Bozner Lido bekommt eine Ausstellung.
Wieder ein Vorschlag von CasaPound angenommen

Am Bozner Lido soll eine permanente Ausstellung über die Schwimmsportanlage und mit ihr verbundene, erfolgreiche Athletinnen eingerichtet werden. Ein entsprechender Antrag der faschistischen Fraktion wurde am Donnerstag fast einstimmig vom Bozner Gemeinderat gutgeheißen — nur Johanna Ramoser (SVP), Sebastian Seehauser (SVP) und Claudio Volanti (Ein Wir für Bozen) enthielten sich der Stimme.

Einmal mehr macht sich das Stadtparlament damit zum Handlanger von CasaPound (CPI).

Das Interesse von CPI für das Lido erklärt sich einerseits durch den Körperkult ihrer totalitären Ideologie und andererseits durch die Tatsache, dass die im rationalistischen Stil errichtete Sportanlage als Teil der faschistischen Majorisierungsmaßnahmen entstanden ist. Durch die Einrichtung einer Dauerausstellung erhofft sich CPI wahrscheinlich eine Aufwertung und Anerkennung für das damalige Stadtentwicklungsprojekt. Zudem können sich die Faschistinnen fortan damit brüsten, das Ausstellungsprojekt initiiert zu haben.

An strategischer und politischer Dummheit ist die schwarz-rot-grüne Ratsmehrheit wohl kaum noch zu überbieten.

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Llibertat peixos pacífics.

Die zentrale Wahlbehörde Junta Electoral Central (JEC) hat katalanische Institutionen aufgefordert, im Vorfeld der Kongresswahl Transparente von den Fassaden ihrer Gebäude entfernen zu lassen, die dem Gebot der Überparteilichkeit widersprechen. Dazu zählt die JEC ausdrücklich auch die Solidarität mit den politischen Gefangenen, die entsprechenden gelben Schleifen oder Verweise auf das Menschenrecht auf Selbstbestimmung.

Manche Juristinnen argumentieren, dass die Wahlbehörde mit dieser — auf Antrag von Ciutadans (Cs) zustande gekommenen — Aufforderung ihre Kompetenzen überschritten habe.

Während die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau (BenC), den Vorgaben der JEC umgehend nachkam und entsprechende Symbole von der Fassade des Rathauses entfernen ließ, ließ der katalanische Präsident Quim Torra (JxC) eine erste Frist der JEC untätig verstreichen. Erst im zweiten Anlauf veranlasste er den Austausch der gelben durch eine rot durchgestrichene weiße Schleife. Als auch dies beanstandet wurde, ließ er stattdessen ein Banner mit dem Aufdruck »Llibertat d’Opinió i d’Expressió – Article 19 de la Declaració Universal dels Drets Humans« an den Balkon des Palau de la Generalitat hängen.

Sollte ihm auch dies als Verletzung der Überparteilichkeit ausgelegt werden, wäre dies natürlich verräterisch.

Besonders kreativ war die Gemeinde El Port de la Selva: Sie ließ ein Banner anfertigen, das grafisch dem mit der Aufschrift »Llibertat presos polítics« gleicht. Stattdessen steht jedoch — in blauer Farbe — das ähnlich klingende »Llibertat peixos pacífics« (Freiheit [für] Pazifikfische bzw. Freiheit [für] friedliche Fische) drauf, daneben eine blaue Schleife.

Bild: rac1.cat

Die Stadtgemeinde Figueres ließ ihr Transparent (»Self-determination is a right, not a crime«) mit Zustimmung des Hausbesitzers auf dem Balkon des an das Rathaus grenzenden Gebäudes anbringen, während andere Gemeinden gelbe Blumen (in gelben Töpfen) auf die Balkone ihrer Ratsgebäude stellten.

