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  • Südtirol als Personalagentur des italienischen Staates.

    Das Land stellt der Staatspolizei bekanntlich Personal zur Verfügung, um sie bei der Ausstellung von Reisepässen zu unterstützen. Erst kürzlich hatte ich darüber hinaus darauf hingewiesen, dass nun auch dem Regierungskommissariat Landesbedienstete angeboten wurden, um die teils monatelangen Verzögerungen bei der Rückgabe entzogener Führerscheine zu verkürzen.

    Der offiziellen Pressemitteilung über ein Treffen zwischen LH Arno Kompatscher (SVP) und dem italienischen Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti (Lega) vom 16. Juli, die ich bereits aus sprachlichen Gründen thematisiert hatte, ist zu entnehmen, dass dieses Schauspiel munter weitergeht:

    Darüber hinaus schlug Kompatscher ein Abkommen mit dem Staat über die Zuweisung von weiterem Landespersonal an die Quästur vor.

    – LPA

    Hervorhebungen aus dem Original

    Der Staatspolizei soll also noch mehr Landespersonal zur Verfügung gestellt werden.

    Südtirol finanziert den italienischen Staat bereits in erheblichem Ausmaß mit. Gleichzeitig sieht sich das Land immer häufiger gezwungen, staatliche Behörden auch noch personell zu stützen, damit diese ihre gesetzlichen Aufgaben überhaupt erfüllen können.

    Das im EU-Recht verankerte Subsidiaritätsprinzip besagt, dass öffentliche Aufgaben möglichst auf der niedrigsten Verwaltungsebene wahrgenommen werden sollen, die sie wirksam erfüllen kann. Wenn der italienische Staat immer wieder darauf angewiesen ist, dass das Land ihm eigenes Personal — oder zusätzliches Geld — zur Verfügung stellt, um grundlegende Verwaltungsaufgaben bewältigen zu können, wäre es im Sinne von Autonomie und Subsidiarität nur folgerichtig, diese Zuständigkeiten direkt dem Land zu übertragen. Anstatt kostspielige Doppelgleisigkeiten aufrechtzuerhalten, die vor allem dem Zweck dienen, den Anschein eines handlungsfähigen Staates zu wahren und dessen Kompetenzegoismus zu bedienen.



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  • ›Absolute Nebensächlichkeit‹.
    Podcast


    In der europäischen Minderheitenpolitik gibt es nur Rückschritte

    Die EU kauft russisches Flüssiggas und finanziert damit auch den russischen Krieg in der Ukraine. Die EU scharwenzelt um das islamistische Regime in Syrien herum, genauso um Serbien und die Türkei. Die EU geht vor der MAGA-USA in die Knie. Intern cancelt die EU die eigenen Ökoprogramme, der Europäische Gerichtshof favorisiert den »freien Warenverkehr« auf Kosten der Gesundheit der Bürger:innen. Der EuGH und die Kommission verwarfen die Minority Safepack-Initiative. Dagegen wehren sich Abgeordnete aus Minderheitenregionen, für sie arbeite der Wissenschaftler Paul Videsott ein Memorandum aus.

    Ein Podcast von Wolfgang Mayr:

    Cëla enghe:


    I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


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  • Sprachen jonglieren mit Alperia.

    Im Mai hatte ich auf die Marginalisierung der deutschen Sprache auf der Website der Landesenergiegesellschaft Alperia hingewiesen. Einige der dokumentierten Missstände sind inzwischen verschwunden. Wie mir zugetragen wurde, soll dies tatsächlich aufgrund meines damaligen Beitrags geschehen sein.

    Das ist erfreulich. Vollständig gelöst sind die Probleme allerdings noch lange nicht.

    Nach wie vor

    • öffnet sich die Website selbst bei deutsch eingestelltem Browser standardmäßig auf Italienisch;
    • ist die Länderauswahl auch in der deutschen Sprachversion ausschließlich auf Italienisch verfügbar;
    • wird Brixen nur mit dem italienischen Ortsnamen gefunden.

