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  • Florianiprinzip im Minderheitenschutz.
    Kohärenz à la Süd-Tiroler Freiheit

    In einer Aussendung bescheinigt Sven Knoll (STF) Vertretern der neuen italienischen Regierung korrekterweise eine “faschistische und minderheitenfeindliche Einstellung”. Einige Zeilen weiter und nachdem er sich zuvor bei der Freiheitlichen Jugend Österreichs bedankt hatte, schreibt Knoll:

    Laut den aktuellen Umfragen ist die FPÖ die stärkste Partei in Österreich. Die Chance auf eine erneute Regierungsbeteiligung ist hoch. In der letzten Regierungsbeteiligung der FPÖ war die österreichische Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler im Regierungsprogramm festgeschrieben. Es gilt daher, bereits jetzt Vorbereitung zu treffen.

    – Sven Knoll (STF)

    Wir halten fest: In Italien ist eine Regierung mit faschistischer und minderheitenfeindlicher Einstellung gaga. Für Österreich wäre eine Regierung mit faschistischer und minderheitenfeindlicher Einstellung hingegen pipifein. Und eine Kooperation mit dieser ebenso.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11



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  • Sechserkommission will Proporz und Zweisprachigkeit aufweichen.

    Kürzlich hat die Sechserkommission unter dem Vorsitz von Rechtsaußen Alessandro Urzì (FdI) den Entwurf einer Durchführungsbestimmung (DFB) genehmigt, mit der Proporz und Zweisprachigkeitspflicht zum wiederholten Mal aufgeweicht werden. In der Justiz, in den Einnahmenagenturen oder in den Postämtern soll es in Zukunft (noch) einfacher sein, einsprachige Mitarbeiterinnen auf Zeit einzustellen, wenn Personalmangel besteht — und der besteht bekanntlich immer.

    Schon seit Jahren fällt den Verantwortungsträgerinnen in Südtirol zum Thema Personalmangel hauptsächlich die Aufweichung von Proporz und Zwei- bzw. Dreisprachigkeit ein (vgl. 01 02). Alternative Konzepte und Anstrengungen (vgl. 01 02 03) verlieren dadurch automatisch an Attraktivität, da die Beschneidung von wichtigen Autonomiebestimmungen (und somit Rechten der Bürgerinnen) offenbar der Weg des geringsten Widerstandes ist.

    Bis vor wenigen Jahren war bisweilen noch zu hören, man könnte den Proporz aufweichen und stattdessen die Zwei-/Dreisprachigkeit aufwerten, doch inzwischen geht einfach beides den Bach runter.

    Und erst kürzlich hatte sich Gerichtspräsidentin Francesca Bortolotti öffentlich darüber beschwert, dass Stellenbewerberinnen (aufgrund einer anderen DFB) mindestens einen Teil der Prüfungen in ihrer offiziellen Erstsprache ablegen müssen — doch jetzt kann sie vermutlich schon wieder durchatmen, da die nächste Vorschrift mit gegenteiligem Vorzeichen in greifbarer Nähe ist.

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • Krimineller Klimaaktivismus? In Nordtirol kein Anfangsverdacht.
    Nach Autobahnblockade

    Wie das organisierte Verbrechen, also Mafia, Cosa Nostra, Camorra oder ‘Ndrangheta. Das ist das unglaubliche Framing, in das Klaus Innerhofer auf Südtirol Online vor einem Monat — die Repression rechtfertigend — den Vorwurf der deutschen Justiz bettete, bei der Letzten Generation handle es sich um eine »kriminelle Vereinigung«.

    Sind Klimakleber also Kriminelle? Was auf den ersten Blick überzogen erscheint, stellt sich bei genauerem Hinsehen anders dar[.]

    – Klaus Innerhofer (Stol)

    Die rechte italienische Regierung (FdI, Lega, FI) will ebenfalls immer härter gegen die Klimaaktivistinnen vorgehen, wie es dem Chef vom Dienst bei den Dolomiten offenbar gefällt.

    Geradezu wohltuend ist es da, dass die Innsbrucker Staatsanwaltschaft nicht einmal Ermittlungen gegen die Aktivistinnen der Letzten Generation aufnehmen wird, da nach der jüngsten Blockade der Brennerautobahn (A13) vom 13. Juni kein Anfangsverdacht auf eine gerichtlich strafbare Handlung bestehe. Die Polizei hatte die Aktion dokumentiert und zur strafrechtlichen Beurteilung an die Justizbehörden weitergeleitet.

