EU: Günstigere Auslandsgespräche.

Nachdem die EU im Laufe der letzten Jahre schon die Roaminggebühren gesenkt und dann 2017 weitgehend abgeschafft hat, tritt mit dem heutigen 15. Mai eine weitere Vergünstigung in Kraft: Telefongebühren werden für Anrufe ins EU-Ausland auf 19 Cent pro Minute und für SMS auf 6 Cent pro Kurzmitteilung (Preise zzgl. USt.) gedeckelt. Die Bestimmung gilt sowohl für das Mobil-, als auch für das Festnetz. Es ist dies ein weiterer Schritt zur Schaffung einer grenzüberschreitenden europäischen Öffentlichkeit.

Demnächst soll die Maßnahme auch auf andere europäische Länder wie Norwegen, Island und Liechtenstein ausgedehnt werden.

Siehe auch:

Preisangaben ohne Gewähr. Telefonanbieter sind verpflichtet, ihre Kundschaft auf die neuen Tarife hinzuweisen.

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Language Barriers in Health Care.
Quotation 547

In Canada there are four constituencies who may face barriers to health care due to having a nonofficial first language: First Nations and Inuit communities, newcomers to Canada (immigrants and refugees), Deaf persons, and, depending on location of residence, speakers of one of Canada’s official languages. Access to necessary health services is a right of every Canadian as guaranteed by the Canada Health Act of 1984. However, access has generally been interpreted to mean the absence of explicit financial barriers to care.

It is generally agreed that the best communication is achieved where health care providers and patients speak the same language.

There is compelling evidence that language barriers have an adverse effect on initial access to health services. These barriers are not limited to encounters with physician and hospital care. Patients face significant barriers to health promotion/prevention programs: there is also evidence that they face significant barriers to first contact with a variety of providers.

Recent research that includes the variables of both ethnicity and official language proficiency suggests that in many cases, language, rather than cultural beliefs and practices of patients, may be the most significant barrier to initial contact with health services.

Language barriers have been associated with increased risk of hospital admission, increased risk of intubation for asthmatics, differences in prescribed medication, greater number of reported adverse drug reactions, and lower rates of optimal pain medication. There is also preliminary evidence that such barriers are related to less adequate management of chronic diseases such as asthma and diabetes.

Quality of care for those who are not fluent in an official language is affected through interaction with health professionals who may, because of language barriers, fail to meet ethical standards in providing health care. Language barriers may result in failure to protect patient confidentiality, or to obtain informed consent.

Patients who do not speak the same language as their health care providers consistently report lower satisfaction than those who share the same language as their providers.

A review of the literature reveals consistent and significant differences in patients’ understanding of their conditions and compliance with treatment when a language barrier is present. Findings from these studies are consistent with general research on provider-patient communication, which finds that communication is a key factor in patient adherence to the treatment plan.

Reliance on family members, or untrained interpreters recruited on an ad hoc basis (the most common responses to language barriers in Canada today) poses too many risks to be acceptable.

There is also evidence that language barriers contribute to inefficiencies within the health system.

As evidence related to costs and benefits has mounted however, there is a realization that provision of language access services may result in cost savings to both the health system and the larger society. The focus on reducing health care costs may therefore also serve as an impetus for developing strategies to address language barriers.

excerpted from Sarah Bowen, B.A., M.Sc., Language Barriers in Access to Health Care, 2001; underlinings by

See also:

Comparatio Datenschutz Gesundheit Grundrechte Kohäsion+Inklusion Migraziun Minderheitenschutz Plurilinguismo Publikationen Service Public Wissenschaft | Best Practices Zitać | | | Canada | | English

Minderheiten und Identität.
Quotation 546

Wer sich wehrt gegen Ungleichbehandlung oder Ausgrenzung, muss notgedrungen oft in Kategorien argumentieren, die selbst erst durch die Ausgrenzung entstanden sind. Nicht immer möchten Angehörige von Minderheiten als solche “toleriert” oder “anerkannt” werden, denn nicht immer sind es selbstbestimmte Überzeugungen oder Praktiken, die sie miteinander teilen.

