Hammer-Erdbeeren aus A. Adige.

Als ich letzthin bemerkte, dass Erdbeeren aus dem Martelltal ausschließlich mit der einnamigen AA-Version des Südtiroler Qualitätszeichens (Abbildung rechts) zum Kauf angeboten werden, war ich zunächst verblüfft. Dass es zum Beispiel auf Südtiroler Milchprodukten normalerweise »Qualità Südtirol« und fast nie »Qualität Südtirol« heißt, ist nichts Neues. Italienerinnen mögen schlau sein, aber sicher nicht so schlau, dass sie das Wort »Qualität« als »qualità« interpretieren könnten.

Nun also »Qualità A. Adige«. Da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Klar doch, in Martell hatte sich bei der letzten Volkszählung erstmals niemand der italienischen Sprachgruppe zugehörig erklärt. Da ist man umso mehr gefordert, die eigene Italianità zu unterstreichen, die bekanntlich zwingende Voraussetzung ist, um eine Erdbeere zu verkaufen. Was böte sich da besseres an, als sich dem unangefochtenen Meister des Faches — Ettore Tolomei selbst — anzuvertrauen, die deutschsprachige Marteller Bäuerin nach A. Adige zu versetzen und somit der Tiroler Erdbeere reißenden Absatz zu verschaffen?

Passend dazu: Das Rezept für Val Martello strawberry jam mit sun-ripened Val Venosta strawberries auf der Homepage der Obstgenossenschaft:

Siehe auch:

Außendarstellung Ortsnamen Satire Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Italianizzazione | | | Südtirol/o | | Deutsch English

Der deutsche Wohnbau.
Quotation 481

In einem Beitrag über Landesrat Tommasini (PD) schreibt die dieswöchige ff (29/2018) unter anderem:

Für den SVP-Arbeitsnehmerchef Renzler ist indes völlig klar: Höchste Zeit, dass der Wohnbau wieder “in deutsche Hand” komme. So wie man sich einst auch das Mobilitätsressort wieder zurückholte, so müsse das mit der nächsten Legislatur auch mit dem Wohnbau geschehen.

Bedenkt man insbesondere den bestürzenden Sager von Oswald Schiefer (SVP), scheint sich bei der Volkspartei eine neoethnizistische Wahlkampflinie abzuzeichnen. Will man damit über die magere Autonomiepolitik der letzten Jahre hinwegtäuschen?

Niemand könnte etwas einwenden, wenn Helmuth Renzler — übrigens ein angeblicher Parteilinker — gesagt hätte, der Wohnbau solle künftig wieder von einem Landesrat der SVP übernommen werden, was unterm Strich sogar dasselbe bedeutet hätte. Doch hier wird wohl bewusst mit Tabubrüchen agiert: “In deutsche Hand” hört sich für eine gewisse Klientel ganz anders als “in SVP-Hand” an.

Democrazia Discriminaziun Kohäsion+Inklusion Medien Politik Racism | Landtagswahl 2018 Zitać | Christian Tommasini Helmuth Renzler Oswald Schiefer | ff | Südtirol/o | PD&Co. SVP | Deutsch

Haftbefehl gegen Puigdemont zurückgezogen.

Nach dem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG), wonach der ehemalige katalanische Präsident in Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 wegen Veruntreuung, nicht aber wegen Rebellion oder Aufruhr an Spanien ausgeliefert werden könne, hat der spanische Richter Pablo Llarena heute den Europäischen Haftbefehl gegen Puigdemont und alle anderen im Exil befindlichen katalanischen Politikerinnen* zurückgezogen. Schon einmal hatte Llarena so gehandelt, als sich im Dezember letzten Jahres abzeichnete, dass die belgische Justiz ähnlich befinden würde.

Mit einem Auslieferungsgesuch gegen die früheren katalanischen Ministerinnen Meritxell Serret, Toni Comín und Lluís Puig war der Richter des Madrider Tribunal Supremo wegen grober Form- und Verfahrensfehler abgeblitzt.

Die jetzige Rücknahme des Europäischen Haftbefehls würzte Llarena Medienberichten zufolge mit schweren Vorwürfen gegen die deutsche Justiz. Trotzdem wolle er den Fall aber nicht — wie vor Wochen angekündigt — vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg bringen, was wohl dafür spricht, dass die Erfolgschancen auch dort als gering eingestuft wurden.

Wäre Puigdemont von Deutschland wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder an Spanien ausgeliefert worden, hätte ihm auch nur für diesen Tatbestand der Prozess gemacht werden dürfen. Dem ehemaligen katalanischen Präsidenten entsprechende Taten nachzuweisen, wäre allerdings sehr schwierig gewesen, nachdem selbst der ehemalige PP-Finanzminister in Madrid, Cristóbal Montoro, gesagt hatte, dass das Referendum vom 1. Oktober nicht mit öffentlichen Mitteln finanziert worden sei. Montoro hatte damals bereits die Oberaufsicht über die Finanzen der katalanischen Generalitat übernommen.

