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  • Landtagswahlumfragen 2013 und 2018.

    Heute veröffentlichten die Athesia-Medien die Ergebnisse einer vom Market-Institut in Linz durchgeführten Sonntagsfrage zur anstehenden Landtagswahl.

    Hier ist eine Gegenüberstellung von:

    Wie man sieht, gab es zwischen der Sonntagsfrage von 2013 und dem Landtagswahlergebnis teils erhebliche Unterschiede. Dies bedeutet nicht, dass die Studie »falsch« war oder daneben lag, denn es handelt sich dabei nicht um eine Prognose, sondern um eine Momentaufnahme.

    Sicher ist jedenfalls, dass etwa die SVP und die STF 2013 bei der LTW13 ein deutlich besseres Ergebnis erzielen konnten, als bei der — bereits Anfang 2013 veröffentlichten — M13-Umfrage. Umgekehrt schnitten Freiheitliche, Grüne und PD schlechter ab. Das kann zum Beispiel auf den Wahlkampf, auf Skandale oder auf die Auswahl der Kandidatinnen zurückzuführen sein.

    Zu den Erkenntnissen:

    • Die SVP schneidet bei der aktuellen M18-Umfrage mit 39% besser ab, als bei der M13-Umfrage (38%). Das sind rund sieben Prozentpunkte weniger, als bei der letzten Landtagswahl.
    • Im Vergleich zu M13 schrumpft die Zustimmung der Blauen laut M18 um ein Drittel auf 16%. Das sind rund zwei Prozentpunkte weniger, als bei der LTW13.
    • Die Zustimmung zur STF ist im Vergleich zu M13 mehr als doppelt so hoch (von 4% auf 11%). Das sind circa 4 Prozentpunkte mehr, als bei der LTW13.
    • Eine Überraschung ist das Team Köllensperger, das kurz nach seiner Gründung auf 8% kommt.
    • Die Grünen liegen derzeit laut M18 bei 7%, während sie bei der M13-Umfrage noch 11% und bei der LTW 8,7% erzielt hatten.
    • Die Lega kann ihr M13-Ergebnis (1%) verfünffachen und jenes der LTW13 — 2,5% in der Wahlallianz mit Team Autonomie und Forza A. Adige — auf 5% verdoppeln.
    • Der PD schrumpft von 10% (M13) beziehungsweise 6,7% (LTW13) auf 4% (M18).

    Cëla enghe: 01 02

    Detailliertere Daten, Erhebungsmethoden und -zeitraum sowie Größe des jeweiligen Stichprobenfehlers können in den Herkunftsmedien nachgelesen werden.

    *) Das Team Köllensperger ging im Juli 2018 aus der 5SB hervor und wurde demnach nur in der Market-Umfrage berücksichtigt. Die Grünen bildeten 2013 mit SEL; die Lega mit Team Autonomie und Forza A. Adige; die BürgerUnion mit LadinsDolomites und WirSüdtiroler eine Wahlallianz. Andere: mathematischer Rest auf 100%, beinhaltet alle nicht gesondert angeführten Listen.



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  • Flucht: Amnesty klagt an.
    EU, speziell Italien und Malta für Tod, Misshandlung und Folter verantwortlich

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) macht die Migrationspolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten direkt für die steigende Anzahl von Toten im Mittelmeer verantwortlich. Ausdrücklich an erster Stelle wird in einem gestern veröffentlichten Bericht die menschenverachtende Politik der neuen italienischen Regierung (Lega/5SB) angeprangert, die Migrantinnen missbrauche, um politischen Druck auf andere EU-Länder auszuüben.

    Zudem bestehe die konkrete Gefahr, dass Handelsschiffe künftig davor zurückschrecken, in Seenot Geratene zu retten, da sie anschließend oft tage- und wochenlang ausharren müssten, bevor sie Gerettete — die teils dringender medizinischer Versorgung bedürfen — an einem sicheren Hafen absetzen dürfen.