Siehe auch:

Democrazia Grundrechte Politik Ungehorsam+Widerstand | | Ada Colau Quim Torra | | Catalunya | Cs GENCAT JxCat Podem/os | Deutsch

Acordanza de govern zenza ladins.

de Carlo Willeit (via noeles.info)

Formulazions generales, previjions, dejiders carateriseia l program de govern dla Jonta Provinziala. Dut plu o manco farina dla SVP che muda vignitant n pue colour per ti jì encontra a la Lega. Pretene de asseguré i confins esterns dl’Europa contra l’imigrazion, lascé sun na pert l’Europa unida, ma ghiré che ala salve stac y popolazions é pensier tipich dla Lega. Refudé muciadifs che sciampa da la meseria economica, che sarà ben la maiour pert, ne passeneia ninenia dre pro l popul “cristian” de Südtirol. Ma cie che nes lascia con la bocia daverta é che per l prum iade màncel n capitul a pert per la sconanza dla mendranza ladina. L  articul de David Lardschneider sun la Usc dant otedé é apontin y se merita n laut. Veir él che l program ne trata extra nience i autri grups linguistics, ma danter chisc y i ladins él ben na gran desferenzia; ala se trata de na mendranza plu picera che adora rejons scrites sce ala ne vuel nia gní metuda sot bele denant che l govern nuef peie via. En plu é la sconanza che i ladins à bele plu debla de chela di autri. L lingaz, la scola, la cultura con les unions ladines y sies strutures plu emportantes: Cesa di ladins, Usc, Rai y mesi de informazion privac, l raport di ladins soura mont via, les rejons politiches y l azes al  tribunal aministratif, l dert de autoorganisazion ence tl ciamp sozio-economich che la mendranza adora (l prinzip de sussidiarieté à ciamò na maiour emportanza per i ladins) se ghira na sconanza particolara y n capitul extra tl program de govern. Perciodì féjen mo mai desco dut fossa valif? Mia resposta personala stà tla trasformazion dl’autonomia da segurté per les mendranzes a na comunité de interesc, de afars y comands conzentrés tla man dla provinzia y de sia sotorganisazion. Che te na tel situazion ne él nia saurì reclamé rejons per i ladins él da capì, ma sce i raprejentanc ladins nuefs se met tla bona volenté y ciafa l sostegn da la popolazion ladina speri che ala vae da derzé valch cossa a ben di ladins.

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Vermeidbare Koalition.
Quotation 533

Die SVP hat sich ohne Not selber in diese Lage gebracht. Es hätte eine Alternative für die Landesregierung (Grüne und PD) und damit auch für die Europawahlen gegeben (PD). Man hätte eine Koalition mit Leuten verhindern können, die Grundrechte mit Füßen treten oder den Faschismus verklären.
Wer die Heimat schützen will, muss sie gegen solche Leute verteidigen. Auch wenn es etwas kostet.

Georg Mair in seinem dieswöchigen ff-Leitartikel

Siehe auch:

Faschismen Grundrechte Medien | Europawahl 2019 Zitać | Georg Mair | ff | Südtirol/o | Lega PD&Co. PDL&Co. SVP Vërc | Deutsch

Zuwanderungssprache Italienisch.
Katastrophale Daten

Dieser Tage hat das WIFO der Handelskammer eine Studie zu Brain Drain und Brain Gain veröffentlicht, in dem unter anderen Qualifikationen der Zu- und Abwandernden auch die Sprachkenntnisse* (Deutsch, Italienisch und Englisch) erhoben wurden.

Dabei macht sich ein extrem starker »nationaler« Drall bemerkbar, der nicht nur für Wirtschaftstreibende Anlass zur Sorge sein sollte. Laut WIFO-Daten beherrschten im Bezugsjahr 2016 nämlich weniger als ein Drittel (31,1%) der Zuwandernden** auch die deutsche Sprache. Fast drei Viertel von ihnen (72,9%) sprechen hingegen die lingua franca nazionale Italienisch. Selbst Englisch liegt mit 55,6% weit vor Deutsch.

