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  • In Svizzera medicinali trilingui.

    Recentemente ero in Svizzera e, avendo terminato lo sciroppo per la tosse che attualmente mi tiene compagnia, mi sono diretto in una farmacia per comprarne uno. Mi è stato consigliato Solmucalm che, come tutti i medicinali nella vicina confederazione, dispone di istruzioni trilingui. Ecco una scansione della confezione:

    Confezione trilingue di Solmucalm (Svizzera), scansione mia

    Mentre dunque qui in Sudtirolo, nonostante sia previsto dal pacchetto, pare impossibile muovere le ditte farmaceutiche a tenere conto di una seconda lingua, a pochissimi chilometri di distanza il trilinguismo è del tutto normale. E, come è facile notare, l’apposizione di istruzioni in ben tre lingue non crea alcun problema di spazio o di leggibilità.

    Per pura precauzione, oltre al mucolitico mi sono fatto dare anche un antidolorifico nel caso ne avessi bisogno. Ovviamente anch’esso disponeva di un foglietto illustrativo in tedesco, francese e italiano:

    Foglietto illustrativo trilingue di Panadol-S (Svizzera), stralcio, scansione mia

    Questa potrebbe tranquillamente essere la normalità anche in Sudtirolo, se non appartenessimo a uno stato mono-nazionale che per indole si disinteressa dei diritti delle minoranze linguistiche. Come d’altronde il plurilinguismo in questo settore particolarmente delicato è normale anche in altri paesi, come la Finlandia o il Canada.

    La parte italofona della Svizzera conta circa 350.000 abitanti, un numero simile a quello dei sudtirolesi che si sono dichiarati di madrelingua tedesca.

    Vista l’incapacità (o la mancata volontà) di obbligare le ditte a includere bugiardini bilingui, in Sudtirolo anni fa ci era stata promessa almeno l’istituzione di un database consultabile online, come ad esempio in Belgio. Tuttavia anche questo progetto si è arenato senza produrre risultati concreti.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 | 08 09 10 || 01 02 | 03



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  • Nicht der Rassismus ist das Problem.
    Italien

    Die italienischen Ordnungskräfte haben ein massives Rassismusproblem. Es gibt keine unabhängige Antidiskriminierungsstelle. Und der öffentliche Diskurs ist in Italien immer stärker von Rassismus und Queerfeindlichkeit (vgl. 01) geprägt. Doch all das ist offenbar kein Skandal: Skandalös ist vielmehr, dass es die Kommission gegen Rassismus und Intoleranz des Europarats (ECRI) gewagt hat, in ihrem periodischen Bericht auf diese Tatsachen hinzuweisen.

    Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von den neofaschistischen Fratelli d’Italia gibt sich empört, Lega-Chef und Verkehrsminister Matteo Salvini will den Autorinnen des Berichts Migrantinnen und Roma schicken — und bestätigt damit nur einmal mehr, wie verroht die politische Debatte tatsächlich ist. Außenminister Antonio Tajani (FI) schloss gar aus, dass es bei Polizei, Carabinieri und Finanzpolizei überhaupt Rassisstinnen gebe — was man wohl von keiner Polizei der Welt pauschal behaupten kann. Problemleugnung als Strategie.

    Doch selbst der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella (PD) ließ wissen, über den Bericht »erstaunt« zu sein. Medienberichten zufolge rief er den Polizeichef an, um ihm seine Nähe auszusprechen.

    Die italienischen Institutionen dulden also keine Kritik, sondern rücken gegen den »äußeren Feind«, der bestehende Missstände aufzeigt, noch enger zusammen. Leidtragende sind jene Teile der Bevölkerung, deren Grundrechte missachtet werden und deren Benachteiligung auch noch geleugnet wird. Dabei hätten sie Schutz und Nähe nötig, nicht Polizeikräfte, die das Gewaltmonopol zum Nachteil von gesellschaftlichen Minderheiten und — wie zum Beispiel in Südtirol — gegen Dissens missbrauchen.

    Doch ein Fehler- und Problembewusstsein scheint es nicht zu geben. So droht die Lage aus einer Trotzhaltung heraus sogar noch weiter zu eskalieren.

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  • Zwei Jahre Abbau von Demokratie und Grundfreiheiten.

    Heute ist Giorgia Meloni (FdI) seit genau zwei Jahren als italienische Regierungschefin im Amt. Aus diesem Anlass zog Politologe Günther Pallaver im heutigen Rai-Morgengespräch ein — düsteres — Resümee der letzten 24 Monate.