Währenddessen sitzen andere katalanische Politikerinnen wie Oriol Junqueras (ERC), Raül Romeva (JxSí) oder die ehemalige Parlamentspräsidentin Carme Forcadell (JxSí) nach wie vor in spanischer Untersuchungshaft. Sie wurden kürzlich in katalanische Gefängnisse verlegt. Puigdemont und den anderen droht ebenfalls die sofortige Festnahme, wenn sie spanischen Boden betreten.

Siehe auch:

*) Clara Ponsatí, Marta Rovira, Meritxell Serret, Toni Comín, Lluís Puig

Politik Recht Selbstbestimmung | Good News | Carles Puigdemont Carme Forcadell Oriol Junqueras Raül Romeva | | Catalunya Schleswig-Holstein Spanien | ERC JxS | Deutsch

La «sardofonia» secondo ‘Treccani’.
Esempio di volgare suprematismo linguistico

Alla Treccani — che si occupa di lingua, cultura e sapere — hanno pensato bene di corredare della seguente citazione, connotata dal più becero suprematismo linguistico e culturale, la voce sulla sardofonia:

[A]lcune di quelle lingue, minoritarie in Italia, sono maggioritarie in altri Paesi (tedesco, sloveno, catalano) e quindi si possono considerare «seconde lingue» a tutti gli effetti: insomma, consolidandone la conoscenza si acquista una carta in più per la vita e il lavoro. Altre (friulano, sardo con le sue varietà) sono invece (ebbene sì!) lingue puramente locali, che non si usano da nessun’altra parte del mondo. Considerarne la pratica come un arricchimento è a dir poco un po’ esagerato: avere insieme «più sardofonia e più anglofonia» (come profetizza l’assessora regionale sarda all’Istruzione) non è un progresso, è solo patetico.

— Raffaele Simone, ‘Messaggero’ (1.10.2017)

Va da sé che questa «analisi», base culturale per qualsiasi politica di assimilazione, varrebbe anche per il ladino.

Vedi anche:

Discriminaziun Medien Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Wissenschaft | Zitać | | | Friaul-Friûl Ladinia Sardigna | | Italiano

“We demand justice and freedom.”

In a video produced by Òmnium Cultural

  • Jody Williams (Nobel Peace Prize, Political Activist)
  • Noam Chomsky (Linguist, Philosopher, Human Rights Activist)
  • Pep Guardiola (Coach of Manchester City)
  • Angela Davis (Human Rights Activist)
  • Ben Emmerson (International Lawyer, Formerly UN Special Rapporteur on HR)
  • Bill Shipsey (Founder of Art for Amnesty, Human Rights Activist) and
  • Martín Caparrós (Journalist and Novelist)

ask for the release of Catalan political prisoners:

Freedom of opinion, expression and assembly, the right to vote and the freedom to dissent are human rights that must be respected in a democracy. We are deepliy concerned that in Spain the number of people investigated are increasing. Dissidence makes societies more plural and should not be politically repressed. Specifically in Catalonia, civil and political rights are at stake. Nine Catalans were sent to pre-trial prison and face sentences of 15-30 years for advocating a referendum on self-determination. We urge Spain to release the nine Catalan prisoners and to solve this political conflict through dialogue. And we ask the Spanish institutions to stop their ideological repression. As such, we demand justice and freedom. We demand justice and freedom. Justice and freedom.

Meanwhile, leading politicians of South Tyrol’s ruling party (SVP) think action taken by the Spanish state and justice are normal.

See also:

Democrazia Grundrechte Politik Recht Selbstbestimmung Ungehorsam+Widerstand | Good News Zitać | Noam Chomsky | | Catalunya | SVP | English

Scottish-Catalan statement on self-determination.

On thursday the Scottish First Minister, Nicola Sturgeon (SNP), and Quim Torra (JxC), President of Catalonia, had their first official meeting in Edinburgh.

Afterwards they issued the following official

Joint statement from the First Minister of Scotland and President of Catalonia

The First Minister of Scotland and the President of Catalonia met at the First Minister’s official residence in Edinburgh this evening.

It was a cordial meeting aimed at strengthening the ties of friendship between Scotland and Catalonia. Both leaders discussed the challenging and complex situation in Catalonia, and agreed that the way forward for Catalonia must be through peaceful and democratic solutions involving dialogue between the Spanish and Catalan authorities, respecting the right to self-determination of the Catalan people.

Both leaders agreed that in 21st century Europe issues of self-determination must ultimately be addressed through democratic referendums. The terms of such referendums should be agreed between both parties and have corresponding international recognition.

The 2014 Scottish independence referendum agreed between Edinburgh and London is the best example of such a process, underlining the fact that issues of constitutional sovereignty should always be resolved through peaceful and democratic means.

Quim Torra also met Clara Ponsatí, former Councillor of Education of Catalonia, who is currently exiled in Scotland.

See also:

Democrazia Politik Selbstbestimmung | Good News Indyref1 Zitać | Nicola Sturgeon Quim Torra | | Catalunya Scotland-Alba | EU JxCat SNP | English