Aufgeschlüsselt nach Staatsbürgerinnenschaften sprechen

  • 98,6% der Zuwandernden mit italienischer Staatsbürgerinnenschaft Italienisch, 64,2% von ihnen Englisch und nur rund ein Viertel von ihnen Deutsch (24,7%).
  • 98,5% der Zuwandernden mit deutscher oder österreichischer Staatsbürgerinnenschaft Deutsch, 94,6% Englisch und 43,3% Italienisch.
  • 72,4% der Zuwandernden mit Staatsbürgerinnenschaft eines anderen europäischen Landes Italienisch, 37,7% Englisch und 31,4% Deutsch — 20,5% sprechen Deutsch und Italienisch, 16,8% keine dieser beiden Landessprachen.
  • 60,6% der Zuwandernden mit Staatsbürgerinnenschaften anderer Länder Englisch, 51,7% Italienisch und nur magere 15,4% Deutsch — 3,8% sprechen Deutsch und Italienisch, 36,8% keine dieser beiden Landessprachen.

Zum Vergleich: Abwandernde Südtirolerinnen — italienische Staatsbürgerinnen mit Geburtsort in Südtirol — beherrschten im selben Bezugsjahr zu 95,7% die deutsche, zu 91,5% die italienische und zu 82,2% die englische Sprache.

Siehe auch:

*) »mittleres« oder »kompetentes« Niveau laut Europäischem Referenzrahmen für Sprachen (GERS), Selbsteinschätzung der Befragten
**) im Alter zwischen 18-64 Jahren, ohne Asylwerberinnen, ohne rückwandernde Südtirolerinnen

Migraziun Nationalismus Plurilinguismo Publikationen Umfrage+Statistik Wirtschaft+Finanzen | Italianizzazione | | | Deutschland Europa Italy Österreich Südtirol/o | Astat WIFO | Deutsch

Biancofiore fordert Verbot der STF.

Michaela Biancofiore (FI) soll sich in einer Anfrage an Innenminister Matteo Salvini (Lega) und Außenminister Enzo Moavero Milanesi nach deren Absicht erkundigt haben, die Süd-Tiroler Freiheit (STF) zu verbieten. Dies berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung. Wenn Sven Knoll und seine Bewegung lieber in Deutschland leben würden, sollten sie [dorthin] gehen, so die Südtiroler Parlamentarierin.

Anlass für Biancofiores Echauffement soll diesmal ein Beschlussantrag der STF im Landtag gewesen sein, mit dem die Partei die Wiedereinführung des Josefitags bei gleichzeitiger Abschaffung des Tags der italienischen Republik als Feiertag in Südtirol gefordert hatte.

Nicht nur als Sezessionist, sondern ganz allgemein als Demokrat finde ich Biancofiores — um die Aufforderung zur Auswanderung erweiterte — faschistoide Auffassung besorgniserregend. Umso mehr, als sie regionale Koordinatorin jener Partei ist

  • mit der die Südtiroler Volkspartei zur Europawahl antritt und
  • deren Vizepräsident erst vor wenigen Tagen durch die Verharmlosung von Benito Mussolini aufgefallen war.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen Grundrechte Medien Nationalismus Politik Selbstbestimmung | Europawahl 2019 | Antonio Tajani Michaela Biancofiore Sven Knoll | TAZ | Italy Südtirol/o | Lega PDL&Co. STF Südtiroler Landtag SVP | Deutsch

Hilfe, die wirklich hilft.
Veranstaltungshinweis

Zum kommenden Mittwoch, den 27. März, laden die Stiftung Südtiroler Sparkasse und das Kuratorium Marienberger Kulturgespräche zum Vortrag des Schriftstellers Ilja Trojanow mit dem Thema

Welche Hilfe macht künftige Hilfe überflüssig?

in den Tagungssaal der Sparkasse-Academy in der Bozner Sparkassenstraße. Trojanow wurde 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Doch schon 1972 zogen die Trojanows nach Kenia, wo auch Ilija mit einer Unterbrechung bis 1984 lebte. Von 1984 bis 1989 studierte er in München Jura und Ethnologie, lebte später in Mumbai, Kapstadt, Mainz und — derzeit — in Wien.

Was Hilfe sein und wie sie funktionieren kann, recherchierte [Ilija Trojanow] im Rahmen einer einjährigen Reise durch acht Länder in vier Kontinenten, durch intensive Gespräche mit Bauern und Aktivistinnen, Menschenrechtlern und Ärztinnen, Minenarbeitern und Lehrerinnen.

aus der Einladung

Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 0471 316 017 ist erforderlich.
Veranstaltungsbeginn ist 19.00 Uhr.

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