    Wer sich etwas länger auf der Alperia-Website aufhält, stößt aber immer wieder auf sogenannte Easter Eggs — kleine sprachliche Schmankerl, die die Seitenprogrammiererinnen liebevoll für die Kundinnen versteckt haben:

    Ausschnitt Seitenfuß

    So hat man die Überschriften im Seitenfuß — »Area Legale«, »Dalla parte del consumatore« und »Seguici su« — nicht etwa ins Deutsche übersetzt. Stattdessen hat man sie auf Italienisch belassen und ihnen einfach ein »DE« angehängt. Was habe ich gelacht. Es sind solche sorgfältig eingebauten Überraschungen, die das Surfen zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen.

    A propos Seitenfuß: In der mobilen Version wurde die Sprachwahl ganz unten versteckt. Wer von Italienisch auf Deutsch wechseln möchte, wird so jedes Mal auf die Probe gestellt. Aber auch zwischendurch bleibt es spannend: Beim Antippen interner Verweise landet man immer wieder mal auf der italienischen Seitenversion und muss sich erneut auf die Suche nach der Sprachwahl begeben. Abenteuer pur!

    Ausschnitt Tarifsuche

    Ebenfalls sehr kurzweilig ist die Tarifsuche: Zunächst ist man vielleicht etwas verdutzt, weil es »Bozen« oder »Südtirol« in der Provinzauswahl gar nicht gibt. Doch nach kurzem Nachdenken versteht man das Konzept: Vorwärts in die Vergangenheit! Hier haben sich die Gestalterinnen vom schwarzen Geist der 1920er Jahre anstecken lassen, weshalb konsequenterweise nur »Bolzano« existieren kann.

    In dem Formular wird außerdem abgefragt, ob man an seinem Wohnort »residente« oder »non residente« sei und ob man einen Tarif mit »prezzo fisso« oder »prezzo variabile« sucht. In der mobilen Version kommt noch die Auswahl zwischen »monoraria« und »bioraria« hinzu. Wer kein Italienisch kann, hat so die Möglichkeit, sich entweder an einem kleinen Rate- oder an einem Wörterbuchspiel zu beteiligen.

    Am ulkigsten fand ich persönlich aber diese Überraschung in der Alperia-App:

    Bildausschnitte Alperia-App (iOS) – Schwärzung von mir

    Wählt man unter »Hilfe & Kontakt« den Punkt »Schreiben Sie uns«, wird der nächste Punkt »Richiedi assistenza« einfach auf Italienisch aufgerufen. Da es in der App — anders als auf der Website — jedoch gar keine Möglichkeit mehr gibt, die Sprache umzuschalten (sie ist ja bereits auf Deutsch eingestellt), bleibt man in der italienischen Sprachversion gefangen. Eine Art sprachlicher Escape Room, allerdings ohne Ausgang. Hihi.

    Ich finde, all das hat eine besondere Anerkennung verdient: So viele unterschiedliche Spiele quer durch alle digitalen Angebote unterzubringen, und zwar als besonderes Feature ausschließlich für die gehätschelten deutschsprachigen Kundinnen, verlangt Unternehmen und Entwicklerinnen sicher großes Feingefühl und viel Kreativität ab. Bravo!

    Genau für solche Amüsements haben wir die Zuständigkeit für die Energie heimgeholt und eine Landesenergiegesellschaft ins Leben gerufen.

    Allerdings hoffe ich, dass sich die Kundinnen italienischer Sprache durch dieses Angebot nicht diskriminiert fühlen. Ihnen steht schließlich nur eine langweilige, einsprachige Standardversion zur Verfügung. Vielleicht sollte Alperia auch hier noch etwas mehr Abwechslung bieten.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08



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  • La jënt basca à cumbatù y cumbat mo for per la ndependënza.
    2a pert


    de Sofia Stuflesser

    Storia – dala unità ala spartizion

    Tl medieve fova na gran pert dla Euskal Herria adum sota l ducat de Vasconia. Tl 9. secul se à i bascs dl sud destacà y à metù su l reiam de Pamplona, ntan che tl nord ie restà l ducat de Vasconia. Chësta situazion ie resteda nscila nchin tl 16ejim secul. Dal 12ejim secul inant à i spanuei tëut ite l Paesc Basch dl sud. Scebën che i fova sota i spanuei à i bascs mantenì si leges y si autonomia politica nchin al 1876. Feter l medemo iel suzedù tl nord. Tl 17ejim secul à i franzëusc tëut ite l ducat de Vasconia. Iló ai pudù mantenì si leges y autonomia nchin ala revoluzion franzëusa dl 1789.

