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  • Wahlbroschüre: Senedd statt Parliament.
    Cymru

    In genau einem Monat finden in Cymru (aka Wales) Wahlen zum Senedd, dem Landesparlament statt. Im Vorfeld hat die zuständige Wahlkommission eine Broschüre mit Informationen für die Wählenden veröffentlicht, die es natürlich in einer walisischen und einer englischen Sprachversion gibt.

    Wahlbroschüre: Titelseite (Ausschnitt)

    Interessant finde ich hierbei, dass auch in der englischen Sprachversion der walisische Name des Parlaments, Senedd, benutzt wird — und das, obschon der offizielle englische Name der Institution Welsh Parliament lautet, wie nicht zuletzt die offizielle Website zeigt:

    Senedd-Website (Ausschnitt)

    Das ist in etwa so, als würde man in Südtirol zur Landtagswahl eine amtliche italienische Broschüre herausgeben, in der das Landesparlament nicht Consiglio provinciale, sondern Landtag genannt würde. Ein solcher Schritt im Sinne der sogenannten Affirmative action (positive Diskriminierung) ist hierzulande leider schwer vorstellbar.

    Vor wenigen Jahren war in Cymru auch darüber diskutiert worden, die englische Bezeichnung der Institution ganz fallen zu lassen, doch dazu konnte man sich letztendlich (noch) nicht durchringen.


    Nachtrag vom 8. April 2026: Auch die Webadresse des walisischen Parlaments lautet www.senedd.cymru (führt direkt zur walisischen Sprachversion) und www.senedd.wales (führt direkt zur englischen Sprachversion).

    Cëla enghe: 01 02 03 | 04 || 01 🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿



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  • Landtag, insensato vietare il dialetto.
    Quotation

    Il Consiglio provinciale non è una scuola di pronuncia, è il luogo della rappresentanza democratica. E indignarsi oggi per il dialetto non serve a nulla: è solo un diversivo, perché il dialetto non è un errore da correggere, fa parte della lingua tedesca. Questa polemica secondo me serve solo a spostare l’attenzione dai problemi veri.

    Questa Giunta attuale non ha una visione chiara, una visione politica sulla formazione e sul plurilinguismo in Alto Adige.

    Abbiamo un servizio di traduzione, e questo servizio nel Consiglio provinciale funziona benissimo. Ho parlato con le colleghe lì, e non [ci] sono mai stati problemi con la traduzione. Non c’è spazio per una polizia linguistica.

    Stephanie Risse, linguista, docente presso Unibz, intervistata dal TGR Rai di Bolzano, venerdì 3 aprile. Trascrizione mia.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01 02 03



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  • Il presidente della Corsica rifiuta la fascia tricolore.
    Sindaco di Bastia

    Il capo del governo còrso, Gilles Simeoni, appartenente al partito autonomista Femu a Corsica, nelle recenti elezioni municipali è stato rieletto sindaco di Bastia, seconda città dell’isola. Aveva già ricoperto tale ruolo dal 2014 al 2016, prima di dimettersi per dedicarsi a quello di presidente, e ora riprende la guida della città.

    Durante la cerimonia d’insediamento e la successiva seduta costitutiva del nuovo Consiglio comunale, Simeoni ha indossato solo per un breve momento la fascia tricolore francese, per poi sfilarsela immediatamente. A differenza dell’Italia, dove il primo cittadino è tenuto a portare la fascia solo quando agisce come rappresentante dello stato, in Francia sarebbe obbligato a portarla in tutte le occasioni ufficiali. Il gesto di Simeoni assume dunque una valenza politica inequivocabile, resa ancor più dirompente dal fatto che a compierlo è l’attuale capo del governo dell’isola: la massima carica politica della Corsica lancia un segnale di aperta sfida ai simboli dello stato centrale.

    Diversamente da quanto accaduto — ad esempio — con Katharina Zeller (SVP), che non solo non era obbligata a indossare la fascia, ma si era ribellata a un attacco nazionalista e sessista del suo predecessore, inoltre, Simeoni ha voluto chiarire esplicitamente che il suo era da considerare un gesto politico.

    La fascia tricolore non è infatti un semplice orpello cerimoniale, ma rappresenta visivamente l’autorità e la supposta indivisibilità dello stato centrale. Il suo rifiuto si carica dunque di un significato simbolico preciso.

