Vietato sputare e parlare dialetto.
Il lupo perde il pelo ma non il vizio

Alessandro Urzì (AAnC), esponente della destra radical-sovranista di Fratelli d’Italia, sembrerebbe aver deciso che, passato un secolo, sia ora di riprovarci. Colui che quando si tratta di toponomastica, quella inventata dall’amico Tolomei, segue la famosa massima secondo cui aggiungere sarebbe sempre meglio che togliere, ora vorrebbe togliere. Togliere una lingua, cominciando dal dialetto tirolese, che — per rispetto verso gli italiani, dice — dovrebbe sparire da qualsiasi contesto pubblico. Vietato sputare e parlare in dialetto.

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Discriminaziun Faschismen Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Service Public | | Alessandro Urzì Ettore Tolomei | | Südtirol/o | PDL&Co. | Italiano

Fachärztinnen, Attacke der ANAAO.
Zerstörung eines Modells

Wie die TAZ und Rai Südtirol berichten, geht die Ärztinnengewerkschaft ANAAO jetzt gerichtlich gegen die Ausbildung von Fachärztinnen nach österreichischem Modell an Südtiroler Krankenhäusern vor. Sie fordert sogar die Entlassung zweier in Ausbildung befindlicher Jungärztinnen.

Diese Damen und Herren scheinen längst nicht mehr an einer Lösung der Probleme des Südtiroler Gesundheitssystems im Sinne der Bürgerinnen, sondern nur an einer Aushöhlung autonomer Wege und an der Zerstörung des Gesundheitswesens interessiert zu sein. Wenn sie es denn jemals waren.

Es wäre höchst an der Zeit, dass breitestmögliche Teile der Zivilgesellschaft und der Politik Stellung nehmen gegen diese unerhörten Angriffe auf uns alle. Haben etwa auch PD, Grüne und Team Köllensperger irgendwas dazu zu sagen?

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Sprachlicher Echoraum.
Quotation 557

Reden wir vielleicht über die Sprache, denn die Schweiz ist ja ein Land mit vier Sprachen. Sie sind aus dem deutschsprachigen Bereich der Schweiz: Inwiefern hat diese spezifische Situation Ihre Beziehung zur Sprache und Ihren Umgang damit geprägt?

Ich glaube, dass es das ordentlich geprägt hat, also gerade das kann ich jetzt mit so viel Abstand sagen, weil ich ja schon seit sehr vielen Jahren nicht mehr in der Schweiz lebe oder, besser gesagt, länger im Ausland lebe, wie ich jemals — mittlerweile — in der Schweiz gelebt habe. Zumindest drei von den Sprachen sind immer präsent, würde ich sagen, also akustisch wahrnehmbar. Es entsteht so eine Art sprachlicher Echoraum, der einen sehr prägt. Dazu kommt natürlich, dass man eben Schweizerdeutsch spricht, das ist eben nicht ein Dialekt, den gewisse Menschen sprechen und andere nicht, sondern den spricht die ganze Bevölkerung. Und deswegen ist es kein soziologischer Dialekt in dem Sinne, sondern das ist die eigene Sprache und die sogenannte Fremdsprache — also, ob es das wirklich eine ist, das gälte es zu diskutieren — die erste ist eben Hochdeutsch, wenn man im deutschsprachigen Gebiet aufwächst. Und dieser Sprung, also, dass man sehr jung einfach realisiert, man schreibt in einer anderen Sprache, aber man spricht in der, in der man spricht, das glaub’ ich öffnet irgendwie sehr schnell das Hirn und das Herz für einen polyglotten Zugang, von dem man ja auch umgeben ist. Und ich muss sagen, das habe ich immer intuitiv als enorme Bereicherung empfunden und erst später eben dann aus der Distanz realisiert, dass es das auch wirklich ist.

Wie war das in der Schule? Wurde da dann Hochdeutsch, also die erste Fremdsprache, tatsächlich gesprochen oder war dann […] doch das Schwizerdütsch die Umgangssprache?