    Mpurtant per la storia di bascs dl sud ie la viera dla Sezescion. Rë Ferdinand VIII. ova na muta de 13 ani, Isabella, che dassova pona deventé regina. Si berba y fra dl rë Ferdinand, che ova inuem Carlo, ulova ruvé sun l tron. L ie stat na viera, pra chëla che i bascs fova pra la pert de Carlo, che ti ova mpermetù de mantenì la regules basches (a chëles che i spanuei ti dij “privilegs”, ma vester iel si regules). Danz che Carlo ova perdù. Nscila ie Isabella deventeda regina. Dla regules basches ala mé lascià pro chëla che i possa tò ite y partì ora la chëutes tla Euskal Herria. Perchël vën la chëutes for mo tëutes ite y partides ora tla region. I catalans p. ej. ne à nia chësc dërt, y perchël ai na gran nvidia permez ai bascs, dijan: “Vo ëis pu bele dut!” Ma nce sce i bascs à chësc dërt, iel mo truepa ngiustizies contra chëles che la va de se paré.

    Na regula che la regina Isabella à metù su ie nce chëla che i bascs messova jì tla viera per i spanuei, che ne fova nchina ntlëuta mo nia. Nscila ai messù jì tla viera dla ndependënza de Cuba, ulache l n ie mort n grumon, scebën che l ne fova gor de no te si nteres de jì a cumbater per i spanuei y contra i cubans. Truep bascs simpatisova cun i cubans, davia che i se udova nstësc coche prima colonia dla Spania. Mo al didancuei iel truepa cianties che trata de chësta desgrazia.

    Viera zevila, ditatura y terorism

    Ntan la viera zevila spanuela (1936-1939) à i bascs giapà dal guviern zentrel la cumpetënzes de se autoguverné. Danz che chësta autonomia ie fineda via tl 1937, canche i pucisć de estrema man drëta à tëut ite l Paesc Basch sota l general Francisco Franco. L ditatëur aministrova l Paesc Basch inò te na maniera zentrela, à pruibì l basch y à perseguità y mazà chi che se metova de contra. La ditatura à durà nchin ala mort de Francisco Franco, tl 1975.

    Coche reazion ala ditatura iel nasciù tl 1958 la urganisazion tlandestina Euskadi Ta Askatasuna (Paesc Basch y lidëza – ETA) che ova l travert de finé via la ditatura y arjonjer la ndependënza.

    Per arjonjer chësc fin à la ETA gaujà truep atentac y mazà plu de 800 persones. I prims ani mazovi te na maniera seletiva, dantaldut cumëmbri spezifics dla forzes armedes spanueles, ma man man iesi deventei for manco y manco seletives, slargian ora l cërtl de vitimes y jënt malterjeda a pulitiganc, jurnalisć, mprenditëures y nsci inant. Daujin ai atentac à l ETA nce fat rapimënc, estorscions, manacedes y n.i.

    La viulënza fova sambën de tramedoi viersc. La sotmiscion di spanuei contra l ETA fova suvënz na represcion contra duc i muvimënc bascs per la ndependënza. Dal 1959 nchin al 2015 iel unì documentà passa 6.000 caji de tortura de zitadins bascs. L guviern democratich spanuel à stlut media bascs coche stazions dal radio, zaites y nsci inant, śaran via pulitiganc, mprenditëures, maestri, jurnalisć y nsci inant che fova per la ndependënza. Tl 2008 fovel mo passa 700 cumëmbri dl’ETA te perjon. Al didancuei nen iel mo passa cënt.

    Permò tl 2018 à l’à l ETA data su, ne arjunjan degun di fins che i se ova tëut dant: no la reunificazion no la ndependënza, no amnestia per si perjunieres.

