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  • Kein Denkmal ist für die Ewigkeit.
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    Die Verteidiger kolonialer und anderer Denkmäler geben vor, die Geschichte zu verteidigen, allerdings versuchen sie nur eine bestimmte Gedächtnislandschaft einzufrieren aus einer Zeit, als die Welt aus ihrer Sicht offenbar noch in Ordnung war. Denkmäler werden aber ständig errichtet und auch wieder entfernt oder sie verfallen. Einen bestimmten Zustand zu konservieren, ist rückwärtsgewandte Identitätspolitik! Und hier kommen wir zu des Pudels Kern: Da Denkmäler Monumente kollektiver Identität sind, ist der Streit um Denkmäler auch ein Streit darüber, wer darüber mitreden kann und darf und wer Gehör findet.

    Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte mit Schwerpunkt Afrika an der Universität Hamburg, Leiter der Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe in Kein Denkmal ist für die Ewigkeit, 4. September 2020, Zeit Online

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02 03



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  • Kenn­zeichen-Schi­kane wieder etwas ge­lockert.

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    Per Sicherheitsdekret wurde das Fahren im Ausland zugelassener Fahrzeuge in Italien ab Jänner 2019 auf absurde Weise eingeschränkt. Über das durchaus nachvollziebare Ziel, Steueroptimierung und Bußgeldfreiheit einzudämmen, war Innenminister Matteo Salvini (Lega) weit hinausgeschossen, indem er beispielsweise

    • ausländischen Saisonarbeiterinnen selbst dann das Fahren ihres eigenen Autos verbot, wenn sie in Italien gar keinen Wohnsitz hatten;
    • Mitgliedern von Rettungsorganisationen untersagte, ausländische Unfallautos zu verstellen oder rückzuführen;
    • Mitarbeitenden von KfZ-Werkstätten die Testfahrt eines reparierten Fahrzeugs verunmöglichte, wenn es im Ausland zugelassen war;
    • Hotelangestellten das Ein- und Umparken bzw. Vorfahren von Fahrzeugen ausländischer Gäste auf öffentlichen Straßen verbot;
    • Bürgerinnen auch im Beisein der Besitzerin das Fahren eines außerhalb Italiens gemeldeten Autos untersagte.

    Mühsam wird nun seit über anderthalb Jahren daran gearbeitet, diese gewollten oder ungewollten Auswirkungen des Dekrets wieder rückgängig zu machen.

    Zunächst wurde im Juni 2019 per Rundschreiben dafür gesorgt, dass die Einschränkungen nur noch auf Personen mit Wohnsitz in Italien angewandt werden können. Saisonarbeiterinnen dürfen seitdem wieder ihr im Heimatland zugelassenes Auto fahren, auch wenn sie sich über 60 Tage auf italienischem Staatsgebiet befinden.

    Mit dem soeben verabschiedeten Vereinfachungsdekret wurde jetzt auch ein Abänderungsantrag von Dieter Steger (SVP) genehmigt, der Rettungsvereinen wieder Rückführungen ausländischer Fahrzeuge ermöglicht.

    Über die nächsten Jahr(zehnt)e wird es vielleicht sogar gelingen, auch die weiteren unsinnigen Nebenwirkungen des Sicherheitsdekrets — die in einem Grenzgebiet wie dem unseren besonders spürbar sind — wieder abzuschaffen oder wenigstens abzumildern.

    Klar: Die Energie, die leider wieder einmal für Selbstverständlichkeiten gebunden wird, wäre in anderen Bereichen besser investiert.

    Und dass ein unabhängiges Südtirol, das flächendeckend »grenznah« wäre, einen solchen Schmarrn erst gar nie eingeführt hätte, muss wohl nicht näher ausgeführt werden.

    Cëla enghe: 01 02

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  • Denkmale sollen sich recht­fertigen müssen.
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    Ein Denkmal hat so einen Ewigkeitsanspruch. Ich bin hier, und ich bleibe, und das ist ewig. Und ich denke dagegen, ein Denkmal soll sich alle Generationen… alle 30 Jahre soll es beweisen oder sagen: Ich muss hier sein. Und wenn es das nicht kann, soll es auf den Friedhof.

    Ich bin für eine Streitkultur… wo gestritten wird, wo [sich] auseinandergesetzt wird, wo es um Emotionen geht.

    Jan Morgenthaler, Schweizer Künstler und Kurator, der sich »seit 20 Jahren« mit »Monumenten im öffentlichen Raum« beschäftigt; in Twist (Thema: Denkmalsturz – wie wollen wir uns erinnern?) auf Arte

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02 03



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  • Staats­bürger­schaft für Nach­kommen Verfolgter.
    Österreich

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    Am 1. September ist die ergänzte Fassung von § 58c. des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes in Kraft getreten. Damit wurde die Möglichkeit, die Staatsbürgerschaft durch Meldung (Anzeige) zu erlangen, deutlich erweitert: nicht nur diejenigen, die das Land vor dem 15. Mai 1955 (früher: 9. Mai 1945) aus rassischen oder politischen Gründen verlassen mussten, haben Anspruch, sondern ab sofort auch alle ihre Nachfahren in direkter Linie. Gründe für das erzwungene Verlassen Österreichs können etwa Verfolgungen durch Organe der NSDAP bzw. Behörden des sogenannten Dritten Reichs und/oder aufgrund des Eintretens für ein demokratisches Österreich sein.

