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  • Alba, Cymru und Éire gemeinsam für die Selbstbestimmung.

    Wie der britische Telegraph heute berichtet, ist am morgigen Montag ein Gipfeltreffen der Regierungschefinnen von Alba (aka Schottland), Cymru (aka Wales) und Tuaisceart Éireann (aka Nordirland) geplant, bei dem es hauptsächlich um die Loslösung der drei Nationen vom Vereinigten Königreich, aber auch um eine engere Kooperation untereinander gehen soll. Mit John Swinney (SNP), Rhun ap Iorwerth (Plaid Cymru) und Michelle O’Neill (Sinn Féin) werden erstmals alle drei Regierungen von Vertreterinnen separatistischer Kräfte angeführt.

    Es wird erwartet, dass bei der historischen Zusammenkunft, die in Caerdydd (aka Cardiff), der Hauptstadt von Cymru, stattfinden soll, im Rahmen der Beratungen eine gemeinsame Erklärung oder ein Memorandum unterzeichnet wird, mit dem der neue britische Premierminister, Andy Burnham (Labour), dazu aufgerufen wird, das Recht auf Abhaltung von Selbstbestimmungsreferenda anzuerkennen. Erst am Mittwoch hatte er im Unterhaus bekannt, dass er ein zweites Referendum in Alba genauso wie eines in Tuaisceart Éireann genehmigen würde, wenn jeweils ein klarer Konsens dafür in der Öffentlichkeit bestehe.

    Der Telegraph zitierte den schottischen Regierungschef John Swinney mit den Worten, Burnham müsse sich mit dem Gedanken abfinden, dass er als letzter Premierminister des Vereinigten Königreichs in die Geschichte eingehen wird.

    Wie ich finde, ist das geplante Treffen und die Zusammenarbeit zwischen Alba, Cymru und Tuaisceart Éireann auch deshalb sehr bemerkenswert, weil es in den drei Gebieten sehr unterschiedliche Ausgangslagen und Pläne für die Ausübung des Rechts auf Selbstbestimmung gibt.

    Cëla enghe: 01 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿 🇮🇪



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  • Die Proskriptionsliste der STF.

    Der rechtsextremistische Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan hat es vorgemacht, jetzt ist die Süd-Tiroler Freiheit an der Reihe: Sie hat im Landtag eine Anfrage (Nr. 1965/26) eingereicht, mit der sie sich in Bezug auf »finanzielle Unterstützungen durch das Land bzw. durch öffentliche Mittel« an »Organisationen und Vereine« »einen Überblick über die Verwendung der Steuergelder« verschaffen will.

    Es folgt eine umfangreiche Liste, die über hundert NROs, Vereine und Medien umfasst, wobei der gemeinsame Nenner — mit wenigen Ausnahmen — zu sein scheint, dass sie der nach rechts offenen Bewegung aufgrund ihrer Gesinnung ein Dorn im Auge sind. Und dass man sie wohl nicht ungern unter Generalverdacht stellt.

    Im Verzeichnis enthalten sind dabei etwa

    • die Antifa Meran
    • Bozen Solidale
    • Centaurus – schwul-lesbische Initiative Südtirol
    • Extinction Rebellion
    • die linksgerichtete Fanszene Obermais
    • der Frauenmarsch
    • Fridays for Future
    • Grupa per la defendura di uciei
    • das Haus der Solidarität (HdS)
    • der Klima Club Südtirol (KCS)
    • Nosc Cunfin
    • die Organisation für eine solidarische Welt (OEW)
    • die Omas gegen Rechts
    • der OstWestClub
    • die Südtiroler HochschülerInnenschaft
    • der Südtiroler Jugendring (vgl.).

    Daneben zahlreiche weitere Jugend-, Theater- und Umweltgruppen. Aber auch Medien wie Dolomiten, ff, Salto und Tageszeitung, deren Einstufung als »Organisationen und Vereine« (mit Ausnahme vielleicht von Salto) merkwürdig erscheint.

    Mindestens genauso aufschlussreich ist aber, wonach sich die STF nicht erkundigt. Dazu gehören unter anderem

    • der Heimatbund
    • die Schützen
    • Trachtenvereine
    • Volkstanzgruppen
    • Musikkapellen
    • Sportvereine
    • die sogenannten Blaulichtorganisationen
    • UnserTirol24 bzw. die dahinter stehende Du[-]bist[-]Tirol-Genossenschaft.