    Die Übergabe Geflüchteter an die libyschen Behörden bezeichnet die Menschenrechtsorganisation hingegen als Bruch von internationalem und europäischem Recht. Dabei hätte sich die Anzahl von Menschen, die von Libyen willkürlich in Haftzentren festgehalten werden, allein seit März von 4.400 auf 10.000 mehr als verdoppelt. Sowohl die libyschen Lager, als auch die Küstenwache des nordafrikanischen Landes seien für ihre systematischen Menschenrechtsverletzungen (Misshandlungen bis hin zur Folter) bekannt, an denen sich die EU und speziell Italien durch ihre Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden mitschuldig machten.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03



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  • Sprachpolitik für l’Alguer (Alghero).

    Kürzlich wurde auf Sardinien erstmals ein einheitliches Sprachpolitikgesetz verabschiedet, das das Sardische und das in l’Alguer (Alghero) gesprochene Katalanische in den Rang von Amtssprachen erhebt. Die katalanische Plataforma per la Llengua (Plattform für die Sprache) war maßgeblich an der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligt, was den l’Alguer betreffenden Teil angeht.

    Fast zeitgleich erschien in der Biblioteca Tècnica de Política Lingüística (BTPL) der Generalitat de Catalunya eine dreisprachige Publikation (Katalanisch, Sardisch1selbst die sardische Sprache betreffende Publikationen erscheinen meist nur auf Italienisch, weshalb hier vermutlich auch eine Signalwirkung beabsichtigt war, Italienisch) über den Sprachgebrauch in L’Alguer.

    Schon seit langem hat Katalonien seine hochprofessionelle Sprachpolitik auch auf Gebiete außerhalb des unmittelbaren Zuständigkeitsbereichs der Generalitat ausgedehnt. Neben den Auslandsvertretungen in Berlin, Brüssel, Wien oder Rom betreibt das Land aus diesem Grund auch Delegationen in Perpinyà (Perpignan) und l’Alguer2wiewohl derzeit — in Erwartung einer Wiederinbetriebnahme — nicht aktiv.

    Immerhin gilt zu berücksichtigen, dass die sardisch-katalanische Stadt nicht mehr Einwohnerinnen zählt, als unsere Ladinia.

    Über Inhalt und Ergebnisse der Studie hinaus finde ich aus Südtiroler Sicht zum Beispiel auch interessant, dass die Interviewenden nicht nur die Aufgabe hatten, zu befragen, sondern auch zu beobachten. Dies geht aus dem im Anhang veröffentlichten Fragebogen hervor, der einen Abschnitt beinhaltet, wo die Interviewenden unter anderem

    • gesondert die vor und nach dem Gespräch gebrauchte(n) Sprache(n)
    • die Evolution des Sprachgebrauchs während des Interviews und
    • die von der interviewten Person mit anderen ggf. im Haushalt Anwesenden verwendete(n) Sprache(n)

    vermerken sollten. Dies gehört zu jener Art der Sprachforschung, die in Südtirol meines Wissens völlig vernachlässigt wird. So wird in Katalonien und dem Baskenland regelmäßig analysiert, welche Sprachen in welchem Umfang »auf der Straße« zu hören sind.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01

    • 1
      selbst die sardische Sprache betreffende Publikationen erscheinen meist nur auf Italienisch, weshalb hier vermutlich auch eine Signalwirkung beabsichtigt war ↩︎
    • 2
      wiewohl derzeit — in Erwartung einer Wiederinbetriebnahme — nicht aktiv ↩︎


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  • Wer hat das Sagen in Europa?
    Die “linksgrünversifften Gutmenschen-Willkommensklatscher” eher nicht

    Europa respektive die Europäische Union geht den Bach runter. Zumindest lautet so die Diagnose nicht weniger Kommentatoren. Ein Wechsel muss her. Und zwar schnell, bevor es zu spät ist. Wobei man sich erstaunlich uneinig darüber ist, wer denn nun alles den Bach runter gehen hat lassen. Wer trägt Schuld am Chaos, am Untergang des Abendlandes? Sind es die “linksgrünversifften Gutmenschen-Willkommensklatscher” oder die “Nazis”? Jedenfalls ist es der politische Gegner, der bekanntlich ganz Europa in seinem Würgegriff hält und dem Kontinent seine Ideologie aufoktroyiert.

