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  • Per lavorare in Québec servirà un esame di francese.

    I diritti e i doveri linguistici in ambito lavorativo in Québec sono già molto ampi. Ma presto gli stranieri che vorranno lavorare nella provincia francofona appartenente al Canada, dopo tre anni di attività dovranno dimostrare un’adeguata conoscenza della lingua francese, pena il ritiro del Certificato di accettazione del Québec (CAQ) — e quindi della residenza. Tale requisito si aggiunge a quello già in vigore per specifiche categorie di lavoratori, ad esempio quelle in contatto con il pubblico o in ambito sanitario, e per le aziende di determinate dimensioni, che devono garantire il loro funzionamento interno nella lingua di Molière.

    Inizia ora un periodo di transizione di tre anni, durante il quale le lavoratrici e i lavoratori in possesso di un Certificato di accettazione avranno tempo di migliorare le loro conoscenze linguistiche, se necessario. Poi, a partire dal 17 dicembre 2028, chi raggiunge i tre anni di lavoro in Québec, dovrà presentare all’amministrazione provinciale una certificazione linguistica idonea per poter continuare a risiedere e svolgere attività professionali.

    Qualche anno fa, i statistici avevano fatto rilevare che tra il 2016 e il 2021 la percentuale di francofoni in Québec si era contratta di 1,5 punti percentuali (79,0% → 77,5%). In seguito il governo quebecchese aveva riformato la legislazione linguistica, inasprendone alcuni aspetti, e inoltre aveva creato un Gruppo d’azione interministeriale «per il futuro della lingua francese».

    Il Sudtirolo invece non ha alcuna possibilità di esigere conoscenze in una delle lingue minoritarie, tedesco o ladino — mentre però la lingua italiana è un requisito fondamentale per ottenere un permesso di soggiorno di lunga durata o la cittadinanza. Ciò rappresenta un fattore di ulteriore minorizzazione.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 | 05 06 07 || 01



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  • Sprachrechte: LH leugnet Verschlechterung.

    Am Mittwoch hat Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) im Landtag der Darstellung widersprochen, dass es um die Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst immer schlechter bestellt sei. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es dazu:

    [D]as Narrativ, es würde seit 1972 immer schlechter gehen und man sei nun am Tiefpunkt, stimme nicht. Es habe immer wieder Vorfälle gegeben, die zögen sich in etwa demselben Ausmaß durch.

    – Pressemitteilung des Landtags

    Wie es 1972 war, kann ich nicht sagen, dazu gibt es meines Wissens auch gar keine Daten. Dass sich jedoch die »Vorfälle« stets »in demselben Ausmaß« durchziehen, ist eindeutig irreführend und sachlich falsch. Davon kann keine Rede sein. Allein zwischen 2004 und 2014 hatte das ASTAT beim Recht auf Gebrauch der Muttersprache in öffentlichen Ämtern eine sehr deutliche Verschlechterung konstatiert — im aktuellen Sprachbarometer sind dazu leider gar keine Daten mehr enthalten.

    Außerdem wurden für die Zweisprachigkeitspflicht im öffentlichen Gesundheitsdienst und bei Staatsämtern während der letzten Jahre immer wieder Ausnahmen genehmigt.

    Noch mehr als die negative Entwicklung in vielen Bereichen — etwa auch bei der Sprachgruppenerhebung und bei den Schülerinnenzahlen — beunruhigt mich das nahezu inexistente Problembewusstsein der zuständigen Landespolitikerinnen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02



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  • Demütigung für Antholz und Südtirol bei Olympia.

    Die nationalistischen Dynamiken verkennend, die mit einem solchen Großereignis einher gehen, hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) im Jahr 2019 behauptet, wir könnten dank Olympischer Spiele im Schlepptau von Mailand und Anpezo die weltweite Aufmerksamkeit nutzen und die Besonderheiten Südtirols aufzeigen.

    Bislang ist erwartungsgemäß das Gegenteil eingetreten, nämlich eine weitere Unterordnung gegenüber Italien und nationaler Symbolik. Und die Besonderheit, die wir international präsentieren und verfestigen, ist die eines kolonialen Verhältnisses, das Eigenheiten negiert und unsichtbar macht, wo immer es geht.