    Cherta cun la azions dla ETA tl Paesc Basch dal 1961 al 2010.1https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54582/baskenland/

    Uel pa la jënt basca mo la ndependënza?

    L falimënt dl ETA à abù na fazion negativa sun l muvimënt basch per la ndependënza. Nce l falimënt dl muvimënt de ndependënza catalan ie stat na dejilujion per i bascs. Partic naziunalisć bascs ne à nia la ndependënza coche travert. Mpo iel truep muvimënc de zitadins che se mpënia per la suverenità. Al didancuei se mbincëssa mo ntëur al 20-30% dla populazion la ndependënza.

    Per la ndependënza iel argumënc basei sun l’identità y argumënc soziei. La ndependënza fermëssa su l’assimilazion spanuela y franzëusa dl Paesc Basch. Zënza chësta gran nfluënza dala Spania y dala Franzia pudëssa la rujeneda, la cultura y l’identità coletiva sëuraviver plu saurì. Pra i argumënc soziei iel da dì che la ndependënza miurëssa la vita di zitadins bascs, sibe per cie che reverda l’economia che la giustizia soziela: l Paesc Basch ie plu prugressif che la sozietà spanuela y à plu ressurses economiches che la Spania.

    Truepa jënt basca se dà da fé per la ndependënza. L’ëila che me à dat d’albierch, Begotxu, ie pra n muvimënt che à inuem Naziogintza che se à tëut dant de arjonjer la suverenità dl Paesc Basch, ma n pesc. I scrij articuli, urganisea manifestazions y cunferënzes y mo truep deplù. L muvimënt sustën nce prutestes urganisedes da d’autra grupes.

    Danz che la ndependënza semea mo dalonc. Ntant muessen pa mé se cuntenté cun l’autonomia. La Cumunità Autonoma Basca y la region de Navarra à na si autonomia. La pert basca tla Franzia ne à al incontra deguna autonomia y donca nce manco scunanza.

    La jënt se à bën bele tan purvà y se prova mo for a arjonjer na majera autonomia, la reunificazion y la ndependënza cun la bones, ma danz zënza suzes. Danz che nchinamò ne n’iesen nia stac boni de arjonjer chisc fins, no cun la ries, no cun la bones. N referendum ne ai mo nia pudù fé, davia che l ie pruibì dal Stat. L ie da muië che tla storia iel suvënz unì arjont la autodeterminazion cun la viulënza, nce sce l messëssa vester mesun la arjonjer te na maniera pazifica.

    Autonomia tla Cumunità Autonoma Basca

    Ulësse mo jì ite sun la situazion giuridica dl Euskara tla Cumunità Autonoma Basca (BAC), donca nia te dut l Paesc Basch, ma mé tla trëi provinzies che toca pra la Cumunità Autonoma Basca: Bizkaia, Gipuzkoa y Araba. Aldò dla costituzion spanuela dl 1978 y dl Statut de Autonomia dla Cumunità Autonoma Basca ie l basch y l spanuel doi rujenedes ufizieles y valives dal pont d’ududa formel. Al zitadin ti vëniel garantì l dërt de pudëi adurvé uniuna dla doi rujenedes te na maniera liedia tl ciamp publich y tl privat.

    Ma danz che l ie mpo n’assimetria danter la realtà giuridica y soziolinguistica. N muessa savëi da rujené spanuel, ma n ne muessa nia savëi da rujené basch, n à “mé” l dërt de rujené l basch, ma nia n’ublianza de l savëi. Scebën che l ie na valivanza legislativa vëniel a s’l dé na defrënza struturela.

    Mparé euskara y Korrika

    L ie truepa lies y istituzions che pieta cursc per mparé euskara. Una dla majeres ie l AEK, l coordinamënt de Euskardisazion y Alfabetisazion. Te si sëntes sëura dut l Paesc Basch possen fé cursc cun l focus sun la comunicazion. Pra i cursc dl AEK vëniel nce fat juesc d’uni sort per rujené. Chësta lia mët nce a jì enes de euskara, ulache n possa sté n’ena alalongia te na cësa per rujené y viver l euskara. L ie enes defrëntes per mutons y mutans, jëuni y jëunes, jënt plu de tëmp, families, jënt che scumëncia a l mparé euskara, turisć y nsci inant.

