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  • Auslieferung von Puigdemont rückt näher.

    Die Generalstaatsanwaltschaft von Schleswig-Holstein hat heute Morgen mitgeteilt, dass sie (auf Grundlage eines spanischen EU-Haftbefehls) die Auslieferung des katalanischen Präsidenten fordern wird. Das Oberlandesgericht Schleswig hat dann 60 Tage Zeit, um eine entsprechende Entscheidung zu fällen — eine Frist, die um bis zu 30 Tage verlängert werden könnte.

    In der Medienmitteilung des Generalstaatsanwalts Wolfgang Zepter wird ausdrücklich festgehalten, dass auf Grundlage des deutschen Straftatbestands des Hochverrats auch die Rebellion als Auslieferungsgrund berücksichtigt werden könnte. Hierfür drohen dem Präsidenten in Spanien bis zu 30 Jahre Haft.

    Puigdemont war vor zwei Wochen, während seiner Rückreise von Finnland nach Belgien, kurz nach dem Grenzübertritt in Schleswig-Holstein verhaftet worden und wird seitdem in der JVA Neumünster verwahrt.

    Eine Auslieferung wegen Rebellion schien zunächst unwahrscheinlich. Stattdessen war davon die Rede, dass der katalanische Präsident Spanien nur wegen Veruntreuung und Korruption hätte übergeben werden können. Das hätte seine weitere Verfolgung wegen Rebellion verhindert oder wenigstens stark erschwert.

    In der Begründung der Festhalteanordnung Puigdemonts durch das Amtgericht Neumünster hieß es noch:

    Ohne Frage bietet der Inhalt des europäischen Haftbefehls Anhaltspunkte dafür, dass die Auslieferung des Verfolgten bei umfassender Prüfung unter Abwägung der betroffenen Rechtsfragen im Ergebnis als unzulässig bewertet werden könnte.

    Bereits im Vorfeld der heutigen Entscheidung hatte Puigdemonts deutscher Anwalt angekündigt, notfalls das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit der Auslieferung zu befassen.

    Cëla enghe: 01 02



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  • Resistenza ohne Massenbasis.
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    Auch die italienische Linke hat ihre antifaschistische Identität auf den mittlerweile erstarrten Mythos der Resistenza gegründet, als hätte die Geschichte des faschistischen Italien erst 1943 begonnen, nach dem Sturz Mussolinis und der Unterzeichnung des Waffenstillstands mit den Alliierten, die aus Italien über Nacht ein von der deutschen Wehrmacht besetztes Land machte.

    Dabei wäre eine Debatte darüber, dass die Resistenza keine Massenbasis hatte und von keiner einheitlichen, antifaschistischen Identität getragen wurde, auch außerhalb akademischer Kreise längst überfällig, und zwar nicht, um den Antifaschismus zu entsorgen, sondern, im Gegenteil, um das Fortleben der faschistischen Ideologie in der italienischen Demokratie zu reflektieren und zu bekämpfen.

    Federica Matteoni, Redakteurin der Jungle World, in 39NULL 6/2018, Erinnerung

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    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02



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  • Impfpflicht fördert Widerstände.
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    Wir wissen, dass Länder, die die Pflichtimpfung einführen — aufgrund unzureichender Durchimpfungsraten —, dass es ihnen nicht gelingt, bessere Durchimpfungsraten zu erzielen, wie in Ländern, in denen eine gute Aufklärung der Eltern durchgeführt wird.

    Wenn wir eine Impfpflicht einführen, dann erzeugen wir damit natürlich auch Widerstände, die dann dazu führen können, dass sich große Teile der Bevölkerung, die vorher in dem informierten Entscheidungsprozess mit einbezogen sind, […] die sich dagegen wehren, ‘warum werde ich sozusagen gezwungen dazu, mein Kind zu impfen’?

    Impfungen sind wichtig, weil wir damit wirklich lebensbedrohliche Erkrankungen vermeiden können, eliminieren können.

    Prof. Johannes Liese, Uni-Klinik Würzburg, Teilnehmer am Brixner Oster-Seminar-Kongess, in der gestrigen Tagesschau von Rai Südtirol

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Dorfmann: ›Jeder andere Staat würde dasselbe tun.‹
    Repression auf dem Weg der Normalisierung

    Der EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann (SVP) sagt im Kurzinterview mit der aktuellen ff (13/2018) zur Verhaftung von Carles Puigdemont (PDeCAT) unter anderem:

    Der katalanische Expräsident hat nicht rechtmäßig gehandelt, und Spanien hat darauf reagiert. Jeder andere Staat würde dasselbe tun. Würde Kompatscher die Unabhängigkeit ausrufen, müsste er mit ähnlichen Konsequenzen rechnen. Machen wir uns da nichts vor.

    – Herbert Dorfmann

    Mehr noch als die Repression an sich beschäftigt mich zurzeit, wie viele (auch und gerade in Südtirol!) die völlig überzogene — und möglicherweise grundrechtswidrige — Vorgehensweise der spanischen »Justiz«, mit monatelanger U-Haft und teils konstruierten Anschuldigungen als absolut normal einstufen. Jenseits der Frage nach der Selbstbestimmung hat die katalanische Unabhängigkeitsbewegung so — auch auf EU-Ebene — dazu beigetragen, diesen meines Erachtens eklatanten Mangel an Demokratie und Grundfreiheiten aufzudecken.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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