    Da mir solche Radikalurteile mit Hang zur Dramatisierung immer recht suspekt sind, hab ich mir die Mühe gemacht, die politische Zugehörigkeit der europäischen Staats- und Regierungschefs (plus der Rats-, Kommissions- und Parlamentspräsidenten der EU) der vergangenen rund 30 Jahre herauszusuchen.

    Einige Beobachtungen dazu:

    • Die Mehrheit der Menschen in der EU lebt in Ländern mit einer Rechtsregierung (konservativ, christdemokratisch, nationalistisch, rechtspopulistisch).
    • In rechtsregierten EU-Ländern leben mehr Menschen (228 Millionen) als in links- und liberalregierten zusammengenommen (106 + 104 Millionen).
    • EVP-Mitglieder (Europäische Volkspartei) stellen in 10 von (noch) 28 EU-Ländern die Regierungschefs. Der SPE (Sozialdemokratische Partei Europas) bzw. der Linken können 9 Regierungschefs zugerechnet werden. 6 gelten als Liberale, während in 3 Ländern der Regierungschef parteilos ist oder keiner Strömung zugeordnet werden kann.
    • Die “Blüte” der Parteien des rechten Spektrums war um das Jahr 2011. Damals waren 21 der 28 EU-Mitgliedsstaaten “rechtsregiert”. Die “rote Glanzzeit” lag um das Jahr 1996, als 13 Länder einen Regierungschef aus dem linken Spektrum hatten. 6 liberale Regierungschefs gab es neben 2018 auch schon 2003.
    • Seit 2015 stellt die EVP sowohl den EU-Kommissionspräsidenten als auch den EU-Ratspräsidenten und den EU-Parlamentspräsidenten.
    • Irland (wie auch Südtirol) wurde in den vergangenen 30 Jahren stets von konservativen Volksparteien regiert, während in Portugal in dieser Zeit immer eine sozialdemokratische Partei am Ruder war.
    • Wohlstand bzw. Entwicklungsgrad (HDI – Human Development Index) eines Landes korrelieren nicht mit einer einzigen politischen Richtung. Es gibt erfolgreiche links-, rechts- und liberalregierte Länder und tendenzielle Krisenstaaten, in denen in der Vergangenheit mehrheitlich linke wie auch rechte Parteien an der Macht waren. Nur Länder mit liberaler Tradition gehören tatsächlich selten zu den Verlierern.
    • Wohlhabende und höher entwickelte Länder tendieren auffällig oft zu langen, stabilen Perioden, in denen eine politische Richtung den Ton angibt. Krisenländer kennzeichnet eher ein ständiger Wechsel in der politischen Affinität.
    • Es scheint in den meisten Staaten nach wie vor einen einigermaßen gesunden demokratischen Wettbewerb zu geben, der einmal die eine und einmal die andere Seite nach oben spült.

    Eine Interpretation der einleitenden Anschuldigungen auf Basis dieser Beobachtungen sei jedem Leser/jeder Leserin selbst überlassen.