Die “Identitätspolitik”, die Angehörigen von Minderheiten immer wieder vorgeworfen wird, ist jene Politik der Diskriminierung, die sie überhaupt erst zu einer sozialen Minderheit gemacht hat. Es wird gern suggeriert, Angehörige von Minderheiten beharrten auf festen, essenziellen Identitäten, sie operierten mit Begriffen von Kollektivität, sie sonderten sich selbst aus oder, noch schlimmer, sie grenzten die “normalen” […] aus. Zu den mehr oder minder mutwilligen Missverständnissen über “Identitätspolitik” gehört die Unterstellung, Angehörige von Minderheiten lehnten liberale Gesellschaftsmodelle oder universale Prinzipien ab, weil sie Werte kulturell relativierten. Das Gegenteil ist üblicher: Um Diskriminierung zu kritisieren, braucht es keine aufgeladenen Konzepte von essenzieller Identität, sondern gerade eine Orientierung an den universalen Prinzipien von Freiheit und Gleichheit.

aus einem SZ-Kommentar von Carolin Emcke

Der Text bezieht sich auf soziale Minderheiten (PoC, Zugewanderte, Frauen, Homosexuelle etc.), ist aber sinngemäß auch auf sogenannte ethnisch-nationale Minderheiten ausdehnbar. Auch wir sind zum Beispiel gezwungen, in ethnisch-nationalen Kategorien zu argumentieren, selbst wenn diese Kategorien unserer Meinung nach irrelevant sein sollten. Für Angehörige der Mehrheit ist es hingegen einfach, eine Abkehr von dieser »Identitätspolitik« zu fordern, weil sie wenig zu verlieren haben.

Siehe auch:

Discriminaziun Feminæ Kohäsion+Inklusion LGBTQIA Medien Migraziun Minderheitenschutz Nationalismus Racism Soziales und Arbeit | Zitać | | SZ | | | Deutsch

Die Trikolorisierung von fast allem.

Am Freitag ist diese Zuschrift im A. Adige erschienen:

Un costume altoatesino con il tricolore

Sono una turista romana. Amo il vostro costume e le vostre usanze e le rispetto. Quando trascorro le mie vacanze in Alto Adige (San Candido) mi piace indossare l’abito tradizionale. Ne ho più d’uno. Non disdegnerei di indossarne uno tricolore… anzi unirebbe le cose che amo. L’Italia e l’Alto Adige che ne fa parte con la sua gente amabilissima, la sua natura e i paesaggi.
Viviana Giacò

Jemand sollte diesen genialen Vorschlag dringendst an Herrn Gutweniger weiterleiten. Für Olympia!

Siehe auch:

Medien Nationalismus Satire Sport | Zitać | | AA | Südtirol/o | | Deutsch Italiano

EU-Wahl: Rechtsextreme bei den Grünen.

Dass die SVP mit Berlusconi, Mussolini und Tajani paktiert hat, um Herbert Dorfmann ins EU-Parlament zu entsenden, war bekannt. Das italienische Blatt il Foglio deckte nun aber auf, dass sich auch bei den italienischen Grünen — mit denen diesmal auch die Südtiroler Grünen antreten — in Mittel- und Süditalien Rechtsextremistinnen auf der Liste befinden. Sie gehören dem von einem ehemaligen MSI-Angehörigen gegründeten Fronte Verde an, der nun öffentlich für seine Kandidatinnen wirbt. Ob es sich dabei wirklich, wie die italienischen Grünen nun zu verstehen geben, um eine hinterlistige Unterwanderung gehandelt hat, von der sie nichts wussten, ist eigentlich gar nicht so wichtig. Denn sowas kann und darf nicht passieren. Inzwischen sind die Listen offiziell und können nicht mehr geändert werden.