Ja, also ich glaube zu meiner Schulzeit, da war es wichtig, dass man eben Hochdeutsch gesprochen hat. Die sogenannte, so ein bisschen, »Renaissance« des Schweizerdeutschen, die ist eigentlich erst später herangebrochen. Das heißt, es galt es irgendwie das Hochdeutsch zu üben, aber — und es war auch wichtig und es hat auch mit dieser ganzen sprachlichen, aber auch inhaltlichen Abgrenzung zu tun — es war auch immer sehr wichtig, dass man nicht besonders gut Hochdeutsch spricht. Also wichtig war, dass man einen möglichst starken Schweizer Dialekt im Hochdeutsch auch verankert, um zu zeigen, woher man kommt… weil Hochdeutsch ja doch den Beigeschmack hatte von »die wissen es besser«, da schwang so eine gewisse Arroganz mit. Das wurde zwar überhaupt nicht kommuniziert, aber subkutan wussten wir das alle, dass es einfach gut ist, wenn man das nicht wirklich schön spricht. Also wir wurden nicht zum Schönsprechen angehalten.

Hat das auch eine gewisse Bewusstheit für nicht nur sprachliche Unterschiede, sondern auch Unterschiede im Umgang mit verschiedenen sozialen Schichten zum Beispiel erzeugt? Sie haben gesagt, es ist ein polyglottes Gefühl entstanden auf diese Weise. Gleichzeitig ist aber natürlich auch der Unterschied zwischen den Gruppen von Menschen, die sich vielleicht durch eine Sprache auch voneinander unterscheiden, dann besonders deutlich. Und dazu kommt natürlich auch noch, dass es schlicht Menschen im gleichen Land gibt, die einfach alle Dinge anders benennen, was man ja als junger Mensch dann eigentlich schon wahrnehmen muss.

Ja, das nimmt man auf jeden Fall wahr und man nimmt aber auch wahr, dass sich gewisse Dinge eben auch vermischen. Es ist ja auch so, dass man… mit schweizerdeutschem Background sozusagen… da gibt es ja viele Lehnwörter aus dem Französischen wie aus dem Italienischen. Das realisiert man auch mehr und mehr, dass ein Velo eben… dass man das im Französisch sprechenden Gebiet auch sagt, und dass ein Portemonnaie auch nicht nur Schweizerdeutsch ist, sondern dass das durchaus auch seine anderen Wurzeln hat. Also man wird schon sehr aufmerksam auf Sprachen, auf wo die herkommen, wie man sie ausspricht, wie man sie fusionieren kann auch und wie man sich, ganz simpel gesagt, wie man sich auch verständigen kann.

Transkription:

Bettina Hering (geb. 1960 in Zürich), Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele (seit 2017), im Gespräch (Ö1) vom 12. Juli 2019. Studium der Germanistik, Philosophie und Psychologischen Anthropologie.

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Heeressportzentrum erweitert in Südtirol.
Purer Anachronismus

Heute wurde an der Brunecker Lugramani-Kaserne ein neuer Stützpunkt des Heeressportzentrums von Courmayeur eröffnet, wo — machen wir uns nichts vor — unter dem Deckmantel der Sportförderung gezielte Assimilierungsarbeit geleistet werden kann (und wird). Eine längst überfällige Entmilitarisierung und Entnationalisierung des Sports findet nicht statt.

Ob dieser neue Standort in Abstimmung mit dem Land in Betrieb genommen oder aufoktroyiert wurde, ist mir nicht bekannt. Der Brunecker Bürgermeister Roland Griessmair (SVP) und die OK-Präsidenten von Antholz 2020 (Biathlon) sowie Toblach (Langlauf), Lorenz Leitgeb und Gerti Taschler, haben jedenfalls bereitwillig an der Eröffnungszeremonie teilgenommen.

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Rocco e la «corruzione del cittadino».

In relazione al denaro russo promesso e/o effettivamente consegnato alla Lega molti, anche e soprattutto da sinistra, invocano l’articolo 246 del Codice penale, un relitto del fascistissimo Codice Rocco, intitolato: «Corruzione del cittadino da parte dello straniero». Citiamo:

Il cittadino che, anche indirettamente, riceve o si fa promettere dallo straniero, per sé o per altri, denaro o qualsiasi utilità, o soltanto ne accetta la promessa, al fine di compiere atti contrari agli interessi nazionali, è punito, se il fatto non costituisce un più grave reato, con la reclusione da tre a dieci anni e con la multa da euro 516 a euro 2.065.
Alla stessa pena soggiace lo straniero che dà o promette il denaro o l’utilità.
La pena è aumentata:

  1. se il fatto è commesso in tempo di guerra ;
  2. se il denaro o l’utilità sono dati o promessi per una propaganda col mezzo della stampa.

Dunque, chi si battesse per la secessione di una parte della «nazione» e ricevesse un sostegno economico, anche modesto, «dallo straniero», da un tribunale «volenteroso» potrebbe venir punita con tre anni e più di reclusione!? Ma in che secolo viviamo?

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