    Gestern haben die Schützen in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass Antholz mit seiner Biathlon-Arena auf der offiziellen Website olympics.com mit dem faschistisch oktroyierten, kolonialen Ortsnamen dargestellt wird. Um jedoch genau zu sein, hatte zuvor — hier in den Kommentaren — Werner Pramstrahler schon am 14. Jänner auf ebendiese Tatsache aufmerksam gemacht.

    Tatsächlich wird die Sporteinrichtung als Ganzes ausschließlich mit dem zum Zwecke der Entnationalisierung erfundenen Ortsnamen betitelt, und zwar selbst in der deutschen Sprachversion, geschweige denn in den zahlreichen anderen.

    Website olympics.com (Ausschnitt) – Querbalken von mir

    Dies geschieht nicht nur im Titel, sondern zieht sich auch durch die Beschreibung:

    Website olympics.com (Ausschnitt) – Querbalken von mir

    Darüber hinaus wird auch Südtirol mit der kolonialen italienischen Landesbezeichnung tituliert, während der deutsche Name — wiederum selbst im deutschen Text — nur nachgereiht ist:

    Website olympics.com (Ausschnitt) – Querbalken von mir

    Wie schon Werner Pramstrahler in seinem Kommentar hingewiesen hat, werden Sprache, Geschichte und Bräuche lediglich als folkloristisches Beiwerk dargestellt.

    In jenen Abschnitten der Seite schließlich, die wie der Veranstaltungskalender nicht speziell Antholz gewidmet sind, scheint Antholz dann überhaupt nicht mehr auf, da nur noch der italianisierte Name der Arena relevant ist:

    Website olympics.com (Ausschnitt) – Querbalken von mir

    Die Landesregierung hat Südtirol zum Anhängsel einer italienischen Veranstaltung — die Olympischen Spiele trägt Italien aus  — gemacht, ohne die Bevölkerung zu befragen. Zudem war sie anders als angekündigt unfähig, die Besonderheiten unseres Landes in den Vordergrund zu stellen, sondern setzt Südtirol vielmehr einer weiteren sprachlich-kulturellen Demütigung auf internationalem Parkett aus.

    Für eine Kurskorrektur ist zwar noch etwas Zeit, doch selbst damit würde man nur noch Schadensbegrenzung betreiben und jedenfalls keine selbstbewusste Darstellung als ein Land erreichen, das sich vom Rest des italienischen Staatsgebiets unterscheidet.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 || 01 02 03



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  • Zweisprachige Bildung: València als Vorbild?

    Nachdem in der letzten ff (Nr. 2/2026) erneut ein Beitrag zu mehrsprachigen Kindergärten und Schulen erschienen war, wurde in der aktuellen Ausgabe (Nr. 3/2026) ein Leserbrief von Georg Lezuo abgedruckt, der ausgerechnet die Region València als Positivbeispiel für zweisprachigen Unterricht anführt. Im País Valencià hat seit dem Ende des Franquismus überwiegend die spanisch-nationalistische Volkspartei (PP) regiert, die auch derzeit wieder an der Macht ist.

    Im Vergleich zu italienisch-nationalistischen Parteien in Südtirol ist der PP zwar noch vergleichsweise milde im Umgang mit der Minderheitensprache, doch der País Valencià gilt als Hort unwissenschaftlichen sprachlichen Sezessionismus, wo die spanischen Rechten mit allen Mitteln versuchen, die unhaltbare Behauptung durchzusetzen, Valencianisch sei nicht eine Variante des Katalanischen, sondern eine ganz andere, eigenständige Sprache. Die Hauptstadt València ist gerade dabei, ihren offiziellen Namen in Valéncia abzuändern, nur um mit dieser kleinen Fälschung im Akzent weniger katalanisch auszusehen. Noch gravierender ist jedoch, dass sich die Provinzhauptstadt Alacant im Jahr 2025 mit den Stimmen von PP und Vox von einer zweisprachigen zu einer rein kastilischsprachigen Gemeinde erklärt hat, was Auswirkungen auf die Amts- und Unterrichtssprachen hätte.