    In den letzten zwei Wochen fanden in Nordtirol insgesamt elf Straßenblockaden und zwei Protestkundgebungen statt.



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  • Gegen ein Bündnis von SVP und FdI.
    Aufruf an die Volkspartei


    von Andreas Unterkircher (SVP), LGBTQIA-Aktivist

    Seit einigen Wochen spekulieren die Medien darüber, dass es nach den bevorstehenden Landtagswahlen in Südtirol zu einem Regierungsbündnis zwischen SVP und Fratelli d’Italia kommen könnte. Nun, ich erlebe dieses Szenario mit großer Besorgnis. Zunächst einmal als Bürger und Antifaschist, da wir wissen, dass die Partei von Giorgia Meloni Persönlichkeiten aus der extremen rechten Szene und reuelose Nostalgiker eines Regimes in sich trägt, das in Südtirol viel Übel verursacht hat, außer Italien selbst in den Abgrund zu stürzen.

    Beunruhigt bin ich aber vor allem als LGBTQIA-Person. Fratelli d’Italia ist wegen ihrer schwulenfeinlichen und transphoben Positionen bekannt. Die Partei hat sowohl 2016 gegen das Gesetz für die Lebenspartnerschaften (Cirinnà-Gesetz) als auch 2021 gegen das Anti-Homophobie-Gesetz (Legge Zan) gestimmt. Von Spitzenexponenten kamen immer wieder Beleidigungen jeder Art. Letzthin wurden besonders die Regenbogenfamilien hart angegriffen.

    Auch auf lokaler Ebene haben die Parteivertreter zu diesen Themen nie ein Blatt vor den Mund genommen. Eine Bozner FdI-Gemeinderätin ist vom Verein Centaurus (die Südtiroler LGBTQIA-Vertretung) verklagt worden, weil sie die Vereinsmitglieder in einer Presseaussendung schwarz auf weiß mit pädophilen Verlockern (pedofili adescatori) verglichen hatte. Der damalige Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì protestierte lautstark, als die Vertreter von Centaurus beim Verfassen des Gesetzes, das die Südtiroler Antidiskriminierungsstelle einführte, vom Landtag als Experten angehört worden waren.

    Und das sind nur einige Beispiele. Südtirol hat in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Bürgerrechte von LGBTQIA+-Personen wichtige Schritte vollbracht. Beweis dafür ist die Ausbreitung von RE.A.DY, dem Netzwerk öffentlicher Körperschaften, die sich gegen Homo- und Transphobie einsetzen. Inzwischen zählt RE.A.DY in Südtirol stolze 24 Mitglieder, darunter Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, die Gleichstellungsrätin und das Land Südtirol selbst.

    Immer mehr Rathäuser im Lande hängen jährlich am Welttag gegen Homophobie (17. Mai) die Regenbogenfahne aus. Heuer war diese sogar bei der wöchentlichen Pressekonferenz von LH Kompatscher zu sehen. Ein wichtiges Signal. Ein Eintritt von Fratelli d’Italia in die Landesregierung würde diesen Prozess der Integration von Personen unterschiedlicher sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in unserer Gesellschaft vielleicht nicht aufhalten können.

    Dennoch könnte es zu gefährlichen Kürzungen bei der öffentlichen Finanzierung der LGBTQIA-Vereine im Lande kommen. Die Folge wäre weniger Geld für wichtige soziale Dienste wie Informationsarbeit, Sensibilisierungsprojekte gegen Gewalt in den Schulen und geschützte Wohneinrichtungen.

    Ich bin mir bewusst, dass es in der SVP konservative Kräfte gibt, die mit den Positionen der Regierungschefin übereinstimmen. Vom linken Flügel der Partei erwarte ich mir jedoch einen konsequenten Antifaschismus und eine grundsätzliche Ablehnung eines Bündnisses mit Fratelli d’Italia.

    Dieser Beitrag war zuvor in der TAZ vom 22. Juni 2023 erschienen. Verlinkungen: .