    Die in Eivissa (Ibiza) versunkene schwarzblaue Regierung hatte ursprünglich geplant, parallel zu diesem Ausbau des Rechts auf Erwerb der Staatsbürgerschaft auch die sogenannte Doppelstaatsbürgerschaft für Südtirolerinnen einzuführen. Dazu kam es schlussendlich nicht.

    Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll die Republik Österreich aufgrund der nun in Kraft getretenen Änderungen mit mehreren Zehntausend Anträgen auf (Wieder-)Erlangung der Staatsbürgerschaft rechnen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 || 01

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  • Puglisi Ghizzi attacca la democrazia.
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    Dall’ampia intervista del solito Alan Conti con Maurizio Puglisi Ghizzi (CPI), candidato a sindaco di Bolzano:

    [Q]uanto siete riusciti a incidere in Comune con tre consiglieri eletti? Un po’ di delusione rispetto alle aspettative?

    È normale, il consiglio comunale fa parte di una democrazia. I limiti del meccanismo sono palesi.

    Corriere, inserto locale, 4 settembre

    L’intervistatore non ha ritenuto di dover approfondire sull’evidente e agghiacciante posizione antidemocratica di Puglisi Ghizzi, il cui movimento è appena stato «assolto» dall’accusa di essere pienamente fascista.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02 03



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  • Euregio Connect: Rom entscheidet.
    Aber bitte nicht verraten!

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    Kürzlich wurde der Gründungsantrag für einen neuen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) namens Euregio Connect unterzeichnet, der die Kooperation zwischen Tirol Werbung, Trentino Marketing und IDM Südtirol erleichtern soll.

    Warum das vermutlich nicht an die ganz große Glocke gehängt wurde, erklärt die ff in ihrer aktuellen Ausgabe: Während den Antrag für Nord-/Osttirol die Landesregierung in Innsbruck genehmigen kann, müssen Südtirol und Trentino — die autonomsten Länder des Erdballs — auf die Zustimmung der römischen Regierung warten. Schon bei der Gründung des EVTZ der Europaregion Tirol habe sich Rom aber alles andere als kooperativ gezeigt, weshalb man diesmal »keine schlafenden Hunde wecken« möchte.

    Die These von der »Geheimautonomie« (01 02) bestätigt sich also erneut.

    Cëla enghe: 01 02 || 01 02



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  • Medici, la (non) parificazione secondo Palermo.

    Autor:a

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    Sull’inserto locale del Corriere di sabato (5 settembre) è apparsa un’intervista a Francesco Palermo (ex senatore PD/SVP) sulla questione dei «medici tedeschi», in cui definisce l’emendamento dell’SVP «una risposta sbagliata a una richiesta legittima»:

    Serve una specifica norme [sic] di attuazione, non una modifica della legge ordinaria.

    aggiungendo che

    deve essere posto in modo inequivocabile che la deroga per l’iscrizione all’albo, concedibile ribadisco solo con una specifica norma di attuazione, vale esclusivamente per la Provincia di Bolzano, specificando che il professionista in questione non avrebbe contatti con l’utenza del settore pubblico.

    Ma che cosa c’è di così difficile nel concetto di parificazione tra le due lingue?

    Anch’io sono dell’avviso che idealmente tutto il personale del sistema sanitario pubblico debba essere bilingue. Tuttavia, per il personale di madrelingua italiana già anni fa si è deciso di introdurre il limite dei tre anni (poi diventati cinque) per imparare il tedesco. Inoltre, i cosiddetti «gettonisti» di lingua italiana sono completamente esonerati dall’obbligo di bilinguismo.

    Se le due lingue sono parificate, queste eccezioni devono valere per entrambe, altrimenti che si aboliscano — ma questo significherebbe dover licenziare in tronco un quarto dei medici in organico.

    Una deroga, poi, necessariamente deve essere limitata nel tempo. I medici che parlano la sola lingua italiana, hanno tempo cinque anni per mettersi in pari con il tedesco. Sarebbe ragionavole una norma analoga a parti invertite.

    Giusto, ma questo riguarda il settore pubblico (nel quale Palermo non vorrebbe nemmeno far lavorare i monolingui tedeschi). Per quanto riguarda l’iscrizione all’Ordine i medici che parlano la sola lingua italiana non hanno alcun obbligo di mettersi in pari con il tedesco. Anche in questo caso deve valere che la limitazione nel tempo deve valere per entrambi i gruppi linguistici o per nessuno. Altrimenti avremmo — come attualmente infatti abbiamo — una situazione discriminatoria.

    È stato detto che la deroga varrebbe solo per i servizi sanitari privati non convenzionati con il pubblico

    In tal caso, non servirebbe alcun intervento. È già previsto dalle normative europee in vigore che valgono per tutte le regioni dell’Unione, Alto Adige incluso. Per paradosso, se io fossi un medico e volessi aprirmi uno studio in Danimarca, senza sapere una parola di danese, nessuno me lo potrebbe vietare. Sarebbero poi gli utenti a scegliere se rivolgersi a me, magari accettando di confrontarsi in inglese.

    Questo me la sentirei proprio di escluderlo, perché i monolingui tedeschi non sono stati espulsi solo dal sistema sanitario pubblico, bensì principalmente dall’Ordine, al quale bisogna essere iscritti per poter esercitare la professione. D’altronde la direttiva europea 2005/36/CE, al terzo comma dell’articolo 53 recita:

    I controlli [sulla conoscenza delle lingue] possono essere imposti se la professione da praticarsi ha ripercussioni sulla sicurezza dei pazienti. […]

    Ciò vale per «l’esercizio della professione» in generale e non solo per poter lavorare nel sistema sanitario pubblico.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 | 05 06



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