    In Francia è inoltre previsto che anche gli assessori indossino la fascia. Tuttavia, sui dodici membri della giunta guidata da Simeoni, ben dieci hanno rifiutato di farlo anche solo per un istante — un gesto corale che rende ancor più clamoroso quello del sindaco. Ciò indica chiaramente che non si tratta di un atteggiamento individuale, bensì di una posizione politica condivisa da un’intera amministrazione.

    Il tutto chiaramente si inserisce in un contesto più ampio di rivendicazioni autonomiste della Corsica.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • USA: Italienischer Kulturminister huldigt Kolumbus.

    Am 23. März legte der italienische Kulturminister Alessandro Giuli im Rahmen eines USA-Besuchs in New York einen Kranz zu Ehren von Christoph Kolumbus nieder. Er wählte dafür die Statue des »Entdeckers« am Columbus Circle.

    Dabei erklärte er, das amerikanische Volk sehe in Kolumbus und in den Italienerinnen in Amerika eine Präsenz, die seine Identität seit Jahrhunderten bereichert habe. Dies erfülle, so der Minister, »uns alle« mit Stolz.

    Unklar bleibt, wie in dieser Aussage das »amerikanische Volk« definiert ist. Die Ureinwohnerinnen dürften jedenfalls nicht gemeint sein. Und auch, wen der Minister mit »uns alle« meint, die angeblich stolz sein sollen, führte er nicht näher aus. Klar ist aber, dass er historisches Unrecht einfach ausblendet und mit einem harmonischen »Wir« ummantelt.

    Nur wenige Tage zuvor hatte US-Präsident Donald Trump für Aufsehen gesorgt, indem er in der Nähe des Weißen Hauses eine Kolumbusstatue aufstellen ließ. Es handelt sich um die Replik eines Denkmals, das 2020 — während seiner ersten Amtszeit — im Zuge antirassistischer Proteste in den Hafen von Baltimore gestoßen worden war.

    Während Kolumbus in den USA zunehmend kritisch betrachtet und hinterfragt wird, propagieren Trump und die MAGA-Bewegung auch in diesem Zusammenhang ein rückwärtsgewandtes Weltbild, das nichtweiße Geschichte und Perspektiven systematisch ausblendet und koloniale Gewalt verharmlost.

    Beim Auftritt des italienischen Kulturministers war von einem kritischen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit ebenfalls keine Spur. Statt diese und das damit zusammenhängende Leid zumindest anzuerkennen, ging es ihm offenbar nur um identitär-nationalistische Selbstvergewisserung.

    Cëla enghe: 01 | 02 03 04 05 06



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  • Kammer bestraft antifaschistischen Widerstand.
    Italien

    Am 30. Jänner hatten mehrere Abgeordnete der Opposition die Vorstellung eines sogenannten Remigrationsvolksbegehrens durch Vertreter neofaschistischer und neonazistischer Organisationen in Räumlichkeiten des italienischen Parlaments verhindert. Dazu waren sie in den für die unerhörte Veranstaltung vorgesehenen Saal eingedrungen und hatten ihn besetzt.

    Der Sprecher von CasaPound, Luca Marsella, ein führendes Mitglied des Veneto Fronte Skinheads, Ivan Sogari, der vormalige Forza-Nuova-Mann Jacopo Massetti sowie Salvatore Ferrara von der Rete dei Patrioti — die sich zur rechtsextremistischen Remigrazione e Riconquista zusammengeschlossen haben — mussten auf ihren symbolträchtigen Auftritt verzichten.

    Organisiert hatte diese Schändung des Parlaments der Lega-Abgeordnete Domenico Furgiuele, der inzwischen zur ebenfalls neofaschistischen Bewegung Futuro Nazionale von Ex-Generalmajor Roberto Vannacci übergelaufen ist.

    Dass eine solche Veranstaltung überhaupt genehmigt worden war, wirft einen Schatten auf das italienische Parlament. Es ging schließlich nicht nur um eine Präsentation, sondern um den bewussten Versuch, im wahrsten Sinn politische Räume zu besetzen, um menschenfeindliche Inhalte zu normalisieren.