    Die Regierung der Generalitat Valenciana ließ 2025 zudem eine Abstimmung durchführen, um die Schulsprache in den einzelnen Gebieten des País Valencià neu festzulegen. Dass dieses Verfahren darauf abzielte, die katalanische Sprache als Unterrichtssprache weiter zurückzudrängen, gilt als offenes Geheimnis. Ironischerweise ging dieses Vorhaben jedoch teilweise nach hinten los: Entgegen den Erwartungen der Regierung sprachen sich selbst in vielen überwiegend kastilischsprachigen Gemeinden Eltern mehrheitlich für Unterricht auf Valencianisch (also Katalanisch) aus.

    Unabhängig davon zeigen offizielle Daten eine dramatische Entwicklung: In den traditionell valencianischsprachigen Teilen des País Valencià stieg der Gebrauch der kastilischen Sprache seit dem Ende der franquistischen Ära von 40 auf 56,6 Prozent im Jahr 2021. Im selben Zeitraum (1981-2021) sank der Anteil der Bevölkerung, die hauptsächlich Valencianisch verwendet, von 60 Prozent auf nur noch 28,5 Prozent.

    Dass in den Schulen der Region València in der Praxis Unterricht häufig auf Spanisch statt wie vorgesehen auf Valencianisch stattfindet, ist ein bekanntes und strukturelles Problem, das vielen valencianischsprachigen Kindern den Unterricht in ihrer Sprache verwehrt.

    Das Expertinnenkomitee des Europarats zur Umsetzung der Charta der Regional- oder Minderheitensprachen — die Spanien anders als Italien ratifiziert hat — empfahl dem País Valencià 2021 ausdrücklich die Einrichtung von Schulen mit valencianischer Unterrichtssprache. Ein von der valencianischen Generalitat ins Auge gefasstes paritätisches Modell mit je mindestens 25 Prozent Valencianisch, 25 Prozent Spanisch und 15 Prozent Englisch wiesen die Expertinnen hingegen klar zurück.

    In Galicien übrigens wurde im Rahmen der Evaluation mehrsprachiger Schulen festgestellt, dass diese zur Assimilierung der Minderheit führen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 | 07 || 01 02



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  • Klausen verkörpert das italienische Lebensgefühl.
    I Borghi più belli d’Italia

    Erst vorgestern hatte ich die Borghi più belli d’Italia thematisiert, zu denen auch fünf Südtiroler Gemeinden zählen. Anlass war die Teilnahme ihres Gründers und Präsidenten an einem Diskussionspanel von Atreju, dem Parteifest der neofaschistischen Fratelli d’Italia.

    Inzwischen bin ich auch auf die Website der Tourismusgenossenschaft Klausen-Barbian-Feldthurns-Villanders gestoßen, wo der Gründungsmitgliedschaft von Klausen bei den sogenannten Borghi ein eigener Abschnitt gewidmet ist. Dabei bestätigt sich die bereits in meinem ersten Beitrag vermutete (banal-)nationalistische Wirkung dieses Vereins — allerdings in einem Ausmaß, das ich mir in Südtirol kaum hätte vorstellen können.

    Allen Ernstes ist davon die Rede, dass die »Italien’s schönste Ortskerne« (sic) genannte Vereinigung über 360 Dörfer umfasse,

    die für ihre Schönheit, ihren historischen Wert und ihre authentische Atmosphäre bekannt sind. Diese Dörfer repräsentieren die Essenz des italienischen Lebensgefühls und bieten Besuchern ein unvergessliches Erlebnis.

    – Tourismusgen. Klausen-Barbian-Feldthurns-Villanders

    Hervorhebung aus dem Original übernommen

    Weiter heißt es:

    In Südtirol gehören fünf Borghi zu dieser angesehenen Vereinigung: Sterzing, Klausen, Kastelruth, Neumarkt und Glurns.

    – Tourismusgen. Klausen-Barbian-Feldthurns-Villanders

    Hervorhebungen aus dem Original übernommen

    Sterzing, Klausen, Kastelruth/Ciastel, Neumarkt und Glurns — fünf »Borghi« also, die »die Essenz italienischen Lebensgefühls« verkörpern sollen.

    An Dreistigkeit und Respektlosigkeit ist das wirklich nur noch schwer zu überbieten: gegenüber einem großen Teil der Bevölkerung, gegenüber dem langen Kampf um die Anerkennung  unserer »nationalen« Andersartigkeit als Minderheiten — und gegenüber der Geschichte dieses Landes. Diese geradezu absurde Zuschreibung im selben Atemzug mit dem Begriff »Authentizität« vorzunehmen, kommt überdies einer Verhöhnung gleich.

