→→ Autorinnen →→ Gastbeiträge →→

  • Vergossenes Blut muss verteidigt werden.
    PD empört über fehlende Trikolore auf der Marmolata

    Was macht die stv. Fraktionsvorsitzende einer angeblich linken Partei — dem PD — im venetischen Regionalrat, Orietta Salemi, als sie bemerkt, dass auf dem Gipfel der Marmolata nur eine Flagge der Region Venetien (und keine Trikolore) hängt? Das einzig Logische: Sie schreibt Staatspräsident Mattarella einen vor Nationalismus und Kriegsrhetorik triefenden Brief, in dem sie darauf hinweist, dass die Abwesenheit der Staatsflagge eine Beledigung für das im ersten Weltkrieg vergossene Blut tausender junger Italiener sei.

    Wenn also auf der Marmolata eine Flagge gehisst wird, müsse es die grünweißrote sein, so die Politikerin.

    Zudem lässt sich Salemi die Gelegenheit nicht entgehen, den Bogen zu den kürzlich per Volksabstimmung bestätigten Autonomiebestrebungen zu schlagen: Diese dürften nicht in »lokalistische« Forderungen münden, welche

    unsere Geschichte, aber vor allem die Erinnerung an viele Junge herabwürdigen, die symbolisch wiederauferstehen, sobald wir die [blutrünstige] Hymne ertönen lassen, einen Kranz niederlegen oder die Flagge aller Italiener hissen.

    Übersetzung:

    Schöner hätte es auch Alessandro Urzì (FdI) nicht ausdrücken können.

    Erst kürzlich hatte die zuständige staatliche Agentur den Grenzverlauf zwischen Österreich-Ungarn und der Republik Venedig als jenen zwischen Trentino und Venetien bestätigt, womit der Gipfel der Marmolata wieder zu Trient gehört. Ob die Hissung der venetischen Flagge ein Protest gegen diesen Entscheid war, entzieht sich meiner Kenntnis, scheint jedoch wahrscheinlich.


    Warum setzt sich der PD nicht dafür ein, die Marmolata — wie den Piave und neulich den Adamello — in den Rang eines nationalen Heiligtums zu erheben?

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Hammer-Erdbeeren aus A. Adige.

    Als ich letzthin bemerkte, dass Erdbeeren aus dem Martelltal ausschließlich mit der einnamigen AA-Version des Südtiroler Qualitätszeichens (Abbildung rechts) zum Kauf angeboten werden, war ich zunächst verblüfft. Dass es zum Beispiel auf Südtiroler Milchprodukten normalerweise »Qualità Südtirol« und fast nie »Qualität Südtirol« heißt, ist nichts Neues. Italienerinnen mögen schlau sein, aber sicher nicht so schlau, dass sie das Wort »Qualität« als »qualità« interpretieren könnten.

    Nun also »Qualità A. Adige«. Da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Klar doch, in Martell hatte sich bei der letzten Volkszählung erstmals niemand der italienischen Sprachgruppe zugehörig erklärt. Da ist man umso mehr gefordert, die eigene Italianità zu unterstreichen, die bekanntlich zwingende Voraussetzung ist, um eine Erdbeere zu verkaufen. Was böte sich da besseres an, als sich dem unangefochtenen Meister des Faches — Ettore Tolomei selbst — anzuvertrauen, die deutschsprachige Marteller Bäuerin nach A. Adige zu versetzen und somit der Tiroler Erdbeere reißenden Absatz zu verschaffen?

    Passend dazu: Das Rezept für Val Martello strawberry jam mit sun-ripened Val Venosta strawberries auf der Homepage der Obstgenossenschaft:

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Der deutsche Wohnbau.
    Quotation

    In einem Beitrag über Landesrat Tommasini (PD) schreibt die dieswöchige ff (29/2018) unter anderem:

    Für den SVP-Arbeitsnehmerchef Renzler ist indes völlig klar: Höchste Zeit, dass der Wohnbau wieder “in deutsche Hand” komme. So wie man sich einst auch das Mobilitätsressort wieder zurückholte, so müsse das mit der nächsten Legislatur auch mit dem Wohnbau geschehen.

    Bedenkt man insbesondere den bestürzenden Sager von Oswald Schiefer (SVP), scheint sich bei der Volkspartei eine neoethnizistische Wahlkampflinie abzuzeichnen. Will man damit über die magere Autonomiepolitik der letzten Jahre hinwegtäuschen?

    Niemand könnte etwas einwenden, wenn Helmuth Renzler — übrigens ein angeblicher Parteilinker — gesagt hätte, der Wohnbau solle künftig wieder von einem Landesrat der SVP übernommen werden, was unterm Strich sogar dasselbe bedeutet hätte. Doch hier wird wohl bewusst mit Tabubrüchen agiert: “In deutsche Hand” hört sich für eine gewisse Klientel ganz anders als “in SVP-Hand” an.



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • Haftbefehl gegen Puigdemont zurückgezogen.