Pippo Civati von der linken Possibile, der sich zur EU-Wahl mit den italienischen Grünen verbündet hatte, hat bereits die Einstellung jeglicher Wahlkampfaktivität beschlossen.

Siehe auch:

Faschismen Politik | Europawahl 2019 | Antonio Tajani Herbert Dorfmann Silvio Berlusconi | | Italy Südtirol/o | SVP Vërc | Deutsch

Gefährliche Missverständnisse.
Quotation 545

Einen ärztlichen Befund zu verstehen, ist schwer. Auch in der eigenen Sprache, schon gar in der anderen Landessprache.

Dass ein Arzt einen Patienten versteht, ist ­unerlässlich für eine richtige Behandlung und eine umfassende Information. Und umgekehrt ebenso. Will das jemand ernsthaft bestreiten?

[G]rundsätzlich ist es die Pflicht eines Arztes, beide Landessprachen zu beherrschen oder sie zu erlernen, eher früher als später, und es ist das Recht des Patienten (im Autonomiestatut verbrieft), seine eigene Sprache zu verwenden.

Sprachliche Missverständnisse können schwerwiegende Folgen haben, vor allem, wenn es um die Gesundheit geht.

aus dem dieswöchigen ff-Leitartikel von Georg Mair

Siehe auch:

Gesundheit Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Service Public Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Zitać | Georg Mair | ff | Südtirol/o | | Deutsch

Zweisprachige Gemeinde, einsprachige Finanz.
Diskriminierende Ahndung von Zweisprachigkeitsverstößen?

Der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì von der rechtsradikalen Fratelli d’Italia (die Partei, die etwa die Folter legalisieren will) hat ein Auto der Gemeinde Mölten gefunden, auf dem »Gemeinde Mölten« nur auf Deutsch steht. Auf seine diesbezügliche Landtagsanfrage antwortet die Landesregierung (am 29. April) zunächst, dass sie die kommunale Verwaltung auf den mutmaßlichen Rechtsverstoß hingewiesen hat und den Abgeordneten über weitere Entwicklungen am Laufenden halten wird. Das geschieht am 9. Mai tatsächlich mit der Auskunft, dass bereits das Regierungskommissariat eingeschritten sei und die Gemeinde die Beschriftung korrigiert habe.

So vorbildlich, wie Landesregierung und Kommissariat sofort einschreiten, wenn ein Beistrich in italienischer Sprache fehlt. Ich freue mich ja schon drauf, dass demnächst auch die unzähligen Fahrzeuge der Finanzwache und die Uniformen der Staatspolizei zweisprachig beschriftet sein werden. Das Regierungskommissariat wird sich doch »sicher« nicht Einseitigkeit vorwerfen lassen wollen. Stimmts?

Nicht, dass ich noch Recht behalte mit meiner Auffassung, dass in Südtirol diskriminiert wird zwischen einer Sprache erster (die italienische) und einer Sprache vierter (die deutsche) Kategorie — und dass die Gleichberechtigung (Art. 99 Autonomiestatut) in Wirklichkeit nicht existiert.

Übrigens: Dem Land hatte ich schon vor Jahren einen Hinweis bezüglich Finanz und Polizei zukommen lassen. Doch die Angelegenheit wurde einfach damit abgetan, dass Finanz und Staatspolizei mit ihrer Einsprachigkeit nicht mein subjektives Recht auf Gebrauch der Muttersprache einschränkten. Von mutmaßlichem Rechtsverstoß war damals nicht die Rede. Und es hat sich ja auch bis heute nichts geändert.

Siehe auch:

Discriminaziun Plurilinguismo Politik Polizei Recht Service Public Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Italianizzazione | Alessandro Urzì | | Südtirol/o | Land Südtirol PDL&Co. Regierungskommissariat Staatspolizei Südtiroler Landtag | Deutsch