    Bezeichnend ist auch folgende Aussage:

    Die „borghi“ sind mehr als nur Dörfer — sie sind ein Symbol für den Erhalt italienischer Identität.

    – Tourismusgen. Klausen-Barbian-Feldthurns-Villanders

    Abgesehen davon, dass Klausen — ebenso wie Glurns und Sterzing — sowieso kein Dorf, sondern eine Stadt ist, was den Touristikerinnen offenbar egal ist, scheint hier eine vollständige Unterordnung unter nationale, Südtirol unsichtbar machende Kategorien nicht nur hingenommen, sondern geradezu herbeigesehnt zu werden. Dabei ist die Eisacktaler Kleinstadt selbst in Südtirol (geschweige denn in Italien) wohl eine der letzten Ortschaften, die mir in den Sinn kämen, wenn ich an »italienische Identität« denke.

    Die Tourismuswirtschaft gehört in Südtirol zweifellos zu den jenen Bereichen, die der Assimilierung und Italianisierung besonders ungeniert Vorschub leisten. In diesem Fall sogar mit aktiver Unterstützung der Gemeinde.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 || 01 02 ||



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  • Brandmauer Modell Team K.
    Bozen

    Von der SVP ist in Bezug auf Abgrenzung von demokratie- und menschenfeindlichen politischen Kräften schon seit Jahren nichts mehr zu erwarten. Das Team K hingegen hatte sich zumindest formal als mit den neofaschistischen Fratelli d’Italia inkompatibel erklärt, wenngleich von dieser Position schon nach den letzten Landtagswahlen nicht mehr viel übrig geblieben war.

    Jetzt bietet man sich offenbar auch in Bozen einer rechtsrechten Koalition als Mehrheitsbeschafferin an, wie es heißt im Gegenzug zu einem Amtl im Kulturbereich.

    Das hat sogar noch einmal eine andere Qualität. Denn erstens verfügen die Recht(sextrem)en und die SVP in der Landeshauptstadt bereits über eine — wenn auch wackelige — eigene Mehrheit. Und zweitens wird die Koaltion dort, anders als auf Landesebene, nicht von der Sammelpartei angeführt, sondern von einem Bürgermeister, der mit bekennenden Faschisten wahlkämpft und feiert.

    Erst vor wenigen Tagen hatte sich zudem Bozens angebliche Sozialstadträtin Patrizia Brillo (FdI) geweigert, den Bevölkerungsschutz des Landes einzuschalten, um Obdachlosen bei klirrender Kälte ein Schlafquartier zur Verfügung zu stellen.

    Die Brandmauer Modell Team K ist damit so konstruiert, dass sie zwar stabil wirkt, solange sie nicht gebraucht wird, im Ernstfall jedoch umgehend beiseitegeschoben werden kann.

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  • Die römische Bevormundung von Rai Südtirol.

    Um den gestrigen Runden Tisch von Rai Südtirol ist eine politische Debatte entbrannt, weil keine Oppositionspolitikerinnen eingeladen waren.

    Dazu schreibt die TAZ in einem Bericht:

    Eine offizielle Stellungnahme von RAI Südtirol blieb auf Anfrage der [Tageszeitung] aus – eine Genehmigung aus Rom, die 72 Stunden vorher eingeholt werden müsse, sei dafür erforderlich.

    – TAZ

    Das ist doch ein Witz: Für eine öffentliche Stellungnahme muss sich der öffentlich-rechtliche Sender der angeblichen Vorzeigeautonomie eine Genehmigung aus Rom holen — und das auch noch mit einer Vorlaufzeit von drei Tagen. Dabei geht es nicht um eine Positionierung der gesamten Rai, sondern lediglich um eine Einordnung einer eigenen Sendung.

    Diese entmündigende Praxis ist das Paradebeispiel für den strikten römischen Zentralismus: ein System, das mit Selbständigkeit — in diesem Fall: redaktioneller Freiheit — nur wenig zu tun hat.

    Hinweis: In diesem Beitrag geht es bewusst und ausdrücklich nur um die Bevormundung von Rai Südtirol und nicht um das Thema der Sendung und die außen vor gelassene Opposition.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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