    Korrika ie na stafeta de sauté sëura dut l Paesc Basch.2https://it.wikipedia.org/wiki/Korrika#/media/File:Korrika_2015,_Bilbo,_Euskal_Herria.jpg

    Per abiné adum scioldi per finanzië la rë de zëntri ulache l vën fat cursc de euskara y per ntujiasmé la jënt de rujené basch à l AEK metù a jì la Korrika dal 1980 inant. L se trata de na stafeta de sauté che vën fata uni doi ani sëura dut l Paesc Basch. L vën sautà n’ena alalongia dala pert franzëusa dl Paesc Basch nchin a Bilbo (per spanuel: Bilbao). Sce n uel fé pea coche lia, scola, familia o grupa de cumpanies paien na cërta soma. Cun chisc scioldi vëniel pona finanzià i cursc de basch. N pue’ sciche pra la flama olimpica dan inant n testemone, ulache l ie laite na poejia o n test leterer. L autor o l’autora de chësc test sauta pona l ultimo tòch tl travert. Pona vëniel liet dant la poejia o l messaje.

    Lià ala Korrika iel mo truepa d’autra manifestazions, coche lauratueresc, de pitli cursc, prejentazions, referac, festes o auter. A Bilbo iel pona na gran gran festa per stlù ju la Korrika.

    Serie I II III IV

    • 1
      https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54582/baskenland/ ↩︎
    • 2
      https://it.wikipedia.org/wiki/Korrika#/media/File:Korrika_2015,_Bilbo,_Euskal_Herria.jpg ↩︎

    I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


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  • JG: Auf dem rechten Auge halbblind.

    Die Junge Generation (JG) in der SVP kritisiert die Jugendsprecherin der STF, Melanie Mair, wegen ihrer Teilnahme am rechtsextremistischen Vernetzungstreffen in Schnellroda aufs Schärfste. Wie JG-Vorsitzende Anna Künig mitteilt, sei die Jugendorganisation der Volkspartei »schockiert«.

    Das war kein belangloser Wochenendausflug, der als Tritt in den Fettnapf abgetan werden kann, sondern eine bewusste politische Entscheidung. Niemand landet aus Versehen in Schnellroda. Wer dort hinfährt, weiß ganz genau, welche Personen sich dort treffen und welche Ideologien dort gepflegt werden.

    – Anna Künig

    Es stelle sich die Frage, welche politischen Leitbilder unter Sven Knoll und Kumpanen mittlerweile als salonfähig gelten. Wer ohne Berührungsängste an einem der wichtigsten Treffpunkte der Neuen Rechten teilnehme, dürfe sich nicht wundern, wenn Fragen nach dem eigenen politischen Kompass gestellt werden.

    Die JG fordert daher »eine klare und unmissverständliche Stellungnahme« der STF.

    Eigentlich wäre es selbstverständlich, von einer demokratischen Partei, die im Landtag sitzt, zu erwarten, dass sie sich in einer Stellungnahme klar und glaubwürdig von rechtsextremen Organisationen und deren Gedankengut distanziert.

    – Anna Künig

    Dem ist wenig hinzuzufügen. Dass eine wichtige Oppositionspartei Kontakte ins rechtsextremistische Milieu pflegt, ist höchst besorgniserregend und mit demokratischen Werten unvereinbar.

    Gerade deshalb stellt sich allerdings auch die Frage, ob die SVP bereit ist, denselben Maßstab an sich selbst anzulegen.

    Die Mutterpartei der JG koaliert unmittelbar mit Kräften aus dem rechtsradikalen und rechtsextremen Spektrum und verhilft ihnen damit — anders als die STF — sogar zur Regierungsverantwortung.

    Mitglieder der Mehrheit in der Gemeinde Bozen, zu der auch die SVP gehört, bekennen sich offen zu neofaschistischen Organisationen wie CasaPound oder Remigrazione e Riconquista. Einige nehmen sogar persönlich an der jährlichen Veranstaltung von Acca Larentia in Rom teil, einer der größten und beängstigendsten Zurschaustellungen rechtsextremistischer Symbolik in Europa.