    »Schleichend aber konsequent« würden Grundfreiheiten — Unabhängigkeit der Justiz, Medienfreiheit, Medienpluralismus — eingeschränkt, »jeden Tag« werde »ein Scheibchen der Demokratie abgeschnitten«.

    Über jüngst bekannt gewordene Korruptionsfälle in den Ministerien hätten öffentlich-rechtliche Medien wenig berichtet. Insbesondere Rai Uno sei inzwischen zu einem Informationsmedium der Regierung geworden, wo von internem Pluralismus nicht mehr die Rede sein könne. Zudem werde gegen unliebsame Persönlichkeiten mit SLAPP-Klagen vorgegangen und mit Einschüchterung versucht, kritische Stimmen von der Öffentlichkeit fernzuhalten.

    Die Gewaltenteilung werde unterwandert, weil diese politische Mehrheit die Auffassung vertrete, wer die Wahlen gewonnen hat, sei zu allem legitimiert. Sozusagen eine Mehrheitsdiktatur. Ganz aktuell zeigt sich das auch im Umgang mit der Judikative, die sich erdreistet hat, die Deportation von Migrantinnen in albanische Lager auf der Grundlage eines EuGH-Urteils zu untersagen.

    In der EU biedere sich Meloni zwar Ursula von der Leyen an, den europäischen Integrationsprozess befürworte sie im Unterschied zu Christ- und Sozialdemokratinnen, Liberalen und Grünen jedoch nicht. Im Gegenteil legten Mitglieder ihres Kabinetts mit ihren öffentlichen Aussagen immer wieder nahe, dass sie für einen Rückbau sind.

    Nicht zuletzt werde der Faschismus — Gewalt und Verletzung der Menschenwürde — bagatellisiert, Opfer und Täter zunehmend auf eine Stufe gestellt.

    Mit all dem hat sich auch die SVP gemein gemacht, die für eine fragliche Wiederherstellung der Autonomie bereit ist, demokratische Grundwerte zur Disposition zu stellen.

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  • Gegenwind für Charles in Australien.

    Bei seinem offiziellen Besuch in Australien, dessen Staatsoberhaupt er ist, wurde König Charles III heute mit dem lautstarken Protest einer indigenen Senatorin, Lidia Thorpe, konfrontiert. Die ehemalige Grüne und nunmehrige unabhängige Abgeordnete hatte schon 2022 bei ihrer Angelobung für Aufsehen gesorgt, als sie ihren Eid mit ausgestreckter Faust auf »the colonising Her Majesty Queen Elizabeth II« und ihre Nachfahren schwor.

    Nachdem Charles heute im Parlament eine Rede gehalten hatte, schrie ihn Thorpe an, er sei nicht ihr König. »Gib uns unser Land zurück, gib uns, was du gestohlen hast«. Während in dem Haus die Hymne God Save the King gesungen wurde, hatte sie dem Monarchen zuvor bereits aus Protest den Rücken zugewandt.

    Die australischen Grünen nannten den Besuch des Königs und seiner Gemahlin »eine sichtbare Erinnerung an das fortbestehende koloniale Trauma und an das Erbe des britischen Kolonialismus«.

    Dass auch der amtierende Premierminister von Australien, Anthony Albanese (Labor), kein Freund der Monarchie ist, ist ein offenes Geheimnis. In der ersten Zusammensetzung seines Kabinetts (2022-24) hatte er mit Hon Matt Thistlethwaite sogar erstmals einen Minister für die Republik ernannt.

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  • Plaza Catarina Lanz.
    Fodom

    Am 12. Oktober wurde feierlich die Umbenennung des Hauptplatzes von La Plié de Fodom im nach wie vor zu Venetien gehörenden Souramont vollzogen: er ist nun der ladinischen Heldin Catarina Lanz aus Mareo gewidmet. Offiziell trug der Platz, an dem sich auch das Rathaus befindet, bis heute die Bezeichnung piazza 7 novembre 1918, die ihm der faschistische Amtsbürgermeister (podestà) im November 1929 zur Feier der Annexion durch Italien oktroyiert hatte.

    Alter Name des Platzes (an der Fassade eines Hotels): Bis zuletzt war am rechten und linken oberen Eck der Tafel der Schatten zweier Liktorenbündel zu erkennen. Quelle: Google Maps

    Es war insbesondere das ladinische Kulturinstitut von Anpezo, Col und Fodom, Cesa de Jan, das sich seit Jahren mit breiter Unterstützung aus der Bevölkerung für die Umbenennung eingesetzt hatte.

    Mit einem einzigen Akt wurde nun ein faschistisches Unrecht beseitigt, eine einsprachig italienische durch eine ladinische Bezeichnung ersetzt, ein Bekenntnis zur Ladinia abgegeben und eine Frau geehrt.

    Quelle: Cesa de Jan (Video-Bildausschnitt)

    Dass das in Italien offenbar noch immer ein Affront ist, legt die geschlossene Abwesenheit der geladenen Vertreterinnen venetischer Behörden nahe, während mehrere Bürgermeister aus dem gesamten Ladinien vor Ort waren.

    Cëla enghe: 01



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  • Kaschmir fordert Autonomie.


    Bei den Regionalwahlen setzte sich die autonomistische National Conference (NC) durch.

    Der indische Ministerpräsident Narendra Modi wird sich ordentlich gewundert haben: Die muslimische Bevölkerung Kaschmirs votierte bei den Regionalwahlen mit übergroßer Mehrheit für die National Conference von Omar Abdullah. Er und seine NC stehen für eine strikte und weitreichende Autonomie ihrer Region.

    Diese ist seit 2019 unter direkter Kontrolle der indischen Zentralregierung, Modi hob damals die regionale Autonomie auf und unterstellte Kaschmir einem Gouverneur, einem staatlichen Kontrolleur.

    Mit dem Bürgervotum im Rücken fordert der siegreiche Abdullah die Wiederherstellung der regionalen Autonomie. Präziser, die Wiederherstellung der Staatlichkeit. Er verweist auf das überaus deutliche Wahlergebnis.

    Kolonialmacht Indien

    Die Kaschmiri sind gegen ihren Willen indische Staatsbürger. 1947 »fiel« das Himalajatal mit seiner muslimischen Bevölkerung an Indien, wurde von Pakistan abgetrennt. Im ersten pakistanisch-indischen Krieg 1948/1949 setzte sich Indien durch, das Kaschmir und Jammu (hinduistische Bevölkerungsmehrheit als Aufpasser über Kaschmir) eine starke Autonomie »gewährte«. In 1962 »zwackte« die kommunistische Volksrepublik China Askai Chin im äußersten Osten Kaschmirs ab.

    Im Jahr 1965 zettelte Pakistan einen zweiten Krieg gegen Indien an und scheiterte abermals an der indischen Armee. In einem Abkommen bekannten sich 1972 die beiden Staaten zur Waffenstillstandslinie als Grenze. Ein weiterer Konflikt brach 1999 aus, die indische Armee schlug ein weiteres Mal die Pakistani zurück.

    Die Lage in Kaschmir verschärfte sich nach dem Wahlerfolg der nationalistisch-rassistischen Indischen Volkspartei (Bharatiya Janata Party) von Modi. Seine Regierung siedelte Hindus in Kaschmir an, hob 2019 den Autonomiestatus auf und löste den Unionsstaat Kaschmir auf.

    Bewaffnete Separatisten, gesponsert vom korrupten Pakistan, wehrten sich gegen die Kolonialisierung ihrer Region, die indische Armee ging brutal gegen die Zivilbevölkerung vor. NGOs belegten unzählige Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Mehr als eine halbe Million indische Soldaten sind in Kaschmir stationiert. Kaschmir gilt deshalb als eine der am stärksten militarisierten Regionen der Welt.

    Friedensmacht Indien?

    Ausgerechnet dieses Indien soll gemeinsam mit den anderen BRICS-Staaten, von Antiimperialisten als Gegenentwurf zum Westen hochgelobt, den Krieg in der Ukraine beilegen. Indien kritisierte nie den russischen Eroberungskrieg, nennt nie Täter und Opfer und beteiligt sich engagiert an der Umgehung westlicher Sanktionen gegen Russland.

    Indien zerstört mit seiner Wirtschaftspolitik das Land und das Leben der Adivasi, der indigenen Völker im Bundesstaat Odisha. Die Adivasi-Koordination dokumentiert die vielfältigen Übergriffe auf die Adivasi, ganz oben steht dabei der ungehinderte Landraub. Die ehemalige britische Kolonie Indien agiert selbst wie eine Kolonialmacht, rücksichts- und schonungslos. In Indien herrscht ein unerklärter Krieg gegen die Minderheiten. Dieses boomende Land soll zum Frieden in der Ukraine beitragen? Ein furchtbar schlechter Witz.

    Abdullah für Autonomie

    So wird es offensichtlich auch in Kaschmir empfunden, deshalb auch der überwältigende Sieg der National Conference. Wahlgewinner Omar Abdullah stammt aus einer Familie, die die regionale Politik seit 1947 bestimmend geprägt hat. Großvater Sheikh Abdullah war Kaschmirs erster Ministerpräsident nach der Unabhängigkeit, sein Vater Farooq war in den achtziger Jahren Regierungschef. Von 2009 bis 2014 war Omar Abdullah bereits Ministerpräsident.

    Es gibt aber auch Kritik an der einflussreichen Familie. Für die eigene Macht gingen die Abdullahs viel zu oft Kompromisse mit der Zentralregierung ein, wandten sich gegen eine Sezession. Nicht nur, die National Conference paktierte gar mit der Indischen Volkspartei, Abdullah wurde dafür mit einem Ministerposten belohnt. Dieses Bündnis mit den Hindu-Nationalisten erwies sich als Fehler. 2002 wählten die Kaschmiris die NC ab.

    Autonomie statt Sezession

    Die NC ging auf Distanz zur Modi-Partei, kritisierte die Abschaffung des Autonomie-Verfassungsartikels 2019, sein Image wuchs auch nach seiner Verhaftung. Bei den Parlamentswahlen im Juni setzte sich trotzdem Abdul Rashid gegen Abdullah durch, ein Befürworter der staatlichen Eigenständigkeit Kaschmirs. Rashid konnte bei den jüngsten Regionalwahlen aber überraschend seinen parlamentarischen Erfolg nicht wiederholen.

    Offenbar setzen die Kaschmiris auf Dialog, auf Autonomie statt auf Sezession. Trotz der zentralstaatlichen Gängelung können die Separatisten nicht mehr punkten, wenige junge Männer schließen sich der Untergrundbewegung an, auch die Zahl der Anschläge ist rückläufig.

    Die Regionalwahlen zugunsten der NC sind eine Absage an Gewalt und ein deutliches Signal zugunsten demokratischer Mitbestimmung. Ob die nationalistische Regierung von Ministerpräsident Modi, ein Freund des russischen Kriegspräsidenten Wladimir Putin, dies auch versteht? Modi scheint nicht bereit zu sein, Kaschmir die gestohlene Autonomie wieder zurückzugeben. Benzin ins Feuer der Separatisten.

    Cëla enghe: Baltistan gegen Pakistan, Kaschmir und die indische Demokratie, Dunkelheit in Kaschmir.


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  • ›Scegliere il medico‹ mit dem Sabes.

    Ich war heute zufällig anwesend, als ein Verwandter von mir einen Brief des Gesundheitsbezirks Brixen (Sabes) geöffnet hat. Darin war ein zweisprachiger Brief, mit dem ihm mitgeteilt wurde, dass sein derzeitiger Hausarzt bald seine Tätigkeit einstellt. Dazu heißt es in holprigem Deutsch unter anderem:

    Es ist notwendig eine neue Arztwahl vorzunehmen.

    Die Arztwahl kann über myCivis mittels SPID (siehe Anlage), über E-Mail: sprengel.brixen@sabes.it (bitte das Formular im Anhang und mit einer Kopie des Personalausweises übermitteln) oder beim Schalter erfolgen.

    – Brief des Sabes (Hervorhebungen im Original)

    Und so sieht dann die Anlage aus, mit der Schritt für Schritt die Wahl einer neuen Basisärztin bei myCivis erläutert wird:

    zum Vergrößern anklicken (von mir eingescannte Vorder- und Rückseite)

    Eine Fassung in deutscher Sprache lag dem Brief nicht bei.

    Wie soll man dem Gesundheitsbetrieb vertrauen, dass er in dem hochsensiblen Bereich, für den er zuständig ist, auf die Berücksichtigung der deutschen Sprache achtet? Vieles wird ja mit der Rechtfertigung bzw. Ausrede »Personalmangel« erklärt, doch zur Vorbereitung einer Vorlage wie dieser ist kein ärztliches Fachpersonal nötig. Hier handelt es sich wie so oft (vgl. 01 02 03 04 05 06) um reine Geringschätzung der deutschsprachigen Bevölkerungsmehrheit und ihrer verbrieften Rechte.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 | 06 || 01



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