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  • Dolomitesvives auch in Prags eine Farce.
    Greenwashing auf Südtirolerisch

    Neben jenem am Sellajoch gibt es ein kleines Dolomitesvives auch am Pragser Wildsee: Vom 16. Juli bis zum 16. September wäre dort die Zufahrtstraße von 10.30 bis 14.00 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. Man dürfte also eigentlich nur 21,5 Stunden am Tag zum See hin- und rund um die Uhr wieder zurückfahren. Wie die dieswöchige ff berichtet und auch fotografisch dokumentiert, war das aber offenbar eine unzumutbare Einschränkung, weshalb das Durchfahrtsverbot nun um ein Zusatzschild ergänzt wurde, wonach die Zufahrt von 10.30 bis 14.00 Uhr nur dann gesperrt sei, wenn der Parkplatz voll belegt ist. Es darf also nicht hingefahren werden, wenn es sowieso fast sinnlos ist, weil es keine Parkplätze mehr gibt. Man sieht: Umweltschutz muss nicht immer im Widerspruch zum motorisierten Individualverkehr sein.

    Nur genieren darf man sich halt nicht.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01



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  • 100% italienische Erdbeeren.
    Nicht nur in Südtirol absurd

    In Obstgeschäften und Supermärkten stößt man auch hierzulande immer wieder auf Produkte, die angeblich »100% italienisch« seien. Weil ich mich an diesem Schwachsinn stoße, vermeide ich — just for the record — solche Erzeugnisse fast reflexhaft. Genauso, wie ich übrigens 100% Südtiroler, 100% deutsches oder 100% spanisches Obst und Gemüse im Regal lassen würde.

    Mit diesen Freienfelder Erdbeeren (es sind halt schon wieder die Erdbeeren) ist mir nun jedoch zum ersten Mal ein Landwirtschaftsprodukt aus Südtirol aufgefallen, das 100% italienisch sein will. Was, wenn möglich, noch absurder ist.

    Über jedes Ärgernis hinaus, dass sich Südtiroler Bäuerinnen zu hundertprozentigen Italienerinnen erklären1was ggf. aber auch handfeste Auswirkungen haben kann, indem so ein nationalistisches Label etwa grenzüberschreitende Kooperationen in der Euregio erschweren würde, sei mir dies aber Anlass für eine grundsätzliche Feststellung: So etwas wie 100% italienisch oder 100% südtirolerisch gibt es faktisch nicht. Es ist nur eine Beleidigung und Geringschätzung für sämtliche ausländischen Arbeiterinnen, die mittelbar und unmittelbar an der Entstehung der Ware beteiligt sind.

    Kann Agro Griesser garantieren, dass bei der Herstellung der Gewächshäuser und Folientunnels, der Beregnungsanlagen, der landwirtschaftlichen Maschinen und Hilfsmittel, beim Setzen der Pflanzen, am Pflücken und Sortieren der Erdbeeren keine Menschen oder Rohstoffe im Spiel waren, die nicht 100% italienisch sind? Wenn nein: Pity. Wenn ja: Was soll der Mehrwert sein?

    Vor einiger Zeit hatte es das britische Modelabel Jigsaw mit einer beachteten Werbekampagne auf den Punkt gebracht:

    British Style is not 100% British. In fact, there’s no such thing as ‘100% British’. Or 100% Dutch, French, American, Asian or European. Whatever your opinion, at some point in your ancestry someone moved in and unsettled the neighbours. Because none of us are the product of staying put. And we’re no different. […] Without immigration, we’d be selling potato sacks. We need beautiful minds from around the world. Working with beautiful materials from around the world. […]

    Jigsaw – Beautifully British since 1970

    In einem vielfältigen Land wie Südtirol sollte diese wirklich einfache Erkenntnis eigentlich allen bewusst sein.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01 02 03 ||

    • 1
      was ggf. aber auch handfeste Auswirkungen haben kann, indem so ein nationalistisches Label etwa grenzüberschreitende Kooperationen in der Euregio erschweren würde ↩︎


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  • Unternehmen oder Menschen?
    Quotation

    Mit welcher Begründung sollen eigentlich Unternehmen das Recht haben, überall auf der Welt Geld zu verdienen, Menschen aber nicht? Warum fordern wir das eine als Recht ein, sehen das andere als letztlich in unser Belieben gestellte Geste der Humanität?

    Thomas Duve in der FAZ vom 31. Juli 2018

    Cëla enghe: 01 02 03



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