    Wenn die glaubwürdige Abgrenzung vom Rechtsextremismus ein Lackmustest demokratischer Glaubwürdigkeit ist, darf dies nicht nur für die politische Konkurrenz in der Opposition gelten.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02



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  • ›Dürftige Aussichten‹.
    Podcast Teil 2


    Die derzeitige Autonomiepolitik ist nicht nur eine Gratwanderung, sie ist nicht zukunftsfit, sagt Rechtswissenschaftler Peter Hilpold

    Seine Kritik ist bekannt, der Innsbrucker Rechtswissenschaftler Peter Hilpold bewertet die Autonomiereform als dürftig. Der Refom fehlten Tiefgang und Substanz. Und ihn verwundere nicht, dass der langjährige SVP-Parlamentarier Karl Zeller empfiehlt, autonomiepolitisch vorsichtig zu sein. Konkret, das Verfassungsgericht dürfe nicht provoziert werden. Also leisetreten? Professor Hilpold zweifelt im Podcast von Wolfgang Mayr an der Zukunftstauglichkeit der Autonomiereform.

    Serie I II

    Cëla enghe:


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  • Ein Gang durch die Stadelgasse.
    Brixen

    Heute kurz nach Mittag bin ich zweimal durch die zentrale Brixner Stadelgasse gegangen, um etwas zu besorgen. Auf dem Rückweg habe ich im Vorbeigehen fotografiert, was mir auf dem Hinweg aufgefallen war:

    Bilder zum Vergrößern anklicken

    Obwohl die Stadelgasse nur rund 250 Meter lang ist und es dort deutlich weniger Geschäfte und Lokale gibt als in anderen Straßen im Zentrum von Brixen, sind mir sofort drei Unternehmen aufgefallen, die sich gegenüber der Öffentlichkeit ausschließlich auf Italienisch präsentieren. Es handelt sich dabei um das Restaurant Agorà21 im traditionsreichen Hotel Krone, eine Bankfiliale von BNL BNP Paribas und um eine kürzlich unter neuer Führung wiedereröffnete Bar, deren neuen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich außerdem ein chinesischer Friseursalon, dessen Beschriftung ebenfalls ausschließlich Italienisch ist.

    Bilderbuch-Minorisierung

    Natürlich ist meine zufällige Beobachtung nicht repräsentativ, erhebt diesen Anspruch auch nicht. Dass es aber selbst in einer (noch) mehrheitlich klar deutschsprachigen Stadt wie Brixen — und längst nicht mehr nur in Bozen — immer mehr Unternehmer bzw. Unternehmen gibt, denen die deutsche Sprache sprichwörtlich am Allerwertesten vorbeigeht, ist ein Eindruck, der sich seit Jahren verfestigt.

    Was würde es kosten, ein »aperto« auf Deutsch zu übersetzen? Offenbar ist selbst dieser minimale Aufwand zu groß. Auf der Rückseite der Tafel steht übrigens — ebenfalls einsprachig — »Agorà21 chiuso«. Es ist also gewollt: Kein Versehen, sondern eine bewusste Entscheidung.

    Wir weisen seit Jahrzehnten (!) darauf hin, wie wichtig es wäre, ähnlich wie in anderen Minderheitengebieten (z.B. 01 02 03) endlich auch bei uns auf rechtliche Grundlagen hinzuarbeiten, um die deutsche — und in Ladinien die ladinische — Sprache im Konsumentinnenschutz sowie bei öffentlichen Beschriftungen wirksam zu schützen. Doch die SVP hat dafür nie einen Finger gerührt, es ist rein gar nichts geschehen.

    Je mehr eine Minderheitensprache aus der Öffentlichkeit und aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet, desto mehr wird sie — auf verschiedenen Ebenen — als marginal und entbehrlich betrachtet. Genau so funktioniert Minorisierung: Es braucht keine spektakulären Verbote. Gleichgültigkeit, Respektlosigkeit und Untätigkeit reichen völlig aus, um eine Sprache schleichend aufs Abstellgleis zu manövrieren.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 | 11 || 01



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