    Nach dem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG), wonach der ehemalige katalanische Präsident in Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 wegen Veruntreuung, nicht aber wegen Rebellion oder Aufruhr an Spanien ausgeliefert werden könne, hat der spanische Richter Pablo Llarena heute den Europäischen Haftbefehl gegen Puigdemont und alle anderen im Exil befindlichen katalanischen Politikerinnen* zurückgezogen. Schon einmal hatte Llarena so gehandelt, als sich im Dezember letzten Jahres abzeichnete, dass die belgische Justiz ähnlich befinden würde.

    Mit einem Auslieferungsgesuch gegen die früheren katalanischen Ministerinnen Meritxell Serret, Toni Comín und Lluís Puig war der Richter des Madrider Tribunal Supremo wegen grober Form- und Verfahrensfehler abgeblitzt.

    Die jetzige Rücknahme des Europäischen Haftbefehls würzte Llarena Medienberichten zufolge mit schweren Vorwürfen gegen die deutsche Justiz. Trotzdem wolle er den Fall aber nicht — wie vor Wochen angekündigt — vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bringen, was wohl dafür spricht, dass die Erfolgschancen auch dort als gering eingestuft wurden.

    Wäre Puigdemont von Deutschland wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder an Spanien ausgeliefert worden, hätte ihm auch nur für diesen Tatbestand der Prozess gemacht werden dürfen. Dem ehemaligen katalanischen Präsidenten entsprechende Taten nachzuweisen, wäre allerdings sehr schwierig gewesen, nachdem selbst der ehemalige PP-Finanzminister in Madrid, Cristóbal Montoro, gesagt hatte, dass das Referendum vom 1. Oktober nicht mit öffentlichen Mitteln finanziert worden sei. Montoro hatte damals bereits die Oberaufsicht über die Finanzen der katalanischen Generalitat übernommen.

    Währenddessen sitzen andere katalanische Politikerinnen wie Oriol Junqueras (ERC), Raül Romeva (JxS) oder die ehemalige Parlamentspräsidentin Carme Forcadell (JxS) nach wie vor in spanischer Untersuchungshaft. Sie wurden kürzlich in katalanische Gefängnisse verlegt. Puigdemont und den anderen droht ebenfalls die sofortige Festnahme, wenn sie spanischen Boden betreten.

    Cëla enghe: 01 02 03

    *) Clara Ponsatí, Marta Rovira, Meritxell Serret, Toni Comín, Lluís Puig



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • La «sardofonia» secondo Treccani.
    Esempio di volgare suprematismo linguistico

    Alla Treccani — che si occupa di lingua, cultura e sapere — hanno pensato bene di corredare della seguente citazione, connotata dal più becero suprematismo linguistico e culturale, la voce sulla sardofonia:

    [A]lcune di quelle lingue, minoritarie in Italia, sono maggioritarie in altri Paesi (tedesco, sloveno, catalano) e quindi si possono considerare «seconde lingue» a tutti gli effetti: insomma, consolidandone la conoscenza si acquista una carta in più per la vita e il lavoro. Altre (friulano, sardo con le sue varietà) sono invece (ebbene sì!) lingue puramente locali, che non si usano da nessun’altra parte del mondo. Considerarne la pratica come un arricchimento è a dir poco un po’ esagerato: avere insieme «più sardofonia e più anglofonia» (come profetizza l’assessora regionale sarda all’Istruzione) non è un progresso, è solo patetico.

    — Raffaele Simone, ‘Messaggero’ (1.10.2017)

    Va da sé che questa «analisi», base culturale per qualsiasi politica di assimilazione, varrebbe anche per il ladino.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 || 01



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
  • “We demand justice and freedom.”

    In a video produced by Òmnium Cultural

    • Jody Williams (Nobel Peace Prize, Political Activist)
    • Noam Chomsky (Linguist, Philosopher, Human Rights Activist)
    • Pep Guardiola (Coach of Manchester City)
    • Angela Davis (Human Rights Activist)
    • Ben Emmerson (International Lawyer, Formerly UN Special Rapporteur on HR)
    • Bill Shipsey (Founder of Art for Amnesty, Human Rights Activist) and
    • Martín Caparrós (Journalist and Novelist)

    ask for the release of Catalan political prisoners:

    Freedom of opinion, expression and assembly, the right to vote and the freedom to dissent are human rights that must be respected in a democracy. We are deepliy concerned that in Spain the number of people investigated are increasing. Dissidence makes societies more plural and should not be politically repressed. Specifically in Catalonia, civil and political rights are at stake. Nine Catalans were sent to pre-trial prison and face sentences of 15-30 years for advocating a referendum on self-determination. We urge Spain to release the nine Catalan prisoners and to solve this political conflict through dialogue. And we ask the Spanish institutions to stop their ideological repression. As such, we demand justice and freedom. We demand justice and freedom. Justice and freedom.

    Meanwhile, leading politicians of South Tyrol’s ruling party (SVP) suggest action taken by the Spanish state and justice are normal.

    See also: 01 02 03 04 || 01 02



    Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL