the data, affirmed they are delivering maps with both german and italian placenames to you. I’d like to inform you of the following: Place names in South Tyrol are officially bilingual (german and italian) and in most places the german name is much more used than the italian version. As well, there are places with ladin names, which also don’t appear on your maps. However, these names are officially and publically used, also in (i.e.) tourism. That’s why I ask you to consider adding the german and ladin toponyms in South Tyrol to your maps urgently. This would highly enhance the usability and user friendliness of your products as well as proof your respect for our local reality. Think about people referring to other services just because they won’t find what they are looking for on your maps, or local investors not really enthousiastic about putting their ads and services on Google Maps, because the cartography is almost useless.

I hope I will soon find the missing placenames on your maps!

Thanks for your attention, sincerely

[Vor- und Zuname].

Bitte vervollständigt den Text und das Formular mit euren persönlichen Daten und haltet uns über eventuelle Antworten von Google am Laufenden! Danke.

Siehe auch: [1]

ISLRF.

Minderheitensprachen Frankreichs treffen sich in Barcelona

Am kommenden Wochenende tritt in Barcelona, auf Einladung der katalanischen Bressola-Schulen Nordkataloniens, das Institut Supérieur des Langues de la République Française (ISLRF) zusammen. Dabei handelt es sich um das Bildungs- und Forschungsinstitut, das die Bressola-Schulen, die elsässischen von ABCM-Zweisprachigkeit, die baskischen Seaska, die bretonischen Diwan und die okzitanischen Calandreta vereint. Diese Schulen werden derzeit von rund 10.000 Schülern in 120 Zentren besucht.

Damit treffen sich in Barcelona die wichtigsten Akteure des Regionalsprachunterrichts. All diese Schulen praktizieren die Immersion in der betreffenden Sprache und beteiligen sich an der Wiederbelebung der unterschiedlichen kulturellen Identitäten innerhalb des französischen Staates. Sowohl die katalanischen, als auch die elsässischen, bretonischen und okzitanischen Schulen haben während der letzten Jahre ein großes Wachstum erlebt und konfrontieren sich derzeit mit der Herausforderung, einer immer größerwerdenden Nachfrage zu begegnen.

Quelle: Racó Català

Times gibt uns eine Chance.

Die Onlineversion der renommierten britischen Tageszeitung »Times« schreibt in einem Artikel vom 020606 über die mögliche regionale Entwicklung Europas: Seit dem Mauerfall 1989 seien auf der Landkarte des alten Kontinents bereits 18 neue Staaten erschienen, davon sind außer Westdeutschland nur Staaten des ehemaligen Ostblocks betroffen:

Für die nächste Zukunft sieht Times jedoch eine starke Regionalisierung Gesamteuropas vorher, deren Vorhut in Westeuropa jene Landstriche sein könnten, die bereits die meiste Erfahrung mit Autonomie und Selbstverwaltung gesammelt haben, darunter Südtirol:

Aktion Google Maps (I).

Achtung! Diese Sensibilisierungskampagne ist in eine zweite Phase übergegangen. Bitte hier klicken, um zur aktuellen Seite zu gelangen.


Google Maps ist ein Service, mit dem sich Landkarten zu fast jedem Winkel dieser Erde anzeigen lassen. Auch Südtirol ist vertreten, u. zw. ausschließlich mit seinen italienischen Ortsnamen, noch radikaler als dies bei Google Earth der Fall ist. Ein Ausschnitt des Pustertals:

Google Maps.

Um dies zu ändern startet BBD eine Sensibilisierungskampagne, die an die Firma TeleAtlas gerichtet ist, die für die Inhalte verantwortlich zeichnet. Zumal die Firma auch Karten für weitere Onlinedienste sowie KfZ-Navigationssysteme zur Verfügung stellt, wäre die Auswirkung eines Erfolges sehr groß. Achtung: Es geht hier ausdrücklich nicht um die Abschaffung der italienischen Ortsnamen!

BBD stellt folgenden Mustertext zur Verfügung, der an dirk.snauwaert@teleatlas.com, den Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit bei TeleAtlas, zu schicken ist. Bitte mit persönlichen Angaben vervollständigen:

Dear Mr. Snauwaert,

I am an inhabitant of South Tyrol and during the use of Google Maps I noticed there are only italian place-names for my region. Since TeleAtlas is responsible of these contents I would like to inform you about the following: Place names in South Tyrol are officially bilingual (german and italian) and in most places the german name is much more used than the italian version. As well, there are places with ladin names, which also don’t appear on your maps. However, these names are officially and publically used, also in (i.e.) tourism. That’s why I ask you to consider adding the german and ladin place names in South Tyrol to your maps urgently. This would highly enhance the usability and user friendlyness of your products as well as proof your respect for our local reality. Think about people referring to other services just because they won’t find what they are looking for on your maps, or being disappointed about their car navigation system because it’s almost useless in our region.

I hope I will soon find the missing placenames on your maps!

Thanks for your attention, sincerely

Vor- und Zuname, Ort (dt./lad. Ortsname)

Änderungen am Text sind möglich. Bitte haltet uns über eventuelle Antworten von TeleAtlas mit einem kurzen Kommentar zu diesem Eintrag auf dem Laufenden.

Damit wir eine Chance haben, bitten wir um zahlreiche Teilnahme!!! Jedes Mail kann ausschlaggebend sein.

Siehe auch: [1]

Scharfe Schützen.

Wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen, geschweige denn schießen. Die Schützen haben sich dafür sogar einen ehemaligen Bundeswehrexperten ins Haus geholt, der in Deutschland als Holocaust-Leugner vom Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) beobachtet wird. Spätestens damit haben die Südtiroler Tradionspfleger jedoch Glaubwürdigkeit im Kampf gegen den Faschismus verloren: Es zeigt sich, wie heuchlerisch der Extermismus der einen angeschwärzt wurde, während man den eigenen pflegte.

Von diesen Praktiken haben sich die Nordtiroler Kameraden gerade noch rechtzeitig öffentlich distanziert; im Südtiroler Bund nehme der politische Extremismus überhand, hieß es damals. Und kann das, was in Innsbruck bekannt war, südlich des Brenners nur ein kleiner Haufen im Unwissen der Führungsriege gemacht haben? Es fällt schwer, dies zu glauben. Doch selbst wenn dem so wäre, müsste man sich über so viel Mangel an Kontrolle Sorgen machen — in einem militärisch organisierten Verein.

Die Schützen haben damit, man mag zu ihnen stehen wie man will, ihre gesellschaftliche Rolle missbraucht und junge Leute in den Sog paramilitärischer, deutschnationaler und faschistischer Ideologien gebracht, anstatt sie aktiv davor zu schützen. Gerade das war jedoch ein offizielles Ziel des Südtiroler Schützenbundes.

Es wäre angebracht, dass der moralische Fingerzeig der Federhüte für ein paar Jahre von der Bildfläche verschwände, um endlich die Ruhe für viel zu lange aufgeschobene Hausaufgaben in den eigenen Reihen zu schaffen. Mit größerer Glaubwürdigkeit wieder ins Tagesgeschehen eingreifen werden die Schützen wohl ohnehin erst können, wenn sie ihr Glashaus verlassen haben.

Reklame.

Seit heute gibt es auf den Seiten von BBD Bezahlwerbung. Der erste dahingehende Vorschlag wurde mir im Vorfeld zum Mitgliedertreffen in Brixen gemacht, damals habe ich mich allerdings noch dagegen gesträubt.

Mittlerweile ist in mir jedoch die Überzeugung gereift, dass die Anzeigen den Fortbestand der Plattform, besonders ihre wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit sichern können. Diese Wandlung ist natürlich auch auf die Rechnungen für Webspace und Internetadresse zurückzuführen, die am Jahresende mit vielen anderen bei mir eingetrudelt sind. Außerdem sieht der Vertrag mit dem Provider bei erhöhtem »Traffic«, also zahlreichen Zugriffen pro Tag, eine Kostenbeteiligung vor. Die Werbung – die ich so dezent wie möglich halten möchte – wird mir auch dabei helfen, diese Spesen zu bestreiten.

Dennoch werde ich die endgültige Entscheidung von einer Testphase abhängig machen, in der ich Nutzen und Nachteile gegeneinander abwägen werde. Daher sind Rückmeldungen im Anschluss an diesen Eintrag sehr willkommen, die mir über die Akzeptanz dieser Lösung Aufschluss geben.