    Dafür, dass sie diesen Missbrauch parlamentarischer Räume durch Demokratiefeinde vereitelt haben, die einen rassistischen Gesetzentwurf präsentieren wollten, wurden nun 22 Abgeordnete von PD, 5SB und der linksgrünen Allianz AVS für fünf Tage und zehn weitere für vier Tage suspendiert. Die Entscheidung wurde vom Präsidium des von Lorenzo Fontana (Lega) geführten römischen Abgeordnetenhauses gefällt.

    Während also extremistische Akteure Zugang zum Hort der Demokratie erhalten, werden ausgerechnet jene sanktioniert, die sich dem entgegenstellen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06



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  • Fußball: Italien raus, Politik rein.

    Lasst den Sport in Ruhe, vermischt ihn nicht mit der Politik! So oder ähnlich tönt es häufig, wenn es zum Beispiel um die Einrichtung eigenständiger Südtiroler Sportteams geht — oder wenn Kritik an übermäßigem Nationalismus geübt wird.

    Nun ist die italienische Fußballnationalelf der Männer im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina zum dritten Mal in Folge an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft gescheitert. Dass die blutrünstige Hymne abgesungen (und ein Vers daraus sogar auf die Mannschaftstrikots gedruckt) wurde, hat diesmal auch nicht mehr geholfen.

    Im ach so unpolitischen Sport ist interessant, wie das politische Italien reagiert: Vierzig Senatorinnen aus allen politischen Lagern richteten eine parlamentarische Anfrage an die Regierung und verlangten den Rücktritt von Verbandschef Gabriele Gravina. Matteo Salvini, Minister und Lega-Chef, forderte dies schon wenige Minuten nach Spielende am Dienstag. Der ehemalige PD-Regierungschef Matteo Renzi (Italia Viva) übte scharfe Kritik an der Nationalmannschaft und bezeichnete es als groben Fehler, zu übersehen, dass Fußball nicht nur Spaß, sondern Teil der Identität und Kultur des Landes sei.

    Solche Aussagen machen deutlich, wie unhaltbar die Erzählung vom unpolitischen Sport ist. Nationalteams sind keine neutralen Gebilde, sondern Ausdruck des Staates — mit Hymnen, Flaggen und symbolischer Aufladung.

    Den Rücktritt von Gravina und eine »Neugründung des italienischen Fußballs« forderten auch FdI-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Galeazzo Bignami und — etwas verklausulierter — Senatspräsident Ignazio Benito La Russa (FdI), der das zweithöchste Amt im Staat innehat.

    Und Sportminister Andrea Abodi, der angab, sich diesbezüglich mit Regierungschefin Giorgia Meloni (FdI) abgestimmt zu haben, bringt sogar ein Einschreiten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) ins Spiel, um den Verbandschef durch einen Kommissär zu ersetzen, falls er nicht von sich aus zurücktritt.

    Fürwahr: Sport und Politik sind (nicht nur) in diesem Staat zwei strikt voneinander »getrennte« Sphären. Bleibt der sportliche Erfolg aus, wird der Fußball zur Staatsangelegenheit.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 || 01



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  • Macht teilen, Vielfalt sichern?
    Veranstaltungshinweis

    Contribut evidenzié

    Am 22. April organisiert das Center for Autonomy Experience der Eurac eine Tagung zum Thema

    Macht teilen, Vielfalt sichern?
    50 Jahre ethnischer Proporz
    im Spiegel pluraler Gesellschaften

    Vor fünfzig Jahren wurde mit einer Durchführungsbestimmung ein Regelwerk geschaffen, das weit mehr war als eine verwaltungstechnische Lösung. Der ethnische Proporz wurde zu einem zentralen Instrument, um das Zusammenleben der drei Sprachgruppen in Südtirol auf eine neue, institutionell abgesicherte Grundlage zu stellen. Mit der Durchführungsbestimmung zum Proporz sollte Vertrauen geschaffen, Teilhabe garantiert und ein ausgewogenes Kräfteverhältnis in der öffentlichen Verwaltung sichergestellt werden.

    Gemeinsam mit der Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung sowie der Verpflichtung zur Zwei- bzw. Dreisprachigkeit im öffentlichen Dienst bildet der Proporz ein System, das über Jahrzehnte hinweg wesentlich zum Minderheitenschutz und zur Stabilität des friedlichen Zusammenlebens in Südtirol beigetragen hat.