    Für den angeblichen »Überblick über die Verwendung der Steuergelder« scheinen sie für die STF merkwürdigerweise nicht relevant zu sein.

    Mit auf dem Index von Sven Knoll & Friends steht auch , was wir als Adelung empfinden. Wir gehören nicht zu jenen, die wegschauen und schweigen, wenn sich die gerne als antifaschistisch auftretende STF mit Rechtsextremistinnen trifft oder rassistische Positionen vertritt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

    Natürlich steht es der STF frei, sich danach zu erkundigen, was ihr beliebt. Dass es sich bei der Anfrage um einen bedenklichen Einschüchterungsversuch mit faschistoiden Zügen handelt, darf aber ebenfalls benannt werden.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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  • Düc adöm sön tru?
    Dreisprachigkeit

    Kürzlich berichtete Trail über eine Kampagne der Uniun di paurs de Badia im Südtiroler Bauernbund, mit der über die Rolle der Landwirte als Landschaftspfleger informiert und für ein respektvolles Miteinander auf Wegen und Pfaden sensibilisiert werden soll. Häufig geschehe es nämlich, dass sich die Bauern auf ihren eigenen Straßen als Fremde fühlten.

    Das sieht dann so aus:

    Bildausschnitt – Quelle: Trail.

    Zunächst fällt etwas ausgesprochen Positives auf: Die Kampagne ist nicht nur auch auf Ladinisch gehalten, sondern Ladinisch steht selbstbewusst an erster Stelle, wie es eigentlich normal sein sollte. Und das, obschon die Hauptzielgruppe der Botschaft vermutlich nicht aus Ladinischsprecherinnen besteht.

    Das ist ein klares und wohltuendes Statement: Die minorisierte Sprache der örtlichen Bevölkerung wird nicht nur sichtbar gemacht, sondern in den Vordergrund gerückt.

    Auch der Titel Düc adöm sön tru! Alle gemeinsam auf dem Weg! — passt eigentlich gut dazu.

    Dann fällt allerdings etwas anderes ins Auge: Die beiden weiteren Sprachen, die für die Kampagne gewählt wurden, sind die Staatssprache Italienisch und die internationale Verkehrssprache Englisch. Deutsch als meistgesprochene Sprache in Südtirol fehlt vollständig.

    Das düc adöm wird somit wieder relativiert.

    Ich interpretiere das als ein weiteres Symptom für den sinkenden Stellenwert der deutschen Sprache in Südtirol. Für die deutsche Sprachgruppe weiterhin wichtig, empfinden sie offenbar die beiden anderen Sprachgruppen inzwischen relativ oft als vernachlässigbar.

    Wenn nur Italienisch und Englisch als übergeordnete Verständigungssprachen dienen, während sich Deutsch und Ladinisch jeweils gegenseitig verdrängen, schadet das den Minderheitensprachen insgesamt.

    Wie Prof. Paul Videsott kürzlich — in Bezug auf das Schulsystem — sehr einleuchtend argumentiert hat, beruht die sprachliche Stabilität der ladinischen Täler auch auf einer Balance zwischen den beiden größeren Sprachen Deutsch und Italienisch. Verschiebt sich diese Balance zugunsten einer Konstellation, in der Deutsch entfällt, könnte das mittelfristig auch für das Ladinische zum Problem werden.

    Minderheitensprachen profitieren nicht davon, wenn sie untereinander um Sichtbarkeit konkurrieren müssen. Sie profitieren davon, wenn Mehrsprachigkeit als Ganzes selbstverständlich ist.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Gånz herzlich.
    Quotation

    Bildausschnitt aus der Übertragung der Südtiroler Rai-Sender

    Es stimmt schon, als Tiroler und als Kaunertaler ist mir Südtirol besonders nahe.

    Signore e signori, an die Unterzeichnung des Pariser Vertrags vom 5. September 1946 — den 80. Jahrestag begehen wir ja heute — habe ich keine persönliche Erinnerung, då bin i jå erscht zwoaahålb Jåhr ålt gwest und hån lei ‘s Kaunertål ‘kennt.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, i gratulier enk ålle, ålle mitanånd gånz herzlich, grazie mille, giulan, de gra.

    Details aus der Rede von Bundespräsident Alexander Van der Bellen (bis 2016: Grüne) im Rahmen des heutigen Festakts zu 80 Jahren Pariser Vertrag im Kursaal von Meran – Transkription von mir

    Cëla enghe: 01 02



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