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  • Kreuzzug gegen Regenbogenflagge.
    Marco Galateo

    Webseite des Noi Techparks (Ausschnitt)

    Nach unten treten können die Rechten besonders gut: Nun geht der Landtagsabgeordnete der neofaschistischen FdI, Marco Galateo, gegen eine Regenbogenflagge vor, die kürzlich beim Noi Techpark aufgehängt worden sein soll. Mit einer detaillierten Anfrage (Nr. 2587/23) will er die Landesregierung dazu zwingen, sich für die Anwesenheit des Symbols der LGBTQIA-Gemeinschaft genaustens zu rechtfertigen — und unter anderem zu erklären

    • ob (und wenn ja aus welchem Grund) auch andere Einrichtungen des Landes die Regenbogenflagge gezeigt haben sowie
    • ob die Kulturlandesräte — insbesondere zielt er wohl auf Giuliano Vettorato von der Lega ab — über die Aktion informiert und ob sie damit einverstanden waren.

    Ferner will er (dessen Partei unbefugt die Staatsgrenze mit Flaggen markiert) von der Landesregierung wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um bei Landeseinrichtungen ein »konsequenteres« und »transparenteres« Vorgehen in Bezug auf Symbole und Flaggen sicherzustellen. Im Klartext: um zu verhindern, dass künftig Regenbogenflaggen zu sehen sind.

    Übrigens: Zusätzlich zur Flagge stört den Recken, mit dessen Partei die SVP eine Koalition inzwischen nicht mehr ausschließt, aber auch ein Regenbogenbanner auf dem Webauftritt des Techparks, auf dem — oh Schreck! — die Botschaft Love is Love steht.

    Wird so einer bald Landesrat?

    Cëla enghe: 01 02 03 04 | 05 06 07 08 || 01 02 03 04 05 06



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  • CREA: Regionale Gesundheitssysteme 2023.

    Vor wenigen Tagen hat CREA Sanità die elfte Ausgabe ihrer multidimensionalen Studie über die Leistung der regionalen Gesundheitssysteme in Italien veröffentlicht. Es handelt sich dabei um das Ergebnis eigener Erhebungen unter Einbindung verschiedener Interessensgruppen, während der in Südtirol medial breitgetretene LEA-Bericht der Gimbe-Stiftung lediglich die (methodologisch fragwürdige1Fehlende Daten einzelner Regionen und Länder werden darin einfach als Minuspunkte gewertet, anstatt sie zu eruieren. Dabei gestattet das Fehlen von Informationen keine Rückschlüsse auf die Güte der Leistungen.) Aufbereitung verfügbarer Daten aus fremder Quelle darstellt.

    Der aktuellen CREA-Studie zufolge liegt das Südtiroler Gesundheitssystem mit 52% der erreichbaren Punkte nicht etwa — wie bei Gimbe — auf einem der letzten Plätze, sondern in der Gesamtwertung nach Venetien (59%) und dem benachbarten Trentino (55%) auf Platz drei.

    Nach einzelnen Panels aufgeschlüsselt befinden wir uns

    • laut Nutzerinnen des Gesundheitssystems (hinter Venetien und Trentino) auf Platz drei;
    • laut Vertreterinnen der Institutionen (hinter Venetien) auf Platz zwei;
    • in der Bewertung von Vertreterinnen der Gesundheitsberufe (nach Venetien, Trentino, Piemont, Marken, Toskana, Emilia Romagna und Lombardei) auf dem achten Rang;
    • dem Management–Panel zufolge (hinter Venetien) auf dem zweiten Platz;
    • laut Akteurinnen der Pharmaindustrie (nach Trentino, Piemont, Venetien, Marken, Toskana, Lombardei, Aosta, Friaul und Julien, Latium, Ligurien und Umbrien) auf dem zwölften Platz.

    Bezüglich der sogenannten Dimensionen liegen die Schwächen des Südtiroler Gesundheitssystems laut CREA (Datenblätter) in der Umsetzung des Onkologienetzwerks, bei den standardisierten Gesundheitsausgaben, beim Anteil beeinträchtigter oder betagter Personen mit integrierter Hausbetreuung, den vermeidbaren Krankenhausaufenthalten wegen pathologischer Patologien und beim Anteil von Seniorinnen in integrierter Hausbetreuung.

    Cëla enghe: 01 02

    • 1
      Fehlende Daten einzelner Regionen und Länder werden darin einfach als Minuspunkte gewertet, anstatt sie zu eruieren. Dabei gestattet das Fehlen von Informationen keine Rückschlüsse auf die Güte der Leistungen. ↩︎


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