    Das 50-jährige Jubiläum in diesem Jahr bietet Anlass, Bilanz zu ziehen. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert: Demografie, Mobilität und Mehrsprachigkeit haben neue Formen angenommen, und auch die Herausforderungen für eine funktionierende Verwaltung sind andere geworden. Die Tagung lädt daher dazu ein, die historischen und rechtlichen Grundlagen des Proporzsystems ebenso zu reflektieren wie seine praktische Anwendung, seine Spannungsfelder und seine aktuellen Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle der Proporz heute spielt und wie er sich weiterentwickeln kann, um auch in Zukunft Ausgleich, Gerechtigkeit und Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft zu gewährleisten.

    – aus dem Programm

    Die Teilnahme ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung unter info[at]autonomyexperience.org bis spätestens 10. April gebeten. Die Sprachen der Veranstaltung sind Deutsch, Italienisch und Englisch (ohne Simultanübersetzung).

    Programm:
    • 9.00 Uhr: Begrüßung und Einführung (Roland Psenner, Präsident von Eurac Research; Marc Röggla, Leiter des Center for Autonomy Experience)
    • 9.15-10.45 Uhr: Panel 1 – Ethnischer Proporz: Ideengeschichte und Umsetzung
      • Divide et impera oder Einheit durch Vielfalt? Europäische Konkordanzdemokratien im Vergleich (Joseph Marko, Univ. Prof. i. R. am Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaften der Universität Graz)
      • Der ethnische Proporz in Südtirol: Ausgangslage, Spannungen und Kritiken, Entwicklung und internationale Vergleiche (Oskar Peterlini, Freie Universität Bozen)
      • Wie wird der sprachliche Proporz berechnet? Die Sprachgruppenzählung aus methodischer Sicht (Timon Gärtner, Direktor des Landesinstituts für Statistik ASTAT)
    • 10.45-11.00 Uhr: Diskussion
    • 11.00-11.30 Uhr: Kaffeepause
    • 11.30-13.00 Uhr: Panel 2 – Kontinuitäten und Konflikte
      • Jenseits der »ethnischen Käfige«? Widerstand gegen den ethnischen Proporz im Rückblick (Guido Denicolò, Jurist, Staatsadvokat i. R.)
      • Il «disagio» per la proporzionale? (Andrea Carlà, Eurac Research)
      • Der ethnische Proporz aus ladinischer Sicht: Licht- und Schattenseiten (Sophie Mangutsch, Freie Universität Bozen; Paul Videsott, Freie Universität Bozen / Südtiroler Volksgruppen-Institut)
    • 13.00-13.15 Uhr: Diskussion
    • 13.15-14.30 Uhr: Mittagspause
    • 14.30-16.30 Uhr: Panel 3 – Minderheitenschutz, gesellschaftliche Diversität und Proporz
      • Beyond Quota Systems: The Case of the Basque Autonomous Community (Maddi Dorronsoro Olamusu, Visiting Researcher, Eurac Research)
      • Mind the gap: Die Vertretung der Sprachgruppen und Geschlechter in Südtirols Gemeinderäten (Katharina Crepaz und Jakob Volgger, Eurac Research)
      • Migration und gesellschaftlicher Wandel: Wahrnehmungen des ethnischen Proporzsystems in Südtirol (Verena Wisthaler, Eurac Research)
      • Wahrung der Zwei- und Dreisprachigkeit: Herausforderungen im Umgang mit Verletzungen des Rechts auf Gebrauch der Muttersprache in Südtirol (Karin Ranzi, Direktorin des Amts für Landessprachen und Bürgerrechte)
    • 16.30-16.45 Uhr: Diskussion
    • 16.45-17.45 Uhr: Runder Tisch: Quo vadis, Proporz? (Andrea Carlà und Marc Röggla, Eurac Research; Sofia Stufflesser, Presidënta dla Union di Ladins de Gherdëina; Tony Tschenett, ASGB-Vorsitzender; Moderation: Anna Wolf, Eurac Research)
    • 17.45 Uhr: Aperitif

    Veranstaltungsort ist die Conference Hall von Eurac Research.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 || 01 02



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